Orthopädie: Hexenschuss und Seelsorge

16.04.2018
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Heute ist Rückentag. Mal wieder. Lumbago, Lumbago, Lumboischialgie, BWS-Syndrom, HWS-Syndrom. Es hört nicht auf. Mein Kollege aus der Notaufnahme hat mich als Verstärkung angefordert. Ich nehme den PJ-ler Jonas gleich mit. Wenn Rückentag ist, gibt es viel zu lernen.

Ich gehe mit Jonas das Wichtigste noch einmal durch: Anamnese, klinische Untersuchung, Dermatome, Kennmuskeln, Blase-/Mastdarmfunktion, Differentialdiagnosen. Ist das jetzt ein Bandscheibenvorfall oder eine Verspannung? Oder vielleicht eine Blasenentzündung? Drückt es im Rücken nach dem Holzhacken oder ist das ein Herzinfarkt? Wann muss geröngt werden, wann ist ein MRT notwendig? Oder vielleicht doch ein CCT, weil die Symptomatik für ein zentrales Geschehen spricht?

Nach drei Patienten hat Jonas keine Lust mehr. Keiner mit neurologischen Ausfällen. Interkostalneuralgie, Lumbago, Lumbago. Einige der Patienten werden mit dem Rettungsdienst gebracht und trotzdem ist da „nichts Schlimmes“. Er ist frustriert. Bei Frau Hofmann, der Patientin in Kabine 4, kommt Jonas nach der Untersuchung zurück und möchte ein Röntgen der LWS und ein MRT.

Schreckliche Schmerzen in Kabine 4

„Die hat was. Definitiv. Die hat solche Schmerzen, da ist was.“

„"Was denkst du denn?“

„Sie sagt, beide Beine seien so schwach und die Knie zittern und sie kann gar nicht richtig stehen. Und sie hat so starke Rückenschmerzen.“

Ich gehe zu Frau Hofmann. Sie ist 23 Jahre alt, liegt auf der Liege wie ein Häufchen Elend, daneben sitzt ihr Freund, der ihr die Hand hält. Die Stimmung im Raum ist drückend, schwer und man wagt es kaum, laut zu sprechen.

Ich frage: „Frau Hofmann, wie geht es Ihnen?“

Sie erzählt zurückhaltend von den Rückenschmerzen in der Lendenwirbelregion, seit 5 Tagen, zunehmend, ziehend, sie hält es nicht mehr aus. Sie blickt mich kein einziges Mal an. Der U-status ist negativ, keine Schwangerschaft, Blase-/Mastdarmfunktion unauffällig, aktuell keine Periodenblutung. Erschwerte klinische Untersuchung, da sie nicht richtig mitmachen möchte, aber unauffällig. Keine Reithosensymptomatik, neurologisch alles absolut in Ordnung. 

Was ist vor fünf Tagen passiert?

Ich runzle die Stirn: „Was ist vor fünf Tagen passiert und was geschieht gerade noch so in ihrem Leben?“

Ihr Freund seufzt erleichtert auf. „Ihre Schwester ist vor fünf Tagen gestorben. Bei einem Autounfall. Sie hat Angst.“

Frau Hofmann schluchzt auf und weint nun bitterlich. Ich lasse die beiden kurz alleine. Als ich zurückkomme, sind die Rückenschmerzen besser, auch ohne Ibuprofen. Sie braucht keine weitere Hilfe oder Unterstützung, sie möchte gerne nach Hause zu ihrer Mutter.

Jonas schüttelt den Kopf. „Das gibt es doch nicht. Was machen wir hier eigentlich? Ich bin doch kein Seelsorger. Ich will Orthopäde werden.“

„Dann hoffe ich für dich, dass du Frau Hofmann nicht so schnell vergisst.“

Er rollt mit den Augen und verschwindet gelangweilt im OP. Den nächsten Patienten verpasst er leider. Herr Franke. Der hat seit drei Tagen Rückenschmerzen und rennt von einem Arzt zum nächsten. Aber das ist eine andere Geschichte. Fortsetzung folgt.

 

Bildquelle: typographyimages, pixabay

Artikel letztmalig aktualisiert am 19.04.2018.

