Suche Privatpatienten – KV-Budget verbraucht

03.02.2018

Mein Geständnis: Ich verdiene am Leid der Menschen. Ich bekomme Geld, weil es meinen Patienten schlecht geht, und ich gehe nach Hause, bevor alle Menschen im Ort gesund sind. Ist eine Arztpraxis ein Wohlfahrtsort oder Wirtschaftsunternehmen?

Als ich vor einigen Jahren die Praxis meines Vorgängers übernommen habe, war das Inventar natürlich nicht mehr auf dem neuesten Stand. Trotzdem war eine Zahlung in Höhe eines kleinen Einfamilienhauses notwendig. Mittlerweile habe ich fast alle Geräte ersetzt, damit fielen also weitere Kosten an.

Viele Geräte sind Bedingung für Kassenzulassung

Es gibt einige Gerätschaften, die ein HNO-Arzt vorweisen muss, wie zum Beispiel ein Audiometer, ein ENG, OAE, BERA, verschiedene starre und flexible Endoskope, Lupenlaryngoskop, Mikroskop. Schauen Sie gerne selbst mal im Internet, was eine neue Videonystagmographie mit entsprechendem PC und Hard- und Software so kostet. Dazu Lizenz- und Wartungsverträge. Die Gründe für den regelmäßigen Austausch der Geräte sind vielseitig: Sie sind defekt, sie haben keine Zulassung der Krankenversicherung mehr oder sie sind nicht kompatibel mit Windows 7.

Nun stand noch eine weitere Investition an: ein Ultraschallgerät. Kein Muss für einen HNO-Arzt, aber eine diagnostische Hilfe. Da ich gerne rasch eine Diagnose stelle und nicht immer zum Radiologen überweisen möchte, stand dieses Gerät auf meiner Wunschliste sehr weit oben. Aber kann ich es mir leisten? Ich zahle immer noch an den vielen anderen Krediten ab. Trotzdem thront es seit gestern auf meiner Behandlungseinheit, leicht erreichbar, nicht zu übersehen.

Der Laden läuft, oder?

Der letzte Patient meiner Notfallsprechstunde ist heute Herr Thimm, ein stadtbekannter und wirtschaftlich erfolgreicher Handwerker. Faire Preise bei stets sehr hochwertiger Arbeit, zuverlässig.

„Mensch, Dr. Fora!“, sind seine Worte beim Herausgehen. Gerade habe ich seine Ohrspeicheldrüse sonographiert. Das neue Gerät hat er sofort registriert. „Praxis voll und jetzt dieser neue tolle Kasten! Läuft, oder?“

„Naja, das ist schon eine ordentliche Investition gewesen“, entgegne ich.

„Aber das Wartezimmer ist doch immer voll bei Ihnen. Je mehr Patienten desto mehr Geld!“, grinst er mich an.

„Eigentlich nicht, ich habe ja ein Budget.“ Gestern hat mein Praxisprogramm ausgerechnet, dass ich im Januar schon fast die Hälfte des Budgets, das ich von der KV für dieses Quartal zugewiesen bekam, erfüllt habe.

„Ein was?“

„Ein Budget. Die Kassenärztliche Vereinigung legt vor Beginn des Quartals fest, wie viel Leistung ich erstattet bekomme. Meistens arbeite ich die letzten drei Wochen umsonst.“

„Ach, deswegen machen die anderen Praxen dann gerne zu. Sie arbeiten aber nicht nur umsonst, sondern bezahlen Ihre Helferinnen ja weiter. Also schreiben Sie eher rote Zahlen!“

„Wenn man das rein wirtschaftlich betrachtet … !“

„Ist Ihre Praxis etwa kein kleines Wirtschaftsunternehmen? Keine Patienten, kein Geld. Viele Patienten, aber eine Begrenzung. Was soll das? Wieso lassen Sie sich das gefallen?“

„Das müssen wir Kassenärzte eigentlich so machen. Von der Politik festgelegt.“

Ultraschallgerät als Goldgrube

„Mit diesem neuen Ding verdienen Sie doch aber bestimmt dazu, oder?"

„Was glauben Sie, wieviel ich für diese zusätzliche Untersuchung bekomme? Natürlich vorausgesetzt, ich befinde mich noch innerhalb meines Budgets?“, frage ich Herrn Thimm.

„Keine Ahnung. 100 Euro?“

Mir entfährt ein kurzer Lacher!

„80? 50?“

Ich schüttle lächelnd den Kopf.

„30? 10 Euro?“

„Zwischen 6 und 7 Euro.“

„Was? Warum kaufen Sie die Kiste? Das dauert ja Jahre, bis sich das rechnet.“

„Ich kann schneller Diagnosen stellen. Sonst hätten Sie eine Überweisung bekommen. Keine Ahnung, wann der Radiologe Ihnen einen Termin gegeben hätte.“

„Also bin ich mit meinem dritten Besuch bei Ihnen in diesem Monat echt geschäftsschädigend, was?“, sagt er ernüchtert. „Das können Sie doch auch nur einmal abrechnen.“

„Stimmt, rein wirtschaftlich gesehen, haben Sie Recht. Und das Medikamenten- Budget haben Sie auch schon überschritten. Das muss ich jetzt an anderen Patienten einsparen. So ist das System!“

„Und was zahlt ein Privatpatient für diese Untersuchung?“

„Das erste Bild ca. 27 Euro, die nächsten drei Bilder je 11 Euro.“

Quersubventionierung: PKV zahlt für GKV

Herr Thimm kann gut mit Zahlen umgehen. Das ist sein tägliches Werk. Er senkt seinen Kopf und nickt immer wieder. Er hat wohl verstanden, dass ich mir dieses Gerät nur leisten kann, weil sich ab und an auch mal ein Privatpatient in meine Praxis verirrt, obwohl ich kein Privatwartezimmer, keinen Jura-Kaffeeautomaten und keine eigenen Sprechzeiten für Privatpatienten anbiete. Ich nutze das Gerät aber natürlich auch für die Kassenpatienten, wie Herrn Thimm.

