Botox gegen Depressionen? Dümmer geht's nimmer!

25.11.2012
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Kann man tatsächlich mit Botulinumtoxin-Injektionen in die Stirnfalten der Glabellaregion die Stimmung aufhellen und damit der Depression die Stirn bieten? Denn nichts anderes wird behauptet in: Wollmer MA et al. Facing depression with botulinum toxin: A randomized controlled trial, Journal of Psychiatric Research, 2012, doi:10.1016/j.jpsychires.2012.01.027 Open Access: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022395612000386

 

Was uns allerdings hier als "Studien"-Ergebnis offeriert wird, ist unglaublich unprofessionell! Die zu Grunde liegende Studie von PD Dr. M. Axel Wollmer, Basel, "Facing depression with botulinum toxin: A randomized controlled trial" weist ein dilettantisches Studiendesign auf: "Thirty patients were randomly assigned to a verum (onabotulinumtoxin A, n = 15) or placebo (saline, n = 15) group. The primary end point was change in the 17-item version of the Hamilton Depression Rating Scale six weeks after treatment compared to baseline." Das heißt nicht mehr und nicht weniger, dass die Studienautoren uns glauben machen wollen, 15 Patienten im Placebo-Behandlungsarm hätten nicht bemerkt, dass sie n i c h t mit Botulinum behandelt wurden. Doch alle Botox-Experten weltweit berichten, dass Patienten wegen der sofortigen Wirkungsweise auch sogleich positive Veränderungen bemerken würden. Eine verdeckte Behandlung mit Placebo konnte gar nicht stattgefunden haben, weil jeder Patient mit kurzen Blicken in den Spiegel verifizieren konnte, ob er Verum- oder Schein-Behandlung erfahren hatte. Allein d e s h a l b verfielen Placebo-Patienten in tiefere Depressionen, als Patienten in der Verum-Gruppe, die bei jedem Blick in den Spiegel froh waren, überhaupt effektiv behandelt worden zu sein.

 

  

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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