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Medizin, Orthopädie
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Nachtrag: Durch mich mit verschuldet ist das Thema völlig abgedriftet, tut mir leid. Drum für mich ein Stop an dieser Stelle. Schönen Frühling!, für alle. :)
#30 vor 6 Tagen von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
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Solange chron. Erkrankungen mit "Damit müssen Sie jetzt leben!" kommentiert und mit einer Dauermedikation "behandelt" werden sollte der Heilpraktikerberuf tunlichst erhalten bleiben. (128.000 Patienten suchen Hilfe beim HP, täglich.) ---- Und solange Heilpraktiker auf die Überprüfung durch das Gesundheitsamt herunterreduziert werden ist ein Austausch unmöglich. WENN es eines Instruments der Qualitätssicherung bedürfen sollte, muss die Frage gestellt werden, wer berechtigt ist, darüber und über den Inhalt zu entscheiden. Denn auch wenn Heilpraktiker und Ärzte die gleiche "Kundschaft" haben, so unterscheiden sich diagnostische und therapeutische Überlegungen doch z.T. erheblich. ICH möchte ein Facharzt nicht sein, der sein Gebiet perfekt beherrscht, für "den Rest" aber weiterüberweisen muss/müsste. Aber ich nehme gerne alle Befunde, füge meine eigene Diagnostik hinzu und verknüpfe alles zu einem Ganzen. DAS möchten Sie mir qualitätssichern, T.C. Gast?
#29 vor 6 Tagen von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
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Gast Knastarzt
Ich lächle nicht über den "Grünschnabel", ich war selbst mal einer, und zwar ein ganz schönes Greenhorn, im PJ auch eher lustlos und abgekämpft nach dem 2. Staatsexamen. Die Überschrift läßt mich schmunzeln: Hexenschuss und Seelsorge. Als Ministrant wollte ich mal Pfarrer werden, aber ein zukünftiges Leben ohne Mädchen/Frauen ließ mich dann den Berufswunsch Dolmetscher fassen, bis mich mein Biologielehrer für die Menschenbiologie und dann Medizin begeisterte. Und was bin ich heute? Ich arbeite als Allgemeinmediziner und Orthopäde in einem Gefängnis, halte Sprechstunde in mehreren Fremdsprachen und bin so nebenbei noch der Ansprechpartner/Seelsorger für die Gefangenen, die sich nicht dem katholischen oder evangelischen Pfarrer anvertrauen wollen. Eine Sorge für die Seele gehört für mich neben der Sorge für den Körper einfach zum Arztsein dazu.
#28 vor 6 Tagen von Gast Knastarzt (Arzt)
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T.C.
Monika Königstein, ich habe mich auch ähnlich kritisch zur lehrenden Orthopädin geäußert. Nur dass ich dieser die Kritik noch zugestehe, aber besonders toll hat sie das nun auch nicht gemacht. Und warum eine reglementierte Ausbildung und Beschränkung der praktischen Tätigkeiten? Weil ein Schrauber ohne Ausbildung auch keinen KFZ-Meisterbetrieb eröffnen darf. Weil der Pat. das Recht hat, zu wissen, dass sein HP über keinerlei regulierte Ausbildung verfügt. Weil die Gesundheit, als höchstes Gut, nicht von Laien beurteilt werden sollte. Es bedarf einem Instrument der Qualitätssicherung. Machen Sie doch aus der HP-Ausbildung sagen wir mal ein Bachelorstudium mit praktischer Prüfung - dann habe ich kein Problem mehr damit.
#27 vor 6 Tagen (editiert) von T.C. (Gast)
