Jeder 3. Deutsche lügt beim Arztbesuch

19.01.2018

Laut einer aktuellen Umfrage hat letztes Jahr jeder dritte Patient seinen Arzt belogen. Am liebsten erzählten sie Unwahrheiten, wenn es um das eigene Körpergewicht und einen gesunden Lebensstil ging. Warum wird im Sprechzimmer so oft gelogen? Die Gründe sind vielfältig.

Wohl jeder klinisch tätige Arzt hatte schon einmal den Eindruck, dass die anamnestischen Angaben eines Patienten nicht ganz der Wahrheit entsprachen. Eine repräsentative anonyme Online-Umfrage der YouGov Omnibus  bestätigt diese Vermutung. Im Dezember 2017 wurden insgesamt 369 Personen ab 18 Jahren befragt, die in den vergangenen 12 Monaten beim Arzt gelogen haben. Das Ergebnis: Jeder dritte Deutsche ist beim Arztbesuch nicht immer ganz ehrlich. Am meisten geschummelt wird bei Angaben zum Körpergewicht und zur gesunden Lebensweise.

Das große Lügen-Ranking

Keine Frage, einen Arzt zu konsultieren, kann belastend sein. Peinliche oder unangenehme Untersuchungen oder schmerzhafte Behandlungen können drohen. Und wer mag schon das schrille Geräusch des Bohrers beim Zahnarzt?

Aber nicht nur unangenehme Wahrheiten (36 %), sondern auch der Wunsch, gesünder zu wirken als man ist (25 %), waren Gründe dafür, nicht in jedem Fall ehrlich zu sein. Darüber hinaus hat etwa jeder Zehnte schon Beschwerden aggraviert oder erfunden, um eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten (11%).

Beliebte Bereiche, in denen gelogen wird, sind:

Insgesamt gaben 33,1 % der Befragten an, in den vorangegangenen zwölf Monaten ihren Arzt in irgendeiner Form belogen zu haben.

Wenig überraschend, aber manchmal gefährlich

Mediziner werden diese Ergebnisse wahrscheinlich wenig überraschen. Jeder hatte wohl schon öfters den Eindruck, dass Patienten ein paar Kilos Körpergewicht verschwiegen oder ihren Alkohol- oder Nikotinkonsum schön geredet haben, indem sie angaben, keinen oder nur sehr wenig Alkohol zu trinken oder das Rauchen eingeschränkt, respektive sogar aufgegeben zu haben. Und wer kennt nicht jemanden, der nach der Lektüre des Beipackzettels das Medikament aus Angst vor Nebenwirkungen nicht oder in geringerer Dosierung eingenommen hat?

Wenn zum Beispiel jemand seine Alkoholsucht verschweigt und postoperativ ein Entzugsdelir entwickelt, weil die behandelnden Ärzte nicht angemessen reagieren konnten, können Im Einzelfall solche Lügen problematisch oder sogar gefährlich sein.

 

Bildquelle: CBS fan, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 26.01.2018.

