PR: Themenwoche Nervensystem: Hirnnerven

19.01.2018

Die Hirnnerven entspringen anders als Spinalnerven direkt von Hirnnervenkernen. Diese Nerven besitzen Durchtrittsstellen im knöchernen Schädel. Anhand der Bezifferung erkennt man, dass Hirnnerven aufgrund ihrer Höhe im Hirnstamm einzuordnen sind.

Die Hirnnerven entspringen anders als Spinalnerven  direkt von Hirnnervenkernen. Diese Nerven besitzen Durchtrittsstellen  im knöchernen Schädel. Anhand der Bezifferung erkennt man, dass Hirnnerven aufgrund ihrer Höhe im Hirnstamm einzuordnen sind. Zu den Hirnnerven gehören:

Nervus olfactorius I:
Der Nervus olfactorius setzt sich aus den Fila olfactoria zusammen. Diese kleinen Bündel sind marklos und leiten Informationen der Nasenriechzellen durch die Lamina cribrosa in Richtung Bulbus olfactorius.

Nervus opticus II:
Der Sehnerv entsteht aus Ganglienzellen der Retina. Das Auge zählt exakt ausgedrückt zum Gehirn. Dies hat den Hintergrund in der Embryologie. Der Sehnerv zieht als große Struktur durch den Canalis opticus und hat eine enge Lagebeziehung zur Hypophyse. In diesem Bereich vereinigen sich beide Sehnerven im Chiasma opticum. Informationen zu diesem Nerv findet ihr in unseren Augenvideos.

Nervus oculomotorius III:
Der Nervus oculomotorius enthält somatomotorische und viszeromotorische (parasympathische) Fasern.
Man findet ihn als Struktur im Sinus cavernosus. Seine Äste innervieren die Augenmuskeln. Nähere Informationen findet ihr in unserer Videoreihe.

Nervus trochlearis IV:
Der Nervus trochlearis bringt rein somatomotorische Fasern zum Musculus obliquus superior. Auch dieser verläuft in der Seitenwand des Sinus cavernosus.

Nervus trigeminus V:
Dieser Nerv teilt sich auf in 3 Kompartimente.
Nervus ophthalmicus (V1)
Nervus maxillaris (V2)
Nervus mandibullaris (V3)

All diese Nerven enthalten sensible Faserqualitäten. Der Nervus mandibullaris enthält auch motorische Komponenten. Sie interagieren mit den Ganglien im Kopf und sind vor allem für die sensible Innervation des Gesichts zuständig.

Nervus abducens VI:
Der Nervus abducens beherbergt motorische Faserqualitäten. Auch dieser zieht zum Auge. Eine Besonderheit ist, dass er nicht in der Seitenwand, sondern im Zentrum des Sinus cavernosus verläuft.

Nervus facialis VII:
Diesen Nerv kann man in einen Nervus intermediofacialis und dem eigentlichen Nervus facialis einteilen.
Der Nerv steuert die Muskulatur der Mimik und auch den Musculus stapedius. Er ist sensorisch. Dieser Begriff ist nicht mit dem Wort sensibel zu verwechseln. Sensorisch heißt hier: Geschmack.
Auch parasympathische Komponenten enthält der Nervus intermediofacialis.

Nervus vestibulocochlearis VIII:
Dieser Nerv setzt sich aus dem Nervus vestibularis und dem Nervus cochlearis zusammen. Er leitet folglich Informationen aus dem Ohr in Richtung Gehirn. Auch das Kleinhirn wird von dieser Struktur mit Informationen gefüllt.
Ein Nystagmus tritt bei Fehlern in diesem Bereich auf.

Nervus glossopharyneus IX:
Dieser Nerv ist ein sensibler, sensorischer und motorischer Nerv. Er leitet Signale der hinteren Zunge zum Gehirn und innerviert die Rachenmuskulatur.
Prüfungsrelevant ist hier der Schluckakt.

Nervus vagus X:
Der umherschweifende Nerv ist wohl der bekannteste unter den Hirnnerven. Er wird auch als Parasympathikus-Nerv bezeichnet. Dabei sollte man nicht vergessen, dass der Vagus sensible Qualitäten hat.

Nervus accessorius XI:
Dieser Nerv innerviert den Musculus trapezius und ebenfalls den Musculus sternocleidomastoideus.
Viele Anatomen zählen diesen Nerv nicht zu den Hirnnerven, da er im Rückenmark entspringt.

Nervus hypoglossus XII:
Dieser somatomotorische Nerv innerviert die Zungenmuskulatur.

Artikel letztmalig aktualisiert am 19.01.2018.

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