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Ich übersetze die beiden letzten Kommentare mal so: "Es ist alleine deshalb völlig verwerflich bei einen "(j)ungen" Mediziner noch fehlende Erfahrung anzunehmen, weil der Kommentierende ein Nicht-Mediziner ist!"? Wäre "Psyche und Soma, wer kennt es nicht, außer den Jungen." der Beitrag eines Arztes gewesen, hätte es diesen Austausch hier vermutlich gar nicht gegeben. Aber wer weiß das schon, da selbst ein Kollege von Ihnen (#9 Gast/Arzt) mit vielen "Däumchen runter" bestraft worden ist, weil er sich ähnlich (nachdenklich) geäußert hat. ----- "Das Ziel ist, eine Grundlage für eine vernünftige theoretische Ausbildung mit späterer praktischer Beschränkung auf gelehrte Inhalte zu finden." Wessen Ziel ist das? Und vor allen Dingen warum? Weil den Heilpraktikern so unglaublich viele Fehler in Diagnose und Therapie passieren, sodass man Patienten vor ihnen schützen muss? Doch zu enge Bande zum Münsteraner Memorandum, T.C. Gast?
#26 vor 6 Tagen von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
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T.C.
Monika Königstein, nun bitte mal langsam. Die Studie habe ja nicht ich selbst gemacht. Sie hat auch sicherlich nicht das Ziel, alle HP der Scharlatanerie zu überführen. Das Ziel ist, eine Grundlage für eine vernünftige theoretische Ausbildung mit späterer praktischer Beschränkung auf gelehrte Inhalte zu finden. Und zurück zur "Kritik". Wie nun Herr Schmidt, Stiller Schmunzler und Rettungsassistent bereits ausführten, lesen auch diese scheinbar eine Kritik heraus. Es ist nicht nur a) Kritik, sondern b) darüber hinaus eine anmaßende Kritik. Wenn ich mir die Verteilung der Däumchen-hoch so ansehe, sehen da offensichtlich auch noch mehr Leute eine Kritik. Und eine Aussage mit Bezug auf einen negativ dargestellten Studenten ist folglich im Sinne des Kontext eine Kritik, welche ihm nicht zusteht. Die mag der lehrenden Orthopädin zustehen, aber auch diese macht in ihrer Rolle keine gute Figur.
#25 vor 6 Tagen (editiert) von T.C. (Gast)
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Naja, Frau Königstein, außer T.C. sind auch Gast (Rettungsassistent) und der Schmunzelmensch der Ansicht, dass hier eine Art Belächeln der "Jungen" mitschwingt. Und da der beschriebene "Junge" eben nun mal PJ und demnach Medizinstudent ist, wird die Aussage von Wagner eben als anmaßend empfunden. Und um ehrlich zu sein, wobei ich prinzipiell nichts gegen HPraktiker habe, mit Ausnahme der esoterisch Tätigen, kann ich als Studierender das auch nachvollziehen. 30 Jahre Erfahrung hin oder her, aber ich möchte auch nicht von jemandem beurteilt werden, dessen medizinische Ausbildung (wenn vorhanden) weit weit weit unter dem liegt, was ich bisher absolviert habe. Und dann auch noch das Argument der "Erfahrung" anzubringen ist abgedroschen. Ein Verwandter ist seit vielen Jahren Physiotherapeut (immerhin eine geregelte Ausbildung), der würde es aber auch niemals bringen, seine Kenntnisse mit meinen vergleichen zu wollen oder sich gar noch aufgrund Erfahrung in ein überlegenes Licht zu rücken.
#24 vor 6 Tagen von Christoph Schmidt (Student der Humanmedizin)
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T.C. Gast, Sie reden immer noch von "Kritik", die aber nirgendwo geschrieben steht. Eine Aussage wird doch nicht deshalb zur Kritik, weil Sie dem Autor eine medizinische Meinung verweigern. Und was genau hat jetzt der Heilpraktiker an sich mit dieser "Kritik" zu tun? /.../ Sie hatten allen Ernstes Zeit und Motivation, eine "kleine hiesige Studie" durchzuführen um zu beweisen, dass die Heilpraktiker(über)prüfung in Klacks ist? Fraage: Gibt es bei Ihnen wirklich keine anderen Aufgaben zu lösen? :) /.../ Es wäre tatsächlich fast spannend zu erfahren, welche Mühen Sie sonst noch auf sich genommen haben, um sich ein allumfassendes Bild über die vielfältige Arbeit der rund 47.000 Heilpraktiker zu machen. Als Berechtigung sozusagen, um alle diese Menschen als "nicht kompetent" deklarieren zu dürfen. Ich unterstelle mal vorsichtig, dass Sie gleich nach dem Testdurchlauf "HP-Prüfung Erstsemester" fertig waren mir der Recherche, hmm? /.../ Wie schon gesagt, ein bisschen anmaßend ist das schon.
