„Sie machen ja hier Zwei-Klassen-Medizin“

07.02.2018

Einige Politiker haben seit Monaten unser Gesundheitssystem im Visier. Obwohl unser GKV-System wohl den höchsten medizinischen Standard in der Welt hat, kann man es doch mal aus politischem Kalkül schlecht reden, Ängste schüren und davon dann profitieren. Einige Medien lassen sich vor den Karren spannen. Und die Auswirkungen auf die Praxis?

Der Februar ist vorbei, aber die eigentliche Grippewelle ist wohl noch nicht durch. In meiner kleinen HNO-Praxis am Rande der Großstadt ist so viel los wie selten. Entzündungen der Ohren, Nebenhöhlen, Mandeln und des Kehlkopfes haben im Vergleich zum Herbst deutlich zugenommen. Wir arbeiten bis zum Anschlag, die Helferinnen machen, oft selbst nicht ganz fit, Überstunden und meine Familie sieht mich noch weniger als sonst. 60 Wochenstunden? Keine Seltenheit.

Wird es einem gedankt?

Ich frage mich hin und wieder: Wie gehen wir in dieser Gesellschaft eigentlich miteinander um? Welche Stimmung herrscht? Natürlich bin ich realistisch und erwarte nicht von jedem Patienten einen Kniefall oder Lobgesänge, aber merkt denn auch mal jemand, was wir leisten?

Ein Patient verläßt den Raum und bevor ich den nächsten auf meiner nicht enden wollenden Liste hereinrufe, gehe ich schnell nach vorne, um ein Dauerrezept zu unterschreiben. Vor der Ecke mache ich Halt.

„Ich habe Halsschmerzen!", brüllt ein nicht ganz so wohl erzogener Mann meine Helferin an. „Ich kann nicht bis zu Ihrer Notfallsprechstunde warten. Das tut weh und ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen!“

„Aber Herr Wohlklang, ich gebe Ihnen doch einen Termin für heute Mittag. Das ist in zwei Stunden.“

Wie kann sie da so ruhig anworten? Bewunderung!

„Zwei Stunden? Wie soll ich das aushalten?“

Die anderen Patienten nehmen Abstand. Mir fällt als alter Notfallmediziner sofort auf, dass die Atmung augenscheinlich zumindest gut funktioniert. Für diese Lautstärke braucht er viel Luft!

Negativ-Motivation

Und dann kommt er wieder! Dieser so unheimlich motivierende Satz, den man so gerne hört, wenn man selbst Überstunden macht, höchste Leistung bringt, versucht, motiviert zu bleiben, den Helferinnen die Überstunden bezahlt und dieses Quartal nicht nur – wie sonst üblich – 30 Prozent über dem Budget liegt, sondern weit mehr:

„Wenn ich ein Privatpatient wäre, könnte ich bestimmt sofort drankommen. Typische Zwei-Klassen-Medizin! Pfui!“

Vielen Dank Politik

Abends sitzen wir noch kurz zusammen, meine Helferinnen mit Tränen in den Augen. Sie sagen, sie hätten in den letzten Monaten oft darüber nachgedacht, sich einen ruhigeren Job zu suchen. Einfach mal nicht angeschrien und beschimpft zu werden. „Respekt“ und „Würdigung der Arbeit“ sind oft genannte Stichworte.

Aber spiegelt das nicht die Stimmung im Lande wieder? Ist es nicht Plan einiger Politker, Ängste, Neid und den Klassenkampf zu schüren, um selbst politisch erfolgreicher zu sein? Wissen die Gesossen, was sie damit den rechtschaffenden und fleißigen, den unbestechlichen und ethisch richtig handelnden Leistungserbringern antun?

 

Bildquelle: Marco, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 05.03.2018.

