Kenn dein Tempo-Limit

07.02.2018

„Mein Leben war wie eine Langspielplatte, die auf Single-Geschwindigkeit abgespielt wurde“, sagte eine Patienten unlängst zu mir. Besonders Menschen, die an ADHS leiden, fällt es schwer, die zu erbringende Leistung an ein gesundes Lebenstempo anzupassen. Methylphenidat kann dabei helfen.

„Mein Leben war wie eine Langspielplatte, die auf Single-Geschwindigkeit abgespielt wurde. Mit 5 mg Methylphenidat ist die Geschwindigkeit viel langsamer – ganz normal.“ 

Das hat eine meiner Patientinnen letztens hier in der Klinik erkannt. Sie hat in ihrem bisherigen Leben stets „funktioniert“. Gut funktioniert. Übermäßig gut funktioniert. Besonders für andere. Gäbe es eine Geschwindigkeitskontrolle für uns Menschen, die überprüfen würde, wie schnell wir durch unser Leben fahren, so hätte sie die zulässige gesunde Geschwindigkeit weit überschritten. Musste sie ja. Wollte sie ja. Konnte sie ja. Ihre innere Kamera der Selbst- und Fremdwahrnehmung war ganz auf andere gerichtet. Sie hat die Bedürfnisse von anderen Menschen erfüllt. Übererfüllt. Und sich selbst dabei gar nicht mehr wahrnehmen können. Aber auch nicht wahrnehmen wollen. Es funktionierte ja. Sie funktionierte ja.

Funktionieren heißt nicht, dass es funktioniert

Letztlich ist es keine Kunst, sich selber zu überfordern. Das können die meisten meiner Patienten perfekt. Funktionieren können und funktionieren müssen, ist häufig eben keine ganz freie Entscheidung.

Das Dilemma besteht darin, dass Menschen aus dem ADHS-Spektrum die eigenen Grenzen nicht wahrnehmen und gleichzeitig die Fähigkeit besitzen, immer wieder neu über diese – nicht sichtbare oder nicht spürbare – Grenze zu gehen.

Wenn wir beim Bild des Plattenspielers bleiben, so heißt das: Die eigene Geschwindigkeit wird immer weiter erhöht. Nur langsam, nicht wirklich merklich. Aber das System gerät aus der individuellen Wohlfühl-Geschwindigkeit heraus. Und irgendwann befindet man sich dann nur noch in einem Brei von Wahrnehmungen. Die Überforderung mit den Reizen geht mit der Gefahr, dass der innere Motor versagt, einher. Sodass die ursprünglich aufgebrachte Energie nicht mehr aufrecht erhalten werden kann.

ADHS ist auch eine Tempo-Störung

Ich sehe ADHS als eine Regulationsstörung oder -besonderheit. Bleiben wir beim Tempo: Jeder Mensch, auch im ADHS-Spektrum, hat sein individuelles Tempo.
 Wir sprechen beispielsweise von „sluggish cognitive tempo“ bei Menschen, die etwas langsamer verarbeiten und wahrnehmen. Und dann gibt es die Menschen, denen es gar nicht schnell genug gehen kann.

Verläuft die innere Regulationsdynamik synchron zum Leben, ist das in Ordnung. Gerät sie aus dem Takt, besteht eine ziemlich große Chance, früher oder später Gast in einer Praxis für Psychiatrie oder Psychotherapie zu werden. Oder bei mir in der Klinik an der schönen Ostsee zu landen.

Viele dieser Patienten bringen andere Diagnosen und Erklärungen mit. Teilweise geht es dabei um eigene Erklärungen, teilweise haben sie ein ganzes Bündel an von meist nicht zutreffenden Diagnosen von Ärzten und Psychologen im Schlepptau.

Das eigene Lebens-Tempo finden und anpassen können

Eine Auszeit in der Klinik kann gut sein, um das eigene Lebenstempo zu finden und anschließend zu lernen, sich daran anzupassen.