#23 vor 6 Tagen von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
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Stiller Schmunzler abermals
Weiter zu #21: ... einer entsprechenden Prüfung. Diese "Instrumente" schützen indem wenigstens vollkommen ungeeignete eher selten Arzt werden können. Diesen Schutz sehe ich in der HP-Tätigkeit leider nicht, denn die Prüfung der HP ist, gelinde gesagt, ein Scherz. Von den Zugangsvorrausetzungen ganz zu schweigen. Man benötigt einen Hauptschulabschluss. Es genügt also, mal sehr überspitzt formuliert, wenn man seinen Namen schreiben und multiplizieren kann. Dann wird eine Prüfung abgehalten, die medizinischen Basics entspricht, die etwas über Apothekenumschauniveau liegen. Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine exzellenten HP gibt, aber es bedeutet, dass die Tore offen für unzählige Leute sind, die besser nicht an Menschen herumspielen sollten.
#22 vor 6 Tagen (editiert) von Stiller Schmunzler abermals (Gast)
  2
Stiller Schmunzler abermals
Sehr geehrte Frau Königstein, ich empfinde Ihre Antwort etwas zu sehr auf Sie selbst bezogen. Der Fall ist tatsächlich nicht ganz vom Baum gefallen, daher passte mir die vorherige Erwähnung gut in die Masche. Wissen Sie, es geht mir weniger darum, was Sie persönlich tun - denn trotz meiner wohl noch geringen Erfahrung habe ich genau dies schon erlebt, dass ein Pat. eben mit TS erst zum HP ging, nicht in die Notaufnahme. Die "Diagnose" war dann "Radikuläre Verspannung". Nach entsprechender Schmerztherapie, die so suffizient war wie die Diagnose, kam der Pat. schließlich doch, mit Übelkeit und reichlich Angst zu uns. Die tatsächliche Diagnose können Sie sich sicher denken. Und natürlich, da gebe ich vorsorglich Ihrem Argument der Fehlerbehaftung in beiden Lagern, vollkommen recht. ABER: Die Ärzteschaft ist durch ein enormes Instrument vor derartigen Dummheitsfehlern zumindest in puncto Häufigkeit geschützt. Nämlich Zugangsvoraussetzungen und die Ableistung ...
#21 vor 6 Tagen (editiert) von Stiller Schmunzler abermals (Gast)
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"Stiller Schmunzler"? :) /.../ Die Debatte hier wird auf zwei Ebenen geführt und das macht keinen großen Sinn. Es ging mir eingangs darum zu hinterfragen, woher T.C. Gast das "Belächeln des Grünschnabels" genommen und dass keine herablassende Haltung gegenüber dem Medizinstudenten gegeben hat. /.../ Darüber hinaus möchte ich keine Diskussion über Können und Dürfen von Heilpraktikern vom Stapel schubsen. Das Ergebnis ist leider stets unbefriedigend, für alle Beteiligten. /.../ Um Ihre Thoraxschmerz-Frage trotzdem aufzugreifen: Zum Zeitpunkt, wenn ein Patient mit (auch Thorax-)schmerzen eine Heilpraktikerpraxis betritt, hat er i.d.R. bereits alle Angebote der Facharztmedizin abgerufen. Versorgt mit Schmerzmitteln sitzt er da und hofft auf Hilfe aus der Naturheilkunde. Befunde bringt er mit oder werden vom HP veranlasst. (In Ihrer Liste würde mir jetzt CK-MB gefehlt haben.) SOLLTE sich jemand mit Herzinfarkt zu mir "verirren", das Krankenhaus liegt auf der anderen Seite des Marktplatzes.
#20 vor 6 Tagen von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
  8
Stiller Schmunzler
