Töten, um zu retten

14.02.2018

In der Medizin kann sich die dramatische Situation ergeben, dass man ein Menschenleben retten kann, aber nur, wenn man einen anderen Patienten sterben lässt. Wie entscheidet man in dieser Situation? Erst kürzlich stand ein Chirurg in den USA vor dieser Herausforderung.

Ungebremst rast die Straßenbahn den Abhang hinunter auf eine Menschenmenge zu. Die Leute ahnen nichts von der Gefahr: Sie stehen hinter einer Kurve direkt auf den Schienen und können die Bahn weder sehen noch hören. In wenigen Sekunden wird ein furchtbares Unglück geschehen. Menschen werden sterben. Niemand und nichts kann diesen führerlosen Wagon aufhalten. Niemand … niemand, außer mir selbst.

Ich könnte den Weichenhebel umlegen.
 Dann würde die Bahn auf ein Abstellgleis rollen – aber da werkelt ein Gleisarbeiter vor sich hin. Genau einer. Er trägt einen Gehörschutz, ich kann ihn nicht mehr warnen. Wenn ich den Hebel umlege, wird er sterben. Die Menschen auf dem anderen Gleis werden verschont. Ein Leben gegen viele. Was soll ich tun?

Das Trolley-Problem: Nur ein Gedankenspiel?

Die Geschichte klingt wie ein furchtbarer Alptraum und ist zum Glück nur ein Gedankenexperiment, das dazu dient, ein ethisches Dilemma zu illustrieren: Darf man ein oder mehrere Menschenleben opfern, um andere zu retten? Von diesem sogenannten „Trolley-Problem“ („Trolley“ steht hier für die Straßenbahn) gibt es die verschiedensten Varianten: Was wäre, wenn man nicht bloß einen Hebel umlegen, sondern direkt einen Menschen auf die Schienen schubsen müsste? Würde es einen Unterschied machen, ob ich einen furchtbaren Schwerverbrecher, sagen wir, jemanden, der zum Tode verurteilt wurde, oder einen Familienangehörigen auf die Schienen schubsen müsste?
 Wohl jeder hofft, so eine Entscheidung niemals fällen zu müssen. Und doch passiert es öfter als man denkt. Auch in der Medizin.

Vor einer Weile stand ein amerikanischer Chirurg vor einer solchen Entscheidung.
Es ging um ein Paar von siamesischen Zwillingen, die beiden Mädchen waren fast zwei Jahre alt. 

Beide konnten nicht geretten werden

Zwilling A  hatte eine schwere Fehlbildungen an Herz und Lunge. Es war abzusehen, dass sie eine Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht überleben würde.

Zwilling B hingegen hatte ganz gute Chancen – allerdings nur, wenn sie von ihrer Schwester getrennt würde. Ansonsten wäre Zwilling A früher oder später gestorben und hätte ihre Zwillingsschwester mit in den Tod genommen.

Die Situation ist vergleichbar mit der eines Bergsteigers, der an einer Felswand hängt, nachdem ein Mitglied der Seilschaft den Halt verloren hat: Wenn das Seil nicht durchgeschnitten wird, stürzen Beide in den Abgrund.

Der Chirurg Alan Goldstein hat sich nach intensiver ethischer Beratung dazu entschieden, diese Operation durchzuführen. In einem erschütternden Bericht beschreibt er den Ablauf der Ereignisse: Den Klinik-Mitarbeitern wurde freigestellt, bei der OP mitzumachen oder sich dagegen zu entschieden. Am Abend vor der Operation haben beide Kinder noch miteinander gespielt. Die Eltern hatten Gelegenheit, sich von Kind A zu verabschieden.

Entspricht das dem hippokratischen Eid?

Dann klemmte Dr. Goldstein die entscheidende Arterie ab, der schwächere Zwilling starb noch auf dem OP-Tisch. Die von vorneherein unrealistische Hoffnung, sie würde zumindest ein paar Stunden überleben, erfüllte sich nicht. Kind B hingegen hat die Operation gut überstanden und ist mittlerweile wohlauf. Eltern und Chirurgen sind mit dem Ergebnis der OP „zufrieden“ – sofern man in diesem Zusammenhang überhaupt ein solches Wort verwenden möchte.

