PR: Chronische Wunden – Auswirkungen des Alters?

05.07.2018

Die kontinuierliche Forschung im medizinischen Bereich sowie das zunehmende Bewusstsein um einen gesunden Lebensstil haben immer mehr Krankheiten behandelbar bzw. vermeidbar gemacht und unsere Lebenserwartung erhöht. Oft kann ein höheres Alter jedoch auch Probleme mit sich bringen. Eines davon sind chronische Wunden. Doch wie hängen Alter und Wundentwicklung zusammen?

Während bei jungen Menschen die Gesundheit meist noch in bester Ordnung ist, unternehmen viele ältere Patienten regelmäßig einen Gang zum Arzt. Dies ist vor allem dadurch bedingt, dass der Körper im Alter häufig durch verschiedene Erkrankungen geschwächt ist, die gemeinsam, also als Komorbiditäten, auftreten. Viele solcher Erkrankungen bringen neben ihren „eigenen“ Symptomen eine Reihe weiterer Probleme mit sich. Dazu zählt die Entwicklung chronischer Wunden, die eine besondere Herausforderung darstellen: Sie entstehen zu einem großen Teil aus Herz-Kreislauferkrankungen, wie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder der chronisch-venösen Insuffizienz. Diese Erkrankungen sind bei älteren Patienten besonders weit verbreitet. Statistiken bestätigen einen Zusammenhang zwischen Alter und der Entstehung chronischer Wunden. Die Prävalenz für chronische Wunden steigt mit dem Alter erheblich an:

Während sie bis zu einem Alter von 50 Jahren bei unter 1 % liegt, sind es bei 80-Jährigen sogar rund 6 %. Bis zum Alter von 90 Jahren steigt die Prävalenz sogar auf 12 % an.1 Die Bildung von Wunden steht also tatsächlich auf eine gewisse Art und Weise mit dem Alter in Verbindung.2

 

Warum nimmt die Zahl chronischer Wunden im Alter zu?

Neben dem Problem, dass bei älteren Patienten oft viele Komorbiditäten auftreten, gibt es verschiedene biologische Erklärungen dafür, warum die Zahl chronischer Wunden mit steigendem Alter zunimmt. Dazu gehören zum Beispiel:

 

 

Die Haut spielt bei der Wundheilung eine große Rolle. Mit dem Alter verändert diese sich stark. Ihre Elastizität nimmt ab, Schweiß- und Talgdrüsen werden reduziert, es bilden sich Falten. Der Körper verliert im Alter also allgemein an Regenerationsfähigkeit. Dies bedeutet zum einen, dass eine einmal bestehende Wunde nicht wieder optimal verschlossen werden kann und zum anderen, dass die Haut auch anfälliger für Verletzungen wird.

Neben der Veränderung der Haut, ist auch die Veränderung des Immunsystems von Bedeutung. Im Alter sinkt die Zahl der Langerhans-Zellen, die als Teil des Immunsystems Antigene von Pathogenen in Wunden erkennen und eine Immunreaktion hervorrufen. Auch die Bildung von T- und B-Zellen ist gehemmt. Durch diese beiden Faktoren wird die Antwort des Immunsystems auf Infektionen in der Wunde gehindert. Der Körper kann die Infektion nicht mehr ausreichend bekämpfen und die Wunde kann nicht verschlossen werden.

Viele altersbedingte Erkrankungen erfordern außerdem eine medikamentöse Behandlung. Oftmals treten bei der Einnahme verschiedener Medikamente jedoch Wechselwirkungen auf, die negative Auswirkungen auf den Körper haben können. In Verbindung mit Mangelernährung, die ein Problem vieler älterer Patienten ist, kann die Haut nicht mehr ideal mit Nährstoffen versorgt werden.2,3

 

Frühe Vorbeugung – Weniger Probleme im Alter

Um im Alter wundfrei zu bleiben, ist das frühe „Denken an morgen“ besonders wichtig. Der Beginn einer Wundprävention liegt bereits im Jugend- und Erwachsenenalter. Ausreichend Bewegung und gesunde Ernährung beispielweise, senken das Risiko für viele Erkrankungen, die Wunden begünstigen, ebenso, wie der Verzicht auf Rauchen oder Alkohol. Besonders das Herz-Kreislaufsystem wird so gesund gehalten.

 

Was tun, wenn ältere Patienten Wunden entwickeln?

In der Behandlung älterer Patienten mit chronischen Wunden müssen viele Aspekte beachtet werden. Besonders das Einbeziehen sozialer Kontakte des Patienten ist dabei von Bedeutung, damit der Patient optimal betreut und gepflegt werden kann. Viele ältere Patienten haben nur noch wenig Kontakt zu Angehörigen. Oft führt dies zur Isolation des Patienten, die daher auf professionelle Hilfe angewiesen sind. In Verbindung mit Wunden, die zusätzlich die Lebensqualität mindern, führt dies zu starker Unsicherheit und zu Unwohlsein der Patienten.4

Ein häufiges Problem in der Behandlung älterer Patienten sind Mangelerscheinungen durch Fehlernährung, die sich negativ auf den gesamten Körper und somit auch die Wundheilung auswirken. Zur Überwachung der Nährstoffversorgung sollte daher täglich die Nahrungsaufnahme gesichert und ein angepasster Ernährungsplan aufgestellt werden.4

Gerade bei bettlägerigen Patienten ist trotz Prophylaxe und Behandlung der Erkrankungen oft ein hohes Risiko der Entwicklung einer chronischen Wunde gegeben. Die ständig bestehenden Druckpunkte durch die Belastung beim Liegen fördern die Wundentwicklung stark. Grundsätzlich sollten die Menschen aktiviert und mobilisiert werden, ist dies nicht möglich sollte eine gut durchdachte Druckentlastung erfolgen.

Die Wundheilung kann durch die Bewegungseinschränkung von Patienten verzögert bzw. gestört werden. Die Wahl der richtigen Therapie, die auf den Patientenzustand abgestimmt ist und auch bei bettlägerigen Patienten angewandt werden kann, ist bei älteren Patienten daher besonders wichtig.5

Körperliche Veränderungen, die mit dem Alter eintreten, ziehen oft die Entwicklung von Krankheiten und Komorbiditäten nach sich. Chronische Wunden sind das Ergebnis vieler dieser Erkrankungen und zeigen sich daher häufig als Auswirkung des Alters. Durch patientenspezifische Prävention, auch schon in jungen Jahren, kann jedoch vielen chronischen Wunden vorgebeugt werden.

 

Referenzen

1 Forschungsgruppe Primärmedizinische Versorgung (PMV) Köln. Epidemiologie und Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden. 2016.

2 Sgonc, R., Gruber, J. Age-Related Aspects of Cutaneous Wound Healing: A Mini-Review. Gerontology. 2013 (59):159-164.

3 Landendörfer, P. Chronische Wunden im Alter. Ars Medici. 2007 (2): 77-80.

4 Levine, J-M. Wound Healing in the Geriatric Patient. Today’s Wound Clinic. 2013; 7 (9): 14-18.

5 Hermanns, HJ. Behandlung chronischer Wunden bei älteren und geriatrischen Patienten. Phlebologie. 2017; 46:214-220.

Artikel letztmalig aktualisiert am 05.07.2018.

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