Krebs: Das falsche Fastenversprechen

27.04.2018

Ernährung ist für manche Menschen wie eine Religion. Schwer kranken Patienten gibt sie Hoffnung. Sie glauben, mit der richtigen Ernährung könne man mehr bewirken als mit Medikamenten. Viele Krebspatienten halten sich streng an die ketogene Diät. Wie sieht die Studienlage aus?

Schon seit der frühen Antike verzichten Menschen immer wieder freiwillig auf Nahrung. Manche tun es aus religiösen Gründen, andere um Gewicht zu verlieren oder um den Körper zu entschlacken. Immer wieder hört man auch von Fastenkuren, die dazu dienen sollen, Krankheiten zu heilen. Im Trend liegt dabei vor allem das ketogene Fasten, welches die ketogene Ernährung mit Kalorienrestriktion verbindet. Es soll eine wirksame Waffe gegen Krebs sein. Doch wie heilsam ist diese Ernährungsweise tatsächlich?

Zurück in die Steinzeit

Sucht man im Internet nach dem Stichwort „ketogene Diät“ wird man mit Informationen überhäuft: „Mehr Leistung ohne Kohlenhydrate“ lauten die Überschriften oder „Tumorpatient heilt sich mit Anti-Krebs-Diät“. Und in Buchhandlungen stößt man auf Titel wie „Die Keto-Küche“, „Keto-Kur“, „Mein Keto-Kochbuch“ oder „Ketogene Ernährung bei Krebs: Die besten Lebensmittel bei Tumorerkrankungen“. Kaum eine Ernährungsform wird dezeit mehr besprochen.

Hinter dem Konzept steckt eine auf den ersten Blick logische Theorie. Schließlich sollen schon unsere Vorfahren in der Steinzeit vorwiegend von Fleisch, Fisch, Nüssen, Samen und etwas Gemüse gelebt haben. Sie sollen sich in guten Jagdzeiten den Bauch vollgeschlagen haben, gefolgt von Hunger-Perioden, in denen maximal ein paar getrocknete Wurzeln drin waren. Da ist es doch nur klar, dass der Mensch, der in einer Überflussgesellschaft lebt, wo Nahrungsmittel permanent und überall verfügbar sind, irgendwann zu viel hat. Die Folge: Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Neben Bewegungsmangel und genetischen Einflüssen gilt vor allem unsere ungesunde Ernährung als Auslöer für diese Krankheiten.

Das Konzept von Keto-Diäten klingt also einleuchtend. Aber kann man damit wirklich Krankheiten heilen? Und zwar nicht nur metabolisch bedingte Krankheiten, sondern auch etwas so Tödliches wie Krebs?

Erfolge bei Epilepsie und Alzheimer

Nachgewiesenermaßen scheint eine ketogene Ernährung, die zu etwa 90 Prozent auf der Aufnahme von Fetten und Proteinen beruht, zumindest bei einigen Erkrankungen hilfreich zu sein. Bei Kindern mit therapieresistenter Epilepsie kann diese Ernährungsform aus bislang nicht ganz verstandenen Gründen eine Besserung herbeiführen. Eine mögliche Erklärung sehen Forscher darin, dass Formen von Krampfanfällen durch Unterzuckerung des Gehirns bei einer ketogenen Diät weniger schnell auftreten. Auch Studien mit Alzheimer-Patienten legen einen möglicherweise positiven Effekt auf die Erkrankung durch die Ernährungsweise nahe.

Wie aber sieht es bei Krebserkrankungen aus? Auch in diesem Zusammenhang liest man immer wieder von Ernährungberatern, die ketogenes Fasten als wirksames Mittel gegen Tumoren anpreisen. Sie reden davon, dem Krebs die Kraft zu nehmen. Sie versprechen einen Gewinn an Lebensqualität, Effekte, die das Tumorwachstum hemmen sollen und bezeichnen diese Form der Ernährung als „gute Medizin“, die dem Wirkstoff von Krebsmedikamenten ähnlich sei. Erzeugen sie falsche Hoffnungen oder ist der Verzicht auf Kohlenhydrate tatsächlich eine wirksame Form der Krebsbekämpfung, die von Schulmedizinern und der Pharmaindustrie bislang ignoriert wird?