Die vierzehnjährige Tochter des Star-Chirurgen hingegen hatte Zweifel: Ob er mit seinem Tun denn nicht den hippokratischen Eid verletzt habe, fragte sie ihren Vater. Eine richtige Antwort ist er ihr schuldig geblieben.

 

Einige Links zum Thema auf meinem Blog

Bildquelle: Steffen Zahn, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 19.02.2018.

49 Wertungen (4.9 ø)
10229 Aufrufe
Um zu kommentieren, musst du dich einloggen. Einloggen
Na dann sind wir ja doch gar nicht so weit auseinander. Von "absprechen" hatte ich allerdings nie etwas geschrieben, sondern davon, sich mit den Kindern abzustimmen. Das liegt zwar nah bei einander, macht aber einen Unterschied aus. Mir ging es darum, daß die Situation vor und nach der OP sich für die Kinder "stimmig" darstellt/anfühlt, so daß sie das in ihr Leben und Erleben einordnen können, denn nur durch eine gelungene Einordnung des Geschehens kann man dem KInd, daß absehbar sterben würde, eine würdiges Ende ermöglichen und dem überlebenden Kind ein lebenslang belastendes, schweres Trauma ersparen. Was den Zeitpunkt der OP angeht, bin ich bereit, darauf zu vertrauen, daß die dafür zuständigen Kollegen den aus medizinischer Sicht besten Kompromiß gewählt haben und dabei sowohl den Wert des Lebens des kranken Kindes als auch die Überlebenschancen des gesunden Kindes angemessen berücksichtigt haben. Vermutlich wurde überdies eine Ethikkommission beigezogen.
#37 am 24.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
  0
Gast
@Diederichs: Okay ich denke da hab ich sie etwas missverstanden. Natürlich gehe ich davon aus dass man mit den Kindern eine Form von Absprache getroffen hat. Ich glaube mich hat ihre Formulierung "absprechen" verwirrt. Mit 2-jährigen etwas absprechen ist halt ziemlich kompliziert. (außerdem setzte das biographische Gedächtnis erst so richtig mit 3 oder 4 Jahren ein, man könnte jetzt da drüber noch nachdenken was das bedeuten wird dass der überlebende Zwilling sich vermutlich weder an sein Geschwisterchen noch an die Absprachen wirklich erinnern wird). Und zum Thema normale Entwicklung: Naja, wir können halt nicht drüber urteilen. "Miteinander spielen" kann viel heißen und wenn Herz und Lunge so stark angegriffen und fehlgebildet waren gab es sicherlich vorher schon Einschränkungen. Sonst wäre wie gesagt die OP gar nicht erst auf dem Tisch gewesen. Ich stimme aber zu dass die Kinder davor und das überlebende danach eine feinfühlige Weiterbetreuung brauchen.
#36 am 22.02.2018 von Gast
  0
Gast 30
Fr Diederichs: ich fürchte da haben Sie mich nicht verstanden. Ich habe lediglich den Zeitpunkt und die Umstände der OP zur Diskussion gestellt. Die Frage ob es den Kindern in ihren ersten beiden Lebensjahren "nicht schlecht" ging (wasimmer das heißen mag) wird in dem Artikel nicht ausreichend beantwortet um sich da eine Einschätzung zu erlauben. Ich stellte ebenso zur Diskussion dass man die OP eventuell noch später hätte durchführen können und zwar wenn der Tod des schwächeren Kindes unmittelbar absehbar geworden wäre. Auch diese Frage kann aus dem Artikel heraus nicht befriedigend beantwortet werden. Das hat nichts mit irgendwelchen Ängsten zu tun wie Sie hier unterstellen. Die Lebensqualität und die Umstände des Todes sind ganz essentielle Aspekte, die meiner Ansicht nach dringend beachtet werden müssen, nicht nur der Tod selbst, wenn man die Situation sterbender Patienten aus palliativmedizinischer Sicht betrachtet. Es scheint eher dass Sie hier etwas emotionsbeladen reagieren.
