Das dünne Eis des Todes

23.01.2018

Letzte Woche habe ich mit Frau Schurig über das Ende ihres Lebens gesprochen. Auch mit ihren engsten Angehörigen. Mein Eindruck war, dass es ein gutes Gespräch gewesen ist. Dass ich mich getäuscht habe, zeigt ein wutentbrannter Beschwerdebrief über mich.

Wir führen auf der Intensivstation viele Gespräche über das Ende des Lebens. Die Voraussetzungen sind immer andere, die Wünsche und Wege dahin sind ebenso verschieden. Ich glaube, jeder hat eigene Gedanken dazu und manche schaffen es sogar, diese Gedanken anderen mitzuteilen oder auch in Form einer Patientenverfügung aufzuschreiben.

Viele gehen auch den Weg der Verzweifelten und besuchen einen Notar, bei dem sie für viel Geld eine nutzlose Verfügung unterschreiben, die mit den Worten „Wenn zwei Ärzte unabhängig voneinander feststellen, dass meine Erkrankung unweigerlich zum Tod führt, wünsche ich …“ anfängt und nicht mal das sündhaft teure Papier wert ist, auf dem sie steht, weil bereits die einleitenden Worte unsinnig sind.

Ein direktes Gespräch ist oft nicht mehr möglich

Also sind wir dann häufig auf der Intensivstation mit sehr alten, komplex vorerkrankten Patienten konfrontiert und müssen über das Ende reden. Wir fragen also unsere Patienten, ob sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht haben und wenn ja, wieviel Intensivmedizin sie noch möchten und was wir noch für sie tun können und sollen.

In aller Regel führen wir dieses Gespräch auf der Intensivstation nicht mit den Patienten selbst, sondern mit deren Angehörigen, da die Patienten zu diesem Zeitpunkt meist schon beatmet werden und im künstlichen Koma liegen. Sehr selten kommt es vor, dass man wirklich mal von Angesicht zu Angesicht mit den Patienten in Ruhe über den Sinn und Unsinn weiterer intensivmedizinischer Maßnahmen sprechen kann.

Frau Schurigs Zustand war schlecht

Ich halte es zum Beispiel nicht für sinnvoll, einen maximal luftnötigen Patienten unter NIV-Maske mit 100 % bei beginnender Dekompensation zu fragen, ob er denn auch eine Beatmung und einen Luftröhrenschnitt wünsche. Das empfinde ich als eine Äußerung zwischen Erpressung und unmoralischem Angebot. In jedem Fall ist aber seitens des Patienten in so einer Situation keine Geschäftsfähigkeit mehr gegeben.

Frau Schurig kam zu uns, weil sie seit Monaten an Gewicht verlor. Ein bisschen müde fühlte sie sich auch seit einiger Zeit, aber es ging ja alles so noch ganz gut.
„Wer soll denn sonst den Haushalt machen, ich renn doch nicht wegen jedem Zipperlein zum Arzt.“

Als Frau Schurig zu uns kam, war sie in einem sehr schlechten Zustand. Fahles, eingefallenes Gesicht, regelrecht ausgemergelt.

„Die hat ja nie was gehabt. Kerngesund war sie immer!“

Eine heilende Operation war unmöglich

Beim Hausarzt war sie mit der Problematik nie. Verdrängung? Ignoranz?
Irgendwann ging es dann gar nicht mehr, sie kam zu uns mit dem klinischen Bild eines Darmverschlusses.

„Über Weihnachten muss ich aber nach Hause, mein Sohn und meine beiden Töchter kommen. Die wohnen in Österreich und in der Schweiz. Ist doch wohl nichts ernstes, oder?“

Eine Notfalloperation war notwendig, abgesehen von einem CT war eine Diagnostik vorher nicht möglich, sonst wäre der Stuhl oben herausgekommen. Im OP zeigte sich ein riesiger Darmtumor, der fast den gesamten Bauchraum durchsetzte und bereits die Leber infiltriert hatte. Auch das Bauchfell war über und über mit Metastasen übersät. Es wurde ein künstlicher Darmausgang angelegt, eine heilende Operation war unmöglich.

Krebs und Nierenversagen

Frau Schurig litt bereits bei Aufnahme unter Nierenversagen, sie benötigte in der OP sehr viel kreislaufunterstützende Medikamente, viel Flüssigkeit und ein komplexes Spektrum der Intensivmedizin, sonst hätte sie die OP in dem schlechten Zustand gar nicht überstanden.

„Überall diese Schläuche. Letzte Woche ging es ihr noch gut!“

Für die Familie war der Fall klar. Die eigentlich gesunde alte Dame kommt ins Krankenhaus und da fällt sie in die Hände der Mediziner und ist dem Tod geweiht. Keine einfache Gesprächsgrundlage.

Tatsächlich wurde Frau Schurig rasch wach, wirkte adäquat und sah sehr viel besser aus als noch vor der OP. Etwa am fünften Tag zeichnete sich aber ab, dass die Nieren sich trotz aller Zuwendung und unterstützenden Maßnahmen nicht erholen wollten. In der weiteren Bildgebung zeigten sich bereits fortgeschrittene Lungenmetastasen, ein Hinweis für eine sehr weit fortgeschrittene Erkrankung.

„Und da kann man jetzt nichts mehr machen? Meine Frau war doch bisher immer kerngesund! Ich verstehe das nicht.“

Dialyse in der Palliativmedizin?

Am fünften Tag nach der Operation waren die Nierenwerte so hoch angestiegen, dass wir vor der Frage standen, ob eine Dialyse gestartet werden soll, um womöglich noch ein bisschen Zeit zu gewinnen oder ob man den Gang der Dinge akzeptierte. Das Besondere in diesem Fall war, dass es für die Patientin definitiv keine Rettung im Sinne einer Heilung gab. Noch außergewöhnlicher war es, dass die Patientin wach, adäquat und bei vollem Verstand und ohne Schmerzen, Luftnot oder andere beeinträchtigende Symptome im Bett saß. Von außen gesehen fühlte sie sich pudelwohl, einzig die Nieren arbeiteten überhaupt nicht mehr.

Normalerweise würden wir bei palliativen Patienten mangels Perspektive gar keine Dialyse fahren, hier war aber die Sondersituation, dass man zumindest theoretisch noch davon ausgehen musste, dass die Nieren mit viel Glück wieder die Arbeit aufnehmen und der Patientin somit vielleicht noch ein paar Wochen zum Leben blieben.

Wir erklären der Patientin ihre Optionen

In einem ethischen Fallgespräch am Bett der Patientin, das die Patientin einschloss, legten wir die Gründe für das Gespräch dar, es wurden die Therapieoptionen erläutert und auch konkret angesprochen, dass nur eine Dialyse vielleicht noch ein wenig Zeit bringen könne. Die Patientin legte Wert darauf, festzustellen, dass sie jegliche lebensverlängernde Maßnahmen eigentlich für sich ausgeschlossen habe. Sie habe aber auch den dringenden Wunsch, noch einmal nach Hause zu kommen.
Deshalb wurde mit der Patientin vereinbart, einen einmaligen Zyklus Dialyse über etwa eine Woche zu starten, um die Nierenwerte etwas zu bessern und ihr die Möglichkeit zu geben, noch einmal nach Hause zu kommen.