„Jetzt verstehe ich, warum Sie Privatpatienten brauchen. Dann können Sie sich das leisten und wir Kassenpatienten profitieren!“, sagt der Unternehmer abschließend und verläßt mit einem Rezept und Handschlag den Behandlungsraum. Von mir aus kann er bei seinen Kunden in der Schlossallee gerne Werbung für mich machen. Aber die gehen sowieso meist lieber in die Privatpraxis im Nachbarort.

Bildquelle: Jess, flickr / flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.02.2018.

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Gast
Ich machte vor Weihnachten einen Hausbesuch bei einer meiner älteren Patientinnen. Einige Tage später brachte sie mir 2 große selbstgebackene Stollen in die Praxis. Diese Art von Dankbarkeit erlebe ich bei der älteren Generation häufiger. So macht Allgemeinmedizin noch Spass und bereitet echte Freude. Einfach nur mit der persönlicher Anerkennung des Patienten den Beruf lieben und den EBM Wert der ärztlichen Leistung dabei verschmerzen.
#70 am 23.02.2018 von Gast
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Gast
Worüber Sie Ihren Handwerker nicht informiert haben, ist Ihre Zwangsfinanzierung der Notfalldienstzentralen. Der zweifelte ja auch zu Recht an Ihrem und Ihrer GKV-Kollegen Verstand.
#69 am 19.02.2018 von Gast
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Gast
Das hohe Klagelied so mancher Ärzte rührt an. Ihr Budget wird von der Kassenärztlichen Vereinigung festgelegt, einer Organisation der Ärzte. Sie selbst zeichnen dafür verantwortlich. Ist man mit dem Prozedere unzufrieden, sollte man sich an die zuständigen Gremien wenden und über sie agieren. Unzufriedenheit mit dem System auf dem Rücken des Patienten auszutragen, ist der falsche Weg. Für jede abrechenbare Massnahme wurde ein Zeitwert vereinbart. Hält man ihn ein, spielt der Zwang zum Urlaub am Quartalsende wohl keine Rolle mehr. Wie es den Anschein hat, wird die volle Zeit, obwohl vergütet, nicht immer benötigt. In diesen Fällen sind die Ärzte zu loben, die die Zeitersparnis dazu nutzen, um sie jenen Patienten, die eine intensivere und umfangreichere Zuwendung benötigen, zukommen zu lassen und nicht gleich rufen, das bekomme ich aber nicht bezahlt. Gottlob gibt es diese Ärzte noch, leider eben auch die anderen.
#68 am 18.02.2018 von Gast
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bei Zahnärzten ist dieser "Superprivatpatient" bei 2,3f. Satz -Hälfte aller Leistungen in der Gebührenordnung u. gerade die Brot u. Butterleistungen wie Füllungen - ein SOZAILHILFE_PATIENT ; denn der Leistungssatz liegt um 30 % unter der gleichen AOk - Leistung. Die finanzielle Bedeutung des Privatpatienten (9 % der Versicherten )ist vollkommen überbewertet , da dieser Sozistaat die Zuzahlung (Beihilfe ) auf niedrigstem Niveau zu Lasten der Leistungserbringer hält u. oben über die Bürgerversicherung als Blendbegriff versuchen möchte - s. Lauterbach - Privatversicherungen abzuzocken .
#67 am 13.02.2018 von dr. med.dent. Wolfgang Stute (Zahnarzt)
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Gast
Als Privatpatient trifft man zudem dann noch auf Abrechnungsfirmen, die Akten beim Arzt abholen und dann selbst auswerten und das Geld beim Patienten eintreiben. Da bekommt man dann plötzlich Rechnungen die man als "fantasievoll" bezeichnen kann. Eine Firma scheint da besonders aufzufallen. Liebe Ärzte damit schadet ihr Euch am Ende selbst. Auch wenn das Konto zunächst Freudensprünge macht.
#66 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Als arme Kassenpatientin besteche ich schon mal die Ärzte , damit die bei guter Laune bleiben
#65 am 12.02.2018 von Gast
  2
Gast
@62: Sie könnten ohne die GKV-Patienten Ihre Praxis gar nicht aufrecht erhalten! Bei knapp 9% Privatpatienten!! Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Denken Sie noch einmal nach.
#64 am 12.02.2018 von Gast
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Und jetzt kommt die Politik noch auf die Idee, die Mindestsprechstundenzahl zu erhöhen: http://news.doccheck.com/de/blog/post/8246-demnaechst-bitte-5-stunden-mehr-arbeiten/ Was würde Herr Thimm aus betriebswirtschaftlicher Sicht dazu sagen?
#63 am 12.02.2018 von Adrian Zagler (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Mir geht es als Kinderarzt nicht anders, Kinder kommen leider sehr häufig im Quartal in die Praxis, vor allem seit dem schon mit 6 Monaten die Kita ansteht. Das verträgt kein Säuglingsimmunsystem und ist dahe ständig krank. Wir substituieren mitlerweile 30% aus den Privateinnahmen in die Kassenpatienten. Mein Steuerberater rät mir alljährlich den KV Sitz zu schließen. Wirtschaftlich gesehen sicher richtig, aber als Kinderarzt für mich unmöglich. Für mich ist jedes Kind gleich wertvoll und wichtig. Aber irgendwann fressen die Kosten einen auf. Die KV bringt nicht mal die Personalkosten und die Steuerlast ein. Von Gewinn für mich oder die laufenden Kredite keine Rede. Entweder es änderst sich schnell was oder ich muss dem Rat meines Steuerberaters folgen. Banken finanzieren keine defizitären Betriebssparten. Die sehen das ganz nüchtern und machen den Laden dann einfach dicht, wenn man nicht ökonomisch genug arbeitet.
#62 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
#61 am 12.02.2018 von Gast
  0
Gast
Als Privatpatient ist man am Ende der Dumme. Wenn man noch die Wahl hat, sollte man in der GKV bleiben, auch wenn man eine Zeit lang mehr bezahlt. Im Alter dreht der Spieß meist um. Und nicht zu vergessen aus einer PKV kommt man nicht mehr raus. Eine GKV kann man auch als chronisch kranker Rentner noch wechseln. Und hat man Krach mit PKV muss man das vor einem Zivilgericht ausfechten. Bei Ärger mit der GKV geht es vor das SG, was viel billiger ist.