Sehr geehrte Frau Königstein, den Herrn T.C. kenne ich zwar (das denke ich wenigstens) nicht persönlich, aber das Projekt zur Absolvierung des HP-Examen Oktober 2017 habe ich als Testperson durchlaufen. Vorab möchte ich erwähnen, dass ich die Aussagen des T.C. nicht zwingend teile. Die Argumentation mit der Prüfqualität teile ich jedoch sehr wohl. Wissen Sie, als Student des 6. FS hat man das Gefühl, genau Nullkommanichts zu wissen - aber für die "Prüfung" hat es recht locker gereicht. Und in diesem Stadium des Nichts- oder Wenigwissens Diagnostik und Therapie anbieten zu dürfen, grenzt an Fahrlässigkeit. Ich unterstelle den HP nicht, in ihrer Therapie gefährlich zu sein, sondern in Ihrer Diagnostik. Nehmen wir das unten beschriebene Beispiel mit dem Thoraxschmerz, weil es so schön passt? Was tun Sie da? Ein EKG schreiben und befunden? TropT abnehmen? GPBB? CK? wohl eher nicht. Daher müssten Sie ausnahmslos jeden Thoraxschmerz überweisen.
#19 vor 7 Tagen (editiert) von Stiller Schmunzler (Gast)
  2
T.C.
Monika Königstein. Die Argumentation, die ich dahinter sehe, ist jene: Ich sehe einen Heilpraktiker einfach nicht als kompetent an, einen Medizinstudenten zu kritisieren, da es ihm an der Qualifikation fehlt. Und bitte, ich bitte Sie, kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit der "unfassbar schweren Heilpraktikerprüfung, bei der ja gut 90% durchfallen". Im Rahmen einer kleinen hiesigen Studie hat man Medizinstudenten im 6. Semester (die wohlgemerkt z.d.Z. erst 1 Jahr Klinikerfahrung haben) die HP-Prüfung des Jahres 2017 machen lassen. Die konkreten Ergebnisse dieser Arbeit werden zwar erst im Herbst publik, aber so viel kann ich Ihnen verraten - die Durchfallquote bewegt sich weit weg von 90%, auch von 50% oder 20%. Bei der anschließenden Befragung zeigten sich einige Studenten entsetzt darüber, dass man mit diesem bißchen Wissen Menschen therapieren darf. Und zum Thema "was sich auf dem Rücken so abzeichnet" - hierfür benötigt man keine 30 Jahre Erfahrung, sondern gute Lehre.
#18 vor 7 Tagen (editiert) von T.C. (Gast)
  9
Gast
Fortsetzung: Denn vieles andere wird ihm oft nicht übrig bleiben, da keine bildgebende Diagnostik möglich ist und medizinisches Fachwissen fehlt. Der Medizinstudent hingegen kennt eine Bandbreit von möglichen Ursachen, die er bei der Untersuchung geistig abprüft. Dabei die psychische Ursache zu übersehen kann passieren.
#17 vor 7 Tagen von Gast (Rettungsassistent)
  2
Gast
1. Die Ärztin aus dem Blogbeitrag hat lediglich gefragt, was vor 5 Tagen denn passiert sei. Insofern hat sie im Vergleich zum PJler nicht gerade mit großer ärztlicher Kunst geglänzt. Der PJler wird die Frage lediglich in der Aufregung vergessen haben (weil er dachte es handle sich um eine kritische Erkrankung. Man sollte den Blogbeitrag selbst in Frage stellen. 2. Korrekt wäre "Psyche und Soma, wer kennt es nicht, außer DIESEM Jungen." Da fehlt wohl noch etwas Erfahrung in Rechtschriebung ;) 3. Ich finde die Kritik an dem Heilpraktiker durchaus berechtigt, Standesdünkel hin oder her. Ich verstehe seine Aussage auch als Kritik an jungen unerfahrenen Medizinstudenten, die mit einem Heilpraktiker, der nach 30 Jahren Erfahrung Rückenschmerzen als somatische Symptome identifizieren kann, nicht mithalten können. Der Heilpraktiker wird schon nach 2 Tagen Erfahrung darauf kommen, dass die Psyche der Grund für jegliche Symptome ist.
#16 vor 7 Tagen von Gast (Rettungsassistent)
  9
T.C. Gast, ich fürchte, genau hier stolpert Ihre Argumentation. Sie haben ganz offensichtlich ein großes Problem damit, wenn Menschen nicht-akademischen Status' sich eine (medizinische) Meinung erlauben, ungefragt. Ihre "Erhabenheit" gegenüber dem Heilpraktiker begründet sich durch Standesdünkel und nicht durch inhaltliche Argumentation. Denn tatsächlich basiert die Aussage von Herrn Wagner auf seinen gemachten Erfahrungen der letzten 30 Jahre. Junge Menschen werden diese kaum gemacht haben bis zum Ende ihres Studiums. /.../ Dass er so etwas deshalb nicht sagen darf, weil Herr Wagner Ihrer Vorstellung nach Autodidakt ist, mutet schon ein wenig anmaßend an. /.../ Und selbstverständlich kann jeder, der 30 Jahre chiropraktisch gearbeitet hat, "ein Buch darüber schreiben", wie sehr die Psyche sich über den Rücken darstellt. DAS scheinen aber nicht alle Ihrer akademisch gebildeten Orthopädie-Kollegen zu berücksichtigen. Stimmen Sie mir da zu?