Die Schwiegertochter war sehr ruhig in dem Gespräch und stellte nur eine Frage: „Was passiert, wenn wir keine Dialyse machen?“

Obschon im Gespräch vorher klar kommuniziert, wiederholte ich, dass die Patientin nach allem, was wir über die Krankheit wissen, mit und ohne Dialyse relativ bald sterben würde. Mit Dialyse könne man das Ende vielleicht noch einige Zeit hinausschieben, ohne Dialyse würde sie innerhalb der nächsten Tage müde werden, in einen Dämmerzustand fallen und schließlich sterben.

Unerwartete Reaktion der Schwiegertochter

Die Schwiegertochter verließ zügigen Schrittes das Zimmer und ward nicht mehr gesehen. Diese Reaktion überraschte mich sehr. Ich war bis dahin davon ausgegangen, dass wir in einer ruhigen und offenen Gesprächsatmosphäre eine gute gemeinsame Basis gefunden hätten.

Der Sohn der Patientin entschuldigte sich für das aufbrausende Verhalten seiner Frau, für mich war das im Rahmen der Trauerbewältigung absolut in Ordnung, auch wenn ich mir für die Schwiegertochter gewünscht hätte, die Nachricht besser verarbeiten zu können.

Trotzdem blieb am Ende also die Vereinbarung, eine Dialyse zu versuchen, um auf eine Erholung der Nieren im Verlauf zu setzen und somit noch ein paar Wochen gewinnen zu können. Die Patientin äußerte sich sehr zufrieden über unseren Austausch. „Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Das war ein gutes Gespräch.“

Es folgt ein Beschwerdebrief

Dem Ehemann standen zwar die Tränen in den Augen, aber auch von ihm war viel Dankbarkeit zu spüren. Dem Sohn bot ich an, nochmal unter vier Augen mit seiner Frau zu sprechen. Das Gesprächsangebot unterstützte ich durch die Übergabe einer Visitenkarte mit der persönlichen Durchwahl des Arztes der Intensivstation. In besonderen Fällen geben wir diese Nummer direkt an die Angehörigen.

Die Schwiegertochter verzichtete auf ein Gespräch mit mir und ging stattdessen zum Chefarzt und zum Geschäftsführer, um sich über uns zu beschweren. Nicht bei Facebook oder per Mail, sondern in einem wutentbrannten Brief machte sie ihrem Ärger Luft. Um einmal ein Gefühl dafür zu bekommen, wie kompliziert die Kommunikation in Krisensituationen sein kann, wie wenig von dem Gesagtem tatsächlich so beim Empfänger ankommt, wie es gemeint war und mit welcher Art von Problemen wir im Krankenhaus zu tun haben, sei hier der Brief in anonymisierter Form angefügt:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

am Vortag habe ich meine Schwiegermutter bei Ihnen auf der Intensivstation besucht. In dem Gespräch sollte es um die weitere Therapieplanung gehen. Meine Schwiegermutter war bisher immer gesund, nach der Operation wurde uns nun mitgeteilt, dass die Nieren kaputt gegangen seien. Der Arzt hat auch gesagt, dass meine Schwiegermutter sterben würde.

Er hat ihr das in einem Gespräch direkt gesagt. Ich finde das unmöglich! Man darf doch einem Menschen nicht sagen, dass er sterben wird! Meine Schwiegermutter war am Ende ganz aufgelöst, das Gespräch hat sie völlig überfordert. Ich erwarte von Ihnen eine Erklärung und eine Entschuldigung.

Mit freundlichen Grüßen …"

Beschwerde ist Beschwerde

Ich musste zum Rapport bei meinem Chef, beim Chef der Chirurgie, dem Klinikdirektor, und es gab ein Treffen der beiden mit dem Geschäftsführer. In dem anschließend stattfindenden Gespräch mit der Schwiegertochter und meinem Chef konnten die Vorwürfe letztlich schnell aus der Welt geschafft werden. Hierfür war sicher auch hilfreich, dass sowohl die im Gespräch anwesende Bezugspflegekraft als auch der Rest der Familie die Inhalte, die Stimmung und letztlich den Gesprächsverlauf gänzlich divergierend darstellten.

Ich kann auch rückblickend keinen Fehler in der Gesprächsführung erkennen und habe für mich selbst überlegt, ob und wenn ja, was ich anders hätte machen sollen. Das Gespräch unter Ausschluss der Patientin führen? Über die Patientin aber nicht mit der Patientin reden? Keine Option.

Ein Nachgeschmack bleibt natürlich auch beim Chef hängen. Beschwerde ist Beschwerde und wenn sie auch noch so unhaltbar ist.

Und so ging es zu Ende …

Wir hätten die Patientin gerne für die letzten Meter des Lebenswegs in ein Hospiz oder nach Hause verlegt. Letztlich zählt aber der Wille des Patienten und der klammerte sich in diesem Fall an die Hoffnung, die Nieren könnten wieder zu funktionieren beginnen und man könne somit weitere Wochen oder Monate gewinnen.

Frau Schurigs Körper war so geschwächt, dass sie trotz einer langsamen und schonenden Dialyse (slow, extended) und trotz Katecholamingabe zunehmend kreislaufinsuffizient wurde und vier Tage nach dem Gespräch auf der Intensivstation verstarb. Von der Familie wurde im Anschluss eine großzügige Geldspende für die Intensivstation übergeben, außerdem gab es Süßigkeiten und eine Dankeskarte.

Alles nicht so einfach manchmal.

Bildquelle: apium, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 06.02.2018.

