Spinalkanalstenose - eine Qual für alle Betroffenen

16.04.2018

Die Verengung eines Kanals in der Wirbelsäule, in der Rückenmark zu finden ist, wird auch Spinale Stenose oder Wirbelkanalstenose genannt. Gebräuchlicher und bekannter ist jedoch der Begriff Spinalkanalstenose. Kommt es zu dieser Verengung, erhöht sich der Druck auf das empfindliche Rückenmark und es kommt zu Rückenschmerzen. Wenn dieses Leiden nicht rechtzeitig behandelt wird, dann kommt es nicht selten zu bleibenden Schäden an den Nerven.

Was ist eine spinale Stenose?

Bei jeder Beugung der Wirbelsäule, wie zum Beispiel bei der Hausarbeit oder beim Radfahren, dehnt sich der Wirbelkanal. Die Nerven haben mehr Platz und es gibt keine Beschwerden. Mit zunehmendem Alter dagegen nutzt sich die Wirbelsäule mehr und mehr ab. Durch Umbauprozesse in den Knochen oder durch eine Osteoporose kommt es dann zu einer Verengung im Wirbelkanal, die Frauen und Männer im Alter in gleichem Maße treffen kann. Besonders häufig kommt es dabei zu einer lumbalen Spinalstenose im Bereich der Lendenwirbel, möglich ist auch eine zervikale Form an der Halswirbelsäule. Wie stark die Stenose ausgeprägt ist, das richtet sich immer nach der Körperhaltung und der jeweiligen Belastung.

Welche Symptome sind möglich?

Eine spinale Stenose ist tückisch, da sie am Anfang keine Schmerzen bereitet. Erst wenn die Stenose ausgeprägt ist, verursacht sie Symptome, die für die Betroffenen eine Qual ist. Es kommt zu Rückenschmerzen, die meist eine nur einseitige Ausstrahlung in die Beine haben. Zunächst ist nur der Oberschenkel, später auch das ganze Bein betroffen. Im Bereich der Lendenwirbelsäule kommt es zu Einschränkungen bei den Bewegungen und im unteren Teil des Rückens sind die Muskeln verspannt. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Gefühlsstörungen in den Beinen, die Betroffenen haben das Gefühl, dass die Beine brennen oder kalt sind. Auch ein Gefühl von Schwäche in der Muskulatur der Beine ist denkbar.

Welche Ursache hat eine Stenose?

Bewegungsmangel, der Alterungsprozess oder nur eine Veranlagung – es gibt viele unterschiedliche Ursachen für eine spinale Stenose. Eine Ursache, die besonders häufig vorkommt, ist der Verschleiß der Wirbelsäule. Mit den Jahren verlieren die Bandscheiben, die zwischen den Wirbelkörpern liegen, immer mehr an Flüssigkeit und damit an Höhe. So wird der Raum zwischen den Wirbelkörpern immer kleiner und da die Dämpfung fehlt, erfolgt eine andauernde, stärkere Belastung der Wirbelkörper. Dazu kommt, dass die Bänder an der Wirbelsäule durch den Verlust an Höhe immer weniger straff gespannt sind und stetig an Elastizität verlieren. Deshalb wird das Gefüge der Wirbelsäule früher oder später instabil und die Wirbelkörper beginnen damit, sich gegenseitig zu verschieben, es kommt zum sogenannten Wirbelgleiten.

Wie wird die spinale Stenose behandelt?

Welche Behandlung die richtige ist, lässt sich leider nicht pauschal sagen. Die Therapie richtet sich immer nach dem Grad der Beschwerden und nach dem Leistungsdruck des jeweiligen Betroffenen. Während in schweren Fällen eine Operation helfen kann, reicht bei leichten Fällen schon eine konservative Therapie. Behandlungen, die die Muskeln entspannen, sind ebenso hilfreich wie Bewegungstherapien und medizinische Bäder. Die Patienten müssen ihre Körperhaltung konsequent ändern und langes Sitzen oder Stehen vermeiden. Wohltuend ist eine Wärmetherapie und zur Behandlung der Schmerzen kann auch eine Elektrotherapie die richtige Wahl sein. Viele Betroffene tragen aus diesem Grund eine Orthese, ein Stützkorsett und nehmen schmerzstillende Medikamente, denkbar ist außerdem eine minimalinvasive Therapie. Dabei bekommen die Betroffenen eine Injektion mit einem betäubenden Mittel am Austritt der Nervenwurzel nahe der Spinalkanalstenose. Eine andere Möglichkeit ist es, Kortison direkt in die Gelenkkapsel zu spritzen.

Eine spinale Stenose im Wirbelkanal ist keine Seltenheit und es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um sie zu behandeln. Vielfach gehen die Betroffenen allerdings nicht zum Arzt, sie halten Rückenschmerzen für eine normale Alterserscheinung. Je eher die Stenose aber behandelt wird, umso schneller verschwinden auch die Schmerzen und die Einschränkungen bei der Bewegung.

Bildquelle: © Istockphoto.com / cosmin4000

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.04.2018.

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Medizin, Orthopädie
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