Methylphenidat kann dabei helfen, in dem es eine Art Brille der Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung darstellt. Die Patientin kann jetzt anders wahrnehmen. Sie nimmt wahr, dass sie müde und erschöpft ist. Nun gilt es, Geschwindigkeit etwas rauszunehmen und das Gefühl der richtigen Geschwindkeit zu spüren.

 

Dieser Beitrag wurde zunächst in meinem Blog bzw. ADHS-Forum bei Steemit.com/ chainbb veröffentlicht.

 

Bildquelle: The Angry Photographer, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 12.02.2018.

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Medizin, Psychiatrie
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Gast
Denkt noch jemand bei Duisburg-Marxloh und Mülltrennung an ADHS ?
#33 am 26.02.2018 von Gast
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Gast
...und dass ADHS eben nicht überall auf der Welt gleich häufig ist bzw. zu geographischen Varietäten bei ADHS dazu hier: https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-presse-medien/43901-adhs-dische-allgemeine.html
#32 am 22.02.2018 von Gast
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Gast
Wenn immer von z.B. Psychoanalytikern behauptet wird (wider jeglicher wissenschaftlicher Evidenz, die das Gegenteil belegt), ADHS sei zurückzuführen auf traumatische Erfahrungen in der frühen Kindheit, dazu hier: https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-allgemeines/42753-man-ad-h-s-entdeckt.html Was war zuerst: Henne oder Ei, bei ADHS ist diese Frage längst und ziemlich eindeutig geklärt. Und: Freud hatte eben nicht Recht...
#31 am 18.02.2018 von Gast
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Gast
@#29: Wieder so ein Kommentar von jemandem, der sich nie ernsthaft mit dem Thema ADHS befasst hat aber dennoch meint... Zu ADHS und Trauma hier: https://adhs-chaoten.net/ads-adhs-presse-medien/52581-vortrag-c-neuhaus-adhs-trauma-ma-nsinger-symposium.html ... PTBS ist bei ADHS überdurchschnittlich häufig, aber deshalb, weil ADHS einen starken Risikofaktor für PTBS / PTSD darstellt. Was zuerst war, ob Henne oder Ei , das kann man eben nur verstehen, wenn man einen "mentalen Zugang" zu ADHS hat... und den hat man eben vollumfänglich nur dann, wenn man ADHS mehr oder weniger selbst hat. Beim Vorredner scheint das mutmaßlich nicht der Fall zu sein...
#30 am 18.02.2018 von Gast
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Gast
Man möge ADHS-Symptome und PTBS-Symptome vergleichen - in die Biographie der Eltern gucken - den Hyperarousellevel der Eltern und deren Containmentfähigkeit beleuchten bevor man Kindern eine Diagnose aufdrückt.
#29 am 18.02.2018 von Gast
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Gast
Außerdem findet sich die bisher älteste bekannte kulturhistorische Schilderung von ADHS nicht erst im Struwwelpeter von 1844, sondern bereits um 250 v. Chr. in einer Ode von Herondas . Dort klagt eine Mutter über einen Jungen, der ihr den letzten Nerv raubt, nicht richtig lesen kann, die Tafel mehr verkratzt, als schön darauf zu schreiben, keine Hausaufgaben macht, mühsam Gelerntes schnell wieder vergisst, überall herumturnt, ständig irgendwelchen Blödsinn macht und falsche Freunde hat. ADHS gibt und gab es seit Anbeginn der Menschheit, und auch schon zuvor, bei Tieren, gab und gibt es Äquivalente von ADHS – so z.B. den Zappelhund, der nur Gassi gehen kann, wenn er das Ritalin vom Herrchen frisst und spezielle “Persönlichkeiten” bzw. “Typen” bei Schimpansen . In der ADHS-Forschung wird auch sehr viel am Tier-Modell geforscht.
#28 am 14.02.2018 von Gast
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Gast
