Wenn Kleidung krank macht – ungesunde Materialien aus dem Alltag

15.03.2018

Sind Stoffe eingefärbt, parfümiert oder anitimikrobiell behandelt, kann dies zur Ausbildung von Allergien und Verursachung von Hautekzemen führen. Oft ist uns dabei gar nicht bewusst, dass es alltägliche Materialien sind, die unserer Gesundheit zusetzen.

Textilchemikalien sind ein echtes Problem

In Deutschland nimmt die Anzahl der Personen mit Allergieproblemen stetig zu. Rund zwei Prozent aller Allergien sind dabei auf Textilchemikalien zurückzuführen. Diese können sogenannte Kontaktekzeme ausbilden.

Generell können Textilien mit drei möglichen Gefahrstoffen versetzt sein:

Um der Kleidung zu einem möglichst geringen Preis einen edlen Look zu verleihen, setzen viele Hersteller auf den Einsatz von Azofarbstoffen. Diese können sowohl für Kunstfasern ,als auch Naturfasern angewendet werden. Sie sind also nicht automatisch vor Farbstoffen geschützt, wenn Sie Naturfasern kaufen.

Es ist nachgewiesen, dass bestimmte Gruppen der Azofarbstoffe krebserregend sein können. In Deutschland ist ihr Einsatz daher verboten. Leider aber gibt es noch keine internationale Regelung für diese Schadstoffe. Im Ausland produzierte Kleidung ist oft mit diesen gesundheitsschädlichen Farbstoffen versetzt.

Nicht nur Kleidung stellt ein Problem dar

Textilien sind natürlich nicht auf die Fertigung von Kleidung begrenzt. Wir kommen täglich mit einer Vielzahl von Produkten in Kontakt, die aus Stoffen produziert werden. Vom Geschirrtuch bis zur Handtasche – wir handhaben mögliche Schadstoffe in allen Lebenslagen.

Das allgemeine Bewusstsein für die Schadstoffbelastung steigt unter Verbrauchern jedoch stetig an. Daher reagieren immer mehr Hersteller mit innovativen Ideen, um gesunde Alternativen zu finden. Ein Beispiel sind Produkte aus einem Kaffeesack. Auch Jutetaschen im eleganten Design sind eine Option.

Um die Schadstoffe zu umgehen, müssen Sie sich als Verbraucher informieren und beim Einkaufen bewusste Entscheidungen treffen. Aber welche gesetzlichen Regelungen gibt es?

Kleidung mit Öko-Labels

Kleidung soll pflegeleicht, formhaltend und langlebig sein. Um dies umzusetzen, werden die Textilien mit Harzen versetzt. Diese Substanzen sichern viele Vorteile für die Kleidung:

Insbesondere Naturfasern neigen dazu, sich als eher störrisch zu erweisen. Um die unpraktischen natürlichen Eigenschaften so weit wie möglich zu unterbinden, werden sie daher besonders häufig mit formaldehydhaltigen Harzen behandelt. Auch Formaldehyd wird als eine krebserregende Substanz eingestuft. Allerdings erst ab einer bestimmten Konzentration. Man könnte meinen, dass es einen gesetzlichen Grenzwert für die Belastung in Kleidungsstücken gibt – leider ist dem nicht so.

Innerhalb Europas gilt der Öko-Tex-Standard 100 als die Norm für hochwertige Kleidungstextilien. Kleidung mit Hautkontakt darf bis zu 75 mg/kg enthalten. Für Babykleidung wird dieser Wert auf 20 mg/kg gesenkt.

Für Hersteller, die sich bewusst als Öko-Labels ansehen, liegt der Wert in der Regel weit darunter. Kleidung, die in der Europäischen Union hergestellt wird, ist im Allgemeinen nur gering belastet. Entsprechend ist es also wichtig, genau auf das Produktionsland Ihrer Kleidung zu achten. Insbesondere Waren aus Asien sind häufig nicht nach strengen Regulierungen gefertigt.

So verringern Sie die Schadstoffbelastung in Ihrer Kleidung

Es ist kaum möglich, schadstoffbelasteten Textilien komplett zu entgehen. Sie können jedoch ein paar Vorkehrungen treffen, um den Kontakt zu minimieren.

Neue Kleidung vor dem ersten Tragen unbedingt waschen! Wenn möglich, auf reine Kunstfaserkleidung verzichten. Es hilft auch, Kleidung mit einem weiten Schnitt zu tragen, die nicht direkt auf der Haut aufliegt.

Kleidung, die gezielt mit Angaben wie bügelfrei, knitterfrei oder formstabil ausgeschrieben ist, wenn möglich komplett vermeiden. Setzen Sie auf Kleidung, die mindestens dem Öko-Text Standard 100 entspricht. Dies ist vor allem für Babykleidung sehr wichtig.

Unterbekleidung möglichst ohne Einfärbung wählen. Unterwäsche und Co. also aus naturbelassenen Materialien kaufen. An sehr heißen Tagen auf Kleidung verzichten, die sehr eng auf der Haut liegt. Die Wärme und der Schweiß können vermehrt Schadstoffe aus der Kleidung lösen.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.03.2018.

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Aus: Brandt
Medizin, Allgemeinmedizin
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