#60 am 12.02.2018 von Gast
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Gast
Als Neuling haben Sie also ein unter dem statistischen Mittelwert liegendes Einkommen. Das geht anderen Professionen genau so, ist doch ganz normal. Auch dass Sie als Neuling Schulden haben, für die Annuitäten zu leisten sind, ist normal. Sie werden schon noch auf ein weit überdurchschnittliches Einkommen kommen. Wenn nicht machen Sie vielleicht etwas falsch.
#59 am 12.02.2018 von Gast
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niedergelassener Facharzt
Der Spiegel hat es doch vollkommen korrekt beschrieben. Warum die Kritik an der Quelle? Im Übrigen finde ich statistische Mittelwerte immer sehr praktisch. Bei dem durchschnittlichen Vermögen und Verdienst der Deutschen kann es also gar keine Armut geben? Interessant! Also: Was nützt mir als Neuling in einer Praxis mit gutem Willen und Engagement aber hohen Schulden ein statistischer Durchschnittswert, wenn ich persönlich deutlich darunter liege? Und dann wird noch nicht einmal Fleiß belohnt, weil meine Honorierung begrenzt ist. Ihr Nachbar ist mir da herzlich egal!
#58 am 11.02.2018 von niedergelassener Facharzt (Gast)
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Gast
@56: Richtig, man müsste lesen können. Und zwar beim Bundesamt für Statistik und nicht beim Spiegel. Immerhin sagt sogar der Spiegel: "Pro einzelnem Praxisinhaber lag der Reinertrag 2015 bei 190.000 Euro". Dass aufgenommene Kredite nicht dabei sind ist doch nur logisch; das ist bei anderen Professionen genau so, meine Kredite kann ich auch nicht vorher Ermittlung des Reinertrags abziehen. Mein Nachbar ist Facharzt. Ich neide ihm nichts, er neidet mir auch nichts, uns geht es gut. Gelegentlich amüsieren wir uns gemeinsam über das Wehklagen der Ärzteschaft.
#57 am 11.02.2018 von Gast
  5
Gast
Man muss solche Statistiken lesen können Freunde! http://www.spiegel.de/karriere/so-viel-verdienen-aerzte-rangliste-der-fachrichtungen-a-1162979.html Es wird pro Praxis gerechnet und und nicht pro Arzt! Und die aufgenommenen Kredite sind auch nicht dabei. Eine Einzelpraxis ist natürlich wegen höherer Nebenkosten weniger attraktiv. Aber wollen wir nur noch große Praxen? Dann ist in kleineren Städten bald kein Facharzt mehr!
#56 am 11.02.2018 von Gast
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Gästin
Warum münden soche Diskussionen immer in die üblichen Neiddebatten? Den Ärtzen ging es früher doch viel besser. Meine Ärzte haben keine Villen mehr, ihre Väter früher schon.
#55 am 11.02.2018 von Gästin (Gast)
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Gast
@53: Wird es doch auch gewürdigt, mit einem weit überdurchschnittlichen Einkommen. Auch andere Professionen tragen z.T. sehr hohe Verantwortung, wie der Arzt.
#54 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
Und was ist mit der besonderen Verantwortung des Arztberufs? Das muss doch auch gewürdigt werden.
#53 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
@50: Der vom Statistischen Bundesamt ermittelte durchschnittliche Reinertrag berücksichtigt diese Kosten. Der Reinertrag, nicht zu verwechseln mit dem Gewinn, ist die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Laden Sie sich beim Statistischen Bundesamt die Zahlen für andere intellektuell anspruchsvolle Professionen herunter und Sie werden staunen.
#52 am 11.02.2018 von Gast
  5
Gast
@47: Brutto ist Brutto, Sozialabgaben gehen davon ab, beim Selbstständigen und beim Arbeitnehmer. Sage ich Ihnen als Selbstständiger, kein Arzt. Verwechseln Sie netto mit brutto?
#51 am 11.02.2018 von Gast
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Nun ja, im Vergleich zu vielen anderen Gesundheitsberufen klingt das ja zunächst schon nach gehobeneren Einkünften. Allerdings müssen bei Vergleichen immer auch Investitionsaufwand, Betriebskosten, das unternehmerische Risiko uvm. mitberücksichtigt werden.
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Gast
@47: Wie viele so gut laufende Privatpraxen gibt es denn bei nur knapp 9% Privatpatienten? Warum geben Ärzte nicht massenhaft die KV-Zulassung zurück wenn sie als "Kassenärzte" am Hungertuch nagen müssen? ;-) Und behandeln nur noch Privatpatienten.
#49 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
Das sind die Zahlen des Statistischen Bundesamts für 2015. Wenn Sie es nicht glauben wenden Sie sich dort hin. Durchschnittswerte eben, die für Sie individuell nicht zutreffen mögen. Dafür haben andere mehr.
#48 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
@ #40 Arbeitnehmer- Brutto ist nicht gleich Selbstständigen- Brutto, weil der Selbstständige für alle Sozialabgaben selbst aufkommen muss. Warum gibt es denn nach Ihrer Meinung so viele gut laufende Privatpraxen?
#47 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
#44 kennen Sie den Witz mit dem "Guten Orthopäden"?
#46 am 11.02.2018 von Gast
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niedergelassener Facharzt
Verehrter Gast #40. Von einem Reinertrag von 250 000 € kann ich nur träumen. Meine KV zahlt mir im ca. 200 000 € und von der PKV kommen vielleicht 30 000 € dazu. Das sind Einnahmen. Meistens gehen davon 30 - 40 % an Betriebskosten ab. In meinem Fall bezahle ich das Arbeitgeber- Brutto für zwei Arzthelferinnen von 60 000 €, laufende Kosten für Miete, Strom etc. von ca. 30 000 €, für meine Rente dem Versorgungswerk ca. 14 000 €, dazu noch Krankenkasse, Versicherungen und vor allem: Kreditkosten von 40 000 € im Jahr für den Kauf von Geräten. Jetzt dürfen Sie gerne mal ausrechnen, ob mein Porsche größer als ein Modellauto ist. Reinertrag 258 000? Wo haben Sie das denn her?