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Gast
was ist das nur für eine Verweichlichte Gesellschaft - die das Sterben so ausblendet u ignoriert
#72 am 05.02.2018 von Gast
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zu #69 und #70: Die Medizin ist eine sehr ungenaue Wissenschaft. In der Wissenschaft stelle ich eine These auf. Diese wird bewiesen. Entspricht nur ein Versuch nicht der These, wird sie verworfen- Fällt der Apfel nicht zu Boden, gibt es keine Schwerkraft. So eindeutig ist die Medizin nicht. Noch nicht einmal die Organe sind bei allen Menschen am selben Platz. Auch die Reaktion auf zugeführte Stoffe, ob Medikament oder Lebensmittel fällt völlig unterschiedlich aus. Heilung und Krankheit werden viel stärker von Glauben und Vertrauen bestimmt als von der Medizin zugegeben wird. Bei Knieoperationen haben die Patienten mit simulierter OP weniger Beschwerden als die mit echter OP etc.. Keinen Glauben zu haben ist auch eine Art Glauben;-)
#71 am 05.02.2018 von Manuela Stoll (Tierheilpraktikerin)
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Gast
Zu 69: Recht haben Sie. Leider ist Religion immer noch kein Ausschlusskriterium zur Erlangung der Approbation und daher wird es immer Leute geben, die wirklich alles glauben. Ramen.
#70 am 05.02.2018 von Gast
  4
Gast
Sehr geehrter Herr Dr. Feldmann, in Anbetracht der Tatsache, dass die moderne Medizin Lepra nicht mehr durch Tötung eines Vogels in einem Tongefäß über fließendem Wasser (irgendwo in Leviticus) behandelt und (anders als Markus 16:18 behauptet) durchaus Substanzen kennt, die gläubige Christen umbringen, halte ich es für höchst zurückgeblieben, sich im ärztlichen Handeln an der Bibel zu orientieren. Die Medizin ist eine Wissenschaft und das Hinzuziehen eines magischen imaginären Freundes ganz klar unwissenschaftlich. Das Huhn und der Weizen wachsen nicht durch eine unendliche Kraft aus dem Ei bzw. Korn, sondern durch Mitose. Ihre Äußerungen scheinen mir nicht mit der ärztlichen Fortbildungspflicht vereinbar.
#69 am 04.02.2018 von Gast
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Gast
Als Wicca stimme ich Nr.65 zu.
#68 am 03.02.2018 von Gast
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Vielen Dank für diesen Artikel! Die Kommunikation ist ein schwieriges Feld, ich erlebe das momentan mit einer an Krebs erkrankten nahen Verwandten, die wenig bis gar nicht annimmt, was ich ihr vorschlage. Ich hoffe und wünsche, dass ihr behandelnder Arzt so einfühlsam ist wie der Autor!
#67 am 03.02.2018 von Franziska Philippeit (Angestellte Apotheker)
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Schön geschrieben, ich finde es auch gut, dass diese Option mit der Dialyse der Patientin erhalten blieb, ohne dass sie womöglich die Auswirkungen eines Nierenversagens durchleben musste, mit Erbrechen, Krämpfen, der terminalen Agitation etc.
#66 am 03.02.2018 von Alexander Schütz (Biologisch- / Chemisch- / Physikalisch-technischer Assistent)
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Gast
Dr Feldmann also ist jeder Gott der Eine Gott und jede Göttin die Eine Göttin? Und zusammen sind sie das All-Eine? Verstehe ich das richtig? Also ist es egal, an welchen Gott man glaubt, Hauptsache man glaubt?
#65 am 02.02.2018 von Gast
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Vorbildliches aerztliches Verhalten.Artikel sollte an Medizinstudenten und Aerzte in der Weiterbildung vermittelt werden.
#64 am 02.02.2018 von Dr. med. Dieter Rafflenbeul (Arzt)
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Gast
Siehe ≠ 48
#63 am 02.02.2018 von Gast
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Gast
zu 44# und 60#Sie fragen, welchen Gott ich meine, es gäbe zu viele? Ich empfand es immer als Widerspruch, wenn Gottvater, Sohn und heiliger Geist vermenschlicht dargestellt werden und andererseits dem Gebot im 2.Buch Moses „Du sollst Dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.“ Erst als mich in der Sprechstunde eine Patientin fragte, was Gott sei, antwortete ich spontan: Eine unendliche Kraft. Dem stimmte Sie zu. Später fragte mich im Schützenhaus ein Bekannter, der seine Frau frühzeitig verloren hatte, als ich auf die 80 Jahre zuging, ob ich keine Angst vor dem Tod hätte. Ich antwortete: „Nein“. Er fragte weiter: „Was wird aus uns nach dem Tod, was ist mit Gott? Was sagt die Wissenschaft dazu?“ Ich antwortete: „Für mich ist Gott eine unendliche Kraft, die naturwissenschaftlich bestätigt wird durch das Hauptgesetz der ganzen Physik, den so genannten Energiesatz der da lautet: Die Energie des Weltalls ist konstant, entdeckt von dem Arzt Robert Mayer im Jahre 1842. Die Energie des Weltalls ist konstant. Naturwissenschaftlich gesehen ist diese unendliche Energie überall und in allem. „Wer hat die Sterne an den Nachthimmel gestellt, wir Menschen können das nicht. Wer lässt die Erde um die Sonne kreisen und den Mond um die Erde? Wir nicht. Wer macht Tag und Nacht, Sommer und Winter und wer lässt die Bäume und das Gras wachsen?“ Wir Menschen können das alles nur bewundernd beobachten und versuchen, Gesetzmäßigkeiten zu entschlüsseln, nach denen das alles funktioniert, was der Allmächtige vor Jahrmillionen geschaffen hat, wo es noch gar keine Menschen gab. Diese unendliche Kraft, die wir Gott den Schöpfer nennen, lässt aus einem Ei ein Huhn wachsen und aus einem Getreidekorn Hafer oder Weizen. Dieselbe unendliche Kraft hält die Atome und Moleküle zusammen, aus denen auch wir bestehen. Wenn wir sterben und „Asche zu Asche, Staub zu Staub“ wird, und in einigen Hundert Jahren dieser Friedhof umgepflügt wird, dienen unsere Atome und Moleküle als Dünger für das dort wachsende Getreide und Gemüse, das dann Tier und Mensch wieder zur Nahrung gereicht und so darin weiterlebt. Deswegen glauben einige Religionen an eine Wiedergeburt als Pflanze oder Tier. Mein Bekannter fragte: „Es gibt so viele Religionen, woran soll ich glauben?“ In dem Buch Reisemedizin antwortete eine Ärztin, wenn Sie im Orient nach ihrer Religion gefragt wurde: „Es gibt nur einen Gott und an den glaube ich. Es ist für mich nicht entscheidend, welcher Weg zu ihm führt“ „Und was ist mit meinem Leben, das nun nicht mehr in mir ist, was ist mit meiner Seele?“ Wo immer sich meine Seele jetzt befindet, sie ist nicht verloren. Im Weltall geht nichts verloren. Damit auch mein Wissen und meine besonderen Erfahrungen nicht verloren sind, habe ich, um als Arzt weiterhin Menschen helfen zu können, Besonderheiten meines Wissens ausreichend in ÄrzteZeitungen mitgeteilt, so dass ich mich beruhigt verabschieden kann ohne Angst vor der Zeit nach meinem Tod. Im Übrigen gilt: „Glaube, Hoffnung und Liebe“ braucht jeder Mensch zum Leben, sonst ist er unglücklich. Sowie immer wieder Anerkennung und Erfolge. Das geht nicht ohne fortwährenden Fleiß. Bist Du trotzdem einmal verzweifelt, vertraue auf Gott, er weiß schon, was er mit Dir vorhat. Ergib Dich Ihm. Auf einer Tafel an der Friedhofskapelle in Großalmerode bei Witzenhausen las ich: „Gott, ich verstehe Dich nicht, aber ich vertraue Dir“. Wie wahr. So gehe ich ohne Angst und vertraue auf Gott. Bleiben Sie gesund. Ihr Dr. med. Dieter Feldmann, Bad Lauterberg
