Der Rundordner

01.09.2013
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Der Mann hat das letzte Mal ein neues Blutdruckmedikamente verschrieben bekommen. Er kommt relativ früh nach einer neuen Packung fragen: nach 20 Tagen – er hat eine 30er Packung bekommen, muss aber nur ½ Tablette pro Tag nehmen.

Vorsichtig nachgefragt:  „Gehen Sie demnächst in die Ferien, dass Sie jetzt schon eine neue Packung brauchen?“

Mann: „Nö. Aber sie gehen demnächst aus.“

Pharmama: „Hmm, sie sollten noch eine Weile halten. ... Wieviel nehmen Sie denn pro Tag?“

Mann: „1 Tablette“

Pharmama: „Der Arzt hat aber eine halbe Tablette pro Tag verschrieben.“

Mann (unbeeindruckt): „Dann schreiben Sie mir das auf die Etikette.“

Pharmama: „Natürlich – aber, das haben wir das letzte Mal auch schon.“

Mann: „Ach wissen Sie, da habe ich nicht drauf geachtet. Das ist wie bei den Packungsbeilagen, die landen bei mir auch gleich im Abfall.“

... was soll ich dazu sagen?

Pharmama (Einatmen): „In Ordnung, aber bitte halten Sie sich in Zukunft an die Dosierung, die der Arzt gesagt hat: Eine halbe Tablette pro Tag. Falls Sie denken, es wirke nicht genug, nehmen Sie mit ihm Kontakt auf.“

Mann: „Klar.“

Artikel letztmalig aktualisiert am 13.06.2014.

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Pharmazie
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Vom feinsten, direkt aus dem Leben ^^
#2 am 12.06.2014 von Kai Schultka (Pharmazeutisch-technischer Assistent (PTA))
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Orientierter Patient. Einnahme erfolgt in Eigenverantwortung es sei denn, man nimmt sie ihm ab. Wo ist die Grenze? Nur weil ihn seine gesundheit nicht interessiert, heißt das ja nicht, dass er sein Leben nicht mehr "geordnet" bekommt.... Also: Wo ist die Grenze? "Eigengefährdung" entsteht nachgewiesenermassen auch durch jede Form des Alkoholkonsums (nicht -mißbrauchs !!) sowie durch Nikotinkonsum (ebenfalls in jeder Form und Dosis...) in gradueller Form. Hingegen die Datenlage bei Adipositas zumindest ursächlich nicht eindeutig ist, da Adipositas individuell auch Vorteile generieren kann (bei diversen Krebserkrankungen Lebenszeit, Überleben, Lebensqualität und curativer Therapieerfolg erhöht - Mechanismus unbekannt, koronare Herzkrankheit: Erhöhte Überlebens- und Heilungswahrscheinlichkeit nach Insult) bei natürlich gesamtwirtschaftlichem Schaden. Wo ist die Grenze? Gesamtwirtschaftlich? Individuell? Freiheitlich (wie bsp bei jeder Altersversorge)? Restriktiv, wie bei Zucker geplant und bei Alkohol, Drogen und Nikotin nicht mal in Überlegung (privater DrogenKONSUM ist straffrei!)? wo ist die Grenze? Was ist bewiesen? Was ist beweisbar? Hat der Mensch das Recht, sich zu schaden? Inwieweit? Wo endet Individualität? Das sind Fragen, die durch diese "halbe Tablette mehr" aufgeworfen werden.... Mal abgesehen davon, dass - wäre der Patient doppelt überdosiert - er kaum noch laufen können dürfte dank zu niedrigem Blutdruck und infolge dessen die Frage erlaubt sein mus:"Hat der Arzt zu niedrig dosiert?" Was dann wieder die Frage aufwirft: "Bedarf das ärztliche Handeln der stärkeren Kontrolle?" Und wenn man in die aktuellen Medien schaut, um die Tatsachen, die Gewichtung durch die (defacto unbeteiligten und quotenorientierten...) Medien, sowie die Wahrnehmung der (zurecht...) verunsicherten Menschen und Patienten, so muss auf die allerletzte Frage die Antwort "JA" lauten. Von dort ausgehend rückwärts durch meine Fragen orientiert ist aber keinesfalls der Rückschluss erlaubt, der Eingangspatient hätte nicht das RECHT, sich so zu dosieren, wie er meint oder glaubt. Ggf auch gegen besseres Wissen! Oder Zucker im Kaffee zu konsumieren... Wie gesagt: Grenzen....
#1 am 06.09.2013 von Gast (Gast)
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