Im Land des Dauerlächelns.

02.09.2013
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Die Schönheitschirurgie hat eine neue Korrekturzone entdeckt: Den Mundwinkel. Das schlaffe Herabhängen dieses Körperteils gilt zunehmend als sozial unerwünscht.

Seit es das menschliche Gesicht gibt, gibt es Dienstleister, die sich um seine Verschönerung bemühen. Leider verfügt nur ein verschwindend geringer Teil der Menschheit über ein Ultra-HD-taugliches Äußeres - und die Ansprüche steigen stetig. Deshalb vergrößert sich ständig die Schar jener, die einem bei der Beseitigung der eigenen ästhetischen Insuffizienz helfen wollen:

Es ist kein Wunder, dass in einem so hart umkämpften Markt ständig neue Trends gesetzt werden müssen, um den eigenen Umsatz zu stabilisieren. Die neuste Variante rostraler Optimierung kommt jetzt aus Süd-Korea, dem Land, das hierzulande oft nur als bedrohtes Anhängsel seines erzkommunistischen nördlichen Nachbarn erwähnt wird. Weniger bekannt ist, dass Süd-Korea eine der Hochburgen der ästhetischen Chirurgie ist und eine der höchsten Pro-Kopf-Raten für Schönheitsoperationen hat. Nahezu jede 5. Frau soll sich hier schon einmal unter das Messer gelegt haben - davon können Mang & Kollegen nur träumen. Die Spezialisierung ist so weit fortgeschritten, dass es in einzelnen Stadtteilen von Seoul unterschiedliche Operationsstile gibt, z.B. das - kein Scherz - "Gang-nam Face". 

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Die private Klinik "Aone Plastic Surgery" in Seoul bietet ihren Kunden jetzt eine Prozedur namens "Smile Lipt" an. Sie beschert einem etwas, das selbst durch den chronischen Konsum von holländischem Gewächshaus-Marihuana nicht zu erreichen ist: Ein Dauerlächeln. Der Eingriff, auch als Anguloplastie bekannt, ist nicht grundsätzlich neu. Als Zugeständnis an den Zeitgeschmack werden die Mundwinkel aber regelrecht zu einem leichten Smiley verzogen - eine Überkorrektur, die an das populäre "Duckface" erinnert und die man normalerweise vermeiden sollte.

Der leitende Arzt der Klinik, Dr. Kwon Taek Keun, beschreibt seine Kundschaft als "Menschen mit abgesenkten Mundwinkeln, asymmetrischen Mundwinkeln oder Menschen, die kein Zutrauen in ihr Lächeln haben." Das dürften in Deutschland etwa 97% der Bevölkerung sein. Der Eingriff schlägt mit rund 2.000 US$ zu Buche. Welchen Eindruck das Resultat bei Beerdigungen, Scheidungen oder unangekündigten Steuerprüfungen hinterlässt, ist nicht bekannt.

Artikel letztmalig aktualisiert am 11.09.2013.

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Ganz entsetzlich. Der vorher durchaus erotisch wirkende Mund, sieht jetzt aus wie ein Puppenmündchen.
#5 am 11.09.2013 von Gast (Gast)
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Gast
unsere Angie nach Seoul......? zu spät, den Wahlkampf wirds nicht mehr beeinflussen :-)
#4 am 02.09.2013 von Gast
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So- sind wir also einen Schritt weiter auf dem Weg in die Zombie-Welt? Glücklicherweise erkennt man ein echtes Lächeln noch an den Augen - aber vielleicht läßt sich auch hier bald was machen...Gruselig!
#3 am 02.09.2013 von Gast (Gast)
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Vielleicht würden es in manchen Fällen auch helfen, den Biss ein wenig zu heben, um den "Smiley umzukehren".
#2 am 02.09.2013 von Gast (Gast)
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Gast
Why...so...serious?
#1 am 02.09.2013 von Gast
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