#62 am 02.02.2018 von Gast
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Es war gut und sehr richtig der Patientin ihre realistische Situation auf zu zeigen. Ich wäre in jedem fall dankbar wenn man mir im Krankenhaus mit absoluter Ehrlichkeit begegnet. Und wenn ein Patient sterben muss, ist es die Pflicht des Arztes es ihm oder auch den Angehörigen zu sagen. Aber, der Tod gefällt Niemandem. Er gehört aber zum Leben, wie das Leben zu Ihm. Ich sage immer: Und dann stehst du in der Pathologie, siehst den Tod in allen Kleidern, mit allen Fratzen, dann gehst du in den Zweiten Stock in den Kreissaal und siehst wo alles wieder endet. Danke für den guten Artikel und für ihre feine Art mit dem Tod umzugehen.
#61 am 02.02.2018 von wiebke Ullrich (Heilpraktiker)
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Gast
Zu 44: Dr. Feldmann welchen Gott meinen Sie denn? Es gibt so viele, da verliert man doch schnell die Übersicht...
#60 am 02.02.2018 von Gast
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Ein sehr guter Bericht. Klar, unemotional (im Besten Sinne) und objektiv. Ich beneide keinen Arzt um solche Situationen. Wir Tieraerzte haben natuerlich haeufig aehnliche Situationen - ohne (jeden falls in meinem Land) moderne lebensverlaengernde Methoden / Equipment. Aber auch ein Tier ist "Familie" und da gibt es starke familien-bezogene Emotionen mit denen es umzugehen heisst. Keine leichte Aufgabe, und dieser Situationsbericht hilft (mir) mich damit nicht so alleine zu fuehlen. Danke.
#59 am 02.02.2018 von Dr. vet. med. Susanna Brida-Hofherr (Tierärztin)
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Es richtig und wichtig, das empathisch aber klar verständlich zu Kommunizieren. Oft passiert es das Ärzte sich, aus Angst vor solchen Reaktionen, so vorsichtig ausdrücken, dass die Botschaft nicht ankommt und dadurch absolut überraschend und unerwartet der Angehörige verstirbt. Einige Therapien, oft bei Chemo etc, hätten der Patient und die Angehörigen gar nicht mehr gemacht, wäre ihnen das klar gewesen und eine palliativmedizinische Versorgung Zuhause oder in einem Hospiz wäre deren Wahl gewesen um nicht auf einem Schlachtfeld kämpfen zu müssen, dessen Krieg man nicht gewinnen kann und nur das Leid mitnimmt. Gut gemacht! Auch gut mit der Beschwerde umgegangen. Einen Nachgeschmack braucht es da überhaupt nicht geben!Mit solchen Nachrichten geht jeder für sich anders um, ausschlaggebend ist das es für die Patientin selber gut war.
#58 am 02.02.2018 von J. Kögler (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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Gast
Bitte Todkranke so behandeln, wie man als zukünftiger Todkranker auch behandelt werden möchte. Und zur Erinnerung, noch sind wir alle zukünftige Todkranke!
#57 am 01.02.2018 von Gast
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B.J. (Arzt)
Entschuldigen Sie vielmals, da hat sich ein tippfehler bei mit eingeschlichen. Ich meinte natürlich @Basting. Bitte entschuldigen Sie meine verrutschen Finger.
#56 am 01.02.2018 von B.J. (Arzt) (Gast)
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B.J. (Arzt)
@Bashing: ... sie verwerfen also alles hier als "Diskusion erübrigt sich" nur weil anonym getippt wird? Manche Leute mögen es einfach nicht ihre Daten wahllos ins Netz zu werfen. Und ich bin immer noch verwirrt wie sie a) auf das Geschlecht des Autors kommen (zumal der Blogname im neutralem maskulinum steht) und b) warum der Satz "Die Schwiegertochter verließ zügigen Schrittes das Zimmer und ward nicht mehr gesehen." für sie so eine große Bedeutung hat? Haben sie noch nie erlebt wie jemand nach einem Gespräch davon gerauscht ist? Haben sie noch nie einen Menschen in einer Extremsituation extrem handeln sehen? Haben sie noch nie die Augenbraue gehoben wenn ein Patient anders gehandelt hatte als sie dachten? Und aus diesem einen Satz schließen sie auf Unerfahrenheit und verletzen Stolz des Autoren? (Außerdem: Die Gegendarstellung welche sie fordern ist der Beschwerdebrief der hier aufgeführt war. Und offenbar war der Rest der Familie mit der Betreung zufrieden?)
#55 am 01.02.2018 von B.J. (Arzt) (Gast)
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Die Schwiegertochter verließ zügigen Schrittes das Zimmer und ward nicht mehr gesehen. - Dieser Satz ist sooo bezeichnend für Situationen dieser Art! Fall 1: Schwiegertochter im Altersheim zur Schwester: Die Mutter hat gerade gehustet, holen Sie mal den Arzt! - Der Mutter fehlte nichts außer ab und zu eine Spazierfahrt an der frischen Luft. Begeistertes Nicken der Patientin, empörter Todesblick der Schwiegertochter. - Fall 2: Besorgter Schwiegersohn im Altersheim, Sonntag abend. Schwiegersohn wünschte bei seiner Schwiegermutter eine sofortige Blutentnahme und ein CT, ich weiß nicht mehr, warum, aber es war absolut nicht notw., der Frau fehlte nichts. Der Schwiegersohn war empört, dass ich kein mobiles Labor und kein CT-Gerät dabei hatte. Nach 14 Stunden Dienst ritt mich der Schalk: Ich schaute in meine Tasche, klopfte meine Jackentaschen ab und bemerkte trocken: "Upps, jetzt muss ich mein CT beim letzten Patienten liegen gelassen haben." ;-) Der Schwiegersohn lief vor Empörung rot an.
#54 am 01.02.2018 von Alfred Geißler (Arzt)
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Gast
Ich konnte neulich einen Kommentar an anderer Stelle nur als "Gast" und anonym abschicken, aber nicht mit meinem Namen, obwohl ich registriert bin etc. Also, vielleicht ist dies keine Absicht der Autoren gewesen, Herr Basting!
#53 am 01.02.2018 von Gast
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Wilke
@Basting: Wie genau schließen sie jetzt nochmal aus diesem neutralen Text auf das Geschlecht des Autors?
#52 am 01.02.2018 von Wilke (Gast)
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Es ist gleichermaßen schade wie bezeichnend , daß der Artikel wie auch die freundlichen Antwortkommentare anonym verfasst wurden. Damit erübrigt sich eine Diskussion. Dem empathischen Zitat der Autorin schließe ich mich daher an: " Die Schwiegertochter verließ zügigen Schrittes das Zimmer und ward nicht mehr gesehen."
#51 am 01.02.2018 von Dr Ralf Basting (Arzt)
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Gast
