PR: Debridement: Ein entscheidender Schritt in Infektionsvorbeugung und -management bei chronischen Wunden

04.09.2018

Millionen von Menschen weltweit leiden an chronischen Wunden. Das Entfernen von Debris und Biofilm durch professionelles Debridement hilft beim Management infizierter Wunden und fördert die Wundheilung. Monofilamentfaser-Pads erlauben eine hocheffiziente Wundreinigung und bringen den Patienten ersehnte Linderung. Weitere Infos und Artikel zum Thema finden Sie auf hygiene-in-practice.com

Jeder verletzt sich mal von Zeit zu Zeit. Normalerweise heilen kleine Wunden schnell und unkompliziert. Manchmal ist das aber nicht der Fall und es können Infektionen und Wundheilungsstörungenauftreten, mit denen Patienten wochen- oder sogar monatelang kämpfen müssen. Auch als „stille Epidemie“ bezeichnet, treten chronische bis schwer heilende Wunden weltweit auf und betreffen ein bis zwei pro Prozent der Bevölkerung in den Industrieländern [1]. Wenn man nur die ältere Bevölkerung betrachtet, steigen diese Zahlen sogar auf drei bis fünf Prozent auf Grund langsamerer Wundheilungsprozesse im Alter. [2]
 
Mit jährlichen Kosten von ca. 20 Milliarden USD allein in den USA, stellt das Wundmanagementauch eine massive ökonomische Belastung für Patienten, Gesundheitssysteme und Länder dar [3]. Chronische Wundenhaben zusätzlich eine negative Auswirkung auf die Lebensqualität der Patienten, die mit Schmerzen, Angstzuständen, Bewegungseinschränkung, eingeschränkter Arbeitsfähigkeit und sozialer Isolation konfrontiert sind. Deshalb beschäftigen sich immer mehr Ärzte und Forscher damit, chronische Wunden besser zu verstehen, zu beurteilen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln. Dr. Kevin Woo, Dozent an der Queen’s University in Ontario, Kanada, ist ein Experte auf dem Gebiet des Managements von chronischen Wunden. „Man muss über den Tellerrand hinausschauen, und sich ein umfassendes Bild über alle Faktoren verschaffen, die die Wundheilung beeinflussen“, erklärt er. Woos Forschungsschwerpunkt liegt auf Wundheilungsstörungen, der Versorgung und Behandlung von Wunden und dem klinischen Management von Patienten mit chronischen Wunden. Schmerzen einordnen und lindern steht im Mittelpunkt seiner Forschung.
 
 
Das “UPPER und LOWER” System erlaubt eine bessere Beurteilung infizierter Wunden
 
Abhängig von den zugrundeliegenden pathophysiologischen Mechanismen weisen unterschiedliche Arten von chronischen Wunden auch verschiedene Eigenschaften auf. Die Wound Healing Society unterteilt chronische Wunden in vier Kategorien: Dekubitalulcera, diabetische Ulcera, venöse Stauungsulcera (Ulcus cruris) und arterielle Ulcera [4]. „Chronische Wunden sind sehr komplex, und ihr Management umfasst oft viele verschiedene Bereiche und Begleiterkrankungen“, bemerkt Woo. „Die Faktoren zu erkennen, die die Wundheilung beeinträchtigen – wie zum Beispiel eine schlechte Durchblutung, Infektionen oder diabetesbedingte Probleme – ist unerlässlich für eine wirksame Behandlung.“
 
Für die behandelnden Ärzte ist es manchmal schwierig zu bestimmen, ob eine Wunde infiziert ist oder nicht, da gegebenenfalls charakteristische Infektionszeichen wie Rötung, Erwärmung, Schwellung, Schmerz und Funktionsstörung fehlen können. In diesem Fall können Checklisten, die eine Unterscheidung zwischen lokalen und tiefen Infektionen erlauben, die Beurteilung der Wunde erleichtern. Sie können außerdem dabei helfen Patienten zu identifizieren, die eine spezielle lokale Wundbehandlung benötigen (siehe Zusatzelemente).
 