Die Warburg-Hypothese

Zuerst einmal sollte man sich fragen, welche Theorie hinter der angeblich heilenden Wirkung von Keto-Diäten steckt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass ein veränderter Stoffwechsel von Tumorzellen der Grund dafür sein könnte. Der Arzt und Nobelpreisträger Otto Warburg beobachtete in den 1920er Jahren, dass die meisten Krebszellen ihre Energie durch Vergärung von Zucker gewinnen. Daraus leitete er die nach ihm benannte Warburg-Hypothese ab, die besagt, dass Krebszellen für ihr schnelles Wachstum hauptsächlich anaerobe Glykolyse betreiben. Das bedeutet, dass sie ohne Anwesenheit von Sauerstoff Nährstoffe umsetzen – selbst wenn dieser zur Verfügung steht.

Normale Körperzellen dagegen beziehen ihre Energie vorwiegend durch den oxidativen Abbau von Glukose in den Mitochondrien. Nach Warburgs Theorie ist die Ursache für die Vermehrung von Tumorzellen durch eine Dysfunktion der Mitochondrien bedingt, die zu einer Verstoffwechselung ohne Sauerstoff und damit zu besonders hohen Milchsäurewerten im Blut führt. Für den Tumor ist dies von Vorteil, denn durch sein schnelles Wachstum kommt es häufig zu einem Sauerstoffmangel, weil die Blutgefäße nicht schnell genug mitwachsen können. Dies soll auch die Erklärung dafür sein, warum der Krebs viel mehr Glukose für sein Wachstum benötigt als normale Körperzellen. Denn die anaerobe Glykolyse ist um einiges weniger effizient als der oxidative Abbau. Diese Erkenntnis macht man sich in der modernen Medizin zunutze, um Krebszellen im Körper zu detektieren: bei der Positronenemissionstomographie (PET) wird radioaktiv markierte Glukose von Tumorzellen sehr viel stärker aufgenommen als von gesunden Zellen, wodurch sie sich in einem Bild darstellen lassen.

Hungerzustand im Körper

Bis heute ist die Warburg-Hypothese allerdings nicht einwandfrei bewiesen. Und dennoch ist sie die Grundlage der ketogenen Diät, die auf einer starken Beschränkung des Zuckerkonsums beruht, in der Hoffnung, Krebszellen so ihre Nährstoffgrundlage zu entziehen. Stattdessen sollen sich die Menschen hauptsächlich von Fetten und Proteinen ernähren. Denn in Abwesenheit von Glukose kann unser Körper etwas sehr Erstaunliches: Der Mangelzustand führt zu einem starken Abbau von Fettreserven. Diese Fette werden in der Leber dann in sogenannte Ketonkörper umgewandelt, die einen alternativen Energieträger zum Zucker darstellen.

Der Körper schaltet im Hungerzustand in einen speziellen Stoffwechsel, in die sogenannte Ketose. Anhänger der Diät glauben, dass Krebszellen im Gegensatz zu normalen Körperzellen die Ketone nicht zur Energiegewinnung nutzen können. Man möchte mit dieser Ernährung also den Krebs aushungern, ihm die Fähigkeit nehmen, zu wachsen, Metastasen und neue Blutgefäße auszubilden, während der Rest des Körpers von den Ketonen speisen kann. Das Fasten soll alle Entzündungsprozesse im Körper herunterfahren, die den Tumor antreiben und soll helfen, die dysfunktionalen Mitochondrien in entarteten Zellen zu zerstören – so zumindest die Theorie.