Der evolutionäre Vorteil von ADHS-Genen ist im Ausmaß abhängig von den Umweltbedingungen. So gibt es Länder, Ethnien und Kulturen, die ADHS-Gene und ADHS evolutionär begünstigen (während andere es entsprechend benachteiligen). So erklären sich auch die in Wahrheit weltweit deutlich unterschiedlichen Prävalenzen von ADHS, die macherorts wahrscheinlich ein Mehrfaches der bis zu 10% in Deutschland erreichen. Zusätzlich zum Faktor evolutive Selektion kommt dann bei den ADHS-Prävalenzen noch der Faktor geographische Isolation hinzu, so auch betrffend wahrscheinlich die Inseln bzw. Inselgruppen Island, Kreta und Japan . Dass die Umweltbedingungen des 21. Jahrhunderts ADHS verstärkt von der Latenz in den sichtbaren Bereich rücken, versteht sich ebenfalls. Das die komplexe Realität etwas simplifizierende Modell der Jäger und Sammler in einer Gesellschaft von sesshaften Bauern, auch damit wird ADHS beschrieben. So viel zur Evolutionären Anthropologie der ADHS.
#27 am 14.02.2018 von Gast
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Gästin
Immer nur die Dosis macht das Gift. Wer eine Eigenschaft betrachtet deren Intensität sich auf einem linearen Spektrum bewegt wird immer Menschen begegnen die auf der einen oder anderen Seite der Gaußschen Normalverteilung herunterfallen. Da es sich hierbei um eine Mehrdimensionale Konstellation mehrerer verschiedener Eigenschaften handelt ist auch logisch dass hier vielen Subgruppen und Mischtypen zu finden sein müssen. Eine Diagnose braucht meines Erachtens nur wer dadurch nennenswerten Leidensdruck erlebt, in seinem alltäglichen Leben inakzeptable Defizite verspürt und professioneller Unterstützung bedarf. Dass sich nun viele Menschen selbst diagnostizieren mag dem Einzelnen helfen seine individuellen Stärken und Schwächen besser zu verstehen. Aber dennoch darf man diese subklinischen Fälle nicht mit jenen in einen Topf werfen deren Funktionalität und Lebensqualität schwer eingeschränkt ist. Damit ist niemandem geholfen.
#26 am 14.02.2018 von Gästin (Gast)
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Gast
ADHS und ADS ist wird nicht mehr unterschieden, aber es gibt den vorwiegend unaufmerksamen Subtyp bei ADHS, eben dann ADS... Häufigkeit von ADHS auch die leichtgradigen Fälle miteinbezogen und bei einem Geschlechterverhältnis von in Wahrheit 1:1 ca. 8% bis 10% in Deutschland (in manchen Ländern und Ethnien sogar ein Mehrfaches davon)... Autismus-Spektrum-Störungen Häufigkeit ca.1% bis maximal 2% ...nebenbei sollen bis zu 50% der Asperger-Autisten ebenfalls ADHS als Komorbidität haben.... das überlappt sich...
#25 am 13.02.2018 von Gast
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Ist AD(H)S häufiger oder ADS? Wie unterscheide ich ADS von Asperger-Spektrum? ich weiss, hier ist nicht das Frageforum, aber diese Frage konnte mir bei einer Lehrerfortbildung nicht beantwortet werden. Wenn sich jemand wundert - wir sind die erste Anlaufstelle der Eltern, nicht die Psychiater. Doch wenn hier die Weichen falsch gestellt werden, verursacht das unnötiges Leid .
#24 am 13.02.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Ich habe selbst keine ADHS-Diagnose, genauso wenig wie mein Vater. Dennoch sind wir sehr aufgekratzte, impulsive, begeisterungsfähige kleine Wirbelwinde gewesen und sind es manchmal noch bis heute. Meine Oma hatte im Laufe der ADHS-Entwicklung, dann auch mal gesagt: "Wenn es das damals schon gegeben hätte, hätten sie deinen Vater auch ruhiggestellt." Nur da meine Familie nichts von Psychologen hält wurde da auch mir zu liebe nie weiter nachgeforscht. Ich hab im Kindergarten Logopädie und Ergotherapie bekommen. Nuschelte ich doch Worte viel zu schnell hervor und war auch beim spielen zu hektisch, zu rupig und unkoordiniert. Wenn ich heute so darüber nachdenke, dann hätte ein Psychologe mir sicher auch ein ADHS bescheinigt. Manchmal hab ich meine Probleme mit der Reizflut. Das sortieren ist anstrengend und meine komplette Pubertät war ich von Kopfschmerzen geplagt. Funktioniert hab ich immer. Schließlich brauchte ich die 1 vorm Komma im Abitur.