@Basting: Uh... wo bitte ist was vom verletzten Stolz oder Unerfahrenheit des Autors zu lesen? Für mich sieht das alles sehr gut gemacht und durchgeführt aus. Beschwerden wie solche können immer kommen, da hätte er das beste, einfühlsamste Gespräch der Welt führen können und was bitte hätte ein Chefarzt hier noch besser machen können? Und ich kenne das auch dass Menschen Beschwerden IMMER an den Chef rantragen. Das hat nichts mit der angezweifelten Kompetenz des Autors zu tun. Die Beschwerde ist eindeutig eine Trauerreaktion und eine Reaktion aus der Ablehung heraus sich mit der Sterblichkeit eines Menschen (und die eigene im übertragenen Sinne) auseinander zu setzen. Die Schwiegertochter hatte offenbar Angst, projezierte das auf die Patientin und reagierte mit Wut darauf. Und die Wut machte sie sich Luft mit dem Brief an die Leitung weil da nun mal Beschwerden hin kommen. Ich hab noch nie erlebt dass ein Patient seine Beschwerde direkt an den behandelten Arzt geschickt hatte.
#50 am 01.02.2018 von Gast
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Gast
Sehr schöner Artikel direkt aus dem Leben. Die Reaktion der Schwiegertochter ist verständlich (Trauerreaktion und bestimmt auch ein gewisses Abblocken und Unverständnis) aber auch irritierend. Ich finde auch es wurde hier nichts falsch gemacht. Gespräche über den Tod müssen offen und ehrlich geführt werden und es deckt sich auch mit meiner Erfahrung dass die Patienten selbst diejenigen sind die am aufgeräumtesten damit umgehen, die Angehörigen aber meist die extremeren Reaktionen zeigen. Beschwerden sind oft ärgerlich und ich hoffe sie haben keinen Ärger im Nachzug dadurch erhalten und dass bei der Schwiegertochter Verständnis dafür aufgebaut werden konnte, dass Gespräche über den Tod und das Sterben nun mal direkt geführt werden müssen, so unangenehm uns das konfrontieren mit der Sterblichkeit ist. Ich sage es noch einmal: sehr schöner artikel und sehr schöner (wenn auch tragischer) Fall.
#49 am 01.02.2018 von Gast
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Gast
Einige der Kommentare hier erinnern mich doch sehr an die oben vom Intensivmediziner beschriebene Situation mit der Schwiegertochter und zeigen, daß jeder seine individuelle „Realität“ in Kopf mit sich herumträgt. Argumente und Fakten können/werden vom Gehirn schnell umgedeutet....... Das Leben findet im Kopf statt und ein jeder hat seinen eigenen.
#48 am 01.02.2018 von Gast
  0
Gast
Die einfühlsame und differenzierte Darstellung finde ich sehr beeindruckend, ich habe keine Sekunde daran gezweifelt, dass Sie nicht mit allen Möglichkeiten versucht haben, mit der Patientin und der Familie wertschätzend und angemessen umzugehen. Lassen Sie sich nicht berirren von schwierigen Reaktionen seitens einzelner Familienmitglieder, der Klinik oder hier im Forum!
#47 am 01.02.2018 von Gast
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Ich empfinde Hochachtung für Ihre Haltung und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Ihren Bericht könnte man in jedem Krankenhaus zur "Fortbildung" nutzen. Eine kleine Anmerkung: Nach meiner Erfahrung hat die Schwiegertochter einen inneren Konflikt, z.B. ein schlechtes Gewissen, dass sie nicht schon früher geholfen hatte, als die ersten Zeichen der Krebserkrankung auftraten.
#46 am 01.02.2018 von Dr. med. Franz-Josef Wittstamm (Arzt)
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Ein sehr gefühlvoller Bericht. Sie stehen damit nicht alleine. Vielen Dank.
#45 am 01.02.2018 von Doktor Frank-Timo Lange (Medizintechniker)
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Dr. Feldmann
Mein letzter Tipp: Wenn Du einmal verzweifelt bist, vertraue auf Gott, er weiß schon, was er mit Dir vorhat. Entspanne Dich, ergib Dich ihm. Gib immer Dein Bestes, zeitnah. „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Und wenn Du glaubst, Gott gibt es nicht: Das Hauptgesetz der Physik sagt: Die Energie des Weltalls ist konstant. Entdeckt von dem Arzt Robert Meyer im Jahre 1842. Wer hatte lange vor unserer Zeitrechnung die Sterne an den Nachthimmel gestellt? Wer lässt die Erde um die Sonne kreisen? Wer macht Sommer und Winter, Tag und Nacht? Wer lässt aus einem Ei ein Huhn wachsen und aus einem Samenkorn eine Weizenähre sprießen? Was hält die Atome in unserem Körper zusammen oder in Steinen? Wir können das nur bewundernd erforschen, was Gott, der Schöpfer mit seiner unendlichen Kraft geschaffen hat und mit Leben erfüllt. Gott ist überall. Wir sind nur sein Werkzeug, mit dem er die Welt schnitzt. Und wenn ich nicht mehr bin: Unsere Atome gehen nicht verloren, wenn nach hundert Jahren der Friedhof umgepflügt wird, dort Getreide wächst und davon sich wieder Menschen und Tiere ernähren. „Gotte ich verstehe Dich nicht, aber ich vertraue Dir.“ ( Ein Schild an der Friedhofskapelle in Großalmerode Krs. Witzenhausen). Und welchen Glauben Du hast, er führt immer zu Gott. „Der Mensch denkt, aber Gott lenkt.“ Meine Gedanken und Erfahrungen gebe ich hiermit weiter. So gehen Sie nicht verloren und können weiter Gutes tun. Und meine Seele, wo immer sie dann ist: Im Weltall geht nichts verloren. Habe also keine Angst vor dem Tod, denn Gott ist immer und überall bei Dir. Dr. med. Dieter Feldmann Allgemeinarzt Schulstr. 5, 37431 Bad Lauterberg im Harz. Im Mai 2013.
#44 am 01.02.2018 von Dr. Feldmann (Gast)
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Als Außenstehender maße ich mir nicht an, einen einzelnen Fall zu beurteilen. Aber ich habe selbst das krebsbedingte Sterben sehr naher Angehöriger begeleitet und kann mich in des Gefühlsleben hineinversetzten. M.E. gehört viel Menschenkenntnis und EInfühlungsvermögen dazu, abschätzen zu können, was /wieviel man einem Patienten über seinen Zustand sagt. Da gibt es - nach meiner Einschätzung - nicht die eine, beste Lösung. Das hängt sicher mit der mentalen Verfassung und dem Grundcharakter des einzelnen Patienten zusammen. Somit wird immer eine individuelle Lösung erforderlich sein - für den behandelnden Arzt eine sehr schwierige Aufgabe. Dieser Artikel vermittelt mir aber den Eindruck, dass sich der Arzt mit viel Empathie seiner Aufgabe gestellt hat. Auf der anderen Seite ist aber auch der Schmerz der Angehörigen nachvollziebar. Der Ablauf ist in jeder Hinsicht taurig. Mich hat dieser Beitrag sehr bewegt und daher danke ich für die Veröffentlichung.
#43 am 01.02.2018 von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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Arzt
@Dr. Basting: ihre Gedankengänge und ihre Auffassung der beschriebenen Abläufe sind-gelinde gesagt- ziemlich verworren. Bestenfalls könnte man Ihren Kommentar so interpretieren dass Sie den Artikel nur oberflächlich gelesen haben und sich hauptsächlich abenteuerlichen Spekulationen hingeben. Es wird eine fachlich und zwischenmenschlich einwandfreie Vorgehensweise beschrieben die auch von allen beteiligten Personen bis auf eine Nebendarstellerin so aufgefasst wurde und Sie lesen: Mangelnde Kompetenz? Unerfahrenheit? Verletzter Stolz? Um das hier herauszulesen braucht man schon viel Phantasie... aber die Krönung ist Ihr automatischer Rückschluß dass es sich deshalb bei dem Autor zwingend um eine junge Frau handeln muss.
#42 am 31.01.2018 von Arzt (Gast)