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Gast
#12 auch ich habe eine schwere BPS und sonst noch einige sehr schwere Erkrankungen. ich benehme mich aber deshalb nicht wie die Axt im Walde. Nicht alles darf man als Symptom einer Erkrankungen hernehmen. Meine Ärzte kennen mich, wenn ich sage, dass es dringend ist, dann komme ich sehr zügig an die Reihe. Ansonsten warte ich bis ich dran bin. Ich will als Notfall ja auch nicht warten bis alle Bestellpatienten durch sind. Ich persönlich habe noch keinen Unterschied zwischen gesetzlichen und privaten Patienten erlebt. Danke an meine Ärzte/innen :)
#45 am 19.03.2018 von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Unabhängig von der Frage, ob eine Bürgerversicherung gut oder schlecht ist, halte ich es für richtig, dass in einem solidarischen Staat absolut JEDER, der kann, verpflichtet sein sollte, in die soziale Krankenversicherung einzuzahlen. Dass sich hierzulande Selbständige, Beamte und Besserverdiener nicht an den Kosten einer vermeintlich sozialen und solidarischen Versicherung beteiligen müssen (aber dürfen, sofern sie aufgrund der für sie erwarteten Kosten von einer PKV ausgeschlossen werden), ist eigentlich nur asozial und unsolidarisch. Die Hauptfinanzierer unseres gesetzlichen Gesundheitssystems sind niedrige bis mittlere Einkommen. Da läuft doch was verkehrt, wenn ausgerechnet diese Einkommensgruppen die alleinige finanzielle Verantwortung für die Versorgung derjenigen tragen müssen, die nicht in der Lage sind, sich an den Kosten zu beteiligen. Wieso müssen Beamte und diejenigen, die höhere Einkünfte haben, sich nicht an den Kosten der gesundheitlichen Versorgung von Arbeitslosen, Schwerstbehinderten, Asylbewerbern und bedürftigen Menschen beteiligen? Wenn wirklich jeder mit in das System einzahlen müsste, könnten Ärzte und Krankenhäuser problemlos besser entlohnt werden. Die Beiträge (prozentual) könnten massiv gesenkt werden, was vor allem den „kleinen Mann“ entlasten würde. Das müsste auch nicht zwangsläufig auf das System einer Bürgerversicherung hinauslaufen. Schon jetzt kann man sich ja allerhand zusätzlich versichern (Wahlleistungen, Zahnersatz, etc.). Warum sollte sich der, der es hat und auf Privatbehandlung wert legt, nicht dafür eine Zusatzversicherung abschließen? Ich sehe es auch so, dass das Entlohnungssystem durch die GKV dringend reformiert gehört, insb. die Budgetierung gehört abgeschafft. Es kann nicht sein, dass ein Arzt ein Viertel bis ein Drittel Privatpatienten benötigt, um kostenneutral arbeiten zu können und die gesetzlich Versicherten quer zu subventionieren. Genau diese Notwendigkeit führt letztendlich dazu, dass ein Wettbewerb um Privatpatienten entsteht, bzw. man diesen Vorteile bieten muss, was wiederum in der Wahrnehmung der Allgemeinheit zu einer gefühlten Zunahme der 2-Klassen-Medizin führt (und damit wie man sieht zu erheblichem Unmut bei einzelnen).
#44 am 15.03.2018 von Gast (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
# 37 gute Idee, werde auch noch mein eigenes - Super- Genius- universe erschaffen . Mit Lebewesen, die wahrhaftig und uneigennützig sind. Bordis wonderworld
#43 am 09.03.2018 von Gast (Arzt)
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Gast 35. Die Aussage: "Den ungehaltenen Patienten/Angehörigen erkläre ich auch, ihr Kind hat Fieber und/oder Schmerzen, warum haben sie noch nichts gegeben? Dann gibt es gleich ne Runde Novalgin fürs Kind und siehe da, eine halbe Stunde später sind die meißten Kinder wieder Topfit. Wer nicht fit ist, ist schon eher ein Fall für den Notfallambulanzrarzt/Station." klang für mich so, als sollte man zuhause Novalgin geben, vielleicht war es tatsächlich nicht so gemeint. ich selbst habe Metamizol im Haus - aber ich hätte mich nie getraut, meine Kinder damit zu behandeln., ohne vorher den Arzt zu fragen.