#35 am 21.02.2018 von Gast 30 (Gast)
  1
#28 Wer sagt denn, daß die Kinder den Tod unbedingt bis ins kleinste Detail verstanden haben sollten oder gar meine oder Ihre Vorstellung vom Tod übernehmen sollten? Es reicht doch völlig aus, wenn sie eine eigene Vorstellung entwickeln. Bedenkt man, wie vielfältig die Vorstellungen sind, die Erwachsene von Tod haben, und daß niemand weiß, was danach kommt, ist der konkrete Inhalt dieser Vorstellung wahrlich nebensächlich. Daß die Kinder im Sterben lagen kurz vor der OP, glaube ich übrigens nicht, weil im Text steht, sie hätten kurz zuvor noch miteinander gespielt. An einen unnormalen Verlauf glaube ich auch nicht, denn es scheint sich letztlich um eine letale Fehlbildung von Herz und Lunge zu handeln, die operativ nicht korrigierbar war. Soweit ich das sehe, ging es im Kern nur um die Frage, wann man das kranke Kind vom gesunden trennt und damit dem Tod weiht.
#34 am 21.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
  3
@N. Voss, zum 2. Kommentar: Vielleicht lesen Sie noch einmal, was ich über das Heranführen an das Thema Tod geschrieben habe. Dieser Prozeß ist sicherlich noch nicht abgeschlossen, wenn man zufälig eine tote Amsel gezeigt bekommen hat. Da der Begriff "eine Vorstellung vom Tod haben" nicht exakt definierbar ist, kann man ohnehin nie genau sagen, wann so etwas vorliegt und wann nicht; das ist aber auch gar nicht nötig. Ich wäre daher sehr überrascht, wenn es tatsächlich "wissenschaftliche Erkenntnisse" dazu gäbe, ab welchem Alter Kinder eine Vorstellung von Tod haben (können).
#33 am 21.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
  4
#30: Soweit ich das verstehe, ging es beiden Kindern in den ersten zwei jahren nicht schlecht. Sofern das zutrifft, wäre es unfair und unrecht gewesen, die OP früher als aus medizinischer Sicht notwendig zu machen und damit dem Kind sein Leben weit vor der Zeit zu nehmen. Ihre Annahme, es wäre grausam, die Kinder erst nach zwei Jahren zu operieren, rührt vermutlich aus ihrer eigenen Angst vor dem Tod. Für die Eltern mag diese Zeit sehr schwierig gewesen sein. Kinder hingegen nehmen das Leben so, wie es kommt. Wenn sie es nur so und nicht anders kennen und gar keine andere Vorstellung vom Leben haben, dann werden sie auch nicht emotional darunter leiden. Es sei denn, die Eltern würden ihnen vermitteln, daß das etwas ist, wovor sie Angst haben sollten.
#32 am 21.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
  3
Gast
@N. Voss: Ich widerspreche Ihnen, aber zunächst einen Schritt zurück: Wissen Sie, was es bedeutet, zu sterben oder tot zu sein? Ich nicht. Aber ich mache mir eine Vorstellung davon. Mit schrittweise heranführen meine ich, die gesundheitliche Situation der Kinder zu thematisieren. Den Tod sollte man ohnehin so früh wie möglich ansprechen, damit die Kinder langsam in das Thema hineinwachsen können. Bei meinem Sohn habe ich angefangen als er ca. fünf Monate als war und wir beim Spazierengehen an einer toten Amsel vorbeigekommen sind. So konnte er sich ein Bild davon machen und eine Vorstellung entwickeln. Führt man Kinder auf diese Art an das Thema heran, begreifen sie sehr bald, daß alle Lebewesen irgendwann sterben, auch sie selber. Letztlich würde ich es so erklären, daß die Kinder von selber erkennen, daß ihre Situation sie früh in den Tod führen wird. Dann würde ich ihnen erklären, daß man nur das Kind mit dem gesunden Herzen davor bewahren kann und zusammen mit Ihnen darüber reden.
