Und bist Du nicht billig, so brauch ich Gehalt!

27.01.2018

 

Sehr oft, viel zu oft geschah es, das man mich in der Apotheke ansprach, das es mir doch sooo gut gehen würde als Apotheken-Angestellter.

Sie wissen doch so viel und helfen einem so gut. Das muss doch gut bezahlt sein!?

Da ich 100% direkt bin, antwortete ich immer prompt und das Erwachen meines Gegenübers war förmlich spürbar ob des Unwohlsein, die Frage überhaupt gestellt zu haben.
Förmlich spürte ich die Scham meines Fragestellers, ob seines Unwissens und der Peinlichkeit einem Niedriglöhner zu begegnen.

Da ich einen immer sehr guten Kontakt zu meinen Kunden gepflegt habe, konnte ich ihnen das Unwohlsein nehmen. Hatte ihnen erläutert, das ich meinen Beruf sehr liebe, da ich meine Erfahrung hilfreich weitergeben konnte.
Dennoch sei ich nun an dem Punkt angelangt, das ich mein Wissen, mein Können nicht mehr einem gierigen Marktgedanken zum Fraß hinwerfen würde.

Ich halte den PTA-Beruf für hochwertig, gleichwohl er täglich die Minderwertigkeit der Akzeptanz erfährt.

Woran liegt´s?

Vor mehr als 40 Jahren begann der PTA-Beruf das Licht der Welt zu erblicken. Eine Assistenzkraft für den Apotheker!
Und da eine Großzahl Frauen dieses Berufsbild eroberten, fiel von vornherein das Gehalt mickrig aus. Und für viele Frauen, auch in anderen Berufen, hat es sich bis heute nicht geändert.
Und auch der Euro-Teuro hat nichts daran geändert.

Natürlich können viele kleine Apotheken nicht ein hohes übertarifliches Gehalt bezahlen. Es ist eng, bei vielen.
Doch in diesem unseren reichen Staat gibt es viele Berufe, die man miserabel bezahlt, damit der Betrieb Rendite macht.
Die Sklaverei ist noch nicht beendet!

Und was nützt es einem PTA sich hochmotiviert auf eigene Kosten, auch in der Freizeit, weiterzubilden?
Für die eigene Überzeugung gut. Sicherlich. Aber wo bleibt die Belohnung?
Ich war 25 Jahre PTA, hatte übertarifliches Gehalt und immer noch erheblich weniger, als sei ich 25 Jahre bei der Abfallentsorgung angestellt. Kein Scherz!!!

Haben Sie auch den verlogenen Politspruch gehört: „Arbeit soll sich lohnen“?

Aus feisten, verlogenen Politikerbacken dröhnt es immer wieder gleich einer Revolution. Gleichgültig zu welcher Politfärbung der oder die Ausrufer gehören mögen.
Meist vor den Wahlen, dann mal dazwischen, damit der Ausrufer nicht in Vergessenheit gerät.
Es fröstelt mich, wenn ich diese widerwärtige Heuchelei unter dem Deckmantel einer vermeintlichen Legalität erlebe.

Insbesondere in der aktuellen Phase. In der zwei eindeutige Verlierer des Volkswillens glauben machen wollen, sie wären die Richtigen fürs Land.
Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich gehöre keiner einzigen Partei an, da mir der Respekt abhanden gekommen ist.
Dennoch gehe ich zur Wahl. Nicht wählen ist wie nicht Zähne putzen. Irgendwann wird´s braun!

Und bei uns mutiert die politische Färbung gleich den Blättern eines Baumes vor dem Exodus.
Parteien mit einem braunen Grundton werden auch die Probleme für PTA´s nicht ändern. Und doch wurden sie gewählt. Menschen, die sich nicht verstanden fühlen, wählen halt Menschen, die sich nicht ausdrücken können.

Oh Teutonen, mir graut vor Euch!

Solange der Beruf der oder des PTA nicht endlich seinen wahren Wert für die Gesellschaft erhält, als würdigen Vertreter der Apotheker, solange ist es ein Beruf, den man jungen Frauen und Männern aus reinen wirtschaftlichen Gründen nicht mehr mit Überzeugung anbieten kann.

Die Ständevertretungen haben noch eine Menge zu tun. Und die Politik?
Solange der deutsche Mischel durch ein mittelalterliches Steuersystem an die Wand gedrängt wird, solange die Politik wie zu den Zeiten des 30-jährigen Krieges die Lefzen der Hochfinanz leckt, solange wird sich vieles nicht ändern.

Nicht für die PTA`s und für viele andere auch nicht.

Es geht nicht immer ums Geld und doch ist es das Maß aller Dinge. Doch die Monethik frisst weiterhin die Ethik.

Was habe ich von einem Beruf, der ein scheinbares Ansehen in der Bevölkerung genießt, wenn ich einen schäbigen Lohn dafür erhalte?

Da nützt mir auch die reine Liebe zum Beruf nichts mehr.

Der PTA hat seine Schuldigkeit getan, kann kaum noch stehen.
Es sei denn, er bekommt die Stützstrümpfe noch zum EK um das letzte Halalie over the counter zu hecheln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Artikel letztmalig aktualisiert am 27.01.2018.

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Heute habe ich einen netten Beitrag gelesen, der mich an meinen vergangenen Apotheken-Alltag nur zu gut mehr...

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