#45 am 11.02.2018 von niedergelassener Facharzt (Gast)
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Orthopäde
Für einen sozialen Beruf ist das im Vergleich nicht schlecht, aus (medizin-) unternehmerischer Sicht jedoch gar nicht so dolle. Und nicht zu vergessen sind diejenige Fachärzte, die einkünftemäßig am unteren Ende der Skala rumkrebsen müssen. Anderen selbständigen Akademikern und Unternehmern geht es da häufig besser (Steuerberater, Notare etc.).
#44 am 11.02.2018 von Orthopäde (Gast)
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Gast
@41: Vergleichbar ist immer nur das Bruttoeinkommen. Mehr als 10.000 netto im Monat für Sie ist doch nicht schlecht. Da können Sie mehr als einen Porsche finanzieren.
#43 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
@40: Der Reinertrag bei den Orthopäden war 2015 durchschnittlich 311.000 Euro (brutto). Welcher andere Beruf mit anspruchsvoller akademischer Ausbildung kann da mithalten. Reicht Ihnen ein angemessener Lebensstil nicht?. Muss es unbedingt aufwändiger sein?
#42 am 11.02.2018 von Gast
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Orthopäde
#40: 258000 Euro sind, sofern die Zahl überhaupt zutrifft, knapp über 20 000 € pro Monat brutto. Davon bleiben knapp über 10000 € netto, und das ist dann auch nicht mehr die Welt, insbesondere dann, wenn man davon auch noch einen aufwändigeren Lebensstil führen möchte.
#41 am 11.02.2018 von Orthopäde (Gast)
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Gast
Welches Einkommen stellen sich die Damen und Herren Doctores etwa vor? Der durchschnittliche Reinertrag einer Arztpraxis, entspricht etwa dem Brutto bei Angestellten, lag 2015 bei 258.000 Euro, das ist auf sehr hohem Niveau im Vergleich mit anderen akademisch ausgebildeten Berufen. Und: Zwar ist es korrekt, dass GKV- und PKV-Patienten in einer Mischkalkulation zu betrachten sind. Unzutreffend ist, dass GKV-Patienten durch Privatpatienten quersubventioniert werden. Durch Privatpatienten wird lediglich das Einkommen überproportional erhöht. Ohne die ca. 90% GKV-Patienten könnte kaum ein Arzt teure Praxisausstattung finanzieren. Deshalb sind (fast) alle so scharf darauf, Mitglied der KV zu sein. Warum ist das wohl so?
#40 am 11.02.2018 von Gast
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Es wäre schon viel gewonnen, wenn in ALLEN Bereichen des öffentlichen Lebens und seiner Verwaltung, und dazu zähle ich auch das Gesundheitssystem, ein oberstes Prinzip eingeführt würde: Wer einen erhöhten Verwaltungsaufwand verursacht (z. B. durch Dokumentation, Pflichzertifikate etc.), der muß auch dafür bezahlen. Die Ermitlung der entstehenden tatsächlichen Kosten könnte man beispielsweise den Bundes- und Landesrechnungshöfen übertragen. Deren Berichte stellen regelmäßig riesen Ohrfeigen für die Politik dar, von daher habe ich in deren Urteil vertrauen.
#39 am 11.02.2018 von Ulrich Mandlmeier (Arzt)
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Gast
Habe mich vertippt: 36 war gemeint.
#38 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
Stimmt # 26. Als Privatpatient da dankt man anfangs, man ist König. Bis mal die ersten größeren Rechnungen kommen und man feststellt, dass man ja selbst dafür haftet und die Versicherung nur das zahlt, was sie für angemessen hält. Der Arzt lässt sein Geld aber bei mir eintreiben. Auf der Differenz bleibe ich im Zweifel sitzen. Werde ich betrogen, also Leistungen abgerechnet, die nie gemacht wurden, muss ich aktiv werden. Da steht dann keine Kasse hinter mir mit einer Abteilung für Rechnungsbetrug. Streitigkeiten werden dann vor normalen Gerichten ausgefochten, nicht vor den preisgünstigen Sozialgerichten, wie bei der GKV.
#37 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
Ich bin seit 15 Jahren Privatpatient und werde regelmäßig überdiagnostiziert. Dann der Stress mit den Rechnungen. Nervig. Gerne wäre ich wieder unter dem Schutz der GKV.
#36 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
Als Privatpatient stößt man immer wieder auf spannende Dinge: https://www.webwiki.de/unimed.de
#35 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
Netter Hinweis lieber Felix M. Es ist wahr, es ist genug Geld im System... da stellt sich doch zwangsläufig die Frage warum es dann bei demjenigen der „das System“ finanziert, dem Beitragszahler, nicht ankommt. Denn nichts anderes ist der Sachverhalt wenn der Leistungserbringer, dem Arzt oder der Klinik, der dem Beitragszahler seine ihm zustehenden Leistungen erbringt um seine angemessene Vergütung gebracht wird. Es ist Veruntreuung, es ist schlichtweg Betrug! Die GKVs erwirtschaften Milliardengewinne dadurch. Ein Großteil dessen was ausgegeben wird versickert in Bürokratie, aufgeblähten Verwaltungen, Eigenwerbung, Vorstandsgehältern, Telefonterror, nutzlosen Broschüren und Bonusprojekten deren marginaler Nutzen die Kosten kaum rechtfertigt....uvm. Der Beitragszahler finanziert ein System der Zweckentfremdung und bekommt ständig nur zu hören dass nicht genug Geld da ist, weder für Diagnostik, noch Therapie, noch eine sichere Entbindung oder Reha. Genug Geld im System? Blanker Hohn!
#34 am 11.02.2018 von Gast
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Gast