#31 am 21.02.2018 (editiert) von Gast
  2
Gast
Eigentlich ist das Trolleyproblem ungeeignet für diesen Fall denn der schwächere Zwilling hätte in KEINEM Fall gerettet werden können. Der Vergleich mit den Bergsteigern trifft es eher. Es gibt auch andere treffende Szenarien. Man sieht beispielsweise wie ein Ertrinkender versucht einen anderen mit in die Tiefe zu ziehen. Nun weiß man es gibt die Möglichkeit diese eine Person zu retten, der Ertrinkende selbst kann aber nicht gerettet werden, genau das ist die Entscheidung die der Arzt treffen musste: entweder ein Leben retten oder gar keins. Nur dass hier leider auf grausame Art und Weise die Entscheidung fast zwei Jahre lang bebrütet wurde bevor man gehandelt hat. Dieser Aspekt wäre noch wichtiger zu diskutieren. Ist es dem schwächeren Zwilling gegenüber fair diese Entscheidung nach zwei Jahren zu treffen? Hat man ihm damit unnötiges Leid zugemutet? Hätte man früher operieren müssen? Oder lieber später? Erst wenn sein Tod unmittelbar absehbar gewesen wäre?
#30 am 21.02.2018 von Gast
  0
Nils Voss
@Frau Diederichs Ich wollte Ihnen eigentlich nur erklären, warum Sie so viele negative Bewertungen erhalten haben. Wenn Sie gegen jegliche wissenschaftliche Erkenntnis argumentieren und sogar behaupten, dass Sie ihrem 5 Monate alten Sohn eine Vorstellung vom Tod vermitteln konnten, macht das aber alles keinen Sinn.
#29 am 20.02.2018 von Nils Voss (Gast)
  1
Gast
@Diederichs Ich denke es geht hier mehr darum dass so junge Kinder wirklich kein Konzept vom Tod haben. Man kann denen erklären (manchen, nicht allen mit 2 Jahren!) dass es heißt dass jemand geht und nicht wieder kommt... dann fragen sie wo derjenige ist, was er da macht, wann er wieder kommt. Tod als ein Endpunkt ist einfach kein Konzept was so junge Kinder wirklich begreifen können. Ein Versuch ist es wert, sicherlich. Auf der anderen Seite reden wir hier nicht von einem gesunden Kind das man beim Spazierengehen eine tote Amsel zeigen kann. Die Zwillinge waren offenbar bereits schwer krank sonst wäre eine solche OP gar nicht als Option auf dem Tisch. Sicherlich verlief die Entwicklung bisher auch nicht "normal" (was auch immer man als normal hier ansieht). Wir haben nur vom Text hier zu wenig Informationen um wirklich darüber zu urteilen... aber meine Meinung ist es dass es schon schwer ist einem gesunden 2-jähigen unter idalen Umständen das Thema Tod nahe zu bringen.
#28 am 20.02.2018 von Gast
  0
Ich widerspreche Ihnen, aber zunächst einen Schritt zurück: Wissen Sie, was es bedeutet, zu sterben oder tot zu sein? Ich nicht. Aber ich mache mir eine Vorstellung davon. Mit schrittweise heranführen meine ich, die gesundheitliche Situation der Kinder zu thematisieren. Den Tod sollte man ohnehin so früh wie möglich ansprechen, damit die Kinder langsam in das Thema hineinwachsen können. Bei meinem Sohn habe ich angefangen als er ca. fünf Monate als war und wir beim Spazierengehen an einer toten Amsel vorbeigekommen sind. So konnte er sich ein Bild davon machen und eine Vorstellung entwickeln. Führt man Kinder auf diese Art an das Thema heran, begreifen sie sehr bald, daß alle Lebewesen irgendwann sterben, auch sie selber. Letztlich würde ich es so erklären, daß die Kinder von selber erkennen, daß ihre Situation sie früh in den Tod führen wird. Dann würde ich ihnen erklären, daß man nur das Kind mit dem gesunden Herzen davor bewahren kann und mit ihnen über die Situation sprechen.