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Gast
@19.Lügen, um Diskussionen aus dem Weg zu gehen- wie bescheuert ist das denn? Eine ordentliche Behandlung, ja Vertrauen- und zwar beiderseitig kann nur auf der Grundlage von Ehrlichkeit gedeihen. Ich hatte mal den Fall eines verlorenen Rezeptes für ein Antibiotikum, es wurde nicht eingenommen- Krankheit war bei Kontrolle gebessert. Und das ist doch auch wichtig zu wissen und toll zu erleben wie der Körper sich selbst hilft.
#37 am 30.01.2018 von Gast
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Ärztin
Lügen ist relativ. Meine Waage zu Hause zeigt mal eben 3-4 kg weniger an als die des Hausarztes, aber wiederum 2-3 kg mehr als die Waage in meinem Fitnessstudio... wenn mein Arzt mich wegen einer beschönigten Gewichtsangabe plötzlich nicht mehr korrekt behandeln kann dann kann ich gleich zu Hause bleiben.
#36 am 30.01.2018 von Ärztin (Gast)
  5
Einserseits ist sicher Scham im Spiel. Andererseits gibt es auch "unbewusste" Falschangaben. Zwei Klassiker: Bier wird in gewissen Kreisen nicht als Alkohol angesehen, sondern nur "die harten Spirituosen". Bei der Frage nach dem täglichen Lebensmittelkonsum werden die kleinen Sachen zwischendurch etweder vergessen oder nicht dzugezählt - etwa der schnelle Bonbon, das im Supermarkt angebotene Probehäppchen und besonders auch der kleine hochkalorische "Verdauungsschnaps" sowie heftig ins Kalorienkontor schlagende Softdrinks.
#35 am 30.01.2018 von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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@#32 als Push zu #10: Zu Ihrer Quelle im Beitrag #10: 46% der Medizinthemensuchenden nutzen Online-Informationen. Unbekannt bleibt wie hoch der Bevölkerungsanteil der Suchenden gesamt ist, also sind es z.B. nur ~100K von ~82M? Von den 46% sehen sich 30% genötigt dies einem potentiellen Behandler zu verschweigen Nun zum Lösungsweg dieser einfachen Mathe-Textaufgabe, die ich selbst mit mehreren Hirnschäden, angeboren und erworben, wohl doch noch beherrsche: So sind nach Ihrer Behauptung nicht 30% Schwindler, sondern lediglich sind es 30% von 46% = 13,8%. Jedoch sind es noch deutlich weniger, weil sich die 46% auf die Anzahl von Befragten bezieht, die sich zu Gesundheitsthemen Online informierten und hier sich die wichtigste und unbeantwortete Frage anschließt, wie groß der Bevölkerungsanteil der Suchenden ist. Es werden wohl nur Promille werden und nicht sensationelle 30%, denn hier geht es um alle! Patienten, egal ob Online informiert oder nicht, das Thema bleibt also verfehlt...
#34 am 28.01.2018 von Robert Dettmann (Nichtmedizinische Berufe)
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In meiner Praxis hatte ich große Probleme mit den Angaben zur Lage der Fütterung ( totale Einnahme ) eines Tieres mit Symptome auf eine Allergie. Die Angaben der Besitzer waren auf meiner Frage sehr haüfig „ zusätzlich zu seinem Futter bekommt der Hund NIE WAS EXTRA ) . Und die Oma , die Kinder und steht Katzenfutter herum ,- NEEEEEIIIN ! So bin ich vor Jahren auf die Idee gekommen den Tierbesitzern ein Fragebogen mitzugeben wo alle Fragen auf 100-prozentige Wahrheitsgehalt später in der Praxis bei der nächsten Konsultation abgegeben werden sollte . Und siehe da , alle steckten dem armen Hund was zu ,- Käse , Wurst , Fisch , Lakritz , Kekse usw. Da sieht man wieder wie das Lügen die gesamte Diagnostick torpedieren kann .
#33 am 28.01.2018 von Dr. med.vet. Öistein Gaarden (Tierarzt)
  1
Beitrag 10: Mit dem link wollte ich zeigen, dass Patienten am häufigsten über ihre Vorkenntnisse und Erwartungen LÜGEN.
#32 am 28.01.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