#42 am 08.03.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Liebe Leser! Wir verstehen, dass so eine Krankheit viel Kraft erfordert und es sicherlich viele Situationen zu erläutern gibt. Allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass dies ein Fachportal ist und auch dieser Blog nicht der richtige Ort für ausschweifende persönliche Schilderungen ist. Wir bitten euch also sachlich und themenbezogen zu bleiben. Wir behalten uns vor, zu persönliche Beiträge weiterhin zu moderieren. Vielen Dank für euer Verständnis! Eure DocCheck News Redaktion
#41 am 08.03.2018 von DocCheck News Redaktion (Mitarbeiter von DocCheck)
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Bordischreck
Wie wär's mit einem eigenen Blog? Dann müssten Sie nicht jede Diskussion mit Ihren Erfahrungen, die nix mit dem Beitrag zu tun haben, sprengen. Der Vorschlag ist ernst gemeint. Schreiben Sie einen Blog über Ihr Leben mit einer BPS aber trollen Sie hier net rum.
#40 am 07.03.2018 von Bordischreck (Gast)
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Gast
Fortsetzung... der war ein Klasse Arzt aus Berufung (leider vor 2 Jahren verstorben)
#39 am 07.03.2018 von Gast
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Gast
An den genervten Gast, ach wissen Sie ich bin nicht nur schwerkrank ( BPS und noch ein paar andere Erkrankungen) sondern ich war unter anderem,auch mal als Arzthelferin tätig plus 11 Jahre mit einem Allgemeinmediziner liiert( Überraschung - tatsächlich hat er es solange mit mir ausgehalten), will sagen ich kenne mich bestens mit Patienten jeglicher Couleur aus. Oberstes Maxime einer Arztpraxis - stets freundlich bleiben. Zahlt sich meistens auch aus, der Doc und die gesamte Mannschaft sind regelmäßig mit Geschenken und Dankbaüberhäuft worden
#38 am 07.03.2018 von Gast
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genervter Gast
@ Gast mit der BPS: Was es da zu disliken gibt? Dass man auch als Borderliner sich nicht in JEDE Diskussion einmischen muss wenn man nix zum Thema beizutragen hat. Eine BPS IST furchtbar, ja. Aber ein Hirn zum Denken hat JEDER und - mit etwas Glück - auch eine Erziehung. Für Borderliner gibt es mehr als genug eigene Foren - da muss man nicht bei doccheck "rumtrollen" um auf sich aufmerksam zu machen.
#37 am 07.03.2018 von genervter Gast (Gast)
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Gast
Um zurück zur Diskussion zu kommen: Ich habe das Glück, bisher ausnahmslos "normal" behandelt worden zu sein als GKV. Bevorzugung von PKV-Pat. habe ich NOCH NIE erlebt - geschweige denn getrennte Wartezimmer. Meiner Erfahrung nach kommt man auch als GKV sehr schnell dran, wenn man HÖFLICH ist und bleibt bzw. Verständnis hat für die Leute in den Praxen/Kliniken, die auch nur ihren Job machen. Dass ich als ohne-Termin-kommender-Patient ggf. etwas warten muss, ist doch logisch. Die Welt dreht sich nicht nur um mich. Ich bin eher (positiv) überrascht, wenn ich trotzdem nur 20 Minuten warten muss.
#36 am 07.03.2018 von Gast
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Gast
" Aber schon bei der von Ihnen angesprochenen Frage - soll man bei Fieber bei Kindern denn Metamizol geben? - gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander." Nein, denn Novamin ist rezeptpflichtig. Ob und wann Kinder das bekommen sollen, muss demnach (zu Recht) der Arzt etnscheiden.
#35 am 07.03.2018 von Gast
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Kommentar 30 Doctor Weller. Auf der anderen Seite wird den Patienten aber auch Automedikation vorgeworfen; sie belesen sich im Internet und nehmen dann NSAR etc. ohne Ende. Als Laie und aufgeregte Eltern ( leider gibt es immer weniger Mütter, Tanten, Großmütter, die man fragen kann - wobei bemerkt, desren Tipps sind auch nicht immer das Gelbe vom Ei) ist es nicht so einfach, eine Bagatellerkrankung und was Behandlungswürdiges auseinanderzuhalten. Schlechtes Benehmen gehört freilich nicht dazu , da haben Sie Recht. Aber schon bei der von Ihnen angesprochenen Frage - soll man bei Fieber bei Kindern denn Metamizol geben? - gehen die Meinungen ziemlich weit auseinander.
#34 am 07.03.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
??? Hallooooo, was gibts da zu disliken
#33 am 07.03.2018 von Gast