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Ich kann erkenne keinen Grund warum es hier zu einer Beschwerde kam. Natürlich gibt es sicher auch Patienten die einfach nicht über das nahende Ende aufgeklärt werden wollen, aber haben Angehörige das Recht dieses zu bestimmen? Ich denke nicht. Ich wünschte mir das sollte ich eines Tages derart Erkranken einen Arzt habe der genau so denkt und handelt wie sie.
#41 am 31.01.2018 von Martin Dörrich (Rettungsassistent)
  1
Gast
Ich erlebe es im Stationsleben auch oft, dass viele Menschen, statt eine unausweichliche Diagnose zu akzeptieren, lieber versuchen den schwarzen Peter dem Arzt oder dem Pflegepersonal in die Schuhe zu schieben.
#40 am 31.01.2018 von Gast
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Ich hätte hier gerne die Gegendarstellung der Angehörigen gelesen . Aus dieser Darstellung hier spricht leider sehr viel Unerfahrenheit und auch etwas verletzter Stolz des Autors. Entscheidend ist doch die Tatsache , daß die Autorin nicht persönlich von den Angehörigen angegangen wurde - also für sie offensichtlich kein kompetenter Ansprechpartner war. Ist die Art wirklich einfühlsam oder eher anklagend ? Die Schilderung ist nach vielem Nachdenken so extrem distanziert , spätestens hier hätte der Chefarzt sehen müssen , daß er früher hätte intervenieren müssen und die junge Kollegin nicht alleine im Regen stehen lassen. Gruß RFB
#39 am 31.01.2018 von Dr Ralf Basting (Arzt)
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Vielen Dank für den offenen Bericht und ihre einfühlsame Art!
#38 am 31.01.2018 von Claudia Bretscher (Medizinjournalistin)
  0
Gast
Lieber Herr Kollege, der Verlauf, den Sie schildern war schicksaalsgegeben und Sie haben in jeder Situation sehr verantwortungsvoll reagiert. Sie sind aus meiner Sicht vorbildlich mit den vorgefundenen Problemen umgegangen. Ich führe in erster Linie das Gespräch mit dem Patienten (wenn er bei Bewußtsein ist). Ich frage immer, ob mit der Teilnahme anderer Personen einverstanden ist. Wenn jemand von diesen Personen dann Fragen stellt, beantworte ich sie trotzdem. Also in solch einer Situtation fällt das dann unter "Pech gehabt", daß die Schwiegertochter auf Fragen insistiert. Kann der Arzt nichts dafür. Und was die Reaktion des Chef betrifft, die meißten Chefärzte können diese Art von Problemen gut einordnen und sind eher froh, daß behandelnde Arzt so reagiert hat und keine echten Fehler gemacht hat.
#37 am 31.01.2018 von Gast
  2
Gast
Bedauerlich ist hier vor allem das Verhalten der Vorgesetzten: Einer Beschwerde nachzugehen, ist ja vollkommen in Ordnung und sehr wichtig. Wenn das Procedere aber inquisitorisch anmutet, dann ist hier grundsätzlich etwas in der Unternehmenskultur verkehrt. Ich kann hier aus Narcosedocs Schilderung nur eine vorbildliche Meisterung der Gesamtsituation erkennen: Er hat sich Zeit genommen, es gab sogar die Beratung durch ein ethisches Konsil (so etwas gibt es in unserem Haus gar nicht...) und er hat mit Ausnahme der Schwiegertochter offenbar alle beteiligten gut mitgenommen. Es ist sehr bedauerlich, daß dies nicht von den (medizinischen) Vorgesetzten gewürdigt werden konnte.
#36 am 31.01.2018 von Gast
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Mein Beileid - weniger bezüglich der Beschwerde der Angehörigen, die wahrscheinlich durch die Konfrontation mit dem Thema Tod und Sterben überfordert war. Ging ja aber auch weniger um sie als um die Patientin und Sie hatten ja alle Gesprächsteilnehmer im Fokus. Leid tut mir die entwürdigende Prozedur des Beschwerdemanagements mit mehrfachem Vorsprechen und dem Rechtfertigungsdruck, dem Sie sich sicher ausgesetzt gefühlt haben. Schade, dass das Gespräch mit Ihrem Chef da nicht genügt hat. Meiner Auffassung nach - und ich finde, Ihre Geschichte ist dafür ein gutes Beispiel - ist halt Beschwerdemanagement in erster Linie ein betriebswirtschaftliches Tool und weniger ein medizinisches. Die Notwendigkeit dafür, sich auch um verschwägerte Angehörige von außerhalb der Primärfamilie zu kümmern (statt das zum Beispiel dem Sohn der Patientin in die Verantwortung zu geben) ergibt sich halt in erster Linie aus dem Finanzierungsmodell des Unternehmens und dem zu generierenden Shareholder Value.
#35 am 31.01.2018 von Herr Scharif Bahri (Arzt)
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Danke für diese ausführliche Darstellung eines Verlaufes mit viel menschlicher Medizin! Dazu gehört aber auch die Akzeptanz von paradoxem und unkorrektem Verhalten einiger Akteure. Wir wissen nicht, welcher Plan der Schwiegertochter durch die Behandlungsweise gestört wurde. Zum Thema "Beschwerde": eine wie hier vorbildliche, medizinisch und ethisch einwandfreie Verhaltensweise kann durchaus den Tadel einer Institution nach sich ziehen, vielleicht sogar der Karriere schaden, in jedem Fall ist sie richtig und Beispielgebend für die nachwachsende Ärztegeneration. Ich vermute, dass einige Mediziner(innen) das anders sehen.
#34 am 31.01.2018 von Dr. med. Michael Schnittert (Arzt)
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Gast
Als Internist und Nephrologe bin ich häufig mit ähnlichen Situationen konfrontiert. Immer bemühe ich mich sehr, mit der notwendigen Zeit, Ruhe und Empathie sowohl Angehörige, als auch Patienten im Gesprächsablauf mitzunehmen und auf alles situationsgerecht einzugehen. Oft habe ich das Gefühl, dass dies sehr gute Gespräche sind, trotzdem kenne ich es auch, dass Beteiligte, wahrscheinlich aus einer Überforderung mit der Situation heraus hinterher vieles anders darstellen als es gewesen ist. Gerade bei den Patienten und Angehörigen, wo man sich wirklich sehr bemüht hat, alles sehr gut zu machen, passiert dies nach meiner Erfahrung am Häufigsten. Leider sind Vorgesetzte häufig keine große Hilfe und stehen nicht so hinter einem, wie man es gerade dann brauchen würde... Trotzdem machen doch gerade diese Gespräche einen guten Arzt aus und geben einem Zufriedenheit im Beruf. Es sollte viele Ärzte geben, die sich trotz Alltagsstress Zeit für diese intensiven Gespräche geben, weiter so!
#33 am 31.01.2018 von Gast
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ev. Pfarrerin i.R. H. Düll
Sie haben mit Recht sehr viel Zustimmung und Anerkennung bekommen. Darf ich auf diesem Hintergrund ein bisschen fantasieren, wo eventuell die Übergänge zu hart waren? Das Spiel "immer gesund" wurde ganz plötzlich zum "Spiel vom Tod". Eine Zwischen-Information "ich muss Ihnen jetzt leider Schlimmes mitteilen" hätte den "Anlauf" verlängert. Die Frage:"Fühlen Sie sich alle in der Lage, das zu verkraften? - Das muss nicht sein, Sie können sich auch später erst die Nachricht mitteilen lassen" hätte die Verantwortung geteilt. Es kann sein, dass dann eine andere Beschwerden gekommen wäre. Der Überbringer einer unvermeidlichen Botschaft ist immer der Buhmann, das sollten auch der Chefarzt und die Klinikleitung wissen und sich eher wundern, wenn keine Beschwerden kommen, weil dann zu wenig gewagt wurde.