Tumore mögen Fett

So klingt das Konzept hinter der Keto-Diät erstmal plausibel, doch leider ist es in der Realität nicht so einfach. Wissenschaftler haben vor kurzem herausgefunden, dass Krebszellen sehr wohl ihre „Ernährung“ auf Ketone umstellen können, genau wie die normalen Körperzellen. So können einige Tumoren nicht nur Zucker zur Energiegewinnung nutzen, sondern auch aus Fetten gewonnene Stoffe. Ob körpereigenes Fett oder von außen mit der Nahrung zugeführte Fettsäuren (wie zum Beispiel Palmfett), scheint dabei keine Rolle zu spielen. Einige Forscher fanden heraus, dass Ketonkörper in manchen Tumoren das Wachstum und die Metastasierung sogar beschleunigen. Zudem scheint es auch auf Tumorart und –stadium sowie den Körper des Patienten selbst anzukommen, auf welche Weise die Energiegewinnung in Krebszellen stattfindet.

Zwar gibt es auch Studien, die den Erfolg der ketogenen Diät bei Krebs nahe legen. Jedoch wurden die meisten Versuche an Tiermodellen oder Zelllinien in vitro durchgeführt und inwiefern diese Ergebnisse sich auf den Menschen übertragen lassen, ist fraglich. Vereinzelte Fallstudien an menschlichen Patienten zeigen zwar einen Tumorrückgang nach ketogener Diät und Chemotherapie, jedoch lässt sich daraus kein Rückschluss auf die Wirksamkeit des Fastens ziehen, da der Effekt möglicherweise auch auf die alleinige Wirkung der Standardtherapie zurückzuführen ist.

Zu Risiken und Nebenwirkungen …

Ärzte sollten angesichts des jetzigen Wissenstandes vielmehr auf die Gefahren des ketogenen Fastens bei Krebspatienten hinweisen. Schon bei gesunden Menschen birgt die ketogene Diät verschiedene Risiken. Zum einen steigt durch die verhältnismäßig hohe Fett- und Eiweißzufuhr das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Zum anderen kann diese Form der unausgewogenen Ernährung zu Vitaminmangelzuständen führen, da kohlenhydratreiches Obst und Gemüse nur selten auf dem Speiseplan stehen. Nebenwirkungen können gerade in den ersten Wochen vermehrte Müdigkeit, Verdauungsprobleme und mit dem Hunger einhergehende psychische Probleme sein.

Während der gesunde Körper einige Tage Nahrungsverzicht in den meisten Fällen gut wegstecken kann, ist der Körper eines Tumorerkrankten durch den Krebs häufig schon sehr geschwächt. Man spricht auch von Tumorkachexie: die Betroffenen sind ausgemergelt, fühlen sich schwach und müde. In etwa 20 Prozent der Fälle führt die Kachexie schließlich zum Tod. In dieser Situation zu fasten und dem Körper dabei noch mehr Zucker und Nahrung zu entziehen, ist fatal. Und doch wird es von einigen Ärzten als begleitende Krebstherapie empfohlen. Vorreiter ist der Bostoner Biologie-Professor Dr. Thomas Seyfried, der propagiert, dass die ketogene Diät sogar besser funktioniere als Chemotherapie – und das bei beinahe allen Tumorarten. Seyfried behauptet, dass Krebs keine genetische Ursache habe, sondern allein durch metabolische Veränderungen entstehe, die man durch richtige Ernährung besiegen könne.

Hochwertige Studien fehlen

Tatsächlich kennt man einige Krebsarten allen voran Hirntumore wie Glioblastome oder Astrozytome, die den Warburg-Effekt zum großen Teil nutzen. Es gibt interessante Studien, die Maus-Hirntumormodelle verwendeten und feststellten, dass eine ketogene Diät in Zusammenhang mit hyperbarer Sauerstofftherapie das Überleben um 78 Prozent steigern konnte. Doch wieder muss man mit Rückschlüssen auf menschliche Hirntumoren vorsichtig sein - ein Mäusetumor tickt eben oft doch ein wenig anders.

