Der kleine Ery (4/5)

12.08.2018

Der vierte Teil der Kurzgeschichte 'Der kleine Ery' ist online! Eine Operation ist kein Kinderspiel. Weder für Geist noch für Körper. Doch wie erlebt unser Körper solch einen unvorbereiteten Eingriff? Folgen Sie dem kleinen Ery auf seiner Reise! Der vierte von fünf Teilen einer bezaubernden Kurzgeschichte, die zu einem kleinen Schmunzeln zwischen all den ernsten Problemberichten führen soll.

„Ruhe meine Lieben, Ruhe!“, rief das Gehirn und seufzte laut, „die nächsten Wochen werden für uns alle nicht einfach. Neben der Trauer über das zweite Femur müssen wir an dem Wiederaufbau arbeiten und unseren neuen Mitbewohner - so gut es uns möglich ist - integrieren. Ihr wisst, dass wir in der nächsten Zeit auf Hilfe von außen angewiesen sind, aber diese Besucher werden uns so gut es geht unterstützen.“

„Pah, unterstützen“, grummelte die Leber, „ich sehe es schon kommen, was wieder alles an mir hängen bleibt!“

„Sei nicht so undankbar“, raunte die Niere ihr zu, die verstohlen auf den kleinen Orden schielte, den sich die Leber angeheftet hatte: ‚Mitarbeiter des Monats: Bestes Entgiftungsorgan‘

„Langfristig wird es uns mit dieser Umstellung besser gehen!“, die Stimme des Gehirns hallte wieder durch den Raum, „also lasst es uns gemeinsam anpacken! Tibia!“

Ein kräftiger Knochen mit einem dicken Kopf wandte sich um.

„Das Knochenmark muss besser arbeiten denn je. Wir haben viele unserer lieben , kleinen Sauerstoffträger verloren. Dies schwächt uns. Niere!“

Schnell wandte die Niere den Blick von dem Orden der Leber.

„Vernachlässige nicht das Epo! Wir brauchen es dringender denn je.“

Die Niere nickte brav.

„Dann eine Warnung an euch alle: Wenn ihr irgendwo vermehrt Thrombogruppen seht, schlagt Alarm. Heparin ist da, um uns zu helfen, aber ihr wisst, dass die Thrombos und ihre Freunde wie von Willebrand und Fibrin gerissener sind als sie aussehen. Leber, du musst zusätzlich die Gerinnungsfaktoren unter Kontrolle behalten!“

Mürrisch nickte die Leber.

„Leukos!“

Die Blicke des kleinen Ery schnellten zu seiner benachbarten Blutzellfamilie.

„Ihr kümmert euch um die Ersthelfer an dem Ort des Geschehens. Interleukine, Monozyten, Makrophagen und die Lymphos müssen sich um den Heilungsprozess kümmern. Mobilisiert die Kollagene und unterstützt sowohl die Haut als auch die Muskeln, die schwere Verletzungen erlitten haben, so gut es geht in der Heilung!“

Ernst nickte die Leukozytengruppe und machte sich sofort auf den Weg.

„Zwei weitere wichtige Helfer haben wir noch, die ich euch gerne vorstellen würde. Zum einen werden euch vermehrt die Penicillinis über den Weg laufen. Sie sind nicht lange da, lasst sie ihre Arbeit machen und seid freundlich, wir brauchen sie!“, das Gehirn streifte den Magen mit einem vorwurfsvollen Blick, „ich will nicht, dass es wieder zu solchen Auseinandersetzungen wie letztes Mal kommt!“

Der Magen gab keine Antwort und schaute stur geradeaus. Unbeirrt fuhr das Gehirn fort: „Ein weiterer Gast, den ich euch bitte, mit allem Respekt aufzunehmen, ist Morphin.“

Ein Raunen ging durch die Menge.

„Ihr wisst, dass Morphin euch alle in Ruhe lässt. Doch es hat einen großen Einfluss auf mich. Ihr habt alle eure Aufgaben und wisst, wie ihr sie befolgen müsst. Meine wichtigste Aufgabe ist es, die Kontrolle möglichst gut zu behalten, während Morphin die Aufsicht über das Schmerzzentrum übernimmt. Es wird uns allen die Arbeit erleichtern. Und damit ein gutes Gelingen!“, beendete das Gehirn seine Rede.

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.08.2018.

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„Los weiter! Nicht stehen bleiben!“ Der kleine Ery wurde unsanft nach vorne gestoßen und verlor damit das Bild mehr...
Es war wieder ruhiger geworden. Die Aufregung war vorbei. Er wusste nicht, wie lange er so umhergetrieben war. mehr...
Einige Tage waren vergangen und der kleine Ery kannte bereits schon jetzt beinahe jede Endothelzelle, an der er immer mehr...

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