Für Ärzte, die Geld brauchen: Es gibt Firmen, die helfen da gerne. Ich hatte schon das Vergnügen. http://www.iww.de/cb/management/honorarrecht-abrechnungsstelle-frisiert-aerztliche-abrechnungen-wie-reagiert-der-chefarzt-f64765
#33 am 10.02.2018 von Gast
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Sylvia
Es war ein langer Weg bie zu dem jetzigen Status. Und langsam wird es vielen klar, dass das auf Dauer nicht funktionieren kann, genauso wenig wie viele andere Themen, die immer wieder nur symptomatisch behandelt werden. Die Absicht zu tiefgreifenden Veränderungen, die das Übel an der Wurzel packen, haben weder die Ärzte noch die Politiker. Der Kassenpatient ist dabei dennoch der Zerriebene zwischen den Mühlsteinen. Ihm auch noch einzureden, dass ohne die PKV alles noch schlechter liefe, ist der Hohn. Es gibt überall schwarze Schafe, aber Ärzte haben leider viel dafür getan, dass das Kind heute im Brunnen liegt. So läuft es eben, wenn man sich benutzen lässt. Der wirklich Leidtragende ist der Patient, dem jegliches Mitspracherecht entzogen wird, der unangefochten in diese Betrugskassen zahlen muss und nicht einmal mitbestimmen darf, welcher Behandlung /Therapie er sich unterzieht. Aber die meisten Studien, Krankenhausausstattungen etc. werden genau von diesen Geldern getätigt. Das PKV-Mitglied hat da ganz andere Wahlmöglichkeiten. Und was die vielen Studien betrifft für die normalsten Aussagen ( z.B. Auswirkung der Ernährung auf die Gesundheit), wozu eigentlich in erster Linie gesunder Menschenverstand nötig ist, ist das Klientelpolitik, die die Gelder verschwendet.
#32 am 10.02.2018 von Sylvia (Gast)
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Weil wir gerade beim Theoretisieren sind, lieber Felix M., nicht die Kassenchefs bestimmen, wieviel Geld im System ist, sondern letztlich "die Politik", also die Gremien, die über die Höhe der Beiträge und der staatlichen Zuschüssee entscheiden, ganz unter dem Duck von verschiedenen Lobbyverbänden. Welche das sind, kann jemand anderes aufzählen. Ich nenn nur mal die Arbeitgeberverbände, die sofort aufheulen, wenn nur mal jemand von Beitragserhöhung spricht.
#31 am 10.02.2018 von Dr. med. Ines H?nicke (Ärztin)
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Felix M.
Lieber Herr Goecke, Doch, es geht genau darum: um Geld! Sie möchten für ihre Leistungen auch am Ende des Quartals bezahlt werden, das Budget verhindert dies aber. Den Begriff der Freiheit hier zu verschwurbeln ist Blendung. Das Budget existiert, da sonst (siehe Abrechnungen bei Privatpatienten) das System kollabieren würde. Die Verwaltung muss Kosten planen können, damit die Versichertengemeinschaft Sicherheit hat in der Versorgung. GKV-Patienten abrechnen zu können stellt ein Privilileg dar, da es dem Arzt auch Sicherheit bietet in der Planung seiner Einkünfte. Die Frage, ob genug Geld im System ist, beantwortet Ihnen die Verwaltung der Krankenkassen. Diese entscheiden mit den Verbänden über die Gesamtmenge an Geld, die im System zur Verfügung steht. Ich verweise gerne noch einmal nach Amerika, dort drucken die reichlich Geld, wo keins ist. Ausbaden darf es wer nochmal? Und zum Thema Freiheit: Keiner zwingt Sie etwas zu tun, die Spielregeln gelten nunmal für alle.
#30 am 10.02.2018 von Felix M. (Gast)
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Lieber Herr Felix M., es geht nicht um Geld und schon gar nicht darum, ob genug Geld im System ist (Frage an Sie, wer entscheidet das?!), sondern um persönliche Freiheit oder staatlicher Bevormundung. Wenn jemand weis, das genug Geld im System ist, der weis auch genau, dass genug Freiheit im System ist. Doch so einfach ist das nicht, Geld kann, wenn nicht genug vorhanden, gedruckt werden, die Freiheit dagegen nicht.
#29 am 09.02.2018 von Dr. med. Konrad Goecke (Arzt)
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Felix M.
Liebe Ärzte, zerfleischt euch bitte unter euch selbst. Geld ist genug im System, wenn es nicht gerecht verteilt wird, ist das nicht ein Problem des Budgets! Wollen Sie die Zustände wie in Amerika? Das System krankt an ganz anderer Stelle, der Blick geht in die falsche Richtung...!
#28 am 09.02.2018 von Felix M. (Gast)
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Vor gut 100 Jahren ist Einstein durch deduktives Denken zur Relativitätstheorie gelangt. Fast gleichzeitig gelangte der österreichische Nationalökonom Ludwig v. Mieses ebenfalls durch deduktive Analyse zu der Erkenntnis, dass es in der Volkswirtschaft keinen Mittelweg zwischen Freiwirtschaft und Sozialismus geben kann. Egal welchen Mittelweg man wählt, er endet mal schneller mal langsamer aber immer zwangsläufig im Sozialismus, dem Zustand, in dem es praktisch nur Gemein- und so gut wie kein Privateigentum gibt und die persönliche Freiheit und Entscheidungsmöglichkeit aufgehoben ist. Es hilft kein Jammern und kein Klagen, die Mehrheit der Menschen weltweit, nicht nur in den sozialistischen Ländern sondern auch in den Demokratien, glaubt daran, dass der Staat ‚sozial’ handelt und der Einzelne ‚egoistisch’ und unterstützt deshalb so gut wie jeden Eingriff in die Freiwirtschaft. Die Bürgerversicherung ist nur konsequente Folge dieses Denkens und Handelns. Ein Gedankenexperiment, eine Lieblingsbeschäftigung Einsteins, möge das verdeutlichen: Zwei Politiker kämpfen um die Wählergunst. Der eine verspricht: „Wenn Du mich wählst, bekommst du alle Gesundheitsleistungen umsonst.“ Der andere sagt: „Da ich nicht zaubern kann, musst Du für Gesundheitsleistungen genauso selber aufkommen wie für Speis und Trank. Doch wenn Du mich wählst, dann werde ich dafür sorgen, dass das Angebot an Gesundheitsleistungen immer größer und besser wird.