#27 am 20.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
  10
Nils Voss
@Annika Diederichs Was bitte wollen Sie denn mit Kindern, die nicht einmal 2 Jahre alt sind, abstimmen? Selbst wenn sie die Wörter schon verstehen sollten, können die Kleinen in diesem Alter nicht im Ansatz nachvollziehen, was es bedeutet zu sterben oder tot zu sein. Wie soll denn die von Ihnen geforderte "schrittweise Heranführung" aussehen?
#26 am 20.02.2018 von Nils Voss (Gast)
  1
Diese Zwillingssituation wurde vor einem Jahr in einer Uraufführung als Theaterstück "Two" aufgegriffen: "Wie viele Menschen haben in einem Körper Platz? Wir imaginieren das "Ich" als bewegliches Gebilde. Das die Grenzen zwischen "ich" und "wir" verschwimmen lässt. Wir holen das vermeintlich Abnorme aus dem Schatten in die Mitte unserer Bühne. Jenny und Olga, sind charakterlich unterschiedlich als organische Einheit geboren. Ihnen gegenüber steht eine Außenwelt bevölkert von Experten, die sich in ihren Fachsprachen verlieren und an der Lebensrealität der Zwillinge scheitern. Sie führen ein medizinisch verwaltetes Leben, aber schaffen sich eine heitere Parallelwelt. Ein Plädoyer für die menschliche Vielfalt und die Vielfalt im Menschen. Premiere: 13.01.2017, Spektakel Wien. Weitere Vorstellungen gab es im Theater in der Josefstadt, Wien. Die Protagonisten würden es gerne auch in Deutschland aufführen. Wer eine Idee hat, kann sich melden bei http://www.barbara-wegener.de
#25 am 20.02.2018 von Dr. med. Angelica Wegener (Ärztin)
  8
Gast
Schwierige Entscheidung aber ich sehe es auch so dass wenn man pragmatisch ran geht es halt so aussieht dass man entweder ein oder kein Leben hätte retten können. Dass da eine Menge Emotionen dran hängen ist natürlich klar. (Das Szenario hätte man noch schlimmer machen können natürlich: was wäre wenn es kein "stärkeren" und "Schwächeren" Zwilling gegeben hätte sondern für beide die exakt gleichen Chancen zum Überleben gegolten hätten? dann kommt nicht nur die Frage nach dem OB sondern auch nach dem WEN) GLÜCKLICHERWEISE wird man im normalen Leben nur selten vor solche Entscheidungen gesetzt. Ich hätte mich persönlich vermutlich wie im Beispiel hier entscheiden. (Ich fande auch schön dass niemand gezwungen wurde bei der OP mit zu machen und dem Personal es frei stand wer mitmacht. Dies ist eine emotionale belastungen für ALLE Beteiligten!)
#24 am 20.02.2018 von Gast
  0
Angesichts der vielen Negativbewertungen zu meinem Beitrag wüßte ich gerne, was der Hintergrund dazu ist. Würdet Ihr es befürworten, die Kinder bezüglich der Angelegenheit zu belügen? Oder meint ihr, die Eltern sollten versuchen, das ganze totzuschweigen? Ich wüßte keine Alternative dazu, mit den Kindern offen darüber zu sprechen.
#23 am 20.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
  7
Auch ich bin mit manchen Kommentaren von Tierärzten (und anderen Lesern) nicht immer einverstanden, aber ich habe trotzdem große Hochachtung vor Tierärzten. Wir Humanmediziner haben eine Anatomie (oder zwei Anatomien), wie viele Anatomien haben Tierärzte?
#22 am 20.02.2018 von Hannelore Berg (Ärztin)
  0
Gast
