HIV: Forschungsfortschritt?

11.07.2018

Ein neuer Kandidat für einen HIV-Impfstoff brachte kürzlich vielversprechende Studienergebnisse. Der sogenannte Mosaik-Impfstoff enthält Antigene verschiedener Formen des HI-Virus, die eine Immunantwort gegen eine Vielzahl von HIV-Stämmen auslösen sollen.

Die insgesamt 393 gesunden Studienteilnehmer erhielten innerhalb von 48 Wochen vier Impfungen. Diese lösten eine starke Immunantwort aus und wurden gut vertragen. Zusätzlich wurde der Impfstoff an 72 Rhesusaffen getestet. Auch bei ihnen konnte eine vergleichbare Immunantwort im Blut festgestellt werden. 67 Prozent der Affen waren gegen eine anschließende Infektion des nah verwandten SHI-Virus geschützt. Die Forscher sind mit dem Ergebnis zufrieden, aber warnen vor zu viel Optimismus. Es sei nicht klar, ob der Impfstoff auch beim Menschen in der Praxis einen ausreichenden Schutz vor einer Infektion bietet.

In einer zweiten Folgestudie soll der Impfstoff nun im südlichen Afrika an 2.600 Frauen mit HIV-Risiko getestet werden, erste Ergebnisse werden 2021 erwartet. Obwohl seit über 35 Jahren daran geforscht wird, gibt es bis heute keinen Impfstoff gegen das HI-Virus. Seitdem haben es bisher nur vier weitere Impfstoffe bis in diese Studienphase geschafft. Unter realen Bedingungen boten sie aber keinen langfristigen Schutz, da sie nur vor bestimmten Virusstämmen schützten.

Studie: © Dan H. Barouch et al. / The Lancet / http://redirect.doccheck.com/843-lancet-hiv

Bildquelle: typographyimages, pixabay, CC0

Artikel letztmalig aktualisiert am 11.07.2018.

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Medizin, Allgemeinmedizin
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