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Gast
Liebe Frau Cortes, ein super klasse Krankenhaus, in Köln ,hatte ich mal. Die haben tatsächlich Rücksicht auf meine BPS genommenen, 2 mal hat man mich auf die Privatstation ( obwohl ich darauf keinen Wert lege ) aufgenommen und da ich Alleine auf dem Zimmer war, hat der Oberarzt mir erlaubt, im Zimmer rumzuschreien und zu toben ,wie es mir beliebt. Nur das Pflegepersonal durfte ich nicht beleidigen, dann hätte der Doc mich nach Hause( leider bin ich überall und nirgendwo zu Hause) verbannt. Das gesamte Pflegepersonal war so freundlich, dass ich mich dort so wohl gefühlt habe und meistens entspannt und friedlich war .
#32 am 07.03.2018 von Gast
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Ich habe in den letzten Monaten sehr viel ärztliche und zahnärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Die meisten Spezialisten habe ich als "sehr gut" erlebt. Es gibt welche, die ihre eigenen Grenzen kennen und nur Privatpatienten behandeln, und solche, die aus Idealismus sowohl Privat- als auch Kassenpatienten behandeln, und zwar gleichwertig. Für Zusatzleistungen, die von den Versicherungen evtl. nicht erstattet werden, muss eben die Einverständniserklärung des Patienten eingeholt werden. Als ich selbst noch praktizierte, habe ich auch die Obdachlose dem angesehenen Bürger vorgezogen, weil sie schon länger wartete. Letzterer zeigte großes Verständnis. Ich habe auch nie erlebt, dass sich jemand beschwerte, weil er oder sie 1 Stunde warten musste, weil ich eben für einen z.B. psychisch Kranken längere Zeit benötigte. Vielleicht lebe ich in einem glücklichen Landstrich...
#31 am 07.03.2018 von Dr. med. Regine Böckelmann (Ärztin)
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Ich bin mir selbst wert und kenne den Wert meiner Arbeit. Und ich will mich nicht treten lassen. Früher wäre ich in solch einer Situation vielleicht unsicher geworden. Heute bitte ich solche Patienten, sich bei unerträglichen Schmerzen sofort ins Krankenhaus zu begeben, wo es Anästhesisten gibt zur sofortigen Narkose-Einleitung: Sie sehen ja, meine Helferinnen und ich arbeiten, soviel und so schnell wir können, oberhalb der Schmerzgrenze. Und so starke Schmerzen werden durch meine Untersuchung nicht sofort besser.... Auf solche Patienten verzichte ich gerne.
#30 am 06.03.2018 von Dr. med. Michael Walter Groh (Arzt)
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Superartikel! Habe als Pat fast nur positive Erfahrung in (Fach)Arztpraxen gemacht, in den letzten Jahren 2x direkte Bevorzugung von PKV erlebt. Die Anspruchshaltung (Angst? Ego?) einiger Mitmenschen ist hingegen scheußlich... Da bleibt mir im Krankenhaus manchmal die Spucke weg...tief durchatmen.. Das Gros der Kranken sieht jedoch, was so los ist und gibt sehr oft positive Rückmeldung! Danke dafür! Das ändert allerdings nichts an den katastrophalen Umständen ( nicht nur) im Gesundheitswesen. Arbeite seit knapp 40 Jahren als Krankenschwester und weiss, wovon ich rede.
#29 am 06.03.2018 von Hildur Bohland (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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es ist nicht die Politik. Es sind die Menschen selbst, die immer weniger soziale Kompetenz zeigen unter Stress. Halsschmerzen sind ja auch Stress. Ich arbeite in einer Kinderklinik, jeder kommt und ihm muss gleich geholfen werden. Keiner kann sich erst mal selbst helfen. Dabei hilft bei Hals- oder Ohrenschmerzen eben erst einmal ein Schmerzmittel. PCM, Ibu bekomme ich in jeder Apotheke vielleicht noch ein Asprin zu Hause (wobei ich von ASS nicht viel halte) oder Novalgin. Oder in die Apotheke, da sagen was man für Probleme hat. Und dann gibt es was von Rathiopharm von Schmerzmittel bis Lutschtabletten mit Lidocain. Den ungehaltenen Patienten/Angehörigen erkläre ich auch, ihr Kind hat Fieber und/oder Schmerzen, warum haben sie noch nichts gegeben? Dann gibt es gleich ne Runde Novalgin fürs Kind und siehe da, eine halbe Stunde später sind die meißten Kinder wieder Topfit. Wer nicht fit ist, ist schon eher ein Fall für den Notfallambulanzrarzt/Station.