Enttäuschend ist die geringe Anzahl an qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Studien zum Thema Fasten bei Krebs beim Menschen. Bis auf einzelne Fallbeschreibungen gibt es keine klinischen Studien, die einen eindeutigen Effekt der Diät nachweisen können. Man konzentriert sich momentan fast ausschließlich darauf zu zeigen, dass der Nahrungsverzicht keinen schweren Schaden anrichtet (Studie).

Diese Kritik führte dazu, dass in den USA in letzter Zeit einige Pilotstudien gestartet wurden, die den Einfluss der ketogenen Diät bei Hirntumorpatienten wissenschaftlich erheben wollen. Die Ergebnisse stehen noch aus. Die erste begonnene Untersuchung wurde allerdings kurz nach Beginn schon wieder abgebrochen: Es zeigte sich, dass die Studienteilnehmer sich nicht strikt an die Diät halten konnten. Der geschwächte Körper machte sehr wahrscheinlich bei nur 20 Gramm Kohlenhydraten pro Tag (das entspricht gerade einmal einem Apfel) nicht mit.

Hungern und hoffen

Auch abseits der ketogenen Diät konnte bislang kein Wissenschaftler überzeugend nachweisen, dass „Krebs-Diäten“ den Kampf gegen den Tumor unterstützen. Im Gegenteil können auch andere Fastenkuren zur Mangelernährung und Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen. Besonders, wenn Patienten fälschlicherweise dazu verleitet werden, an eine alleinige Heilung der Krebserkrankung durch Ernährungsumstellungen zu glauben. Lehnen sie die schulmedizinische Therapie deswegen ab, kann dies zur ernsten Gefahr werden. Jutta Hübner und ihre Kollegen der Arbeitsgruppe „Integrative Onkologie“ an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt raten in einer Übersichtsstudie zu Folgendem: Onkologen sollten ihre Patienten bei „Krebs-Diäten“ ganz genau aufklären.

Betroffene suchen oft verzweifelt nach Heilung durch Nahrungsverzicht. Sie wünschen sich den Krebs direkt zu behandeln, Nebenwirkungen zu reduzieren und das Immunsystem zu stärken. Diese Bedürfnisse werden von den zahlreichen Ernährungs-Religionen aufgefangen, die eine einfache und plausibel klingende Lösung auf Grundlage der Krebsentstehung anbieten.

In Zeiten der Not möchte man sich nur allzu leicht diesen Versprechen hingeben. Doch solange deren Wirksamkeit oder zumindest Unschädlichkeit wissenschaftlich nicht einwandfrei bewiesen ist, sollte man vorsichtig sein. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, dass sich die ketogene Diät für einige Krebserkrankungen irgendwann als hilfreich erweisen könnte. Auf alle Tumorarten wird das aber sicherlich nicht zutreffen.

Patient will aktiv zur Heilung beitragen

Die Autoren um Hübner betonen, es sei deswegen besonders wichtig, den Patienten nicht nur über den bislang fehlenden Wirksamkeitsnachweis und die potenziellen Gefahren des Krebsfastens aufzuklären. Man solle den kranken Menschen mit seinen seinem Wunsch, zur Behandlung aktiv Beitragen zu wollen, ernst nehmen. Anerkennung und gegenseitige Akzeptanz spielen dabei eine genauso große Rolle wie eine gemeinsame Entscheidungsfindung, damit sich der Patient in seiner Not angenommen fühlt und nicht auf falsche Heilversprechen hereinfällt.

Bildquelle: Alan Levine, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.05.2018.

