Wieso verursacht Bluthochdruck keine Schmerzen?

05.06.2018

So wären wir wenigstens früh genug gewarnt. Doch leider besitzen wir sehr widerstandsfähige Herzen und Gefäße. Sie können einen hohen Blutdruck über lange Zeit hinweg kompensieren. Das ist gut und doch gleichzeitig gefährlich. Daher ist es für jeden wichtig, Bluthochdruck (Hypertonie) zu verstehen, zu erkennen, zu messen und letztendlich auch zu senken. Ein Überblick.

Bluthochdruck, was ist das überhaupt?

Der Blutdruck ist der Druck, der auf die arteriellen Gefäßwände einwirkt. Das Herz zieht sich zusammen und treibt so das Blut 
durch die Adern. Jetzt ist der Druck auf die Gefäße am größten. Das ist der sogenannte systolische (obere) Wert beim Blutdruckmessen. Dann entspannt sich das Herz, der Druck lässt nach und der diastolische (untere) Wert wird gemessen. 

Die Einheit des Blutdrucks wird in mmHG angegeben. Das steht für Millimeter an der Quecksilbersäule, mit der man den Blutdruck früher noch gemessen hat. In der Medizin spricht man von einem hohen Blutdruck, wenn der Wert über 140/90 mmHG, eigentlich 135/85 mmHG, liegt. Der offizielle Wert wird kritisch diskutiert. Als Wert für einen normalen Blutdruck, für Menschen unter 60 Jahren, wird häufig auch 120/80 mmHG angesetzt. 

Wie entsteht Bluthochdruck?

In der Medizin gibt es die Einteilung in primären Bluthochdruck und sekundären Bluthochdruck. Von einer primären Hypertonie ist die Rede, wenn keine Bluthochdruck Ursachen erkennbar sind. Man geht dann von einer genetischen Veranlagung oder von einer allgemein ungesunden Lebensweise aus. Bei der sekundären Hypertonie liegen bestimmte Krankheiten zugrunde. In den meisten Fällen sind dies Nieren- oder Gefäßerkrankungen.

Kleine Statistik gefällig? 20 bis 30 Millionen Bundesbürger leiden unter zu hohem Blutdruck. Viele wissen es nicht einmal. Der Anteil der Bluthochdruckpatienten steigt mit dem Alter. Männer lassen sich weniger dagegen behandeln als Frauen. Bei gut 90 Prozent der Bluthochdruckfälle liegt ein primärer Bluthochdruck vor. Als Ursachen werden folgende begünstigende Faktoren vermutet:

- Übergewicht
- Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Cholesterinwerte, Arteriosklerose)
- zu hoher Salzkonsum
- Diabetes mellitus Typ 2
- Alkohol, Nikotin
- Bewegungsarmut
- dauerhafter Disstress (negativer Stress)

Daraus lässt sich schließen, dass wir durch unser eigenes Verhalten sehr stark Einfluss auf den Blutdruck nehmen. 

Wie bemerken Sie Bluthochdruck? 

Ein zu hoher Blutdruck schleicht sich in der Regel unbemerkt ein. Spürbare, körperlichen Symptome eines Bluthochdruckes treten leider erst in Erscheinung, wenn der Blutdruck bereits recht hoch ist. 

Die Bluthochdruck Symptome:

- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Gesichtsrötung
- Ohrensausen
- Schlafstörungen
- Nasenbluten

Bei einem ärztlichen Check-up wird ein beginnender Bluthochdruck in der Regel festgestellt. Am einfachsten ist es, den Blutdruck von Zeit zu Zeit selbst zu kontrollieren.

Bluthochdruck, was kann passieren?

Nein, Bluthochdruck schmerzt nicht. Doch kann er schleichend eine ganze Reihe von lebensgefährlichen Erkrankungen begünstigen und verursachen. Ein hoher, nicht behandelter Bluthochdruck richtet mit der Zeit erheblichen Schaden an. Es besteht ein hohes Risiko für Augenerkrankungen, Demenz, Nierenerkrankungen, Herzkrankheiten, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Den Blutdruck selber messen

Ergänzend zur ärztlichen Kontrolle, macht es Sinn, seinen Blutdruck regelmäßig selbst zu messen. Besonders ab dem 50. Lebensjahr und falls bereits ein erhöhter Normalwert (140/90 mmHG) festgestellt wurde.

Die Zeiten, in denen man mit Manschette, Schlauchpumpe und Stethoskop herumhantieren musste, sind zum Glück vorbei. Es gibt inzwischen hervorragende Blutdruckmessgeräte, die einfach in der Handhabung sind und trotzdem recht genaue Messwerte ergeben. Im Handel sind Geräte für den Oberarm und für das Handgelenk erhältlich. Die Preise bewegen sich zwischen 20 und 60 Euro. Bereits für um die 40 Euro gibt es qualitativ gute Blutdruckmessgeräte zu kaufen.

Was die Genauigkeit betrifft, schneiden die Oberarm-Blutdruckmessgeräte in Tests etwas besser ab als die Messgeräte fürs Handgelenk. Letztere sind jedoch handlicher und nicht so klobig wie die Oberarmvarianten. Das schlechtere Abschneiden liegt hauptsächlich an der Handhabung. Denn bei einer Handgelenksmessung muss man mehr darauf achten, auch wirklich in Herzhöhe zu messen. 

Egal, für welches Gerät Sie sich entscheiden, es macht Sinn, die Werte hin und wieder mit einer professionellen Messung zu vergleichen. Die Geräte der Firmen Omron, Boso und Beurer schneiden zum Beispiel in beiden Variationen, Handgelenk und Oberarm, in vielen Tests in Sachen Messgenauigkeit sehr gut ab.

Wie messen Sie den Blutdruck?

- messen Sie regelmäßig zur gleichen Zeit, am selben Arm
- nehmen Sie sich vor der Blutdruckmessung ein paar Minuten Zeit zum Abschalten
- das Messgerät ist in Herzhöhe positioniert
- der Arm liegt entspannt auf
- eine Wiederholungsmessung in ca. 30 Sekunden 
- die Blutdruckmesswerte aufschreiben oder abspeichern

Ideal ist es, wenn Sie den Zeitpunkt und die Häufigkeit der Messung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt abstimmen und die dokumentierten Werte gemeinsam durchgehen. 


Den Blutdruck senken, was können Sie selber tun?

Bluthochdruck vermeiden oder einen hohen Blutdruck senken, dafür können Sie selbst viel tun. Es ist einfach und doch so schwer: Führen Sie ein gesundes Leben! Sorgen Sie für ausreichend Bewegung und bereiten Sie so oft wie möglich gesundes Essen frisch zu. Nicht rauchen, wenig (keinen) Alkohol trinken, den Salzkonsum einschränken und Stress reduzieren. Übergewichtige sollten das Gewicht reduzieren. Diabetiker müssen dafür Sorge tragen, den Blutzucker dauerhaft richtig eingestellt zu haben. 

Einige Nahrungsmittel senken sogar den Blutdruck:


- Rote Bete
- Knoblauch
- Kartoffeln
- Datteln
- Ananas
- Wassermelone
- Hibiskustee
- Datteln
- Olivenöl

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.06.2018.

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Medizin, Diabetologie
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