Wer viel steht, lebt länger?

27.03.2013

Tägliches Sitzen von vier Stunden und mehr soll angeblich das Risiko erhöhen, chronisch krank zu werden. Auch dann, wenn regelmäßige Bewegung, normales Körpergewicht und sportliche Betätigung zum Lebensstil dazugehören. Längere sitzende Körperhaltung soll sogar ein unabhängiger Risikofaktor für Diabetes mellitus (Typ-2) und diverse chronische Erkrankungen sein. Diese ungewöhnliche Erkenntnis, welche eher Ursachen mit Wirkungen verwechselt oder auf fehlerhafter Befragungstechnik beruht, findet sich als Schlussfolgerung aus der australischen "45 and Up"-Studie, einer Langzeit-Kohortenstudie über das gesunde Altern:

Int J Behav Nutr Phys Act 2013; online 8. Februar 

 

Aber wer kann von sich selbst schon allen Ernstes behauptet, dass er/sie deutlich

w e n i g e r als vier Stunden tgl. sitzend zubringen würde? Nicht Bewegungsmangel und das viele Sitzen a l l e i n e lassen kausal Krankheiten entstehen.

Sondern eher k r a n k h e i t s b e d i n g t e

Bewegungs- und Leistungseinschränkungen diktieren die täglich verlängerte Sitzdauer. Andernfalls müssten Bus- und Taxifahrer, Piloten und Rennfahrer, Büro- und Verwaltungsangestellte, EDV-Nerds und Pförtner bzw. insbesondere Gefängnisinsassen reihenweise Bewegungsmangel-bedingt krank werden und tot umfallen. Erst das ABC von Adipositas, Bewegungsmangel und Co-Faktoren wie metabolisches Syndrom, Hyperinsulinismus, endokrine Pankreasinsuffizienz, Insulinresistenz, idiopathische und genetische Faktoren machen z. B. den Typ-2-Diabetes mellitus aus. Lapidares "Herz-Kreislauf-Versagen" erklärt auch nicht die K a u s a l kette möglicher Todesursachen. Morbidität, Multimorbidität und Mortalität entstehen nicht, w e i l wir uns zu wenig bewegen, sondern w ä h r e n d wir unter Bewegungsmangel leiden. Es ist schlicht eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, dass zu vieles und zu langes Sitzen allein krankheitsverursachend sein könnte. Wer länger Stehen kann, ist nur noch nicht umgefallen!

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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