#32 am 31.01.2018 von ev. Pfarrerin i.R. H. Düll (Gast)
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Ich kann mich dem vielfältigen Lob nur anschließen! Ich möchte dazu bemerken, dass die Schwiegertochter, es nicht ertragen konnte, dass sie nicht im Mittelpunkt stand. So etwas müssen Chefs erkennen! Die Aufwertung der Schwiegertochter war völlig unangemessen.
#31 am 31.01.2018 von Dr. Andreas Triebel (Arzt)
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Geht uns manchmal ähnlich. Und Schwiegertochter hat ja eigtl. Überhaupt nix zu melden - eigentlich...
#30 am 31.01.2018 von Lydia Wolf (Ärztin)
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Was für eine traurige Geschichte, wenn man bedenkt, dass wir doch im Zeitalter der Vorsorgeuntersuchungen leben. Diese Frau kann unmöglich beschwerdefrei gewesen sein.
#29 am 31.01.2018 von Claudia Kern (Medizinische Dokumentarin)
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#18 Was für ein arroganter, abgehobener Kommentar! Ich würde sie mit letzter Kraft verscheuchen. Unglaublich. Lesen Sie nochmals Ihr Statement: "Man sollte sich vor derartigen Gesprächen über die intellektuellen Kapazitäten der Gesprächspartner und über gelegentlich sehr überraschende Abspaltungsphänomene im Klaren sein. Der jüngste Assistent ist da nicht geigtest." #18 vor 35 Minuten von Friedrich Maué (Arzt)
#28 am 31.01.2018 von Anna Wojcik (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Aber ganz sicher darf und muss man einem Menschen bei klarem Versand sagen das er sterben wird! In 20 Jahren Intensivmedizin habe ich das auch so gehalten. Ich habe oft erlebt, dass Patienten froh waren noch einige Dinge regeln zu können. Respekt für den Kollegen! So sollte es laufen!
#27 am 31.01.2018 von Gast
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Die Erahrung kann ich völlig bestätigen: als Assistent in einer Chirurgie habe ich eine ältere Patientin mit exulcerierendem metastasierendem Mamma-Tu über die Natur ihrer Erkrankung und die insgesamt infausten Aussichten aufgeklärt im Beisein der von mir extra dafür einbestellten Angehörigen, um mit der Patientin und nicht über sie zu reden und eine Gesprächsgrundlage der Betroffenen zu schaffen. Nach dem langen, in meinen Augen für alle guten Gespräch und dem späteren Tod der Patientin erhielt mein damaliger Chef auch eine Beschwerde der offenbar damals mit dem Gespräch überforderten Angehörigen über mein Vorgehen, was mich sehr betroffen machte.
#26 am 31.01.2018 von Dr. med. Jürgen Hendricks (Arzt)
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Ich habe ähnliche Situationen in den vielen Jahren auf der Intensivstation (Kardiochirurgie) mehrfach erlebt! Machen Sie genauso weiter, folgen Sie weiter Ihrem Instinkt, die richtigen Worte für die Patienten zu finden und halten Sie sich in erster Linie an das Feedback, das Sie von den betroffenen Patienten kriegen. Das war sehr positiv! Ebenso von dem Ehemann. Das sind die beiden wichtigsten Personen gewesen! Ich wünsche Ihnen allerdings zukünftig einen Chef, der hinter Ihnen steht und bei dem Sie sich nicht erst erklären müssen. Wenn aus dieser Situation ein negativer Beigeschmack bei ihm bleibt, wie Sie schreiben, dann hat er leider in der Beziehung ein Defizit. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Kraft!
#25 am 31.01.2018 von Dr. med. Jörg Brandes (Arzt)
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Bin nach fast 40 Berufsjahren in der Krankenpflege im Ruhestand. In dieser Zeit ist vieles besser geworden, aber eines nicht - das Akzeptieren unseres Endes. Von der Geburt an steht fest, dass wir sterben müssen. Als Rettungsassistent und Fachpfleger für Intensivmedizin sind mir fast alle Todesarten bekannt. Ich unterscheide deshalb klar zwischen plötzlichem Tod und dem Ende eines langen Lebens. Die Tabuisierung des Todes in unserer westlichen Gesellschaft hat für mich nicht mehr nachzuvollziehende Ausmaße angenommen. Das hängt m. E. mit der Kenntnis über den eigenen Körper und bestimmte Abläufe zusammen. Dem Verfasser des Artikels gilt mein Respekt, es gibt nur wenige Ärzte im Bereich der Intensivmedizin, die sich so persönlich engagieren.
#24 am 31.01.2018 von Udo Lindlein (Rettungsassistent)
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Hier hat jemand sein Bestes getan, d. h. sein Menschlichstes gegeben. Nur die Unfehlbaren sollten den Stein werfen. Danke für die Haltung und die Offenheit!
#23 am 31.01.2018 von Dr. med. Wolfgang Knüll (Arzt)
  0
Gast
So, wie Sie es gemacht haben, lieber Kollege, möchte ich es auch mal haben, wenn es bei mir mal soweit ist. Fachlich und menschlich. Danke! Es ist notwendig und gut, dass wir Ärzte das Drama der Thanatophobie der Gesellschaft nicht mitspielen. Es wäre hochgradig unprofessionell, wenn wir es täten! Das gilt auch für Chefs und Verwaltungsdirektoren. Dass da ein Geschmäckle in Bezug auf diesen verantwortungsvollen Mitarbeiter geblieben ist, zeugt nicht von der Qualifikation der Leitungsetage.
#22 am 31.01.2018 von Gast
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Die Schwiegertochter war doch nur genervt, weil jetzt der Schwiegervater mitversorgt werden muss. Dafür muss es einen Schuldigen geben, damit ihr Schicksal leichter ist.
#21 am 31.01.2018 von Dr. Joachim Gehrig (Medizinphysiker)
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Mein größte Hochachtung für den Autor dieses Artikels ! Mit Unwissenheit- auch Verdrängung - am Lebensende -und auch vorher- umgehen zu müssen, ist Alltag. Wenn dann noch Unverschämtheit und Arroganz dazu kommen (s. schriftliche Beschwerde) wird es bitter und sehr schwer zu verarbeiten....
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Gast
Wie beschrieben gehört zur Trauerphase auch Wut. Das in solch kritischen Phasen Informationen nicht oder nur unvollständig aufgenommen werden können, ist ebenso bekannt. Meines Erachtens ist es in dem Fall nach allen wichtigen Gesprächen Aufgabe aller, insbesondere der Chefärzte, sich dieser Umstände bewusst zu werden und die "Beschwerde" dementsprechend im richtigen Kontext einzusortieren. Unter Umständen muss dabei einer Klinikleitung, die keine Erfahrungen auf diesem Gebiet haben kann, die Situation entsprechend erklärt werden, damit nicht am Ende ein "Sündenbock" ernannt wird, der gar nichts/wenig für diese - eigentlich nicht unübliche - Stressreaktion kann. Das Verhalten und die beschriebenen Abläufe des Autors halte ich für sehr sensibel.
#19 am 31.01.2018 von Gast
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Man sollte sich vor derartigen Gesprächen über die intellektuellen Kapazitäten der Gesprächspartner und über gelegentlich sehr überraschende Abspaltungsphänomene im Klaren sein. Der jüngste Assistent ist da nicht geigtest.
#18 am 31.01.2018 von Friedrich Maué (Arzt)
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Danke für diese so anrührende Geschichte aus dem Leben eines Intensivmediziners!
