Die 6-Sekunden-Zahnbürste

02.10.2013
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Billiges 3D-Scanning und billiger 3D-Druck, wie sie MakerBot und MakerBot Digitzer bieten, könnte auch in der Medizin bald einiges auf den Kopf stellen. Ein kleiner, wenn auch bizarrer Vorgeschmack: Die Mr. Wash-Bürste für's Gebiss.

Für alle, denen selbst elektrische Zahnbürsten zu langsam sind, ist das bestimmt eine gute Nachricht: Die Firma Blizzident hat individuell angepasste Vollgebiss-Bürsten entwickelt, auf denen man lediglich ein paar Sekunden herumkauen muss, um alle Beißerchen zu reinigen.

Um das an einen Abdrucklöffel erinnernde Ungetüm zu erwerben, braucht man zunächst einen 3D-Scan des eigenen Gebisses. Kein Problem, wenn man einen innovativen Zahnarzt oder ein Gipsmodell zur Hand hat. Die Zahnbürste - korrekter eigentlich Gebissbürste - wird dann auf der Basis des 3D-Scans so an den Kiefer angepasst, dass die Borsten alle Glattflächen reinigen und in alle Interdentalräume greifen. Der Hersteller verspricht nach einer Reinigungsdauer von nur 6 Sekunden ein Ergebnis, das mit der Rütteltechnik nach Bass vergleichbar ist. 50 Stunden jährliches Zahnbürsten ließen sich dadurch einsparen. So weit die Theorie.

 

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Weniger attraktiv ist leider der Preis. Mit satten 299 € spricht die Bürste eher ein kleines Marktsegment an, z.B. gut betuchte Oligarchen mit engem Terminkalender.

Dennoch ist das Produkt nicht ganz so abstrus, wie es zunächst erscheint. Vor allem Kinder oder behinderte Patienten könnten mit so einer Bürste wahrscheinlich deutlich besser umgehen als mit dem traditionellen Gerät, das einiges an Feinmotorik verlangt. Um diese Gruppen anzusprechen, müsste allerdings der Preis noch deutlich purzeln. Warten wir's ab.

Artikel letztmalig aktualisiert am 28.01.2015.

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Gast
Allso erstmal recht gut... Ich würde jedoch doch soeine Art Vibroei einsetzen. da wo man anfässt. ;)
#12 am 27.01.2015 von Gast
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Klingt doch nach einem guten Denkansatz.. Auch wenn es "nur" Werbung sein sollte, ist doch die Grundidee nicht verkehrt. Grade in Pflegeeinrichtungen aller Art, wird die tgl. Mund/Zahnpflege oft vernachlässigt, da die Pflegekräfte nicht an die "wichtigen" Stellen rankommen, oder rankommen wollen. Natürlich sollte es nicht als Ersatz wegen Faulheit eingeführt werden. Ich bin gespannt wie die Sache in einigen Jahren mit ein bisschen mehr Forschung und Erfahrung aussieht.
#11 am 17.10.2013 von Martina Günther (Weitere medizinische Berufe)
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Gute Idee ! Der Knackpunkt wird die Reinigung/Pflege oder Preis dieser 3D-Bürste werden. Die "normale" wird nach ca 3 Monaten aus diesem Grund einfach gewechselt!
#10 am 07.10.2013 von Dr. Robert Heinzel (Zahnarzt)
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Ich finde die Idee prima! Vielleicht ist die technische Ausführung dann auch gut. Da es auf keiner öffentlichen Toilette eine eigentliche Möglichkeit für die Zahnreinigung gibt, sind alternative Lösungen gesucht. Putzen Sie sich mal auf einer Autobahntoilette die Zähne und legen Sie Ihre Teilprothese auf das Waschbecken. Die Reaktion der Anwesenden ist schon eigenartig. Die vielbeschworene Inklusion und die Toleranz gegenüber Behinderten hört bei der Zahnpflege in der Öffentlichkeit auf. Und nun diese Möglichkeit. Man tut als ob man sich die Nase putzt, aber stattdessen putzt man sich die Zähne. Endlich Zahnhygiene auf der Reise und nach opulenten Geschäftsessen. Allein diese Möglichkeiten rechtfertigen den Preis. ( Der bei Massenanwendung dann sowieso sinkt)
#9 am 06.10.2013 von Dr Paul-Ulrich Eckhoff (Arzt)
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Schön, dass es eine Firma wie Blizzident gibt, die auch an standesbewußte Oligarchen mit engem bis sehr engem Terminkalender, denkt.
#8 am 05.10.2013 von Andrea Bevc (Altenpflegerin)
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junge Zahnärztin
Warum äußern sich viele hier so negativ? Das wäre doch für viele pflegebedürftige Menschen, die heutzutage ja immer mehr eigene Zähne auch bis ins hohe Alter haben und dazu meist noch sehr aufwändige Prothetik, ein Quantensprung in puncto Mundhygiene. Vielleicht sollte sich die Werbung mehr in Richtung Pflege/Betreuungseinrichtungen wenden. Die Pflegenden wären sicher froh über eine so kurze Putzdauer und mit Sicherheit klappt das besser als bisher (nämlich in den meisten Fälle sehr defizitär!). Dann finde ich auch die Investition von ca. 300 Euro durchaus angebracht, wenn man mal bedenkt, dass hierzuland im Durchschnitt ein Kassenpatiient ähnlich viel für nur eine Krone hinblättern muss. Das sollte e den Angehörigen wert sein. Wer öfter mal in Heimen unterwegs ist, weiß sicher was ich meine. kollegiale Grüße
#7 am 05.10.2013 von junge Zahnärztin (Zahnärztin)
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Ich habe Prothesenkaugummi ... macht dasgleiche .
#6 am 05.10.2013 von Ingeborg Schnatterzahn (Nichtmedizinische Berufe)
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Bei Rheuma in den Händen optimal . Aber zu teuer . Mein Zahnarzt würde das mit tragen .
#5 am 05.10.2013 von Ingeborg Schnatterzahn (Nichtmedizinische Berufe)
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wenn noch keine klinischen Tests gemacht wurden (Abrasivität, Schonung der Gingiva, Würgereiz, Reinigung nach Anwendung.......wohl absolut nicht marktreif
#4 am 04.10.2013 von Dr. Renate Schwarz (Zahnärztin)
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Da scheint eine PR Firma geschicht einen Artikel bei uns plaziert zu haben, das ist pure Werbung ohne jeden Anschein von Realität. Ähnlich der Zahncreme, die "Schmelz drauf putzt".
#3 am 04.10.2013 von Dr. med.dent. Ralf Rieger (Zahnarzt)
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Erscheint mir arg primitiv - bei der Überschrift dachte ich eigentlich an eine Art Mini-Laserkanone mit Präzisionsschußweite, die nach Scan auf das Gebiß skaliert wurde... Aber das läßt sich sicher noch machen.
#2 am 04.10.2013 von Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann (Nichtmedizinische Berufe)
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Zumindest hat die Idee einen guten Unterhaltungswert und die Darstellung ist ja auch ganz hübsch....
#1 am 04.10.2013 von Robert C. Lüers (Zahnarzt)
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