#23 am 13.02.2018 von Gast
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Gast
Das Thema Evolution und ADHS fassen folgende Sätze des deutschlandweit führenden Genetikers (und auch einer der weltweit führenden Genetiker) zu ADHS Prof. Klaus-Peter Lesch von der Psychiatrie der Uniklinik Würzburg zusammen:”…Früher vermuteten die Forscher, einige wenige Gene würden ADHS auslösen; doch das trifft, wenn überhaupt, nur auf ganz wenige Familien zu. Für die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung gilt: Vermutlich sind es 500 bis 1000 Gene, die einen – jeweils minimalen – Einfluss auf das Temperament und die Konzentrationsfähigkeit des Menschen haben. Diese sind mithin auch keine Krankheitsgene, vielmehr gehören sie zur natürlichen Ausstattung des Menschen. “ADHS ist ein Extrem einer Persönlichkeitsvariante, das zunächst einmal gar keinen Krankheitswert besitzt”, bestätigt auch Klaus-Peter Lesch. Diese milden Ausprägungsformen von ADHS seien in einem Fünftel der Bevölkerung vorhanden und hätten sich im Laufe der Evolution des Homo sapiens immer wieder als vorteilhaft durchgesetzt. Lesch: “Der hohe Energiepegel, der Enthusiasmus, sich mit einer Sache auseinanderzusetzen, die große Kreativität, die Fähigkeit zum Querdenken und der Gerechtigkeitssinn – all das sind Ressourcen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind.” zu finden in dem Artikel des ADHS-Gegners Jörg Blech im Spiegel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311928.html
#22 am 13.02.2018 von Gast
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Gast
@#20: Das ist wieder dieses Missverständnis, wonach ADHS alles oder nichts wäre... ADHS ist eine dimensionale (und auch kategoriale) Angelegenheit, d.h. es gibt ganz leichte und ganz schwere Fälle... und auch bei ca. gleichem Schweregrad kann es Unterschiede auch in der Neurobiologie geben... und in leichter Ausprägung ist ADHS eine Persönlichkeitsvariante, in schwergradiger Ausprägung hat es meist tatsächlich Krankheitswert... auch schwergradiges ADHS geht jedoch einher mit Ressourcen und positiven Aspekten. Die Ressourcen und positiven Aspekte sind übrigens auch der Grund, weshalb ADHS mit bis zu 10% der Bevölkerung in Deutschland (und in manch anderen Ländern und Ethnien sogar ein mehrfaches davon) so häufig ist (bzw. in Wahrheit schon immer so häufig war)...
#21 am 13.02.2018 von Gast
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#4: Frau Diederichs: Sie haben recht, das ist mir mit meinem Sohn (der inzwischen guter Gymnasialschüler ist), auch passiert über Jahre, in denen ich mich gegen eine Pathologisierung gewehrt habe, aber Obacht: bei einigen wachsen sich Unruhe und Unkonzentriertheit aus - die anderen haben tatsächlich längerfristig ein Problem, und dann liegt vielleicht wirklich ein AD(H)S vor. Was dann? Unbehandelt lassen ist sicher keine Lösung.
#20 am 13.02.2018 von Sylvia Robinson (Ärztin)
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Gast
Na, wir sind eben nun mal bis zu 10% der Bevölkerung in Deutschland. Das hat was mit persönlich betroffen und nichts mit Jünger zu tun...
#19 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Es versammeln sich die ADHS Jünger....