#15 vor 7 Tagen von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
  20
Deutsche Sprichwörter sagen es eigentlich schon "dem sitzt was im Nacken" , "der hat sein Kreuz zu tragen" "drückende Last" , vielleicht etymologisch falsch, aber zwischen "Rücken" und "bedRÜCKEN" gibt es einen starken Zusammenhang. Finde gut, dass der junge Student das lernt; klar, ist er tatkräftig und will "etwas tun", doch es gehört zu einem guten Arzt auch Lebenserfahrung und Menschenkenntnis.
#14 vor 7 Tagen von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  1
Gast
Tja, ich hatte in den letzten Jahren dreimal einen Hexenschuß. Und jeder Arzt hat was anderes gesagt. Der letzte, ein etwas älterer Herr in einer norddeutschen Kleinstadt, hat mir erst eine Spritze gesetzt und mich dann auf einer Liege an ein Gerät mit vielen Saugnäpfen angeschlossen, wo ich dann Stromstöße bekam. Während ich auf dem Weg hin zum Arzt im Schneckentempo unterwegs war, konnte ich schon relativ normal gehend den Arzt verlassen. Die vorher hatten mir Salbe und "Wärmflasche" und "viel bewegen" verschrieben, und ich litt tagelang unter fiesen Schmerzen. Aber was ist jetzt die "richtige" Behandlungsmethode? Ohne Langzeitschäden? Ein Kollege meinte, er hätte früher auch öfters Hexenschut "Lumbago" gehabt und würde jetzt immer ein Leibchen tragen. Hab ich mir dann auch angeschafft und seither keine Probleme mehr gehabt. Ausgekühlte Muskulatur - ist das der Hauptgrund für einen Hexenschuß, wenn man morgens oder nachts im Bett mit einem Aufwacht?
#13 vor 7 Tagen von Gast (Mitarbeiter Industrie)
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T.C.
Frau Monika Königstein, die Äußerung "wer kennt es nicht, aus den Jungen?" beinhaltet für mich schon eine Selbstdarstellung als wahnsinnig erfahren, als erfahrungsgereift und überlegen gegenüber dem jungen, im Blog beschriebenen PJ-ler. Es liest sich wie eine Beurteilung gegenüber dem Studenten, die ich einem Heilpraktiker schlicht nicht zu gestehe. Und nein, ich gehöre nicht dem Münsteraner Kreis an - ich finde nur, man muss irgendwo eine Grenze ziehen. Und die fängt dort an, wo sich der Autodidakt ein Urteil über den erlauben möchte, der das Spielchen auf akademischen Niveau betreibt.
#12 vor 7 Tagen (editiert) von T.C. (Gast)
  26
Fortsetzung #10 ... und dann erst hole ich den approbierten Arzt hinzu, trage ihm meine Ergebnisse vor und dann wird entschieden ob ich richtig liege oder nicht. Und wenn nicht, dann habe ich Gelegenheit zur Nachbesserung. Und wenn doch, dann kann ich die danach praktisch anfallenden Tätigkeiten ebenso durchführen (vorausgesetzt ich kann sie bereits sicher). Und ich kann nur sagen, dass das eine Art der Ausbildung ist, die mir viel Freude bereitet. Ich persönlich freue mich über jeden "versteckten" Befund, auch wenn es ein psychosomatischer ist, wenn ich ihn denn nur erfolgreich gefunden habe.
#11 vor 7 Tagen von Christoph Schmidt (Student der Humanmedizin)
  1