“ Wer dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ins Parlament einziehen? Unser Gesundheitswesen ist konsequente Folge demokratischen Wählerverhaltens und die Bürgerversicherung ein weiterer Schritt in die Staatsmedizin, die euphemistisch kassenärztliche Selbstverwaltung genannt wird. Doch wie kann sich etwas selbst verwalten, wenn von außen ein Budget festgesetzt wird? Ein freies Aushandeln der Preise zwischen Ärzte und Krankenkassen gibt es seit 1987 nicht mehr. Seitdem gibt es etwas, was die Ökonomen Lohnfondmodell nennen: Mittels eines Budget wird der Gesamtlohn aller niedergelassenen Kassenärzte festgelegt und gedeckelt. Dies hat zur Folge, dass dieser Betrag für alle Leistungen, die angeboten werden, gezahlt wird, egal wie häufig diese Leistungen nachgefragt werden. Aus Gründen der Wählergunst haben wir, ökonomisch gesehen, eine ungezügelte Nachfrage. Dies hat zur Folge, dass die Leistungserbringer arbeiten können bis zum Umfallen, sie bekommen keinen Cent mehr (dies zum Thema Lohngerechtigkeit). Folge dieses Systems ist, dass sich die KVen zu Budgetverteilungsgesellschaften entwickelt haben, in denen die einzelnen Arztgruppen um ihren ‚gerechten Anteil’ am Gesamtlohn kämpfen und sich gar bekämpfen. Wo geht die Reise hin? Ludwig v. Mises hat die Antwort längst gegeben. Übrigens: Lohnfondmodelle hat es schon immer gegeben. Vor ca. 200 Jahren entlarvten Ökonomen diese Form der Entlohnung, wie sie auf amerikanischen Plantagen zur Erntezeit betreiben wurde, als die klassische Form der Ausbeutung.
#27 am 09.02.2018 von Dr. med. Konrad Goecke (Arzt)
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Friedhelm - Steuerberater
Lieber Gast #17. Danke für den Hinweis auf einen sinnentstellenden Fehler in meinem Text. Statt Betriebseinnahmen sollte es schlicht Einkünfte heißen - dank Sprachsoftware kam etwas ganz anderes heraus. Gemeint sind damit die Einkünfte, die sich aus Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben errechnen und als Einkünfte aus selbständiger Arbeit steuerlich deklariert werden.
#26 am 09.02.2018 von Friedhelm - Steuerberater (Gast)
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Gast
Bei dem Beitrag wundere ich mich weiterhin, wieso bei dem Wort „Bürgerversicherung“ nicht sämtliche Ärzte auf die Barrikaden gehen. Die Querfinanzierung wird dann nicht mehr erfolgen und man wird bei allen Pat. gleich schlecht bezahlt. Als Ärztin möchte ich das selbe, wie jeder andere Dienstleister auch: für die Arbeit die ich leiste auch bezahlt werden. Wir ALLE können richtig gute Medizin machen, wenn man unsere Grundbedürfnisse wieder sieht: das sind in der Klinik vor allem Einhaltung von Pausen- und Arbeitzeiten (im Zweifel auch durch externe Kontrollmechanismen), Bezahlung von Leistung und Wegnahme von Budgetierungen. Kein anderer akademischer Berufszweig würde sich so etwas gefallen lassen. (Wer mal beim Notar war, kennt wohl deren Gebührenordnung und kann die kurz mit der GOÄ vergleichen). Die Bürgerversicherung hat nichts mit sozialem Denken zu tun, sie führt nur dazu, dass es hinterher allen schlechter geht!
#25 am 09.02.2018 von Gast
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Nils Voss
@#22 Und beim geringsten Fehler hängt Ihnen einer dieser netten Menschen eine Millionen-Dollar-Klage an den Hals, während ein Arzt/eine Ärztin bei uns in good old Germany schon ein Verbrechen begehen muss, um belangt werden zu können.
#24 am 09.02.2018 von Nils Voss (Gast)
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S.J.
"Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse erinnert Staatssekretär Laumann die Krankenkassen an ihre gesetzlichen Pflichten, denen sie bei allen Leistungsbereichen nachkommen müssten: „Wenn – wie bei den Leistungsanträgen zur Vorsorge und Rehabilitation – weit mehr als jeder zweite Widerspruch erfolgreich ist, kann bei der Bewilligungspraxis etwas nicht stimmen. Es ist auch nicht zu erklären, wieso die Ablehnungsquoten bei Anträgen auf Hilfsmittel für chronische Wunden zwischen den einzelnen Krankenkassen zwischen 3,8 und 54,7 Prozent regelrecht auseinanderklaffen. Die Krankenkassen dürfen erst gar nicht den Verdacht aufkommen lassen, dass sie bestimmte Leistungen zunächst einmal systematisch ablehnen, obwohl die Menschen einen klaren gesetzlichen Anspruch darauf haben. Das untergräbt massiv das Vertrauen in die Krankenkassen.“ Quelle: https://www.patientenbeauftragter.de/patientenrechte/10-pressemitteilungen/patientenrechte/169-neue-studie-zur-bewilligung-von-leistungsantraegen o.Worte!
#23 am 09.02.2018 von S.J. (Gast)
  0
Gast
Tipp: auswandern in die USA, geringere Arbeitszeiten, 2-6 mal so viel Gehalt je nach Facharzt, 15% Steuern, gutes Wetter (zumindestens bei mir in Florida) und die meisten Menschen sind viel netter
#22 am 09.02.2018 von Gast
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@ #16, #18 und andere: genau so ist es. Nicht die Idee einer Bürgerversicherung ist falsch (sie wäre es allerdings, würde man sie nach den derzeitigen Prinzipien der GKV gestalten!), falsch ist das derzeitige System aus unterfinanzierter GKV und "Quersubventionierung" durch die "gute" PKV, das bereits jetzt (seit vielen Jahrzehnten, eigentlich seit Bestehen) eine Zweiklassenmedizin etabliert bzw. aufrechterhalten *hat* - von der viele profitieren und daher nicht davon weg wollen!
#21 am 09.02.2018 von Werner Schmidt (Arzt)
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Gast