An Gast #29 Na, ja, das wilde Arzthopping spricht jawohl nicht so ganz für die Ärzteschaft, denn wenn ich zufrieden mit meinem behandelnden Arzt bin, warum sollte ich dann ständig wechseln?
#31 am 28.01.2018 von Gast
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Gast
# 29 Ich spreche natürlich nicht von Banalitäten aber ein Arzt sollte unter anderem heilende Hände haben ,weniger Hightech
#30 am 28.01.2018 von Gast
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Gast
@28: wenn Sie uns dann noch verraten möchten wieso es Ihrer Ansicht nach sinnvoll wäre in einer Zeit in der alle Praxen überbelegt sind, seitens der Patienten wildes Arzthopping betrieben wird, alle über wochenlange Wartezeiten bis zum Arzttermin und dann stundenlange Wartezeiten im Wartezimmer klagen, die Ärzte nur für einen Bruchteil der durchgeführten Behandlung vergütet werden bei jeder kleinen Banalität eine ausführliche Ganzkörperuntersuchung durchzuführen wäre das großartig. Ich kann diesen Standpunkt nämlich außer bei Kindern, akut in lebensgefahr schwebenden, bewusstlosen, oder sonstwie anamneseunfähigen Klinikklientel beim besten Willen nicht nachvollziehen.
#29 am 28.01.2018 von Gast
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Gast
Fortsetzung... Überhaupt habe ich das Gefühl, dass viele Ärzte keine ausführlichen Ganzkörperuntersuchungen mehr machen und den Patienten noch nicht einmal mehr anfassen wollen. Die beste und umfangreichste Untersuchung ,die ich jemals hatte, war von einem Anthroposophischen Arzt, das Ganze hat über eine halbe Stunde gedauert und so sollte es auch sein.
#28 am 28.01.2018 von Gast
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Gast
Ein kompetenter und wahrhaftiger Arzt muss für mich ein guter Diagnostiker sein und ein Arzt aus Berufung, der muss den Menschen nur in seinem Gesamtbild anschauen und weiß ob und wie schwer krank dieser ist.
#27 am 28.01.2018 von Gast
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Gast
Ich gehe doch nicht aus reinem Vergnügen zum „Onkel Doctor “, ( soll ja tatsächlich Menschen geben ,die aus Mangel an sozialen Kontakten den Arzt aufsuchen, das wiederum auch krank machen kann) , ich persönlich bin nicht so Arzt-Affin, wenn ich dort mal hingehe ,dann ist es auch etwas ernsthaftes und kein Pillepalle.
#26 am 27.01.2018 von Gast
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Gast
#5: Na klar, Sie wissen Bescheid, denn Sie sind ja sicher Lehrer und Arzt und verhalten sich als jener anders als als solcher... Selbstverständlich begegnet ein guter Lehrer Schülern und Eltern auf Augenhöhe. Merkwürdigerweise kenne ich auch Ärzte (naturgemäß nicht alle und viele sind hier ganz wunderbar - neige trotz Lehramtsausbildung nicht zum Pauschalisieren), die das bei den Patienten nicht schaffen. Der Unterschied ist nur: Zu einem schlechten Arzt gehe ich kein zweites Mal, in der Schule hat man kaum die Wahl. Deshalb brennen sich schlechte Lehrer so sehr ins Gedächtnis ein - und natürlich weil die Kontaktzeit wesentlich höher ist als bei Ärzten. Eigentlich könnte man von einem Akademiker erwarten, dass er in der Lage ist, dies zu reflektieren, anstatt ohne jeden Zusammenhang mit dem Ausgangsthema ganze Berufsgruppen herabzusetzen.
#25 am 27.01.2018 von Gast
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Gast
"...sondern auch der Wunsch, gesünder zu wirken als man ist (25 %), waren Gründe dafür, nicht in jedem Fall ehrlich zu sein." Warum sollte jemand ausgerechnet beim Arzt den Wunsch haben, gesünder zu wirken als er ist?
#24 am 27.01.2018 von Gast
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Gast
Wie oft lügen Ärzte um OP s u verkaufen? Wie oft lügen Zahnärzte um Zusatzleistungen zu verkaufen
#23 am 27.01.2018 von Gast
  5
Gast