#18 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
z.B. Jürgen Klopp , das ist so jemand, der als Hitzkopf, emotionaler Mensch und Heißsporn gilt, und natürlich ist Klopp ein leichtgradiger Fall von ADHS , der heute als Kind mit Smartphone auch so seine Probleme in der Schule hätte (hat sich Klopp in einem Interview doch schon mal als Klassenkasper in seiner Schulzeit geoutet)...
#17 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
@#13: viele Borderliner haben ursprünglich ADHS und bei denen hat sich dann sekundär auf ADHS eine Borderline-PS drauf gesetzt. Zusätzlich wird oft fälschlich statt ADHS eine BPS diagnostiziert (ADHSler sind impulsiv, affektlabil und schnell aufbrausend, ähnlich wie Borderliner), obwohl die Patientinnen sich nicht selbst verletzen und auch sonst alles auf adulte ADHS statt Borderline hindeutet... aber so ist das eben bei der Mehrheit der Psychiater in Deutschland... die haben ADHS überhaupt nicht auf dem Schirm und sondieren daher auch nicht einmal in die Richtung... allein schon weil die Mär mit ADHS als "Kinderkrankheit" selbst in Fachkreisen sich in Aspekten immer noch hält...man hat ADHS eben letztendlich ein Leben lang, man kommt damit zur Welt und man stirbt damit... und auch bei den leichtgradigen Fällen wächst sich ADHS eben nicht aus, auch dort verbleibt zumindest eine Restsymptomatik, die dann als Persönlichkeitsstruktur,"Hitzkopf","emotionaler Mensch" gedeutet wird.
#16 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Ob ADHS ein Krankheit ist, ist abhängig von Schweregrad, Sozialisation und etwaigen primären Komorbiditäten (primäre Komorbiditäten meint hier das, was von Geburt an komorbid vorhanden war, so hatte z.B. Kurt Cobain ADHS und komorbid von Geburt an eine Bipolare Störung ). Bei ADHS-Betroffenen, die in Großstädten des 21. Jahrhunderts mit Smartphone und Cyber-Mobbing sozialisiert werden, liegt sehr oft natürlich eine problematischere Sozialisation vor, als es z.B. bei jemandem war, der als englischer Aristokrat auf einem Landsitz im 19. Jahrhundert aufgewachsen ist...
#15 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
"Späte Diagnose von ADHS" ,auch bei Senioren kann ein ADHS diagnostiziert werden: ADHS verschwindet nicht einfach mit dem 18. Lebensjahr, sondern bleibt bis zum Lebensende bestehen, das sieht man z.B. am Autor von "Der Medicus" , Noah Gordon, der erst im Alter von 70 Jahren mit ADHS diagnostiziert wurde: http://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/803168/medicus-autor-noah-gordon-wird-90-jahre-alt “Nur wenige Fans der ab 1986 erschienenen „Medicus“-Triloge, die die Medizinerdynastie der Familie Cole im Mittelalter beschreibt, werden von der Tortur wissen, der Gordon sich beim Schreiben unterziehen musste. Wegen einer erst im Alter von 70 Jahren diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-Störung (ADHS) quälte Gordon sich oft über Stunden, um klare Gedanken zu fassen und zu Papier zu bringen. „Eine Fülle, ein Überangebot schneller Gedanken“ sei ihm dabei durch den Kopf gerauscht, sodass er sich übermäßig stark konzentrieren musste, um gedanklich überhaupt bei einem Thema zu bleiben. “
#14 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Was ist denn der Unterschied zwischen ADHS und BPS?
#13 am 12.02.2018 von Gast
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Krimebuster