Mein erstes Ultraschallgerät habe ich von einem befreundeten Orthopäden eingetauscht (für Umzugshilfe). Es genügte zwar nicht den Abrechnungsanforderungen der GKV, es lief halt nicht unter Windows 7. Aber es war trotzdem noch ein hervorragendes Gerät, mit dem man erstaunlich gute Diagnostik betreiben konnte. Ich habe halt auf die 6 Euro pro Untersuchung verzichtet, was immer noch billiger war, als ein Gerät für 20.000 Euro zu kaufen.
#20 am 09.02.2018 von Gast
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Gast aus Bayreuth
Ich weiß nicht, wie das französische System heute funktioniert. Vor ca. 25 Jahren war ich bei einem befreundeten Arzt zu Gast, der mir seine Praxis vorführte. Er hatte feste Arbeitszeiten, Mittagspausen, freie Wochenenden. Seine Praxis war gut ausgestattet. Er schmiß seine Praxis mit einer Angestellten, die laufenden Praxiskosten waren gering, das Nettoeinkommen nach Abzug von lfd. Kosten und Steuern in Relation zur Arbeitszeit wirklich angemessen. - Politiker und sonstige angebliche "Systemverbesserer" sollten bedenken, dass ein Arzt in Deutschland auch ein Arbeitgeber ist, der z.B. wie meine Hausärztin 5 Arbeitsplätze anbietet. Man sollte wirklich nicht mutwillig an einem System herumbasteln, für das uns ein Großteil der Welt beneidet.
#19 am 09.02.2018 von Gast aus Bayreuth (Gast)
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Ausgewanderter Arzt
Sehr guter Artikel, so ist die Realität. Das GKV System ist schon lange bankrott. Würde für jeden Patienten eingezahlt, ähnlich der PKV, wäre mehr Geld im System. Der GKV Famieleneinheittarif und Budget sind der Systemkiller. Nach sehr guter Ausbildung in Deutschland und 17 Krankenhaustätigkeit habe ich prompt im Ausland eine Stelle bekommen. Für jeden Patienten ergolgt eine PKV ähnliche Vergütung,...kein Budget. Alle zufrieden, Arzt und Patient. .... Herr Dr. Fora sollte Gesundheitsminister werden
#18 am 09.02.2018 von Ausgewanderter Arzt (Gast)
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Gast
Hat der Steuerberater unten wirklich geschrieben, dass Einnahmen von 200 000 € minus 4 Quartale x 10 bis 20 Tausend Euro ein tolles Gehalt eines Arztes sind? Was wohl nach allen Betriebsausgaben incl. Gehälter der Helferinnen, Abzahlen der Kredite, Versicherung, Verträge etc noch übrig ist, ist wohl die Frage. Führen Sie doch mal etwas aus, Herr Friedhelm, was einem Arzt dann noch fürs Leben bleibt. Wieviel darf denn ein Arzt in Deutschland verdienen, bevor es sozial ungerecht wird?
#17 am 09.02.2018 von Gast
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Kapitalismusgegner
Eine steuerfinanzierte Bürgerversicherung ( nicht unterfinanziert wie das britische Modell) ohne Budgetierung!
#16 am 09.02.2018 von Kapitalismusgegner (Gast)
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Gast Martina
Als PKV-Patientin musste ich schon mehrfach Untersuchungen/Therapien ablehnen, dank eines gesunden Halbwissens durch jahrzehntelange Tätigkeit im medizinischen Bereich ist mir die Beurteilung möglich, da sich mir die Problematik stellt: sehr sehr hohe Beiträge zu meiner Kramnkenversicherung, die ich nur dadurch kompensieren kann das ich ein Jahr nur das Allernötigste medizinisch in Anspruch nehmen kann um die Rückerstattung zu erreichen, im darauffolgenden Jahr kann ich mich dann wieder anständig behandeln lassen. Immer in der Hoffnung das im "Sparjahr" nichts akutes passiert. Fazit: ich wäre lieber heute als morgen wieder GKV-Patientin (leider zu alt für den Schritt zurück) und könnte mir dann privat Leistungen dazu genehmigen. Ein Traum.
#15 am 09.02.2018 von Gast Martina (Gast)
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Gast
@Monika Ross: Nun, es gab Bestrebungen bis hin zu Streiks. Nur raten Sie mal was die Medien daraus gemacht haben "Die BÖSEN geizigen Ärzte wollen doch nur ihren zweiten Porsche, die KÖNNEN doch nicht einfach STREIKEN hier geht es doch um MENSCHEN" und, um ehrlich zu sein, viele niedergelassenen Kollegen (besonders Allgemeinmediziner) haben nach der Arbeit keine Energie mehr sich zu "wehren". Ärzte sind in den Ärztekammern bereits organisiert und sie können sich vorstellen dass da jedes Jahr wenn es um Verhandlungen mit den kassenärztlichen Vereinigungen geht "die Fetzen fliegen". Es ist schwierig und langwierig und schwer zu überschauen. Und der Hausarzt vom Lande (dem das Buget am meisten zuwieder arbeitet) ist der letzte der da eine Chance hat sich Gehör zu verschaffen. Da kann der noch so viel Ansehen im Dorf haben.
#14 am 09.02.2018 von Gast
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Das Problem ist ja, dass die wesentlichen Entscheidugsträger ausschließlich theoretischen Bezug zum Gesundheitswesen haben. In deren Wahrnehmung sind die Leistungserbringer nur Kostenverursacher, während die sich Kostenträger, die mit bis zu 20% auch Kostenverursacher sind, sich zunehmend als Leistungserbringer wahrnehmen und auch so darstellen. Wie überall wo Bürokraten die Macht übernehmen steigt die Zahl der Häuptlinge und sinkt die Zahl der Indianer.......
#13 am 09.02.2018 von Christian Scheer (Arzt)
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Gast