188 Wertungen (4.57 ø)
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Medizin, Pharmazie
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Entscheidend alla Warburg u. Kremer ist ,dass aus evolutionsforschungsbelegten Gründen die Mitochondrien genügend ATP produzieren . Sinnervoller wäre es u prüfen ,welche Nahrungsmittel der Betroffene optimal verträgt .
#20 vor 14 Tagen von dr. med.dent. Wolfgang Stute (Zahnarzt)
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Gast
#ff Was ist Das oder Ihr Problem... bennen Sie doch mal Fakten und keinen solchen Schmarrn...
#19 vor 26 Tagen (editiert) von Gast
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Ich zitiere nochmals aus obiger Unter-Überschrift:"Ernährung ist für manche Menschen wie eine Religion".Hierzu merke ich an, dass das, was als Religion sich rekrutierte, damit anfing, wie eine Religion zu sein-bis zur festgesetzten Bewährung.Ernährung und Religion hängen bei allen Religionen engst zusammen.Somit kann ich sagen, dass Ernährung nicht wie eine Religion sei, sondern zu den Wurzeln des an sich religiösen sich zurück wendet.Lediglich abirrende Übertreibungen sollten abgewehrt werden.Dass der Mensch im Leibe existiert und diese Nahrung braucht und hier das Maß einkehren sollte-je älter, desto mehr-,:Das wird auch den auf seine religiösen Wurzeln zurüchbringen, der meint, kein religiöser Mensch eigentlich zu sein.Etc...etc...
#18 vor 33 Tagen von Thomas Günther (Nichtmedizinische Berufe)
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Zur Anzweiflung des ketogenen Fastens: Ich persönlich fördere nicht fettüberreiche Diät:Aber wenn ich mal an diesen einzigartigen fall denke, als mal einer täglich ein chnapsgläsle Olivenöl trank, dann sage ich:Das konnte schon immer sehr gut gewesen sein.
#17 vor 39 Tagen von Thomas Günther (Nichtmedizinische Berufe)
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Fasten - Wikipedia 11-05-2017 Auszug: In der Neuzeit finden sich Formen des therapeutischen Fastens, etwa eine Diät begleitend... Link https://de.wikipedia.org/wiki/Fasten Tumorzellen adaptieren sich eben wie zu Urzeiten aus der Evolution auch bekannt, durch die unbestrittene Hypoxie, auf anaerobe/archaische Verstoffwechslung ein. Der Warburg Effekt ist schon solange bekannt wird aber in der Therapie nie berücksichtigt...Tumore sind meist hypoxisch also in saurer Umgebung und schlecht versorgt… Chemotherapeutika können bei diesen Bedingungen den Zielort deshalb schlecht erreichen und wirken auch nicht optimal im sauren Bereich... und wie sollen die Medikamente an den Zielort kommen und wirken, wenn keine Durchblutung also Stoffwechsel stattfindet??? Neuere Forschungen gehen vom Dogma des Aushungerns des Tumors über zu verbesserter Durchblutung, Versorgung wie auch erhöhtem O2-Status. Nur mit dem sogenannten Oxidativen Burst und der Bildung von ROS (Reaktive Oxygen Spezies) können die NK, Immunzellen Körperabwehr sowie z. B. Phagozytose ermöglichen. Daher ist der o. a. Ansatz erst einmal plausibel...
#16 vor 40 Tagen von Peter Peschel (Wirtschaftswissenschaftler)
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Fortzetzung-Daher ist der o. a. Ansatz erst einmal plausibel...Anbei eine ältere Kurzerläutertung in Bezug zum Warburg Effekt zum besseren Verständnis. www.scinexx.de Das Wisssensmagazin - Atemnot der Zellen lässt Tumore sprießen Grazer Wissenschaftler belegen Warburg-Effekt... Link: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-9589-2009-03-03.html
#15 vor 40 Tagen (editiert) von Peter Peschel (Wirtschaftswissenschaftler)