Oh Gott, Leute, was schreibt Ihr denn blos über ADHS. Es ist keine Krankheit sondern eine Gnade. In meinem Alter, kurz vor 80, blicke ich zurück auf ein erfülltes Leben, in dem ich schon mit zwölf Jahren zu meinen Mitschülern vom Gmnasium sagte:" Was seid Ihr für trübe Tassen, Ihr kriegt doch garnichts mit. Ich habe Euch gegenüber das Gefühl mein Lebenslicht an beiden Seiten angezündet zu haben. Es brennt möglicherweise etwas kürzer, aber viel heller". Die Diagnose kam erst im Alter von 60. Aber ein psychologische Gutachten kurz vor dem Abitur beschreibt damals die Symptome vollkommen zutreffend, obwohl das Krankeitsbild noch nicht erfunden war. Natürlci habe ich vor 20 Jahren dann auch Ritalin geschluckt. Aber ich lebte dabei wie hinter einem grauen Vorhang und habe es wieder gelassen. ADHS ist offensichtlich erblich. Mein Großvater hatte es, wenn man seinen Lebenslauf anschaut. Meine Mutter auch. Mein Bruder ebenfalls und seine Kinder auch. Meine auch. Daher meine Bitte, befreit endlich die Kinder von dem Stigma dieser Krankkeit und lasst sie unbehindert aufwachsen, wenn auch mit Ritalin, wenn es notwendig ist. Aber nicht als Medizin, weil sie krank sind. Sondern um ihnen zu helfen im Umgang mit den "langsamen" Mitschülern und einem langweiligen Schulunterricht.
#12 am 12.02.2018 von Krimebuster (Gast)
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Gast
Nebenbei sollte noch erwähnt werden, dass man ADHS nur dann vollständig und als Ganzes verstehen kann, wenn man es mehr oder weniger selbst hat. Nicht umsonst sind die Mehrheit der weltweit führenden ADHS-Wissenschaftler Blutsverwandte (Bruder, Eltern...) von ADHS-Betroffenen oder subklinisch oder leichtgradig manifest selbst von ADHS betroffen... ebenso wie die meisten auf ADHS spezialisierten Ärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten in Deutschland und weltweit... der Weg zur Diagnostik beginnt dann oft bei Aha-Effekten bzw. "Der/die Patient/in ist so wie ich auch..." bei ganz vielen Psychiatern ohne mentalen "Zugang" zu dem Thema wird meist nicht einmal in die Richtung sondiert, so offensichtlich die Hinweise auf ADHS auch sein mögen...
#11 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
vielleicht, weil hier niemand seinen Namen im Internet lesen möchte... schon mal daran gedacht...
#10 am 12.02.2018 von Gast
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Auffallend: Hier posten fast nur Gäste!
#9 am 12.02.2018 von Dr. Martin Wolkerstorfer (Psychologe)
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Gast
Zur skandalösen Ignoranz gerade auch von der Mehrheit der Psychiater in Deutschland bei ADHS: Ich habe selbst Medizin studiert und habe in der Universitätspsychiatrie 4 Monate Praktisches Jahr absolviert. Der Oberarzt meiner Station sagte dort in einem Seminar gegenüber uns Studenten:"...Ich möchte mich bei der Gelegenheit outen als ADHS-Gegner..."...das war übrigens diejenige Universitäts-Psychiatrie, die ansonsten als das ADHS-Zentrum schlechthin in Deutschland gilt. Und selbst dort sieht sich ein Teil der Ärzte als "ADHS-Gegner"...die deutliche Mehrheit der Psychiater in Deutschland dürfte diese Einstellung zu ADHS haben. Bei ca. 4 Millionen Erwachsenen mit ADHS in Deutschland (und das noch gemäß der "konservativen Diagnosekriterien gemäß ICD-10) dürfte riesiger Bedarf für die fachärztliche Betreuung von ADHS-Patienten bestehen und die bisher (Stand 2016) mit ADHS diagnostizierten Erwachsenen dürften sicher nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Leider beißen die Betroffenen bei überwiegend ignoranten und übrigens unethisch (und zwar so gar nicht gemäß Hippokratischem Eid bzw. Genfer Gelöbnis) handelnden Ärzten meistens nur auf Granit und erfahren gerade von dieser gesellschaftliche Gruppe noch stärkere Ablehnung bis hin zu offener Feindschaft, als dies für die Gesellschaft insgesamt gilt. Zeit, mal ein bischen Radau zu machen...