Als PKV-Patient seit 12 Jahren/ inzwischen 70-jährig) habe meine Erfahrungen mit denen meiner früheren Zeit als GKV-Patient verglichen. Ja, es gibt gelegentlich eine schnellere Terminvergabe. Eine Darstellung des gesundheitlichen Problems durch den Haus-Facharzt erreicht auch bei GKV-Patienten fast immer eine sehr kurze Zeit (ein bis wenige Tage) beim nächsten Facharzt zur Erst- oder Weiterbehandlung. Das habe ich mehrfach für meine Partnerin - GKV - sowohl beim Internisten, Urologen, Radiologen und Neurochirurgen erfahren können. Als ich vor 20 Jahren im Beirat einer grossen AOK als Arbeitnehmervertreter war, macht ich den Vorschlag eine Art Medizinisches Versorgungzentrum einzurichten, diese von allen Krankenkassen, GKV + PKV finanziell zu unterhalten, bis hin zu einer "ordentlichen" Bezahlung der Ärzte und Mitarbeiter, aber ohne Weisungsrecht durch die Krankenkassen, wurde ich ausgelacht mit der Bemerkung, in welcher Welt ich denn träumte. Die Wirklichkeit hat uns alle eingeholt.
#12 am 09.02.2018 von Gast
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Warum wehrt ihr Ärzte euch nicht gegen diese "Spar"-Politik??? Es gibt, gerechtfertigt oder nicht, kaum einen Berufsstand mit so einem hohen sozialen Ansehen und auch schlicht Macht. Man braucht sie immer noch, die Ärzte und muss sie nehmen wie sie sind. Es gibt keine anderen. Also, organisiert euch , hüpft über Standesdünkel hinweg und stellt eure Forderungen....natürlich immer das Wohl derjenigen im Blick, denen zu helfen und die zu heilen ihr einstmals ausgezogen seid.
#11 am 09.02.2018 von Monika Roos (Nichtmedizinische Berufe)
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Prima Artikel, der leider nur von den Verantwortlichen nicht gelesen wird, geschweige von den sog. Gesundheitsexperten. Ich habe dazu auch eine kleine Anekdote. Nächtl. KV-Einsatz bei einem Schlossermeister, Privatpatient. Als er die Rechnung bekommt, ruft er mich an und meint, ich hätte bestimmt etwas vergessen zu berechnen. Die Rechnung lag bei ca. 80 Euro incl. allem. - Originalton: So wenig? Dafür stehe ich nachts doch nicht einmal auf!!! (einmal Schlüsseldienst ohne Material = 120,- bis 150,- Euro)
#10 am 09.02.2018 von Alfred Geißler (Arzt)
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Genau diese Scheinselbständigkeit wird bei den Regierigen nie erwähnt. Wenn diese sehr schön geschriebener Artikel in allen Praxen ausgehängt werden würde, wäre zu 100% kein Kassenpatient mehr für eine Bürgerversicherung.
#9 am 09.02.2018 von Dr.med Mera Kuse (Ärztin)
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Gast
Tja, der einzelne niedergelassene Arzt ist ein Auslaufmodell, würde ich sagen. Als mein alter Hausarzt in Rente ging, hat ein junger Arzt die Praxis übernommen. Die war schnell zu klein. Sie ist umgezogen und mittlerweile arbeiten dort 6 Ärzte. Bei unsicherer Diagnose können die sich dort schnell eine Zweitmeinung einholen. Wegen Urlaub ist die Praxis auch nie geschlossen. Und die meisten Geräte sind nur einmal vorhanden, das spart Geld. Ich denke, in Zukunft wird es noch mehr in diese Richtung gehen.
#8 am 09.02.2018 von Gast
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Friedhelm - Steuerberater
Ja, das System passt vorne und hinten nicht. Keine Frage. Dennoch muss ich hier mal anmerken, dass es ein Jammern auf sehr hohem Niveau ist. 3 Wochen Schließen der Praxis nach Budgetüberschreitung bedeuten Kosten ohne Einnahmen von 10-20 Tausend Euro. Das ist viel - auf den ersten Blick. Dennoch liegen die Betriebseinnahmen eines etablierten Facharztes, wenn er sonst sinnvoll wirtschaftet, i.d.R. noch deutlich über 200.000 Euro p.a. Mehr darf es natürlich immer sein :-)
#7 am 09.02.2018 von Friedhelm - Steuerberater (Gast)
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Gast
Besser kann man auf die ideologische Idiotie der Bürgerversicherung gar nicht antworten. Ein großes Lob für diesen aus meiner Sicht symphatisch und aussagekräftigen Artikel.
#6 am 09.02.2018 von Gast
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Im Lauterbachschen Zeitalter könnte selbst dieser wundervolle Artikel zu einer melancholischen Reminiszenz verblassen. Meine liebe Frau, Lehrerin und Französin, hat den geschilderten Sachverhalt schnell kapiert und mich als hausärztliches deutsches Fossil ausgemacht. Ihre Prognose stimmt auch: bald ausgestorben. Nicht nur die Privatpatienten, auch sie hat die Kassenarztpraxis gestützt.
#5 am 09.02.2018 von Dr. med. Michael Traub (Arzt)
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Gast
Wie traurig. Als ich meine Famulatur bei einem HA machte, habe ich erst am Ende der 4 Wo mit viel Mühe verstanden, was Sie hier in einem kurzen Text wunderbar darstellen konnten
#4 am 09.02.2018 von Gast
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Gast
Unter der Budgetierung leiden Arzt wie Patient gleichermaßen. Wir sollten uns daran erinnern, wessen Erfindung das war, wenn es zur nächsten Wahl kommt.
#3 am 09.02.2018 von Gast
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Gast
Leider leider leider die traurige Wahrheit!!! Und irgendwie ist diese Wahrheit völlig aus dem Blickwinkel des öffentlichen Interesses gerückt! Diesen gut geschriebenen Artikel sollte man tatsächlich mal an die Tagespresse, Boulevard-Presse usw. weiterreichen. Vielleicht würden dann einige Menschen unsere Probleme nachvollziehen können. Aber wahrscheinlich enthält er zu wenig Polemik, um damit Öffentlichkeitsarbeit machen zu können....
#2 am 09.02.2018 von Gast
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Gast
Tja, so ist die traurige Realität. da haben sie aber einen sehr netten und verständnisvollen patienten. Ich wünschte die wären alle so. *seufz* Aber naja, die eigene Praxis ist auch immer noch ein Traum von mir, vielleicht tut sich ja in den paar Jährchen doch noch etwas für die ambulanten.
#1 am 09.02.2018 von Gast
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