 
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© Kevin Woo
 
Wundexperte Dr. Kevin Woo, Dozent an der Queen’s University in Ontario, Kanada
 
 
„Ich habe das UPPER und LOWER System entwickelt, damit Ärzte die verborgenen Anzeichen einer Wundinfektion besser erkennen können. Die Art und Weise, wie sich Infektionen bei chronischen Wunden zeigen, kann stark von Infektionen des Weichteilgewebesabweichen“, sagt Woo. 
 
Sein System hilft, lokalisierte, oberflächliche Wundinfektionen (UPPER) von tiefen Wundinfektionen (LOWER) zu unterscheiden. Es unterstützt letztendlich den Arzt dabei, einen geeigneten Therapieansatz zu finden, damit Mikroorganismen aus der Wunde und deren unmittelbarer Umgebung entfernt werden. „Ich denke, diese Skala kann Ärzten sehr nützlich sein, um Probleme zu identifizieren und und mit einer genaueren Datenbasis dem Patienten eine angemessene Behandlung anbieten zu können“, erklärt Woo. „Wir schlagen vor, oberflächliche Infektionen lokal mit einer antimikrobiellen Wundauflage zu versorgen, während für tiefere Wundinfektionen eine systemische Antibiotika-Abgabe notwendig ist.“
 
Weil man sie sich leicht merken kann, verwenden viele internationale Wundversorgungszentren die UPPER und LOWER Skala. „Wir entwickeln die Skala ständig weiter: Je besser wir Wundinfektionen verstehen, desto genauer können wir das Scoring-System ausarbeiten und bei Bedarf die Kriterien anpassen“, sagt Woo.
 
 
Biofilm spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung von chronischen Wunden
 
Biofilm kann in bis zu 80 Prozent aller chronischen Wunden vorkommen und spielt deswegen eine entscheidende Rolle beim Wundmanagement. Er löst Entzündungsreaktionen aus und verhindert die Wundheilung [5]. „Das körpereigene Immunsystem versucht den Biofilm anzugreifen. Die resultierenden, anhaltenden Entzündungsreaktionen führen jedoch zum Abbau von Proteinen, die für die Wundheilung notwendig sind. Deswegen können chronische Wunden nicht heilen und werden noch ‚chronischer‘.
 
Der Biofilm bietet außerdem einen optimalen Nährboden für Bakterien, die nur darauf warten, sich vermehren zu können“, erklärt Woo. Die Richtlinien der Biofilm-basierten Wundpflege (BBWC) [6] betonen die Notwendigkeit der Entfernung von Debris, nekrotischem Gewebe und Biofilm aus einer Wunde und der Applikation von Wundauflagen mit antimikrobiellen Wirkstoffen, um das Bakterienwachstum zu kontrollieren und einen raschen Wiederaufbau des Biofilms zu verhindern. „Wir müssen die Biofilmstruktur stören und diesen Schutzschild der Bakterien zerbrechen, damit sie anfälliger für antimikrobielle Substanzen werden“, sagt Woo weiter.

 

 

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© L&R
 
 
Debridement: Eine effektive Methode der Biofilmentfernung
 
Der Begriff Debridement bezeichnet die Entfernung von nekrotischem Gewebe, Debris und Biofilm aus Wunden. Die Ursprünge dieser Methode gehen auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück, als französische Chirurgen Schnitte in die Haut und in die tiefen Faszien von Soldaten zur Druckentlastung nach Schussverletzungen machten [7]. Heute ist das Debridement ein entscheidender Bestandteil der modernen Wundversorgung. Es ist notwendig, um ein sauberes Wundbett und eine saubere Wundumgebungshaut vorzubereiten und die Heilung zu fördern. „Ohne Debridement wird das nekrotische Gewebe zu einer Brutstätte für Bakterien. Dann helfen auch keine Antibiotika gegen die Infektion und die Wunde wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht heilen“, erklärt Woo.
 