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Fortzetzung-Österreichischen Wissenschaftlern sind wichtige neue Erkenntnisse in der Krebsforschung gelungen. Anhand von Bäckerhefe haben sie in der Fachzeitschrift „PLoS ONE“ nachgewiesen, dass verminderte Atmungsaktivität in Zellen eine Voraussetzung für die Entstehung von Tumoren sein kann und diese auch rasant wachsen lässt. „Hefezellen sind mit jenen des Menschen gut vergleichbar, vor allem in Punkto Zellwachstum“, erklärt Professor Dr. Frank Madeo vom Institut für Biowissenschaften an der Universität Graz, der zusammen mit Dr. Christoph Ruckenstuhl die neue Studie geleitet hat. „Krebs ist nichts anderes als ein wild wachsender Zellhaufen, der ungewöhnlich viel Energie verbraucht.“ Reduzierte Zellatmung vermindert Apoptose Ruckenstuhl und Madeo konnten nun zeigen, dass die Reduzierung der Zellatmung den programmierten, natürlichen Zelltod, die so genannte Apoptose, vermindert und Zellen unkontrolliert überleben lässt.
#14 vor 40 Tagen von Peter Peschel (Wirtschaftswissenschaftler)
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Fortsetzung- „Diese erhöhte Resistenz könnte entscheidend zur Tumorbildung und Bösartigkeit (Metastasierung) beitragen“. Gleichzeitig ist den Grazer Forschern mit diesem Modell der Beweis eines Überlebensvorteils von Zellen durch den so genannten Warburg-Effekt gelungen. Der Biochemiker Otto Warburg - Nobelpreis für Medizin 1931 - beschrieb bereits in den 1920er-Jahren, dass ein maßgeblicher Anteil der Energie in Krebszellen durch einfachen Zuckerabbau (Glykolyse) generiert wird, bei gleichzeitiger Verminderung der Atmung. Erhöhte Atmungsaktivität hingegen hemmt das Wachstum von Tumoren. Bald neue Therapiemöglichkeiten? Ob damit auch der Kampf gegen Krebs erleichtert wird und sich damit neue Therapie-Möglichkeiten auftun, sind für Madeo - noch - Spekulationen. Der Molekularbiologe verweist jedoch auf Auffälligkeiten: „Interessanterweise ist Ausdauersport eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Krebs. Dabei wird sowohl die Sauerstoffversorgung des Körpers erhöht, als auch Zucker verbraucht - beides, klassisch nach der Warburg-Hypothese, Gift für die Krebszelle.“
#13 vor 40 Tagen von Peter Peschel (Wirtschaftswissenschaftler)
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Fortsetzung Neue, alte Erkenntnisse und Wege in der Krebstherapie Die supportive Sauerstofftherapie als begleitende Maßnahme in der Tumor Behandlung mit dem Ziel gezielter Gefäßnormalisierung Einleitung: Mit einer Selbstverständlichkeit wird von der Medizin unterstellt das alle Gewebsbereiche ausreichend mit 02 versorgt sind, es wird übersehen oder ignoriert das es mehrere Faktoren geben kann die dieser Annahme entgegenstehen und wirken. Ein Pa02 von< 60mmHg mag vermeintlich ausreichend erscheinen berücksichtigt aber nicht ausreichend z.B. altersphysiologischer Abfall des O2 Status bei älteren Patienten, Abnahmen des O2 Ausstrahlungsdruckes (Kroghscher Zylinder)… http://docplayer.org/11192162-Die-supportive-sauerstofftherapie-als-begleitende-massnahme-in-der-tumor-behandlung-mit-dem-ziel-gezielter-gefaessnormalisierung.html
#12 vor 40 Tagen (editiert) von Peter Peschel (Wirtschaftswissenschaftler)
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Jeder der schon einmal einen krebskranken Patienten gepflegt hat weiß, dass diese Menschen jede Kalorie brauchen, die sie bei sich behalten können. Das muss sich jeder klar machen, der schwerst kranken Patienten solche Tipps gibt. Aber anscheinend geht es gerade wieder in Richtung des selbst kasteiens. Möglichst wenige Schmerzmedikamente, Hungern, Sport bis zum Zusammenbruch...
