PR: Wundversorgung – die passende Behandlung jeder Wunde (Teil 1)

16.02.2018

Nach einem erfolgreichen Debridement, bei welchem die Wunde von avitalem und abgestorbenem Gewebe gereinigt wurde, ist die nachfolgende Herausforderung eine optimale Versorgung und Abdeckung der Wunde.

Derzeit ist ein großes Angebot an Wundverbänden erhältlich, welche die Wundheilung durch den Aufbau und das Halten eines geeigneten Feuchtigkeitsmilieus, die Förderung des autolytischen Debridements und die Unterstützung der Gewebebildung positiv beeinflussen sollen. Aus diesem Angebot die geeignete Wundauflage zu wählen, ist besonders komplex, weil das Material an Typ, Stadium oder Beschaffenheit der Wunde angepasst werden muss. Der passende Wundverband wird anhand von Eigenschaften wie eine gute Absorptionsfähigkeit, Gas-, Kohlenstoffdioxid- und Sauerstoffdurchlässigkeit sowie Infektionsschutz ausgewählt. Da keine Wunde einer anderen gleicht, muss die Auswahl sorgfältig, d.h. wund- und patientenspezifisch getroffen werden.

 

Kriterien zur Auswahl der Wundauflage

Woran Sie vor der Auswahl der Wundauflage denken sollten: Wunden unterscheiden sich in multiplen Eigenschaften, die in die Wahl des Verbandes einbezogen werden müssen.

Erstes Unterscheidungsmerkmal ist die Einteilung der Wunden in verschiedene Phasen:

Epithelisierungsphase, auch Reparationsphase genannt: Die Wunde wird von Epithelgewebe überwachsen und allmählich durch Narbengewebe ersetzt. Hierbei sollte die Haut um die Wunde herum besonders geschmeidig gehalten werden. [1,2]

 

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Auch die Beschaffenheit der Wunde muss vor ihrer Behandlung untersucht werden. Dazu ist eine Inspektion des Wundrandes und des Wundbetts nötig. Bei infektionsbedingten Veränderungen der Wunde muss die Behandlungsmethode entsprechend angepasst werden. Das Vorhandensein von Bakterien in der Wunde muss nicht unbedingt bedeuten, dass die Wunde infiziert ist. Daher ist der Nachweis und die Analyse des Biofilms, der ab einer bestimmten Dichte an Mikroorganismen entsteht, wichtig, um eine Infektion zu identifizieren. Zudem kann auch ein übler Geruch ein Hinweis für eine Infektion der Wunde sein. Die Bildung von Wundgeruch ist gerade für den Patienten unangenehm. Eine geruchsreduzierende Wirkung der Wundauflage ist daher häufig erwünscht, denn sie führt meist zur Erhöhung der Lebensqualität und somit Therapietreue des Patienten. [3] Neben der Nutzung antimikrobiell wirkender Produkte, die den Geruch minimieren und das Exsudat aufsaugen, ist auch ein täglicher Verbandwechsel bei infizierten Wunden entscheidend.  Zur Einschätzung des Risikos einer Wundinfektion steht der von interdisziplinären Experten entwickelte Wound-at-Risk (WAR)-Score zur Verfügung. Dieser soll anhand eines Punktesystems für die individuellen Patientenverhältnisse ermitteln, ob eine antimikrobielle Behandlung gerechtfertigt ist.

Das unterschiedliche Maß an Exsudatausscheidung von Wunden spielt eine besonders große Rolle für die Art ihrer Versorgung. Eine trockene Wunde ist in der Heilung gestört, da Nährstoffe und Wachstumsfaktoren nur erschwert zur Wunde transportiert werden können. Exsudate unterstützen daher im Normalfall die Wundheilung, indem sie die Wunde feucht halten. Durch eine gesteigerte Menge Exsudat und somit ein starkes Nässen der Wunde wird jedoch das umliegende Gewebe geschädigt. Es kann zu Mazerationen, also dem Aufquellen des Wundrandes, kommen und das Infektionsrisiko ist erhöht. Aufgabe des Verbandmaterials ist daher das ideale Management der Exsudatmenge durch Exsudataufnahme oder Anfeuchten der Wunden, sodass ein für die Wundheilung optimal feuchtes Wundmilieu entsteht.

Ein weiterer Aspekt, der bei der Behandlung beachtet werden muss, ist die Tiefe der Wunde. Die Abdeckung einer tiefen Wunde, die unter Umständen bis zu Knochen oder Sehnen reicht, wird durch andere Materialien gewährleistet, als die Abdeckung einer oberflächlichen Wunde. Auch das Wohlbefinden des Patienten sollte in die Wahl der adäquaten Wundauflage einbezogen werden. Hat der Patient starke Schmerzen, können ein zusätzlich verabreichtes Analgetikum oder schmerzlindernde Eigenschaften des Verbandes das Wohlbefinden des Wundpatienten deutlich steigern. Ebenso muss der Verbandwechsel möglichst schmerzfrei sein und die Häufigkeit des Verbandwechsels sollte auch die Bedürfnisse des Patienten berücksichtigen. Eine geringe Verbandwechselfrequenz lässt der Wunde mehr Ruhezeit.

 

Nach dieser Übersicht über Wundheilungsphasen und Herausforderungen in deren Behandlung, erfahren Sie mehr zu den eingesetzten Verband- und Abdeckungsmaterialien in unserem nächsten Artikel.

 

Referenzen:

[1] Moll I. Neue Entwicklung in der Therapie des Ulcus cruris. Akt Dermatol 2008; 34:226-230.

[2] Gerber V. Wundauflage – was für wen? Ars Medici 2008;10.

[3] Daley BJ und Bhat S. Wound Care Treatment & Management - Medical Care 2017. https://emedicine.medscape.com/article/194018-treatment. Zuletzt aufgerufen am 16.02.2018.

Artikel letztmalig aktualisiert am 28.02.2018.

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