#8 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
#7 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Ich kann dem nur voll und ganz zustimmen. ich bin arzt und habe ADHS, nach schweren Erschöpfungsdepressionen bin ich irgendwann einmal selbst auf die Diagnose gestossen. wäre echt supi, wenn Deitschlands Psychiater mal den Sprung aus dem letzten Jahrhundert schaffen und diese Diagnose wahrnehmen, hätte mir in der Vergangenheit extrem vifl Leid erspart...
#6 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Unterdiagnostik ist bei ADHS ungefähr 10mal so häufig wie Überdiagnostik... bei 10-jährigen Jungen, die im Klassenzimmer randalieren, mag tatsächlich heutzutage in den meisten Fällen ADHS erkannt werden, bei Erwachsenen und insbesonderen Frauen und Mädchen sieht es aber nach wie vor ganz anders aus: http://www.refinery29.de/2017/04/151067/mein-recht-auf-adhs ...ebenso wird ADHS massivst unterdiagnostiziert bei Migranten insbesondere aus nicht-westlichen Kulturen (Türken, Araber z.B.) https://www.youtube.com/watch?v=W-avhR0Vohg , http://english.alarabiya.net/en/life-style/healthy-living/2015/01/03/Saudi-Arabia-15-of-children-have-ADHD-.html , https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26002410
#5 am 12.02.2018 von Gast
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Auf der anderen Seite wird ADHS auch häufig zu unrecht gestellt, bloß weil Kinder Erwachsenen auf die Nerven gehen.
#4 am 12.02.2018 von Annika Diederichs (Tierärztin)
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Gast
Wenn man schon beim Thema von Fehldiagnosen wie Borderline, Burnout und Depression ist, hinter denen sich in Wahrheit oft ADHS verbirgt: Unser ADHS-Advokat schlechthin auf Docchecknews Dr. Winkler hat sich zur Thematik Unterdiagnostik bei ADHS (insbesondere adulter ADHS) auf Docchecknews auch schon einmal geäußert: http://news.doccheck.com/de/blog/post/5098-adhs-geballte-inkompetenz-und-ignoranz-der-psychiater/
#3 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Ich sehe das so: mit ADHS in der Psychiatrie verhält es sich so wie mit der Nutzung von Pornoseiten im Internet. Beides ist der große, blaue Elefant mitten im Raum , den irgendwo jeder sieht bzw. dessen Präsenz fühlt, aber keiner redet darüber und will was damit zu tun haben. Im Übrigen sind ca. 70% gerade auch der Psychiater in Deutschland ignorant bezüglich ADHS. Unterdiagnostik und das Nicht-Erkennen von ADHS geschehen dort massenhaft. Die Anzahl tatsächlich kompetenter Spezialisten für ADHS (die in den meisten Fällen übrigens mehr oder weniger ausgeprägt selbst ADHS haben) ist leider mehr als überschaubar. Zusätzlich kommt nichts nach, um die alten Hasen und ADHS-Pioniere, die zusehends in den Ruhestand gehen oder aus anderen Gründen, z.B. dem systematischen Mobbing gegen niedergelassene ADHS-Therapeuten durch die institutionalisierte ADHS-Gegnerschaft, aus der Versorgung der ADHS-Patienten ausscheiden, zu ersetzen.
#2 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Mit dem Thema mit den 4 Großbuchstaben (ADHS) kann man ziemlich gut alle anderen gegen sich aufbringen.
#1 am 12.02.2018 von Gast
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Das ist ja im Grund eine gute Nachricht. Imnerhin spricht es dafür, dass sich immer mehr Ärzte bzw mehr...
 Ich frage mich allerdings, wie Apotheker noch in den Spiegel schauen können, wenn Sie ihren Kunden dieses Zeug mehr...
Wer schon in der Jugend mit Schmerzen zu tun hat, wird vermutlich ein Leben lang unter Schmerzen leiden. 

Wie mehr...

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