Gast #9: Für mich klingt das eher so wie die übliche Vorgehensweise - man nimmt den PJler "mal" mit in die NA, lässt ihn eine Anamnese und wenns hoch kommt mal noch eine körperl. Untersuchung machen... Und dann kommt man rein und "entlarvt" die offensichtliche Fehldiagnose, die man ja nur als fortgeschrittener, erfahrener und deshalb weiser Arzt als solche entlarven konnte. Schöner wäre es doch, den Studenten dazu animieren, ihn wieder in die Situation zurück zu schicken und ihn zu ermutigen, dass da noch "mehr" dahinter stecken könnte. Ich für meinen Teil kann mich über meine praktische Ausbildung nicht beschweren. Bei meinen "eigenen" Pat. führe ich die Anamnese und körperl. Untersuchung durch, schalle erst mal selbst, wenn Bildgebung notwendig ist hole ich mir die Erlaubnis ein, befunde erst mal selbstständig und schreibe einen Behandlungsplan und schlage Medikationen, dich ich dann in rot tippe, vor, die ich wiederum entsprechend der Vorerkrankungen in der Dosis anpasse ###
#10 vor 7 Tagen (editiert) von Christoph Schmidt (Student der Humanmedizin)
  2
Gast
#7 Herr Schmidt: Hat Lieschen Müller nicht genau das getan? Dem PJler „eigene“ Patienten zugewiesen und nachher kontrolliert? Ich frage mich, wie eine gute universitäre Ausbildung aussehen könnte, damit die Studierenden, die Orthopäden und auf keinen Fall Seelsorger werden wollen, die Notwendigkeit seelischer Fürsorge (für sich selbst und) für die Patienten nicht übersehen. Vielleicht wird es bei manchen die Zeit oder entspr. Selbsterfahrung bringen, Psyche UND Soma integrieren zu können. Bei den anderen kann man nur hoffen, dass die Patienten, die sich vorstellen, ausreichend vorselektiert sind, denn „Für manche mit einem Hammer sieht alles wie ein Nagel aus.“ ach so: T. C., mich bitte nicht bashen, bin Arzt.
#9 vor 7 Tagen von Gast (Arzt)
  17
Was verärgert Sie so sehr an der Aussage des Herrn Wagners, dass Sie beleidigend werden müssen, Gast T.C.? "Psyche und Soma, wer kennt es nicht, außer den Jungen."? Würde ICH so eine Aussage in "ein müdes (und damit überhebliches) Lächeln" übersetzen, müsste ich losziehen und meine Spiegelneuronen mal unter die Lupe nehmen. ;) Ist es etwa nicht so, dass es eines gewissen Alters und einer gewissen Reife bedarf, die Psyche des Menschen zu begreifen und einen Zusammenhang zwischen körperlichem Befinden und seelischem Erleben zu erkennen? - Von Anfang 2016 ist die Mitteilung, dass "Angehende Ärzte ZUKÜNFTIG besser auf Arzt-Patienten-Gespräche vorbereitet werden (sollen)." Bis dahin wurde dieser Part demzufolge wohl eher stiefmütterlich behandelt. Und woher genau soll(t)e die Fähigkeit denn gekommen sein, bei einer weinenden Rückenpatientin fifty-fifty einen seelischen Hintergrund zu erwägen? Und ein Unding ist, wenn ein Mensch mit Meinung sich hinter Initialen versteckt! .
#8 vor 7 Tagen von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
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Als Student finde ich das einen traurigen Artikel. Das Verhalten des Studenten spiegelt gut die Art der Ausbildung. Eigentlich hätte er doch in der Lage sein sollen, an eine Somatisierung zu denken? Aber ja, dafür muss man den Studenten eben auch mal (Erfahrungen) machen lassen. Wenn der Student nur mitläuft, ist auszurechnen, dass die wenigen Fälle an denen er dann mal beteiligt ist, frustrieren, wenn es dann eben nicht das ist, was man sich erhofft hat. Die Lösung könnte sein, dem Studenten in der Notaufnahme ruhig mal etwas zuzutrauen, ihm regelhaft eigene Pat. zuzuweisen, und diese werden, wenn der Student mit Anamnese und Planung fertig ist, vom Arzt nochmal kontrolliert. Dann wird auch ein Student ganz schnell Freude daran haben, dass er hinter das psychosomatische Problem gekommen ist, obwohl es doch unfallchirurgisch erschien. Man kann sich nicht darüber beschweren, dass neue Assistenten nicht dienstfähig und unerfahren sind, wenn man sie zu wenig Erfahrungen machen lässt.
#7 vor 8 Tagen (editiert) von Christoph Schmidt (Student der Humanmedizin)
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T.C.