Da mir die Nähe zum Patienten fehlt, kann ich über die Problematik objektiver entscheiden. Für mich ist das "Trolley" Problem nicht mit dem oben geschilderten Fall zu vergleichen. Beim Trolley kann man nix machen und 100 Menschen töten oder etwas unternehmen und 1 Menschen töten. Das oben angegebene Problem ist eher so zu schildern: Nix machen und 101 Menschen töten Etwas tun und nur einen Menschen töten. Dieser eine wäre aber beim nix tun auch gestorben. Utilitaristisch betrachtet ist die Entscheidung somit nicht wirklich schwer. In etwa so wie ein Flugzeug abschießen lassen, dass droht in einen Wolkenkratzer zu fliegen. Wenn man nix unternimmt, sterben die Passagiere trotzdem. Also lieber abschießen lassen, damit insgesamt weniger Menschen sterben. Ganz allgemein gehen wir also nach dem größten Glück der größten Masse. Aber ganz so leicht ist es im Alltag nunmal nicht. Persönliche Gefühle, emotionale Entscheidungen kommen immer dazu.
#21 am 20.02.2018 von Gast
  3
Es IST eine grausige Entscheidung, die da getroffen werden musste. - Am hypokratischen Eid mal gänzlich vorbei, ist es sicher eine richtige Entscheidung gewesen, die Operation zu diesem Zeitpunkt durchzuführen und nicht erst als Not-OP, wenn der kranke Zwilling zu versterben droht. Nichts destotrotz ist mit der Operation dem überlebenden Kind zur Lebensaufgabe gemacht worden, mit dem Wissen und den Konsequenzen zu leben. - Dieser und andere - ethische - Überlegungen können m.E. aber nicht dazu führen, dass ein "gesundes" Kind geopfert wird, wie das in diesem Fall zu irgendeinem Zeitpunkt ja offensichtlich gekommen wäre. Und VIELLEICHT hätte zu einem späteren Zeitpunkt das gesündere Kind mit-entscheiden müssen über den Tod des Geschwisters. Da finde ich es besser, dass Eltern und Operateur ihm diese schwere Entscheidung abgenommen haben.
#20 am 20.02.2018 von Monika Königstein (Heilpraktikerin)
  0
Dr. Bettina Gassal/
Und Tierarzt ist man nur geworden, weil man das Humanmedizinstudium nicht geschafft hat... also wirklich, liebe Kollegen! Auch in der Veterinärmedizin wird echte Medizin auf hohem Niveau betrieben! Und das in einem viel weiter gefächerten Tätigkeitsbereich!
#19 am 20.02.2018 von Dr. Bettina Gassal/ (Gast)
  0
Gast
Zu dem Artikel oben : auch in meinen Augen die absolut richtige Entscheidung..... lieber „nur“ ein Leben verlieren, das unvermeidlich dem Tod geweiht ist , als gleich zwei, vor allem, wenn das andere Leben hervorragende Überlebenschancen hat ...... trotzdem eine grausige Entscheidung, sowohl für die Eltern als auch den Arzt !
#18 am 20.02.2018 von Gast
  0
Gast
Was passiert hier gerade an Kommentaren ?? Das is ja unglaublich ! Ich bin Humanmedizinerin und Biologin und hätte eigentlich erwartet, dass Mediziner gewisse biologische Grundkenntnisse haben ..... was soll die unglaubliche Hetze gegen unsere Kollegen aus der Veterinärmedizin ? Ich hoffe, Ihnen allen ist schon klar, dass der Mensch auch nur ein Säugetier unter vielen ist, dass die Unterschiede zu anderen Säugetieren so gering sind, dass diese als Medikamentenvorkoster für uns „dienen“ ??? Kommentare von Medizinern dieser Branche als unqualifiziert abzutun und eine unglaubliche Arroganz und Frechheit !!
#17 am 20.02.2018 von Gast
  4
Gast
Wieso denken Humanmediziner sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und Alles auf der Welt wäre wissenschaftlich zu erklären?
#16 am 20.02.2018 von Gast
  6
Gast
