PR: Ulcus cruris venosum: Mit Teamwork zum Erfolg

11.09.2018

Dr. med. Roland Heinen aus Bremervörde betreut als Gefäßchirurg viele Patienten mit Durchblutungsstörungen. Bei der Wundversorgung setzt er auf Diagnostik und Therapie im Austausch mit Kollegen. Kompressionstherapien stehen hier im Mittelpunkt. So manche Extremität konnte Heinen vor der Amputation retten.

„Auf der Station gab es einen großen Wandschrank mit modernen Wundauflagen, der selten geöffnet wurde“, erzählt Dr. med. Roland Heinen, Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie aus Bremervörde. So kam er schon während seiner Ausbildung mit dem Gebiet der Wundversorgung in Kontakt. Daraufhin setzte Heinen Alginate bei schwer heilenden Wunden ein – und war vom Erfolg begeistert. Er wechselte schließlich in ein Klinikum mit großer Gefäßchirurgie und spezialisierte sich weiter. Der langfristige Kontakt zu Patienten ist ihm wichtig. Deshalb wagte er den Sprung in den ambulanten Sektor: In einer  großen Gemeinschaftspraxis mit chirurgischem Schwerpunkt  bot sich ihm die Gelegenheit, wieder näher am Patienten zu arbeiten, auch beim Thema Wundversorgung.

 

Keine Wundversorgung ohne Diagnostik

„Als Gefäßchirurgen sehen wir viele Patienten mit Schmerzen in den Beinen und mit Wunden, die nicht abheilen“, berichtet Heinen. Aktuell sind es 20 bis 30 chronische Wunden in der Woche. Hinter den Beschwerden stecken nicht selten Gefäßerkrankungen. Heinen: „Ich will Patienten einen Weg aus diesen vielfältigen Problemen aufzeigen. Dazu gehört, auch die Funktionalität zu erhalten.“

Ein Fall ist dem Experten besonders in Erinnerung geblieben: Seine Patientin mit früherer Kinderlähmung hatte eine große offene Wunde an ihrem teilgelähmten Bein. In einem auswärtigen Klinikum rieten Ärzte zur Amputation. Doch so rasch wollte er nicht zum Skalpell greifen. Heinen: „Hinter jeder Wunde steckt ein medizinisches Problem – gibt es bestimmte Grunderkrankungen und ist deren Behandlung vielleicht noch nicht normal?“

Sein Ziel ist es, die Krankheit aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Das Wissen anderer Kollegen ist gefragt. Radiologen stellen für ihn die Gefäße dar. Zusammen mit ihnen überlegt der Chirurg, welche Therapien das beste Ergebnis liefern. Heinen: „Müssen wir operieren oder ist eine Gefäßintervention mit Stents beziehungsweise Ballondilatationen möglich? Oder müssen wir vielleicht gar nicht operieren, sondern die Arzneimitteltherapie optimieren?“

Chirurgische Interventionen lassen sich teilweise vermeiden. „Bei der älteren Dame haben wir eine komplexe physikalische Entstauungstherapie eingeleitet und die Wunde versorgt, inklusive moderner Wundauflagen und Kompressionstherapie“, erinnert sich Heinen. Er reinigte die Wunde und verwendete geeignete Wundauflagen plus Kompression. Heinen: „Beim venösen Ulkus ist die Kompression immer wichtig. Den Behandlungsweg muss man gut besprechen – es gibt viele komfortable Lösungen.“ Innerhalb von sechs Monaten heilte die Wunde nahezu ab. Der Chirurg deckte Restdefekte via Hautverpflanzung inklusive weiterer Kompression und Lymphdrainage. Seither ist das Bein in einem stabilen Zustand. Sein Fazit: „Wir konnten eine vermeintlich bedrohte Extremität erhalten.“

 

Wissen über alle Grenzen hinweg

Genau deshalb ist es Dr. med. Heinen wichtig, sich auszutauschen. Er pflegt einen engen Kontakt zu allen benachbarten Kliniken, was es allen Beteiligten erleichtert, eine Diagnose zu stellen und eine Therapie zu entwickeln. „Wir sollten in Zukunft viel vernetzter handeln, also mehr miteinander sprechen“, lautet sein Credo. Deshalb hat er gemeinsam mit anderen die „Bremervörder Wundrunde“ ins Leben gerufen: Regelmäßig treffen sich Ärzte aller wichtigen Fachrichtungen, MTA, MFA und Pflegedienste. „Wir besprechen Fälle und diskutieren neue Therapieformen“, so Heinen. „Über diesen Weg lernen wir viel über Behandlungsmöglichkeiten oder über Fehler.“ Jeder Fachbereich sehe die gleiche Krankheit mit anderen Augen und mit einer anderen Gewichtung. Gerade bei Wunden brauche man viel Erfahrung. Am runden Tisch geht es nicht nur um harte Fakten. Man lernt sich kennen. Die Wege sind kurz geworden. Problemfälle lassen sich schneller als zuvor lösen.

Speziell bei der Zusammenarbeit mit Kliniken spricht Heinen das gesetzlich verankerte Entlassmanagement an – eine Möglichkeit, um Schnittstellen zwischen niedergelassenen und klinisch tätigen Kollegen zu verbessern: „In den Unterlagen sollten Therapievorschläge zu finden sein“, wünscht er sich. „Der Operateur weiß genau Bescheid, welche Maßnahmen im nächsten Schritt erforderlich sind.“ Patienten sollten nicht einfach nur entlassen, sondern auch mit Medikamenten versorgt werden, gerade an Freitagen. Vielleicht sei auch der frühzeitige Kontakt zum Pflegedienst erforderlich. Wechselintervalle für Verbände oder verwendete Wundauflagen gehören für Heinen ebenfalls zu den wichtigen Informationen.

 

Patienten stärker einbinden

Patienten werden nicht jeden Tag in der chirurgischen oder hausärztlichen Praxis versorgt. Das sei schon lange nicht mehr erforderlich. „Es gibt heutzutage einfache Wundauflagen bzw. Kompressionssysteme, die von Patienten selbst ohne Probleme angewandt werden können“, ergänzt MFA Stefanie Schwyrz. Die zertifizierte Wundexpertin nach ICW führt nicht nur Erstbeurteilungen durch, schlägt geeignete Verbandmittel vor und dokumentiert Behandlungserfolge. Sie schult auch Patienten, um sie stärker einzubinden. Als Beispiel aus der Kompressionstherapie nennt sie zweiteilige Systeme aus Polsterverband und Kompressionsbinde. Ihr Ziel ist es, Patienten zu vermitteln, wie wichtig die Behandlung ist, um einfach weiter am sozialen Leben teilzunehmen. Psychologie spielt eben auch eine große Rolle.

 

Weiterführende Links:

Praxis Dr. med. Heinen: http://www.praxis-im-zentrum.de/

Wundexpertin nach ICW https://www.icwunden.de/wundseminare.html

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.09.2018.

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