Lieber Herr Robert Wagner (Heilpraktiker). Zum Glück gibt es Menschen wie Sie. Menschen, die ob ihrer langen Erfahrung über die "Jungen" nur müde lächeln können. Dass der Belächelte ein Student der Medizin ist, stört Sie gar nicht. Dass ihre 30 Jahre Erfahrung mehr oder minder einer autodidaktischen Ausbildung folgten, interessiert Sie auch nicht. Ich will auf folgendes hinaus - ein Mensch, der 30 Jahre lang autodidaktisch an Autos schraubt, und tut er dies doch noch so gut, ist trotzdem weniger qualifiziert als ein Mechaniker mit 3 Jahren Ausbildung. Und überprüft man die graue Theorie zur hart gelebten Praxis, wird man feststellen, dass dann auch eine fundierte Ausbildung der Erfahrung fußend auf einer weniger detaillierten Ausbildung gegenüber vorzuziehen ist. Ich finde es jedenfalls ein Unding, wenn ein Heilpraktiker sich über die Grünschnäblichkeit eines Studenten auslässt.
#6 vor 8 Tagen (editiert) von T.C. (Gast)
  55
Hugo
Was ist das denn hier bitte? Eine interne Selbstbeweihräucherung der lehrenden Orthopädin, welch ungeheures Maß an Erfahrung sie doch hat, und wie unerfahren der Studiosus doch ist? Im Ernst, das ist keine Frage der Erfahrung, sondern eine Frage der guten Lehre. Das vorbeschriebene Beispiel trifft es ganz gut: Ein schlecht ausgebildeter Student wird beim V.a. akutes Koronarsyndrom in Panik geraten, ein gut ausgebildeter wird das ruhig und besonnen angehen, er wird wissen, dass Thoraxschmerz häufig auch muskuloskelettaler Genese ist, er wird ein Monitoring anschließen, Troponin abnehmen, ein EKG schreiben lassen, dies eingehend Prüfen, seinen Verdacht formulieren, weitere Kontrollen wie gewohnt veranlassen und das dann dem betreuenden Arzt vorzeigen und überprüfen lassen. Tut er dies nicht, ist das nicht die Schuld des Studenten oder Erfahrungsmangel, sondern das Versagen der ausbildenden Ärzte.
#5 vor 8 Tagen (editiert) von Hugo (Gast)
  20
Ein Gast.
an #1 Natürlich muss man das, aber gut finden muss man es wohl nicht. Es ist, sicherlich gerade als Student, am Anfang doch sehr frustrierend, wenn man bei jedem dritten Ausschluss ACS dann feststellen muss, dass es sich doch "nur" um eine Panikattacke oder eine IC-Neuralgie handelt. Und der umgekehrte Fall ist mir auch schon untergekommen: Thorakaler SZ, beim Heilpraktiker in Behandlung gewesen, Diagnose ICN DD Innerseelischer Konflikt (<- ein echtes Zitat! ) - auf dem Weg nach Hause dann Kollaps, Reapflicht... Beide Varianten haben ihr Übel und müssen vom Studenten sicher nicht gemocht werden. Außerdem ist diese "ach, der Jungspund hat ja noch so viel zu lernen"-Spruch etwas überaltert. Ich für meinen Teil staune häufig nicht schlecht über den Ausbildungsstand so mancher Studenten, inklusiver teils erstaunlicher praktischer Fertigkeiten, die vor 15-20 Jahren im Studium so noch nicht vermittelt wurden.
#4 vor 8 Tagen (editiert) von Ein Gast. (Gast)
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Psyche und Soma, wer kennt es nicht, außer den Jungen. Immer wieder spannend und man muß selbst ein Gefühl dafür entwickeln, um die richtigen Fragen zu stellen. Ich mache selbst seit über 30 Jahren Chiro und es ist immer wieder interessant, was sich am und im Rücken alles abbildet.
#3 vor 8 Tagen von Robert Wagner (Heilpraktiker)
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Mein Bild vom Orthopäden hat ein Bekannter geprägt: Drei Fahrräder, davon 2 im Wohnzimmer zum Schrauben.
#2 vor 8 Tagen von Flüchtiger Leser (Nichtmedizinische Berufe)
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Tja, so läuft das manchmal in der Medizin. Der junge Kollege muss noch sehr viel lernen, auch und gerade fürs Leben. Hoffentlich ist er dazu bereit...
#1 vor 8 Tagen von Ulrich Sallen (Arzt)
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