Zu den unterschiedlichen Debridement-Methoden gehören das autolytische, das enzymatische, das chirurgische und das mechanische Debridement. Autolytische und enzymatische Debridement-Methoden nutzen körpereigene Enzyme bzw. chemische Wirkstoffe, um nekrotische und fibrinöse Beläge zu entfernen. Wenn scharfe Instrumente verwendet werden um Nekrosen abzutragen, spricht man von chirurgischem Debridement. Diese Methode wird meist bei sehr großen Wunden eingesetzt. Das mechanische Debridement erfordert den Einsatz mechanischer Kräfte, um mit ihrer Hilfe Debris zu entfernen [8].
 
 
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© Shutterstock
 
Staphylococcus aureus auf der Haut
 
 
Monofilamentfaser-Pads (Debrisoft®) wurden entwickelt, um Biofilm und Debris mechanisch zu entfernen (Video). In einer kürzlich durchgeführten Studie untersuchten Woo und Kollegen ihre Wirksamkeit bei zehn Patienten mit chronischen Wunden [9]. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Pads eine positive Auswirkung auf die Entfernung von Debris haben, da die durchschnittliche Wundgröße und Exsudatmenge reduziert und der UPPER Index bei jedem Patienten verbessert werden konnten.
 
„Die Verwendung von Monofilamentfaser-Pads für das Debridement bietet viele Vorteile sowohl für Ärzte als auch für Patienten. Die Pads sind sehr benutzerfreundlich und können von Fachpersonal unterschiedlicher Qualifikation genutzt werden. Sie stellen eine effektive Lösung für die mechanische Entfernung von Wundbelägen und Biofilm dar. Sie wirken darüber hinaus zum Wohl der Patienten, da sie die Wundheilung fördern und das Risiko von Infektionen verringern, die oft mit Schmerzen und unangenehmem Geruch verbunden sind. Durch die Beseitigung von Bakterien und Debris wird letztendlich die Lebensqualität der Patienten verbessert. Darüber hinaus haben Monofilamentfaser-Pads einen positiven Effekt auf die Compliance, weil die Patienten aufgefordert werden, sich selbst zu engagieren und sich um ihre Wunden zu kümmern“, so Woo.
 
 
Schmerzen beim Verbandwechsel verringern
 
In einer Studie von 2015 beobachtete Woo insgesamt 96 Patienten mit chronischen Wunden, um die Rolle von Schmerz während der Wundreinigung und die Auswirkung von Angst auf die Schmerzempfindung zu untersuchen [10]. „In dieser Studie habe ich festgestellt, dass Patienten beim Verbandwechsel und während der Wundreinigung beträchtliche Schmerzen empfinden, wenn abgestorbenes Gewebe durch mechanische Einwirkung mittels Kompresse entfernt wird. Die Patienten haben schon im Vorfeld Angst vor dem Schmerz und das erhöht wiederum das eigentliche Schmerzempfinden.“
 
Die Verwendung von Monofilamentfaser-Pads für das Debridement ist mit einem geringen Schmerzempfinden während des Eingriffs verbunden. „Ich erinnere mich an zwei Patienten, um die ich mir vorher wegen möglicher Schmerzen Sorgen machte. Allerdings verspürten die Patienten dann überhaupt kein Unbehagen. Als ich die Pads einmal nicht bei mir hatte, beschwerten sie sich sogar und sagten mir, dass die Wunden nach dem Debridement mit den Pads viel gesünder ausgesehen hätten“, erzählt Woo. Seine Erkenntnisse werden durch weitere Studien belegt [11,12], die zeigen, dass die Verwendung von Monofilamentfaser-Pads für das Debridement benutzerfreundlich, kostengünstig, sowie schmerzarm (siehe Medien) und für den Patienten angenehm seien.
 
Beim Umgang mit chronischen Wundpatienten sollte der behandelnde Arzt die Wunde schnell beurteilen und die geeigneten Wundbehandlungsstrategien wählen. Bei kontaminationsanfälligen Wunden ist die Entfernung von Debris und Biofilm sehr wichtig. Durch Verringerung des Risikos der kritischen Kolonisation und Infektion, kann Debridement dabei helfen, die Schmerzen des Patienten zu verringern und die Heilung chronischer Wunden positiv zu beeinflussen.
 
 
Weiterführende Informationen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 17.09.2018.

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