Viel viel nerviger finde ich es, dass mal wieder sofort mit Einhörnern und Fabelwesen aus Märchenbüchern gekommen wird. Wann lernen wir es endlich? Medizin und Religion passt nicht zusammen. Es gibt nur einen Gott und der heißt Tod. Ich hätte genauso entschieden wie der Chirurg. Der Fall oben ist eben eine rationale Entscheidung. Furchtbar, ohne Frage. Aber rational lösbar. Da brauchts keine Fantasiegestalt namens Gott für. Nur ein vorwiegend rational denkendes Hirn!
#15 am 20.02.2018 von Gast
  14
Nils Voss
@#11 Um ein Dilemma erkennen und einschätzen zu können, bedarf es keiner bestimmten Berufsausbildung.
#14 am 20.02.2018 von Nils Voss (Gast)
  1
weiche umstellen,wenn trolley vorderraeder umgelenkt sofort zurueckstellen; trolley ueberschlaegt sich, macht soviel laerm dass alle fluechten
#13 am 20.02.2018 von Dr. med. Siegfried Lehr (Arzt)
  3
Die rege Beteiligung mancher Veterinärmediziner im humanmedizinischen Bereich ist auch mir schon öfters aufgefallen. Alle diese Kommentare als "unqualifiziert" abzuwerten halte ich allerdings nicht für angemessen, zielführend oder sonst hilfreich. Auch wenn ich aus der Veterinärecke hier tatsächlich schon einige (für mich...) durchaus fragwürdige Stellungnahmen erlebt habe. Das betrifft aber auch einige andere Personengruppen die nicht zur Kerngruppe der tätigen Humanmediziner gehören. Diese Meinungen sind gelegentlich durchaus hilfreich, aber stehen eben nicht auf d. Boden der praktischen Erfahrung im (wissenschaftlich fundierten) medizinischen Umgang mit Patienten. Aber solange die Betreiber dieses Blogs diesbezügl. keine engere Einschränkung auf bestimmte Personenkreise anstreben wird dies auch weiter so bleiben. Wem das nicht gefällt muss diesen Blog auch nicht besuchen. Trotz allem: Respekt wer sich hier zu seiner Profession bekennt u. nicht anonym als Gast seinen Senf ablässt...
#12 am 19.02.2018 von Harald Hebrank (Arzt)
  3
Gast
Warum sind eigentlich immer Veterinärmediziner mit unqualifizierten Kommentaren in der Kommentarsektion von Humanmedizinbeiträgen? Es hat schon seine Gründe warum man sich bei der Berufswahl für Tiere und nicht für Menschen entschieden hat...
#11 am 19.02.2018 von Gast
  47
Die Warscheinlichkeit , das beide über kurz oder lang an div Organversagen sterben würden , ist sehr groß ! Welches Trauma wäre es wenn das eine Kind sterben würde , körperlich verbunden mit ihre Schwester . Die Entscheidung des Kirurgen war nach meiner Meinung ohne Zweifel korrekt .
#10 am 19.02.2018 von Dr. med.vet. Öistein Gaarden (Tierarzt)
  1
Felix M.
Ich empfinde diese Entscheidung bei Weitem nicht so schwerwiegend, wie hier geschildert. Ich glaube alle die meisten Eltern hätten sich hier klar entschieden. Das man mit 2 Jährigen reden kann, ist hoffentlich allen klar. Das diese es nicht entscheiden können, doch wohl auch?
#9 am 19.02.2018 von Felix M. (Gast)
  1
Gast
Der Chirurg hat ein Leben gerettet. Damit hat er seinen Eid erfüllt. Manchmal muß man pragmatisch sein.
#8 am 19.02.2018 von Gast
  3
Wie soll irgendjemand so ein Thema mit zweijährigen Kindern besprechen? Da müssen die Eltern entscheiden - und diese Frage wünsche ich auch keinem! Das eine Kind darf leben, wird aber wohl die Schwester vermissen, die Eltern tragen die Last eines ihrer Kinder früher als biologisch vorgesehen in den Tod geschickt zu haben, auch wenn es um die Rettund des anderen Kindes ging. Dieses Dilemma gibts doch auch in der Veterinärmedizin: rette ich die Mutter oder das/die Jungtier(e)? Da betrifft es „nur“ Tiere, aber vielleicht eröffnet es einem Tierarzt den Blick auf diese OP. Mit den Tieren kann man auch nicht in Ruhe drüber reden.