#28 am 06.03.2018 von Andreas Weller (Arzt)
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gast 12, dann sagen Sie das in der Anmeldung, dass Sie eine psychische Störung haben. Ich habe auch eine und weiss, dass darauf Rücksicht genommen wird. So durfte ich in einem Behandlungszimmer warten und musste nicht ins Wartezimmer, als ich reizüberflutet war. Und im KH durfte ich vor einer OP schon am Vortag kommen und bekam ein Einzelzimmer. Fast alle versuchen mir zu helfen, wenn ich mein Problem darlege. Wenn Sie sich schnell ausgeliefert fühlen und in Panik geraten, hilft es Ihnen eventuell, wenn die Ärztin / der Helfer jeden Behandlungsschritt kommentiert und mit Ihnen bespricht. Wenn ich allerdings nur rumkreische und keiner weiss, was los ist, kann ich nicht darauf hoffen, Verständnis zu finden.
#27 am 06.03.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Kapitalismusgegner
wenn Ärzte verschiedene Wartezimmer für Privatpatienten und Kassenpatienten haben, denkt jeder wunderwas bzw. dass die Behandlung auch unterschiedlich ist -man sollte solche äußeren Klassengeschichten sein lassen .
#26 am 06.03.2018 von Kapitalismusgegner (Gast)
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gast 17 - außer der Verwendung des Wortes "schizophren" bin ich voll bei Ihrem Kommentar. Patienten und Ärzte strafen sich ( gefühlt! nicht tatsächlich!) gegenseitig ab, obwohl das Problem in der Politik liegt. Denn eigentlich wollen Ärzte und Patienten das Gleiche: Gut behandeln und eine gute Behandlung empfangen. Weder sind Ärzte diskriminierend noch Patienten superanspruchsvoll - da werden jeder Gruppe Eigenschaften zugeschrieben, die nicht wirklich überprüft werden . An die Helferinnen: Sie sind der stellvertretende Empfänger der Frustration - wie Busfahrer, Postboten, Sanitäter, Ausländer auch. Leider neigen viele Leute dazu, sich an die falsche Adresse zu wenden anstatt sich an die wirklich Verantwortlichen . Sie leisten gute Arbeit ! ich hoffe sehr , dass Sie Ihren anspruchsvollen Beruf nicht Leid werden.
#25 am 06.03.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Noch ein Nachtrag; Gebe immer viel Geld in die aufgestellten "Schweinchen oder Kassen etc..", da ich ja auch von "Trinkgeld"lebe. Freundlichkeit und Dank würde allen gut tun.
#24 am 06.03.2018 von Masseur und med Bademeister Michael Biegger (Physiotherapeut)
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Ich weiß was eine Praxis leisten muss, ohne es honoriert zu bekommen. Unfreundlichkeit oder gar Aggression sind natürlich nicht zu akzeptieren und müssen trotzdem oft und leider "geduldet/ertragen" werden. Nun zu der Ausnahme. Es ist eben tatsächlich Fakt und Tatsache; als Privatpatient bekomme ich erstens einen "zeitnahen Termin" und zweitens warte ich "wundersamer Weise" deutlich weniger in der Praxis. Es gibt tatsächlich in manchen/vielen Praxen eine "Zwei-Klassen-ich sage jetzt Betreuung", da medizinisch sicherlich jeder gleich behandelt wird (smile). Alleine was ich alles in Anspruch nehmen kann oder könnte; da kann ein Kassenpatient nur davon träumen. Die Lösung! Für Privatpatienten weniger Geld abrechnen können und für Kassenpatienten mehr Geld bekommen. Löst zwar nicht das Problem mit dem "Meckern+++Aggression", aber es wäre möglich den "Druck aus der Düse" zu nehmen. Nochmals zum Anfang bevor es falsch verstanden wir; ich bringe bei einem Arzttermin reichlich Zeit mit.
#23 am 06.03.2018 von Masseur und med Bademeister Michael Biegger (Physiotherapeut)
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hk
moin. arbeite selbst im gesundheitswesen (medizintechniker) und weiss daher was dort geleistet wird. habe schon den einen oder anderen (un)patienten in einer arztpraxis die meinung gegeigt, da das benehmen unmöglich war. meine frau und ich bringen jedenfalls jedes jahr einen präsentkorb in unsere hausarztpraxis als dankeschön rum. kostet nicht viel und macht jedesmal freude in die dankbaren augen zu blicken. und nein, wir werden dort NICHT bevorzugt behandelt....naja vlt ein wenig netter ;)
#22 am 06.03.2018 von hk (Gast)
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Gast
# 22 Ja, ja, ich überlege ernsthaft mir eine Visitenkarte kreieren zu lassen, damit auch Alle wissen worauf man sich eventuell einstellen kann.
#21 am 06.03.2018 von Gast
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Gast
Liebe Frau Voit, ich drehe ja nun nicht ständig durch und die BPS erwähne ich deshalb, weil , wenn ich einen dieser Wutanfälle habe, dass nicht mit Vorsatz oder gar Berechnung mache. Es ist nunmal eine schwere Erkrankung und wenn ich es mir wegoperieren könnte, dann würde ich das sofort tun. Das rumtoben macht mir wahrlich keinen Spaß, meistens brauche ich Tage um mich wieder zu regenerieren
#20 am 06.03.2018 von Gast
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18: ich hatte mal einen Patienten in der Reha, der von den Psychologen die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zurckgemeldet bekam und von Stund an überglücklich war, jedes noch so miese Verhalten mit seiner Diagnose entschuldigen zu können. Mag bei BPS noch etwas anders gelagert sein, aber Eigenreflektion (auch wenn sie zu spät kommt und der Ausraster bereits passiert ist) ist ja schon mal etwas ...
#19 am 05.03.2018 von Sylvia Robinson (Ärztin)
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Fakt: ein Privatpatient schließt einen Vertrag mit seinem Arzt. Die Ausgestaltung obliegt den Vertragspartnern und kann nicht Gegenstand irgendwelcher politischen Wunschvorstellungen sein. Noch gilt der Grundsatz der Vertragsfreiheit. Der GKV Patient hat einen Vertrag mit seiner Kasse. Die Ausgestaltung regelt die Kasse. Es ist jedoch jedem GKV Patient überlassen, in Rahmen einer zusätzlichen Versicherung, einen Vertrag mit dem Arzt zu schließen. Darüber hinaus wird jeder Arzt im Notfall handeln. Deswegen kann ich dieses "Bürgerversicherungsgerede" nicht nachvollziehen.
#18 am 05.03.2018 von Horst Peter Kühn (Unternehmensberater)
  19
Gast
Die komplette schizophrene Budgetierung gehört SOFORT abgeschafft. Ein Arzt sollte wieder als Heiler fungieren und schalten und walten können wie er es für nötig hält.
#17 am 05.03.2018 von Gast
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Wer ständig sein Budget überschreitet darf sich nicht wundern, wenn er nicht geachtet wird. Grundlage aller Arbeit ist die Selbstachtung. Und m. E. gehört zur Selbstachtung, dass meine Arbeit anständig bezahlt wird.
#16 am 05.03.2018 von Alfred Böttger (Arzt)
  4
Gast
Ist leider auch bei uns in der Zahnmedizin nicht anders, die Patienten honorieren unseren Stress, den Aufwand und die Sorgfalt, mit der wir uns um alle kümmern wollen, nicht im Geringsten! Egal ob GKV oder PKV, es ist immer eine Selbstverständlichkeit, dass wir die "normalen" Sprechzeiten auch schon vorher und hintendran mit "Schmerzpatienten" belegen! O-ton:" das kann man ja wohl erwarten, dass der Doc mich in seiner Freizeit behandelt!" Einfach traurig!
#15 am 05.03.2018 von Gast
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niedergelassene Ärzte haben 60 Std Wochen, die Patienten müssen warten ... und die Politik schwafelt von 2 Klassenmedizin. würde man die Zulassungsbeschränkungen aufheben, dann bestünde zumindest die Chance, dass es mehr Ärzte gibt und damit mehr Kapazität. Schafft man die private KV ab, gibt es immer noch nicht genug Ärzte. Nur vielleicht noch mehr die möglichst früh aufhören, weil sie die Nase voll haben.
#14 am 05.03.2018 von Dr. Dr. Ernst Heissler (Arzt)
  3
Gast
Ich hatte vor kurzem einen Termin zur ÖGD. Normalerweise braucht man hierfür nicht zu warten. Das konnte ich auch nicht gut, wegen massiver LWS-Probleme. Ich habe dann aber mitbekommen, daß der junge Mann vor mir offenbar ein Notfall war, und der Arzt einfach länger für ihn gebraucht hat. Dann habe ich halt gewartet...
#13 am 05.03.2018 von Gast
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Schreckgespenst
Nun ja, ich gestehe ,ich bin KEIN guter Patient. Ich hasse es ,keine Kontrolle mehr über meinen Körper zu haben und Abhängig von des Arztes Gunst zu sein, das wiederum führt zu gelegentlichen, fürchterlichen , unkontrollierbaren Wutattacken gegen jeden und Alles( leider Buddhas krankheitsbedingt BPS) Danach folgt das andere Extrem, ich beschenke die Mitarbeiter und entschuldige mich tausendfach für mein Fehlverhalten . An dieser Stelle, möchte ich mich von Herzen bei Allen medizinischen Engeln bedanken, dass Sie mich irgendwie ertragen haben.
#12 am 05.03.2018 von Schreckgespenst (Gast)
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Es war ein Genuss, die Kassenzulassung abzugeben als mich die KV darauf aufmerksam machte, ich läge mit 1000 ( eintausend ) Patienten über dem Budget bei einer 70 Std.-Woche. - Und wer kommt jetzt in meine Privatpraxis? Die selbstzahlenden Kassenpatienten! ( Ich rechne zum Basistarif ab )
#11 am 05.03.2018 von Dr. med. Wolfgang Lützenrath (Arzt)
  20
Gast
Ich bewundere immer wieder die Ruhe der Praxismitarbeiter und die Einsatzbereitschaft aller Beteiligten im Gesundheitswesen. Man sollte aber nicht auf den Patienten schimpfen. (Teilweise) ... • Keine Terminvergabe für Neupatienten, • mehrere Monate Wartezeit auf einen Termin, • Stunden Wartezeit (trotz Termins) im Wartezimmer und dann • nur etwa 3 Minuten Konsultationszeit mit • wortkargen Erklärungen des Behandlers. Das trägt nicht gerade zum freundlichen Miteinander aller Beteiligten bei. Das Übel ist wohl viel früher zu suchen. Wenn in einer Marktwirtschaft die Nachfrage das Angebot übersteigt, sinkt die Qualität und der Preis steigt. Das führt im Weiteren zu einem steigenden Angebot um die Nachfrage zu befriedigen. Aber leider gibt es dort Interessensverbände, die dies unterbinden. Dies führt zur Unzufriedenheit aller Beteiligten. Aber es scheint, dass viele der Klagenden eine Änderung des Systems gar nicht wünschen, weil dies zur Sicherung des eigenen Daseins dient.
#10 am 05.03.2018 (editiert) von Gast
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Die Praxen haben nur die Wahl einen neuen Patienten zu verprellen oder die bereits wartenden auf die lange Bank zu schieben. Unter der Annahme, dass alle einen wichtigen medizinischen Grund für den Besuch haben, würde ich als Praxisinhaber die erste Alternative realisieren. Christian Goergen, Neurochirurg
#9 am 05.03.2018 von Christian Goergen (Arzt)
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Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, der zwingend behandelt werden muß, wie wäre es da einfach mal mit Rausschmiß aus der Praxis? Die anderen Patienten wären dankbar...
#8 am 05.03.2018 von Werner Wöhrle (Mitarbeiter Industrie)
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Dass WIR unter dem Strich einen Verlust haben, weil wir vor 2 Stunden durch sein Fernbleiben (theoretisch) Leerlauf hatten, darf man den Patienten ja nicht sagen, das gilt ja als "unprofessionell". Aber ich bin derjenige, der "unverschämt ist", wenn er höflich und freundlich die Tatsachen auf den Tisch legt, warum es jetzt einfach nicht mehr geht, auch nicht mit Fragen wie "Und wenn ich jetzt ein Notfall wäre, würden sie mich auch wegschicken?"
#7 am 05.03.2018 von Christian Blöcker (Medizinisch-Technischer Assistent)
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Benehmen und Rücksicht sind eben leider nicht mehr vorhanden heutzutage. @#2 Es sind sicherlich an vielen Stellen organisatorsiche Dinge wie Terminvergabe und -planung zu verbessern, aber ein Patient, der zu einer 1-stündigen Diagnostik 2 Stunden zu spät kommt, hat sich trotzdem über mich beschwert, weil ich gesagt habe, wir könnten jetzt nicht alle Patienten, die pünktlich waren (gute Terminplanung auch auf Seiten der Patienten!), 1 Stunde warten lassen, nur damit er jetzt seien Untersuchung zwischengeschoben bekommt. Kein Einsehen, weigert sich zu gehen, macht auch den Platz an der Anmeldung nicht frei.
#6 am 05.03.2018 von Christian Blöcker (Medizinisch-Technischer Assistent)
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PKV-Einzelleistungssystematik und GKV-Pauschalierung mit Regressandrohung zu Lasten der Ärzteschaft sind keine Zwei-Klassen-Medizin. Diese ist und bleibt allein mit §12 Sozialgesetzbuch 5 (SGB V) festgeschrieben: "Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten" (WANZ-Prinzip wirtschaftlich, ausreichend, notwendig, zweckmäßig). Sie bedeutet systematische, überproportionale Zuzahlungen bei unseren einkommensschwächsten Patienten. Insbesondere gut verträgliche, nicht rezeptpflichtige Präparate sind unerreichbare Selbstzahler-Leistungen für Migranten, Niedriglöhner, geringfügig Beschäftigte, Leiharbeiter, Sozialhilfeempfänger und ALG-II-Aufstocker.
#5 am 05.03.2018 von Dr. med. Thomas Georg Schätzler (Arzt)
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Wertschätzung gilt auch sich selbst gegenüber: Warum sollte ein Arzt solch einem Patienten/solch einer Patientin in aller Deutlichkeit, gut hörbar und auch mal erschöpft-emotional genau das sagen, was der Kollege oben schreibt: " Jetzt ist aber gut!! Ich und mein Team reißen uns den A... auf, egal ob für privat oder gesetzlich Versicherte, und bei Ihnen als gesetzlich Versicherter mache ich das für sage und schreibe xxEuro im Quartal. Dafür dreht kein Handwerker den Schlüssel seines Autos rum! ich sehe meine Familie in der Erkältungszeit kaum noch, wir tun,was wir nur irgend können. Wäre es zu viel verlangt, wenn Sie selbst auf die Idee kämen, sich drüben aus der Apotheke bis zu Ihrem Termin ein Halsbonbon zu holen?" Ich finde, auch daran sollten wir Ärzte mal denken, uns die Wertschätzung wieder zu holen, indem wir aufzeigen, dass wir keine Roboter sind.
#4 am 05.03.2018 von Dr. med. Susanne Bihlmaier (Ärztin)
  2
Gast
Dieser Herr hätte einfach in die Apotheke nebenan gehen können, ein paar Halsschmerztabletten lutschen, sich im Zweifelsfall vom Hausarzt krankschreiben lassen und zu Hause auskurieren. Aber nein, dieser Herr schildert seine Symptome so, als sei er gerade dabei zu Vierlinge auf die Welt zu bringen. Solch besonders aufdringlich und fordernden Persönlichkeiten kann man es nie Recht tun.
#3 am 14.02.2018 von Gast
  2
Gast
Das Problem sind nicht die Wartezeiten oder Terminvergabe (ok, die manchmal schon) sondern die Erwartungshaltung der Patienten. "Mir tut was weh und du, Arzt, musst mir jetzt sofort helfen. Warum soll ich mit Schmerzen warten? Ich zahle doch schließlich Krankenkassenbeiträge und lebe in einem der reichsten Länder der Welt. Da wird es doch möglich sein das man mir auch umgehend hilft." Ich weis nicht mehr wie oft ich in den Wartezimmern und im Empfangsbereich verschiedener Ärzte solche Szenen miterlebt habe. Manche Menschen sind so Ich-zentriert das es dem Beobachter schon fast weh tut. Da fehlen nicht nur Anstand, Empathie und die Fähigkeit die Schwere der eigenen Beschwerden richtig einzuschätzen, da hakts noch wo ganz anders.
#2 am 13.02.2018 von Gast
  8
Gast
Ich muss auch sagen, als Kassenpatient bin ich bisher immer gut gefahren. Ja, mit ner Lapalie wartet man halt mal 1 Stunde oder so. Und wenn die Praxis halt gerade keine Notfallsprechstunde hat, dann wartet man halt. Vielleicht ist es Erziehung, vielleicht ist es dass ich selbst im Gesundheitswesen bin aber ich glaube dass viele Leute echt eine falsche Vorstellung von Medizin haben (und wie verdammt gut es uns in Deutschland geht). Nur nicht entmutigen lassen! (Und ich seh das auch so dass viel Meinungsmache betrieben wird. Privatpatienten bekommen keine andere Medizin und schnellere Termine ist auch eher 70% Gerüchte.)
#1 am 12.02.2018 von Gast
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Der Hausarzt von Herr Wagner hat sich meist für ein Antibiotikum entschieden. Aber nach rascher Besserung kam es mehr...
Vor vielen Jahren, als ich noch Oberarzt in einer großen HNO-Klinik war, lernte ich Herrn Grimme kennen. Sein Gehör mehr...
Man sieht sie immer seltener, die Damen mit Hut. Wie in einem Schwarz-Weiß-Film längst vergangener Zeit kleidet mehr...

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