Histaminintoleranz - Hintergründe, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

02.07.2018

Histamin ist ein natürlicher Botenstoff, der an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt ist. Er ist als Neurotransmitter hauptsächlich verantwortlich für die Immunabwehr und Entzündungsreaktionen.

Unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Unwohl-Sein, Müdigkeit, Magen-Darm-Probleme oder Hautausschläge nach der Aufnahme histaminhaltiger Lebensmittel können für eine Histaminintoleranz sprechen.

Histamin und die Unverträglichkeit

Ursächlich für die Unfähigkeit Histamin abzubauen, ist ein Mangel der Enzyme Diaminoxidase (DAO-Enzym) und Histamin-N-Methyltransferase. Diese werden vornehmlich im Darm, den Nieren und der Plazenta gebildet.

Eine erhöhte Aufnahme von Histamin führt auch bei Menschen ohne Intoleranz zu Vergiftungserscheinigungen. Grundsätzlich gilt eine Aufnahme bei ausgewachsenen Menschen von 10 mg als tolerabel, bei Menschen mit Histaminintoleranz ist dieser Wert deutlich niedriger. Folglich können kurz nach der Aufnahme vieler histaminhaltiger Lebensmittel leichte Symptome von Histaminintoleranz auftreten, aber auch Stress, körperliche Belastung oder sogar einer Fischvergiftung sind Auslöser. Die Enzyme können dann kurzzeitig nicht schnell genug gebildet werden.

Bei einem gesunden Menschen sollte der Histaminüberschuss allerdings innerhalb kürzester Zeit wieder abgebaut werden können. Auch Medikamente können ursächlich sein, wenn diese die Produktion von DAO-Enzymen kurzzeitig blockieren.
Ein Zusammenhang zwischen Histamin und Hormonen wird vermutet, von einer Histamin-Intoleranz sind daher zu 80 % Frauen betroffen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass während einer Schwangerschaft die Histamin-Intoleranz kurzzeitig verschwindet, dann allerdings nach Ende der Schwangerschaft erneut wieder auftritt. Ein erstes Auftreten in den Wechseljahren ist nicht ungewöhnlich.

Histaminintoleranz wird nicht zu Allergien oder klassischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten gezählt. Aus medizinischer Sicht ist sie eine Abbaustörung, kann allerdings als Begleiterscheinung oder Folge anderer Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien auftreten.

Symptome der Histaminunverträglichkeit

Werden histaminhaltige Lebensmittel oder Alkohol aufgenommen, kommt es zu einer pseudoallergischen Reaktion des Körpers. Die Symptome ähneln stark einer Allergie, allerdings ist keine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems nachweisbar.
Klassischer Symptome sind Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Kopfschmerzen, Migräne-Attacken, Ausschlag beziehungsweise Nesselsucht, die sich durch Juckreiz, Schwellungen und Rötungen bemerkbar macht.

Auch ähnlich einer Allergie können Husten, eine verstopfte oder laufende Nase oder sogar Asthma-Anfälle auftreten. Herzklopfen und Schwindelgefühl können ebenfalls mit einer Histaminintoleranz im Zusammenhang stehen.

Beschwerden im Magen-Darm-Bereich treten häufig eine Stunde nach Verzehr auf. Andere Symptome können sowohl zeitlich versetzt oder sofort auftreten.

Behandlungsformen

Die Feststellung einer Histaminintoleranz gestaltet sich schwierig, kann aber durch ein Ernährungs- und Symptomtagebuch, über das Ausschluss-Prinzip anderer Erkrankungen wie Laktose-Intoleranz oder durch die Messung der DAO-Enzym-Aktivität diagnostiziert werden.

Bei einer Histaminintoleranz empfiehlt es sich, Lebensmittel mit einem hohen Histamingehalt zu vermeiden und die Ernährung entsprechend anzupassen. Ein kompletter Verzicht auf histaminhaltige Lebensmittel ist schwierig bis unmöglich, allerdings kann unter der Berücksichtigung einiger Dinge eine Aufnahme von zuviel Histamin durchaus vermieden werden. Beispielsweise enthalten frische Lebensmittel im Gegensatz zu konservierten oder industriell verarbeiteten Fertiggerichten weniger Histamin.

Gemüse und Obst sollten im Idealfall noch am gleichen Tag verarbeitet werden, auch bei Käse empfiehlt es sich nicht zu gereiften Sorten zu greifen. Wer auf ein Glas Rotwein zum Abendessen nicht verzichten möchte, sollte eine deutsche Sorte wählen, diese enthalten zwar immer noch eine größere Menge Histamin, allerdings im Vergleich zu Weinen aus anderen Ländern deutlich weniger.

Eine sogenannte "Kartoffel-Reis-Diät", bei der nur Kartoffeln, Reis, Wasser, Salz und Zucker erlaubt sind, ist empfehlenswert.

Vorsicht auch mit Schokolade, denn Schokolade zählt zu den Histaminliberatoren. Sie enthält selbst wenig Histamin, sorgt aber im Magen-Darm-Trakt für eine größere Histaminausschüttung. Auch Obstsorten, insbesondere Zitrusfrüchte, Tomaten und Nüsse fallen in diese Kategorie.

Ist es nicht möglich diese Nahrungsmittel zu meiden, können Antihistaminika, Cromoglicinsäure und die Einnahme des Enzyms Diaminoxidase die Symptome mildern beziehungsweise auf ein Mindestmaß reduzieren.

Artikel letztmalig aktualisiert am 02.07.2018.

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