#17 am 31.01.2018 von Dr. med. Solveig Aupers (Ärztin)
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Eine ausgesprochen gute Darstellung und Bearbeitung dieser schwierigen Situation. Danke für die differenzierte und klare Haltung. Weiter so.
#16 am 31.01.2018 von Dr. med. Peter Ott (Arzt)
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Ein sehr eindrucksvoller Bericht. Danke.
#15 am 31.01.2018 von Martin Tzschaschel (Medizinjournalist)
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es gibt unzählige schwierigste und komplexeste Situationen in der Medizin und Psychotherapie . Schnell kommt es zu Missverständnissen und seit einiger Zeit auch schnell zu Negativbewertungen im Netz . Wir Ärzte werden damit komplett alleingelassen . Klar Fehlerlos ist niemand . Nicht selten jedoch werden wir gerade da beschimpft , wo wir uns am meisten engagiert haben . Eine Lösung ist nicht in Sicht
#14 am 31.01.2018 von Georg Metz (Arzt)
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Gast X
Ganz schwierige Situation, allerdings gar nicht so selten. Die Situation ist eben dann wenn im Vorfeld viel verdrängt wurde um so schwieriger. Gut dass die Patientin nicht allzu lange leiden musste, aber noch Gelegenheit hatte Ihre Wünsche zu kommunizieren und sich zu verabschieden. Das haben Sie gut gemacht. Obwohl das Verhalten der Schwiegertochter nicht in Ordnung ist kann ich es zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Allerdings eine schriftliche Beschwerde? Ohne vorher mit Ihnen zu reden? Das ist schon ziemlich daneben.
#13 am 31.01.2018 von Gast X (Gast)
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....Ein sehr aufschlußreicher Bericht,authentisch,realitäts-und wahrheitsgemäß,so stelle ich mir einen erfahrenen und handlungsfähigen Kollegen vor,der sowohl Fachkompetenz als auch menschliche Qualitäten unter Beweiß stellt.Würden so viele unserer Kollegen handeln,hätten wir nicht heute in der Bevölkerung so eine Art der unglaubwürdigkeit und des Mißtrauens! Während meiner Jahrzehnten ärztlicher Tätigkeit,erlebte und erfuhr so manches aber über das o.g.Thema und dessen Titel finde ich sollte man den Mut haben und darüber berichten..so können jüngere Kollegen davon profitieren! Mit freundlichen kollegialen Grüßen und erfolgreicher beruflichen Stadiodromie an den Autor dieses Berichtes.
#12 am 31.01.2018 von Dr. med. Johannes Dr.Tatsios (Arzt)
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Solche Botschaften sind immer schwierig, ich kann kein Fehlverhalten entdecken. Leider verdrängen viele den Tod und wie schnell Krankheiten sich erst spät bemerkbar machen und die sind dann so überfordert, dass sie den Botschafter verteufen. Ich kann nur sagen, so einen einfühlsamen Arzt möchte ich ggf. auch haben!
#11 am 31.01.2018 von Dr. rer. nat. Andreas Köpke (Mitarbeiter Industrie)
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Richtig schlimm wird es oft dadurch, daß med. Hilfskräfte (Schwiegertochter) sich als Anwalt des Patienten aufspielen wollen.
#10 am 31.01.2018 von rer.oec. Harald Noll (Wirtschaftswissenschaftler)
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Danke für diesen sehr guten, realistischen Beitrag !!! Es ist nicht einfach mit dem unvermeidlichen Tod und dem Ableben eines Anghörigen um zu gehen, die Überforderung ist schon gewaltig, allein schon deshalb, weil der Tod eine Einbahnstrasse ist. Manchmal ist es möglich die Geschwindigkeit etwas zu drosseln. Angehörige klammern sich dann an unreale Hoffnungen......
#9 am 31.01.2018 von Herr Rudolf Goeb (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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semper aliquid haeret. - Ist mir genauso bei einer ED-Patientin gegangen. Seitdem handle ich nach dem "Prinzip Hoffnung", ohne die Prognose zu verharmlosen.
#8 am 31.01.2018 von Dr. med. Wolfgang Lützenrath (Arzt)
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Es gibt ein wunderbares Buch, in dem die Sterbephasen beschreiben werden ... bezogen auf den Patienten und auf die Reaktion der Angehörigen : Exkarnation . Der Große Wandel von Dr Rosina Sonnenschmidt . Seit ich das gelesen habe , weiß ich , dass in der sogenannten Feuerphase kurz vor dem Versterben noch mal alle Kräfte mobilisiert werden / wollen - beim Patienten und bei den Angehörigen, was sich bei den Angehörigen in Wutausbrüchen und Beschwerdebriefen zeigen kann.... Der Zeitpunkt des Beschwerdebriefes hat dies wider einmal bestätigt ::)) Und die schönen Geschenke nach dem Versterben auch ...denn nach der Feuerphase tritt Ruhe ein .
#7 am 31.01.2018 von Heilpraktikerin Therese Lorbert (Heilpraktikerin)
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Kapitalismusgegner
"ohne Dialyse würde sie innerhalb der nächsten Tage müde werden, in einen Dämmerzustand fallen und schließlich sterben." DaS will ich auch so haben. kann ich das in die Patientenverfügung schreiben?
#6 am 31.01.2018 von Kapitalismusgegner (Gast)
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Ich denke, Sie haben alles bestens durchgeführt. Warum dann manche Angehörigen auf die geschilderte Art und Weise ausrasten, verstehe ich auch nicht. Auch ich habe es öfters erlebt, dass gerade die Patienten oder Angehörigen, die man besonders intensiv betreut und aufgeklärt hat, einen später anzeigen oder sich beschweren.
#5 am 31.01.2018 von Alfred Geißler (Arzt)
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Gast
Auch aus meiner Sicht: nichts "falsch" gemacht. Offensichtlich die Patientin und deren Sohn dort abgeholt, wo sie waren. Es wird immer Menschen geben (z. B. die Schwiegertochter hier), die gerade woanders sind, andere Wünsche und Vorstellungen haben, vielleicht wenn selbst betroffen ganz andere Fragen stellen würden und Dinge nicht wissen wollen würden. Gut, wenn man das als Arzt dann merkt und nicht mehr beantwortet, als der Patient wissen will bzw. ertragen kann. Um die Schwiegertochter ging es hier aber nicht. Gut, wenn sie dann rausgegangen ist. Verständlich, wenn sie auf den "Boten" einprügeln will. Aber die Botschaft war gar nicht für sie. Beschwerden ernst nehmen und prüfen? Ja. Nachgeschmack beim Chef in so einem Fall? Bitte nein.
#4 am 31.01.2018 von Gast
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Hmmh, das habe ich in der Geriatrie oft genug machen müssen. Meist sind nächste Angehörige einsichtig, schwierig wird es mit irgendwelchen Verwandten von weit her die dann womöglich Schuldgefühle oder Familienstreitigkeiten auf den Arzt projizieren..
#3 am 31.01.2018 von Rainer Kumm (Arzt)
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Anja
Berührend und eine wertvolle Erzählung zur Selbstreflektion. Danke.
#2 am 31.01.2018 von Anja (Gast)
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Gast
Prima gemacht. Weiter so!
#1 am 31.01.2018 von Gast
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