#11 vor 45 Tagen (editiert) von Claudia Kern (Medizinische Dokumentarin)
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@ #3 Sie kritisieren, im Artikel würden ketogene Diät und Fasten synonym verwendet. Darauf möchte ich kurz antworten: Eine ketogene Diät ist eine Form des Fastens, denn Fasten wird wie folgt definiert: Fasten ist eine strenge Form der Nahrungsbeschränkung zur Gewichtsreduktion oder zur Behandlung von ernährungsbedingten Stoffwechselerkrankungen oder Allergien, welche ihren Ursprung in der Religion hat. Man unterscheidet drei grundlegende Fastenarten: 1. Nulldiät = Fasten mit Verzicht auf jegliche Nahrung bei Flüssigkeitskonsum. 2. Modifiziertes Fasten durch Aufnahme einer Mindestmenge an Nährstoffkonzentraten zur Erhaltung des körperlichen Eiweißminimums sowie Flüssigkeitskonsum. 3. Heilfasten durch Trinken von Wasser, Molke, Tee und Gemüsebrühen.
#10 vor 46 Tagen von Chefredakteurin, Maria Braun (Mitarbeiter/in von DocCheck)
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EIN UMSICHGEHENDER FATALER IRRTUM Oft hört man sagen, dass eie/einer ja gesund sei und alles essen könne, was sie/er wolle: Nur: Das widerspricht der Tugend (übrigens auch eine religiös fundierte) der Maßhaltung: Er ist zwar noch gesund, aber eine chronische Fehlernährung ohne Diät kann dann eben zur Ursache der Krankheit werden. (schlimmste Sache: Junk-Food).Wer einsichtig ist, wird sich gegen jegliche Verfehlung des Maßhaltens hierbei wehren-und zwar praktisch.
#9 vor 47 Tagen von Thomas Günther (Nichtmedizinische Berufe)
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DIÄT UND MANGELERNÄHRUNG Erfreut bin ich über meine Mutter, die schon so weit war, Insulin gegen Diabetes 2 spritzen zu müssen: Sie ging in eine strenge Diät und braucht nicht einmal mehr Medikamente: Der Zucker ist weg.Die Lebensmittel für Diabetiker sind alle verschwunden:Wenig rotes Fleisch und Wurst daraus etc und viel Gemüse etc. verhalfen zu diesem Erfolg.Es wird aber zu wissen sein, dass es für diverse Krankheiten diverse Formen der Diät geben muss. Seltsamst war für mich, dass gerade die Gerichte für Diabetiker im Speiseplan einer Altenheimkantine für mich allezeit die besten-also schmackhaftesten und wertvollsten-, waren.
#8 vor 47 Tagen von Thomas Günther (Nichtmedizinische Berufe)
  13
Ich persönlich trat immer schon dafür ein-und zwar intuitiv-, dass eine Diät, die alles Fett meidet, -und zwar allerdings bei Gesunden, sofern sie auf ihre schlanke Linie achten wollen-:Nicht gut sein könne.(Andere Fälle, etwa Lebererkrankung etc, freilich sind extra zu behandeln):Nicht vergesse ich, was mein Vater von meinem Vater sagte: dass der nämlich am liebsten fettiges Fleisch ass. Das Fett schneiden die Metzger heutzutage oft weg, weil es keiner mehr essen oder auch nur sehen will.Ärmlich ist dran, wer etwa ein Joghourt mit nur 0,1 % Fett kauft: O weh, da sind aber dasnn über 20 Würfel Zucker drinnen: Das ist weitaus schlimmer als ein Sahnejoghurt.Ich halte intuitiv Fettiges wirklich auch als vorbeugend gegen Krebs: Aber in strengen Maßen.Was gesunde Fette sind, lesen wir jeden Tag in allerlei Magazinen:Somit sind diese "Ernährungs-Religionen" durchaus berechtigt , gehört doch zu jeder der anerkannten Groß-Religionen durchaus die Anweisung zur Masshaltung im Essen und Trinken.