Wer prüft wann und wie,ob der Patient den lügt.Und wie oft lügt den der Arzt.
#22 am 27.01.2018 von Gast
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@#16: Ja, interessanter Aspekt zum Mut zur Wahrheit beiderseits. Irgendwie finde ich das Thema interessant, wobei ich nur im Rahmen der Selbstverharmlosung zu handfesten Umständen lüge und das darin begründet ist, dass mir erst immer mit Unglaube und Ablehnung zu dann erst später entdeckten und behandelten körperlichen Schieflagen begegnet wurde. Dadurch bin ich aber auch selbst sehr differenzierend geworden und dies mir immer wieder so von Ärzten bestätigt wird. Ansonsten gibt es bei mir nur! die knallharte Wahrheit vor den Bug und erwarte das auch von meinem ärztlichen Gegenüber. So war es mit einem übersehenen Jahre vorher liegengebliebenen OP-Tupfer, mit der iatrogenen Shunt-Unterbrechung mit nun inoperablem Status, weil der Katheter der Schwerkraft bis in den Hippocampus folgte. Durch den offenen Umgang mit mir ohne Lügen, geschah eben nichts emotional Unvernünftiges. Das war leider nicht immer so, es wurde dann gelogen aus Angst. Vergeben und vergessen, immer wieder...
#21 am 27.01.2018 von Robert Dettmann (Nichtmedizinische Berufe)
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Liebe Kolleginnen und Kollegen. Fasst euch mal an die eigene Nase und überlegt wo und wie ihr euch selbst belügt. Lebensstil, Schlafgewohnheiten, Alkoholkonsum, fast food (nicht McDonald sondern zwischen Tür und Angel) usw..... Die Summe aller Laster bleibt gleich! Wenn nicht so viele menschliche Verhaltensweisen stigmatisiert wären müsste niemand lügen.
#20 am 26.01.2018 von Silke Schuster (Ärztin)
  4
Apothekerin
Ich lüge beim Arzt auch häufig. Als erstes verrate ich nicht, dass ich Apothekerin bin. Auch habe ich der Hno-Ärztin nicht verraten, dass es nicht das Orelox war, welches gegen die Mittelohrentzündung der Tochter " wieder so gut gewirkt hatte". Ich hatte es nicht gegeben. Aber ich wollte dennoch, dass sie nachsieht, ob der Infekt ausgestanden war. Und so behilft man sich eben, um Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Natürlich gibt es auch Ärzte bei denen ich mich traue , ehrlich zu sein.
#19 am 26.01.2018 von Apothekerin (Gast)
  5
Gast
Irrtum Herr Dr. med. Hans-Hermann Heckermann in der Schule sind inzwischen auch alleine die Lehrer Schuld!
#18 am 26.01.2018 von Gast
  4
Tierversteher
@#16. Handel wohl Ihre animalischen/tierischen Patienten so? Ich finde es interessant, dass sich zunehmend Kollegen, die von Ihren Äußerungen her ziemlich wahrscheinlich Humanmediziner sind, als Tierärzte "tarnen"
#17 am 26.01.2018 von Tierversteher (Gast)
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@ #14: Ist nicht gerade dann Ehrlichkeit dem Arzt gegenüber gefragt, damit er sein Verhalten reflektieren kann, und seine Fachkenntnis ggf. auch mal infrage stellt? Jeder Arzt sollte sich geehrt fühlen, wenn ein Patient auch einen (vermeintlichen) Fehler des Arztes respektvoll von Angesicht zu Angesicht thematisiert, den Arzt Stellung beziehen lässt, und ihn daraus lernen lässt. So können wir das nächste Mal in ähnlichen Situationen vielleicht besser reagieren. Das nennt man Erfahrung, und diese beschränkt sich nur durch ehrliche Rückmeldung nicht NUR auf den enttäuschten Patienten.
#16 am 26.01.2018 von Kristin Schulze (Tierärztin)
  3
Gast
Wenn ich als Kollegin ! einem Kardiologen ehrlich sage, dass ich vor ca. 10 Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe, und wenn ich von diesem Zeitpunkt an wegen dieser schändlichen Vergangenheit nur noch abwertend behandelt werde, gebe ich mich ab sofort bei jedem anderen Kollegen als lebenslanger Nichtraucher aus - ich denke, diese moralische Überheblichkeit darf sich kein Arzt erlauben! Kein Wunder, dass Patienten nach einer solchen Erfahrung nicht mehr die Wahrheit sagen.
#15 am 26.01.2018 von Gast
  4
Gast
Naja, als ich 8 Jahre Cortison in hohen Dosen einnehmen mußte und dann vom Internisten eine 30 % Fettleber diagnostiziert bekam und mein Hausarzt dann sagte: Da machen wir gar nichts, das hat jeder Dritte, dann war es mit meinem Vertrauen vorbei. Jetzt geh ich weiter zum Internisten, ohne daß er das weiß und bekomme dort auch Ratschläge und Hilfe, wie ich davon wieder runter komm. Wer jetzt glaubt, daß ich zu dem noch mal ehrlich bin, der täuscht sich. Somit verspielen doch die Ärzte selbst das Vertrauen, das sie sich wünschen Oder?
#14 am 26.01.2018 von Gast
  9
Gast
Es soll übrigens auch Ärzte geben, die lügen...
#13 am 26.01.2018 von Gast
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Gast
Manche Ärzte verdächtigen auch ihre Patienten nur der Lüge, obwohl sie die Wahrheit sagen. Mir wurde schon häufig vorgeworfen, ich wolle nur Schmerzmittel abgreifen. Eine Hysterektomie und 4 Bandscheibenvorfälle später hat dann auch endlich mein Hausarzt begriffen, dass ich kein Simulant bin.
#12 am 26.01.2018 von Gast
  4
Thema verfehlt? Ich überstrapaziere jetzt meinen Schreib-Bonus hier, nur weil ich den Beitrag von #10 in diesem Kontext jetzt gar nicht mehr unterbringen kann, wir hatten doch noch gar nicht die lückenhafte Statistik hier zufriedenstellend durchnehmen können. Also Thema war, dass Patienten unterdurchschnittlich lügen sollen und dies aus Beweggründen, die nach der Expertise nun herzlich wenig etwas mit der Informationsfreiheit zu schaffen haben kann. Außerdem muss sich ja nicht nur die Medizin über das vielleicht schon pathologische Sendungsbewusstsein so einiger Zeitgenossen beschweren, selbst gehöre ich mit so einer Schreiberei natürlich dann auch schon latent dazu. Denn auch im technischen Bereich gehen mir oft genug die Nackenhaare hoch, was da alles zu finden ist und nur relativ wenig davon stimmt oder funktioniert...
#11 am 26.01.2018 von Robert Dettmann (Nichtmedizinische Berufe)
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Gerade bei SPON gefunden: " : Fast jeder Dritte (30 Prozent), der im Netz nach Gesundheitsinformationen sucht, hat dies dem Arzt schon einmal verschwiegen. Ein Viertel hat sogar Angst, dass der Arzt sich darüber ärgert. " http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/bertelsmann-stiftung-fast-jeder-zweite-sucht-gesundheits-infos-im-netz-a-1189915.html Mit 30% wohl auf Platz 1.
#10 am 26.01.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  32
Natürlich kann es gefährlich werden, wenn beim Arzt gelogen wird. Nur sollte man auch bedenken, dass das Verhalten der anderen Seite, die Bereitschaft die Wahrheit zu sagen ganz erheblich mit beeinflussen kann. Wenn Patienten, die sich im Web informiert haben, und sei es auch bei zweifelhaften Quellen, pauschal abgekanzelt werden. Wenn auf eine ehrliche Antwort hinsichtlich des Umfang der täglichen körperlichen Aktivitäten gleich der (biweilen auch drohend) erhobene Zeigefinger oder gar Schuldzsweisungen als Reaktion kommen, ist es wenig verwunderlich, dass man sich solchen Stress gern ersparen möchte. Und wenn mein Gegenüber auf meine - ehrliche - Angabe seit mehr als 35 Jahren nicht mehr zu rauchen und so gut wie keinen Alkohol zu trinken erstmal skeptisch dreinblickt, wird die Lust an anderer Stelle eine Unzulänglichkeit offen zuzugeben eben auch nicht größer. So konditioniert wird dann eben auch mal beim Anästhesiegespräch gelogen, und dann wird gefährlich.
#9 am 26.01.2018 von Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast (Biologe)
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@#2: Na ja, gibt schon noch so einige Highlights, hier ja leider nur die Schwindeleien dargestellt wurden, um sich beim Gegenüber verstärkt wahrgenommen darstellen zu lassen. Die andere Richtung, so wie in meinem Beispiel, um nicht so verzerrt anzukommen, um Spielraum für Differenzierung zu lassen, hat hier keinerlei Gewichtung erhalten und könnte somit das Patientengut als Ergebnis in ein gefühlt schlechteres Bild rücken. Oder: Dem Designer sind zum "Aufpimpen" der Balkengrafik die Piktogramme für die vielleicht doch noch abgefragten Themen ausgegangen...
#8 am 26.01.2018 von Robert Dettmann (Nichtmedizinische Berufe)
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Lügen setzt für mich immer einen gewissen Grad an Bewusstheit voraus. Daher ist das Aufgezählte nicht "lügen", sondern eher falsche Wahrnehmung und Selbsttäuschung. . Typisches Beispiel: Der Adipöse, der meint, er isst nicht viel - weil er nämlich Fressanfälle hat, währendessen er in halbdissoziativem Zustand große Mengen vertilgt. Schmerzen ist auch so was - das ist subjektiv, wie jeder merkt, wenn er den Patienten nach der Skala von 1 - 10 seine Schmerzen einordnen lässt. ( ich dachte das erste Mal, es handle sich um eine objektive Skala und antwortete , ich kann es nicht, da ich die Skalierung nicht kenne.) Ansonsten: Auch der Arzt ist ein sozialer Kontakt, klar dass dann "soziale "Schwindeleien auftauchen wie anspruchsvollere Hobbys, Sport, Zahnseide, Ess- und Trinkverhalten, denn was sozial erwünscht ist , das wissen die Patienten ja meistens, auch wenn sie es nicht durchhalten.
#7 am 26.01.2018 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  25
Gast
Wie kann Vertrauen aufkommen, wenn in der Praxis gelogen wird. Ich habe gemerkt, da stimmt was nicht, als ich Probleme mit meiner Schmerztherapeutin hatte, denn sie dachte wohl, ich würde sie belügen.
#6 am 26.01.2018 von Gast
  1
Das ist nichts Neues! Es gab schon immer den Spruch:" Es wird nirgendwo soviel gelogen wie auf dem Friedhof und in der ärztlichen Praxis"! Aber wir haben es ja mit dem mündigen Patienten und dem Kontakt auf gleicher Augenhöhe zu tun. Das ist halt der Unterschied z.B. zu Lehrern! Da sind die Schüler entweder zu doof, zu faul oder die Eltern sind schuld!
#5 am 26.01.2018 von Dr. med. Hans-Hermann Heckermann (Arzt)
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Kapitalismusgegner
Dr. House "Everybody lies" :D
#4 am 26.01.2018 von Kapitalismusgegner (Gast)
  16
Gast
Meine Mutter meinte, man solle dem Arzt nicht alles erzählen. Deswegen würde sie grundsätzlich beim Arztbesuch eine Unwahrheit schildern. Neben diesem vorsätzlichen Verhalten beging sie aber auch einen Selbstbetrug, indem sie vor Arztbesuchen über mehrere Tage nichts aß, um ihren Blutzucker auf unter 200 mg/dl zu drücken. Dies bezahlte sie dann mit ihrem Leben.
#3 am 26.01.2018 von Gast
  15
Gast
@1) Vermutlich in dem ganzen Rest. Hier wurde offenbar nur die "highlights" aufgezählt, vermutlich "lügen" unter 4% der Leute wie sie. Die Darstellung hier ist sicherlich vereinfacht "nacherzählt" worden um es nicht zu verkomplizieren. Ansonsten kann man nur zu sagen dass die studie ausdrückt was viele denken, leider.
#2 am 26.01.2018 von Gast
  1
Welche Angaben machten denn die restlichen 49% des Lügenbaron-Drittels? Diese Statistik am Quellort, als auch die Wiederholung hier, kann ich nicht wirklich nachvollziehen und zu welchem Zweck wurde so etwas so unklar überhaupt erhoben? Zum Beispiel das Bagatellisieren von Krankheiten und deren Beschwerden, meine mir einfach nicht abzugewöhnende Lieblingslüge, erscheint dann wo mit welchem Score im Ranking?
#1 am 26.01.2018 von Robert Dettmann (Nichtmedizinische Berufe)
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