Brustkrebs - Mammografie Screening

01.03.2013

 

In einer Studie "Inanspruchnahme des qualitätsgesicherten Mammographie-Screenings" wurden 13.000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren telefonisch und schriftlich befragt. Das deutsche Bundesministerium für Gesundheit zog eine kritische Bilanz. "Die Teilnehmerrate am Screening liegt mit 56 Prozent unter dem empfohlenen europäischen Zielwert von 70 Prozent", beklagte die parlamentarische Staatssekretärin im BMG, Annette Widmann-Mauz (CDU). Die Befragten hätten deutliche Wissenslücken rund um das Thema Brustkrebs und seine Risikofaktoren. Sie wüssten nicht, dass das Alter ein Risikofaktor sei, und glaubten zu 74 Prozent, dass ein Screening ihnen den größtmöglichen Schutz vor Brustkrebs böte. 93 Prozent wären der Meinung, dass durch Screening und einer mögliche frühe Diagnose die Heilungschance der Erkrankung erhöht würde. Viele Frauen überschätzten somit den Nutzen des Screenings, schlussfolgerte Widmann-Mauz. Auch die grüne Gesundheitspolitikerin Birgitt Bender blieb kritisch: "Die Studie zeigt, wie schlecht viele Frauen über den Nutzen des Screenings informiert sind." So wären knapp 60 Prozent der Ansicht gewesen, das Screening selbst könnte Brustkrebs verhindern. Bender kommentierte, dass "... der Nutzen deutlich überschätzt wird, während Risiken kaum bekannt sind". 

 

Doch was wollen Bundesregierung und Opposition dann? 

Wer ist wohl für Desinformation und Verunsicherung der Betroffenen verantwortlich?  Mit dem Schlagwort vom "Mammografie Screening" wird seitens der Bundesregierung vertuscht, dass es sich begrifflich und inhaltlich nur und ausschließlich um Früherkennung bzw. Ausschlussdiagnostik handelt und n i c h t um Primärprävention und tatsächliche Vorsorge. Da braucht sich niemand über das angebliche Halbwissen der befragten Frauen zu mokieren.  Die Grünen-Politikerin Birgitt Bender muss sich dagegen fragen lassen, warum sie bei den Frauen, die gerade von der Ausschlussdiagnose "k e i n Brustkrebs" erleichtert erfahren und sinnvollerweise k e i n e weitere invasive Diagnostik und Therapie brauchen, völlig unbegründet Ängste schürt: Indem sie unnötige Bestrahlungen, Chemotherapie und Operationen als Menetekel an die Wand wirft bzw. Überdiagnose und Übertherapie beschwört, obwohl die Frauen bei ihrem häufig unauffälligen Mammografie-Befund einfach beruhigt nach Hause gehen könnten. Und damit nur dem ungewissen Schicksal der prominenten US-Sängerin Anastacia, die nach 2003 jetzt mit 44 Jahren erneut an Brustkrebs erkrankt ist, entgehen wollen. 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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