Bitte hier unterschreiben. Und hier, hier, hier …

13.07.2018

Die Arbeit hat sich verändert. Nach nur einem Jahr Pause erlebe ich meinen Alltag als bürokratischen Supergau. Nicht nur für die Patienten, auch für mich. Betreten die Kranken das Krankenhaus, erwartet sie ein Zettelwahnsinn der Sonderklasse. Legen wir also los.

Der Patient mit der Schenkelhalsfraktur wird eingeliefert.

Bevor die Patienten auch nur eine Krankenschwester oder einen Arzt gesehen haben, haben sie bereits die Verantwortung und Rechte an einen Haufen anderer Leute verteilt.

Und weiter mit der Unfallchirurgin

Tja, und dann komme ich ins Spiel.

Das Abhaken von zu erledigenden Formalitäten nimmt kein Ende. Am Ende eines solchen Prozesses, fragt der Patient meistens, ob er denn nun auch sein Haus und sein Auto an mich überschrieben hätte.

Der Narkosearzt hat auch noch Fragen

Tja, und dann kommt der Narkosearzt.

Habe ich was vergessen?

 

Bildquelle: delphinmedia, pixabay

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.07.2018.

72 Wertungen (4.79 ø)
9825 Aufrufe
Um zu kommentieren, musst du dich einloggen. Einloggen
Erst im März durfte ich selbst mal wieder eine Mappe voll Papier mit nach Hause nehmen. Allein bis zum Ende der Wahlleistungserklärungen hat man da schnell eine Sehnenscheidenentzündung vom Unterschriften leisten. Selbst als Experte für die klinischen Abrechnungsmodalitäten wird einem schnell klar, dass man nichts verstanden hat von dem, was man da unterschrieben hat. Zumindest nicht in der Situation. Vor allem ist auch für die Abrechner das Fehlerpotential enorm gestiegen. Die Akte ist mit "Privat" gestempelt, dann wird nur noch nach Leistungen gesucht und abgerechnet, ob nun der Chef oder sein Vertreter die Untersuchung gemacht haben oder auch nur der Assistent. Bei diesen Massen und dem Zeitdruck, sind derlei Fehler vorprogrammiert, auch wenn hier dann ein ziemlich komisches Bild entstehen könnte.
#7 am 17.07.2018 von Jürgen Scheubach (Gesundheits- und Krankenpfleger)
  2
Gast
Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare
#6 am 16.07.2018 von Gast (Arzt)
  0
Die Wahrheit ist....Ich unterschreibe ALLES ....ich habe nämlich große SCHMERZEN und mir ist es in diesem Moment egal, ob der Arzt abends seiner Frau von mir erzählt ( Datenschutz) oder ob das Medikament irgendwann irgendwo eine Nebenwirkung macht (Novalgin). Leider klagt der Deutsche gern, und die KH sichern sich ab, das ist verständlich. Komischerweise betrifft diese Absicherung Psychopharmaka nicht. Keiner, den ich kenne, hat unterschrieben, dass er weiss, dass Benzos schon in der ersten Woche abhängig machen können oder dass Haloperidol schon ab der ersten Tablette die graue Gehirnmasse abbaut. (Ausnahme ist Clozapin, da gibt es einen Aufklärungsbogen)
#5 am 16.07.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  2
Leider hat der Berg an Formularen seit der neuen Datenschutzverordnung nochmal extrem zugenommen. Und dabei geht es nicht um die wirklich wichtigen Formulare zur Aufklärung. Allein die Aufklärung über das Register zur Qualitätssicherung hat 10 Seiten. Wenn Patienten wirklich alle Aufklärungen/Informationen durchlesen wollen brauchen sie mittlerweile länger als eine halbe Stunde. Und die Aufklärung über Z.B. die Möglichkeit der Organisation einer AHB muss leider bei allen Patienten erfolgen. Egal ob das z.B. Bei der Op einer Nabelhernie oder Schilddrüse sinnvoll ist. Wahrscheinlich hat man bald die ersten Klagen, weil Patienten meinen der Papierkram ist zu viel zum Lesen, wenn es z.B. wie bei einer Fraktur oder Appendizitis schnell gehen sollte.
#4 am 16.07.2018 von Antonia Hammer (Ärztin)
  1
Ich möchte darauf hinweisen, daß hier am lebenden Objekt Mensch gearbeitet wird. Selbst wenn die Formalitäten eine Steuererklärung etwas übersteigen und mindestens ebenso lästig sind, muß manfrau da durch. Wenn nicht, haben die verantwortlichen Ärzte, die Klink und alle anderen Beteiligten sehr schnell eine Klage wegen Körperverletzung mit Todesfolge oder so ähnlich am Hals. Im übrigen sind mir als Pat., der bei einer OP schon mal verwechselt wurde, die Zettel lieber als paar verkehrte Klicks auf dem Tablet.... man kann die "Hardware" nämlich abheften und nachgucken, was los war, wenn Fragen auftreten. Wenn was verklickt oder verspeichert wurde, wars das. Findet niemand mehr. Also, zettelcool bleiben, auch wenns schwer fällt.
#3 am 16.07.2018 von Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann (Nichtmedizinische Berufe)
  34
Und für den Rest des Arbeitstages werden fleißige Hirne schon noch ein paar Zettel erfinden!
#2 am 16.07.2018 von Hermann Funke (Tierarzt)
  0
danke für den OP-KÖTER
#1 am 16.07.2018 von Dr. Johannes Graf (Arzt)
  1
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Die Geräuschkulisse im Krankenhaus ist beeindruckend. Insbesondere auf der Intensivstation, auf der ja eigentlich mehr...
„Nein, ich nehme keine Elternzeit. Ich möchte mit meiner Weiterbildung fertig werden. Ja, ich weiß, dass ihr mehr...
Ich bin ein Kopfmensch. Alle Ideen, Zielsetzungen, Entscheidungen werden in meinem Kopf zerkaut, bis ich eine mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2019 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: