Messerli am Hörnligrat abgerutscht?

18.11.2012
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Zwischen Schokoladenkonsum pro Kopf und der Anzahl der Nobelpreisträger pro 10 Millionen Einwohner soll es eine signifikante, lineare Korrelation geben, meint der Hypertonie-Experte Professor Franz Messerli aus New York. (New England Journal of Medicine NEJM 2012; 367: 1562-1564). Lt. Messerli sollte die Zahl der Nobelpreisträger als ein Surrogatparameter für kognitive Funktionen in der Bevölkerung eines Landes gelten. Um die Zahl der Nobelpreisträger eines Landes um einen weiteren zu erhöhen, sei ein Schokolademehrverbrauch von 0,4 kg pro Kopf und Jahr erforderlich. Auch Messerli selbst esse täglich Schokolade. An der Spitze der Länder steht beim Schokolade-Konsum und der einwohnerbezogenen Nobelpreisträgerzahl die Schweiz. Im Mittelfeld liegen dann die USA, Frankreich und Deutschland; zuletzt China, Japan und Brasilien. Einzige Ausnahme ist Schweden: Bei nur 6,4 kg Schokolade pro Kopf/Jahr sollten es lediglich 14 Nobelpreisträger sein, es sind aber 32!

 

Die Schweiz als klassisches Touristen- und Transitland produziert beträchtliche Mengen an Schokolade, die ausschließlich an Besucher/-innen dieses schönen Landes verkauft wird. Der Pro-Kopf-Inlandsverbrauch ist dadurch künstlich erhöht und keineswegs nobelpreisverdächtig. Und viele, insbesondere dreieckige Schokoladenprodukte, die an das Matterhorn erinnern sollen, werden durch Nüsse, Mandeln und Honig aufgefüllt. Vielleicht sind es ja diese drei Substanzen, die in Schweden neben einem "Heimvorteil" die überhöhte Rate von dortigen Nobelpreisen erklären. Es gibt übrigens auch "eine signifikante, lineare Korrelation" zwischen dem Verkauf von Einmalwindeln und der menschlichen Reproduktionsrate. Aber niemand käme auf die Idee, durch Überproduktion von Windeln die Zahl der Geburten ankurbeln zu wollen.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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