App der Woche: Giftnotruf des BfR

25.09.2013
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Statistisch betrachtet ereignen sich die meisten Unfälle im eigenen Haushalt. Insbesondere für Kinder lauern hier oft unbewusst etliche Gefahren - jedes Jahr verletzen sich über eine Millionen Kinder in deutschen Haushalten. Am schwerwiegendsten sind dabei Vergiftungen und Verätzungen. Ausnahmesituationen, die Eltern und Erzieher vor immense Herausforderungen stellen.

Neben den unvermeidbaren Stürzen, Quetschungen oder Verbrennungen treten immer häufiger Vergiftungen und Verätzungen bei Kindern auf. Denn die Gefahrenquellen lauern überall: Reinigungsmittel, Farben oder Lacke, Medikamente, Kosmetika oder selbst Pflanzenarten aus dem eigenen Garten. Unfälle, die schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben können.

Die kostenlose App "Vergiftungsnotfälle bei Kindern", die das Bundesministerium für Risikobewertung (BfR) jetzt herausgegeben hat, leistet einen wichtigen Beitrag, solchen Gefährdungen vorzubeugen und im Notfall die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn bei Vergiftungs- und Verätzungsunfällen haben zwei Dinge absolute Präferenz : schnelles Handeln und - je nach Art der Vergiftung - die richtigen Gegenmaßnahmen.

Giftnotruf im Notfall

Kernpunkt der App ist der Giftnotruf, die direkte Verbindung zu einer der in Deutschland eingerichteten "Giftnotrufzentralen". Im Notfall kann aus der App heraus das zuständige Giftinformationszentrum angerufen werden - per aktivierter Geolokalisierung direkt das des jeweiligen Bundeslandes.

Prävention ist das A und O

Damit es gar nicht erst zum Notfall kommt, ist die App mit weitreichenden Informationen ausgestattet. Die finden sich in vier Rubriken wieder:

Alphabetische Auflistung aller Produkte, die in der App zu finden sind. In diesem Stichwortverzeichnis können verschiedene Informationen zu Inhaltsstoffen, Vergiftungsbildern und den entsprechenden Gegenmaßnahmen abgerufen werden.

Erste-Hilfe-Maßnahmen speziell bei Haushaltsprodukten wie Reiniger, Chemikalien oder auch Fremdkörpern und kleinteiligem Spielzeug. Ebenso liefert diese Rubrik Tipps und Ratschläge zur sicheren Verwahrung, um Kindern den Zugang zu erschweren.

Alle notwendige Informationen zu verschiedenen Medikamentengruppen und wie ihre jeweilige Vergiftung zu behandeln ist, sind hier verzeichnet. Da insbesondere die Vergiftung mittels Medikamenten kaum äußerliche Symptome zeigt, ist die Aufklärung in diesem Bereich essentiell.

Informationen darüber, welche Pflanzen- und Pilzarten giftig sind und welche Gefahren auf Spaziergängen und bei anderen Aktivitäten im Freien lauern.

Erste Hilfe im Ernstfall

Neben dem "Giftnotruf" lassen sich alle Erste-Hilfe-Maßnahmen auch als Checkliste einsehen. Wichtig, wenn einmal kein Netz verfügbar sein sollte und unverzichtbar, um bereits vor dem Ernstfall vorbereitet zu sein.

Insgesamt ist diese App des BfR für jeden Haushalt, alle Eltern und Erzieher ein absolutes Muss. Eine einfache Handhabung sowie eine gute Übersicht der Funktionen garantieren einen effektiven, schnellen Einsatz.
Einen Kritikpunkt gibt es allerdings bei der Nutzung fürs iPad: die Telefonnummer eines Giftinformationszentrums lässt sich nicht auslesen, so dass der Button "Notruf" sowohl ohne Funktion als auch ohne Alternative bleibt.

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 25.09.2013.

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