#7 vor 47 Tagen von Thomas Günther (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Soweit ich weiß, können Krebszellen bei Glukosenutzung den Befehl zur Apoptose (programmierter Zelltod) ignorieren, wenn sie gezwungen sind auf Fettverbrennung umzuschalten jedoch nicht mehr. Wenn dem so ist, dann macht eine Kohlenhydratreduzierung durchaus Sinn in der Krebsbekämpfung.
#6 vor 47 Tagen von Gast (Mitarbeiter Industrie)
  36
Ich betreue Patienten seit Jahren mit parenteraler Ernährung während ihrer Chemotherapien bis hin zum Palliativstadium. Die Patienten, deren Onkologen ein gutes Ernährungsmanagement in Klinik und Praxis vorweisen, fühlten sich definitiv besser während der Therapie und lebten länger, da sie schlicht nicht verhungert sind, mehr Energie hatten, optisch nicht sterbenskrank aussahen. Maximaler Fall war eine früher sehr adipöse Patientin, die innerhalb eines 3/4 Jahres um die 90kg verlor, weil man sie auf „ Diät“ setzte, man wolle sie nicht so pummelig lassen, das sei dem metastasierten Ovarial Ca nicht zuträglich, bei 46 kg wurde ich dazu gebeten, eine Woche später war die erst 27 jährige Patientin dann auch schon tot!
#5 vor 47 Tagen von Alexandra Arnold (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
  5
Gast
An #3 ich kenne genügend Menschen, die die ketogene Ernährung zum Abnehmen verwenden, das ist sogar einer der Hauptgründe für diese Ernährungsform. Und bei einer Ernährung, die zu 70% aus Fett, 20% aus Proteinen und kaum Kohlenhydraten besteht kann es tatsächlich zu Mangelerscheinung kommen, noch dazu bei Krebspatienten, die sowieso mehr Vitamine und Mineralstoffe benötigen. Gemüse hat oft viele Kohlenhydrate, gerade die "roten" Sorten und man muss da wirklich auf Ausgewogenheit achten, dann kann das bei gesunden (!) Menschen natürlich auch in Ordnung sein. In dem Artikel geht es aber um Patienten, die häufig sowieso schon ausgezehrt sind und da kann das ketogene Fasten (das die Ernährung mit Kalorienrestriktion verbindet) natürlich schädlich sein.
#4 vor 48 Tagen (editiert) von Gast
  8
Gast
Hier werden ketogene Diät und Fasten synonym verwendet und das ist falsch. Wer sich ketogen ernährt, will nicht abnehmen und nimmt auch nicht ab. Außerdem wird viel Gemüse verzehrt - das viel reicher ist an Vitaminen und Mineralstoffen als Obst. Ketogene Kost ist keine Mangelernährung. Zucker wegzulassen ist der erste Schritt in die richtige Richtung.
#3 vor 48 Tagen von Gast (Ernährungswissenschaftlerin / Ökotrophologin)
  101
Gast
Interessanter Artikel, danke. Davon, dass Tumorzellen auch Ketonkörper zur Energiegewinnung verwenden können, hatte ich bislang noch nicht gehört, aber es ist davon auszugehen, dass wir da noch viel erforschern werden. Vielleicht auch ein Ansatz für eine neue Therapie wer weiß... Im Übrigen kenne ich viele Heilpraktiker, die die ketogene Ernährung als das Wundermittel für so ziemlich alles anpreisen, das war mir schon immer suspekt. Und wenn zum Verzicht auf Kohlenhydrate, dann auch noch eine Kalorienreduktion wie beim ketogenen Fasten hinzukommt, kann ich mir nicht vorstellen wie Krebspatienten damit geholfen sein soll...
#2 vor 48 Tagen von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
  20
Gast
#1: ketogene Ernährung kann sehr wohl etwas mit Fasten zu tun haben. In den oben genannten Studien wurde die ketogene Ernährung nämlich mit einer Kalorienrestriktion verbunden (nennt sich ketogenes Fasten). Außerdem funktionieren diese Diäten (Paleo, Keto, usw.) natürlich nicht alle ganz genau gleich (hat auch niemand behauptet), aber doch ziemlich ähnlich: ihnen gemeinsam ist nämlich der überwiegende Verzicht bzw. die Verringerung von Kohlenhydraten.
#1 vor 48 Tagen von Gast (Sonstige)
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