#7 am 19.02.2018 von Alexandra Müller (Studentin der Tiermedizin)
  2
Ich wüßte gerne, ob man dieses Vorgehen mit den beiden Kindern abgestimmt hat. Immerhin mutet man dem einen Kind zu, früher als auf natürlichem Weg zu sterben und dam anderen Kind mutet man zu, durch den Tod der eigenen Zwillingsschwester überlebt zu haben. Wären es meine Kinder, hätte ich sie schrittweise an das Thema herangeführt und dann offen mit Ihnen darüber gesprochen. Nicht zuletzt muß man dem überlebenden Kind unmittelbar nach der OP erklären, was mit der Schwester passiert ist - verheimlichen kann man sowas in dem Alter ganz sicher nicht.
#6 am 19.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
  61
Gast
# Eine vergleibare Intervention würde ich mir auf der ganzen Linie wünschen....sonst nichts aus den USA! DozNotfmed.
#5 am 19.02.2018 von Gast
  0
Gast
Der Weltärztebund (WMA) hat den hippokratischen Eid für Ärzte modernisiert. Die Delegierten einigten sich auf ihrer Generalversammlung in Chicago auf eine überarbeitete Fassung des Genfer Gelöbnisses, das aus dem Jahr 1948 stammt. „Die Neufassung hebt nun stärker als zuvor auf die Autonomie des Patienten ab“, sagte Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, stellvertretender Vorsitzender des WMA und Präsident der Bundes­ärzte­kammer. In der Neufassung verpflichtet das Gelöbnis Ärzte, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der # Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen. Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitsbelastung appelliert es auch an die Ärzte, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur dann könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten. aerzteblatt.de
#4 am 19.02.2018 von Gast
  3
Gast
Sicherlich lässt dieser Eid einen großen Raum für Interpretationen. Eine Metapher im Zwiespalt der Moral und wirtschaftlichen Interessen. In einigen Länder wird er zumindest im Kontext zelebriert. Welchen Ehrenkodex leisten die heutigen Abgänger bei Beurkundung? Nach bestem Wissen und Gewissen? Wessen gewissen nach wessen Grundsätzen? Amortisation und Gewinnmaximierung! Das ganze Ausmaß ist hinlänglich bekannt! Das zweitwichtigste die Schweigepflicht. Als die dritte Macht Ärztliche Kunstfehler. Alles Artist oder Was ?...das sind die echten Trugbilder. (Hirngespinste) wie ich meine. Hippokrates als ein ehrbares Gelöbnis Ärzte, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen brächte weniger Dilettantismus im Sinne Patienten Opfertums.
#3 am 19.02.2018 von Gast
  21
Gast
Der hippokratische Eid ist eine Chimäre.
#2 am 19.02.2018 von Gast
  4
Ich bewundere Dr. Goldstein. Gott hat uns mit einem analytischen Gehirn ausgestattet um auch schwerwiegende Entscheidungen zu treffen. Hätte er die Zwillinge nicht getrennt hätte er beide- wenn auch passiv- damit zum Tod verurteilt. Er hat meinen Respekt, ich wünsche ihm Gottes Segen für sein Leben!
#1 am 19.02.2018 von Gabriele Jorzik (Heilpraktikerin)
  2
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Da kaum Aussicht auf Besserung bestand, sei die Fortführung der künstlichen Ernährung ein rechtswidriger mehr...
Die Geschichten, die Jesus mir erzählt hat, waren mehr als haarsträubend und vermutlich größtenteils erlogen. mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2018 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: