Darmkrebs-Prävention: Die verschlampte Diät

12.01.2018

Die aktualisierte Fassung der S3-Leitlinie zum kolorektalen Karzinom wurde veröffentlicht, sie umfasst 330 Seiten. Der Schwerpunkt liegt auf Diagnostik und Therapie, aber es gibt auch einen Abschnitt zur Darmkrebs-Prävention durch Ernährung: Wie werden Folsäure, Fisch und Fleisch bewertet?

In Deutschland erkranken jährlich über 60.000 Menschen am kolorektalen Karzinom (KRK) und ca. 26.000 Menschen sterben daran. Das durchschnittliche Lebenszeitrisiko, an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei ca. 6 %. Damit gehört das kolorektale Karzinom in unserer Gesellschaft zu den häufigsten Krebsarten überhaupt.

Dennoch gibt es zwei gute Nachrichten: Einerseits ist die Neuerkrankungsrate seit 15 Jahren rückläufig; so hat sie sich zwischen 2003 und 2013 um ca. 16 % reduziert. Ein Grund hierfür ist vermutlich die 2002 etablierte Darmspiegelung als Teil der gesetzlichen Krebsfrüherkennung, denn im Rahmen dieser Vorsorgeuntersuchung können gutartige Polypen entfernt werden, die sich ansonsten zu bösartigen Tumoren entwickelt hätten.

Möglichkeiten der Prävention in der aktualisierten KRK-Leitlinie

Die jetzt im Leitlinienprogramm publizierte neue S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“ wurden federführend von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) erstellt und wird gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und der Deutschen Krebshilfe herausgegeben. Auf 330 Seiten mit über 1.300 Quellenangaben ist darin der aktuelle Stand des Wissens zusammengefasst.

Der Fokus der Leitlinie liegt wie üblich auf der Diagnostik und der Therapie; dennoch findet sich auch ein kurzer Abschnitt zur Prävention des kolorektalen Karzinoms. Neben Empfehlungen zur Lebensweise (regelmäßige körperliche Aktivität, Vermeidung von Übergewicht, Verzicht auf Tabakrauch) und Empfehlungen zur medikamentösen Prävention (COX-2-Hemmer, Statine, Acetylsalicylsäure, Östrogene sollten zur Primärprävention nicht eingesetzt werden) finden sich hier auch Ernährungsempfehlungen. Diese teils evidenz-, teils konsensbasierten Empfehlungen bzw. Statements sind in den Tabellen 1 und 2 zusammengefasst.

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Tab. 1. Evidenzbasierte Empfehlungen und Statements zur Prävention des kolorektalen Karzinoms. Eigene Darstellung nach: S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 2.0, 2017. Empfehlungsgrad B entspricht der Ausdrucksweise „sollte/sollte nicht“.

 

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Tab. 2. Konsensbasierte Empfehlungen und Statements zur Prävention des kolorektalen Karzinoms. Eigene Darstellung nach: S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 2.0, 2017. Starker Konsens: Zustimmung von > 95 % der Teilnehmer; Konsens: Zustimmung von > 75–95 % der Teilnehmer.


Zur Beurteilung der Evidenz diente das etablierte System des Oxford Centre for Evidence-based Medicine, die Vergabe des Empfehlungsgrads und die Klassifikation der Konsensus-Stärke folgten dem AWMF-Regelwerk. Bis auf die Empfehlungen zur Nicht-Anwendung von Folsäure findet sich für die Ernährungsempfehlungen/-statements kein Evidenzlevel von 1, da hierfür grundsätzlich randomisiert-kontrollierte Studien erforderlich sind, was sich für die diskutierten Ernährungsmaßnahmen bekanntermaßen schwierig gestaltet.

Keine spezifische Darmkrebs-Präventionsdiät

Angesichts des aktuellen Wissensstands erscheint es plausibel, keine spezifische Diätempfehlung zur Reduktion des kolorektalen Karzinom-Risikos zu geben – auch wenn sich in der Laienliteratur sehr viele dieser „Krebspräventionsdiäten“ finden. Dennoch wäre es durchaus möglich, aus den weiteren, spezifischeren Empfehlungen eine Darmkrebs-präventive Dauerernährung zusammenzustellen. Tatsächlich gibt es sehr viele Studien, die Hinweise auf die protektive Wirkung einer „gesunden“ Ernährungsweise liefern – also einer mindestens überwiegend pflanzenbasierten Ernährung mit hohem Anteil von Obst und Gemüse sowie nur geringen Mengen an rotem und verarbeitetem Fleisch, Kartoffeln und raffinierter Stärke (Miller et al. 2010).

Zum Gesamtbild gehören jedoch auch ältere Beobachtungsstudien, die keinen epidemiologischen Zusammenhang zwischen Ernährung und KRK-Risiko zeigen (Lanza et al. 2007). Neuere Daten weisen jedoch deutlich auf den präventiven Effekt einer „antiinflammatorischen Ernährung“ hin (Shivappa et al. 2017, Farinetti et al. 2017, Schwingshackl et al. 2017).

Erst im Oktober 2017 wurden im European Journal of Cancer die Ergebnisse einer methodisch hochwertigen Studie (Mendelsche Randomisierung) publiziert, die sehr deutlich auf die Erhöhung des KRK-Risikos durch proinflammatorische Ernährungsweisen (hier: proinflammatorische Fettsäuremuster) hindeuten (May-Wilson et al. 2017).

Der Hinweis der Leitlinienautoren auf die allgemeinen Ernährungsempfehlungen der DGE wirkt vor diesem Hintergrund doch etwas antiquiert – schließlich sind gerade diese „generalpräventiven DGE-Empfehlungen“ praktisch ohne jede Evidenz. Das gilt jedoch gleichermaßen für die konsensbasierte Empfehlung der Leitlinie, zur Prävention des kolorektalen Karzinoms vermehrt Obst und Gemüse zu verzehren (5 Portionen am Tag). Dies entspricht den Konsequenzen, die sich aus den genannten Daten zur antiinflammatorischen Ernährung ergeben; man sollte jedoch stets bedenken, dass es weder für das Konzept „5 a day“ noch für Einzelkomponenten eine ausreichende Evidenz gibt. Für die Gesamtwirkung einer Gemüse- und Obst-basierten Ernährung dagegen sehr wohl.

Alkohol: am besten ganz weglassen

Zur besonderen ernährungsmedizinischen Problematik von Alkohol ist an anderer Stelle eigentlich schon alles gesagt worden (Alkoholatlas Deutschland 2017). Auch für das kolorektale Karzinom ist die Korrelation zwischen Alkoholkonsum und Risikoerhöhung gut belegt (Moskal et al. 2007), und zwar insbesondere für Menschen mit geringer Folsäure- und/oder Methioninaufnahme.

Bereits der (angesichts üblicher Zufuhrmengen) sehr mäßige Alkoholkonsum von 100 g Ethanol pro Woche (entspricht ca. 1 Liter Wein) ist mit einem um 15 % erhöhten Darmkrebs-Risiko assoziiert (Moskal et al. 2007). Und um nebenbei mit einem anderen verbreiteten Irrglauben aufzuräumen: Das KRK-Risiko korreliert allein mit der Menge des aufgenommenen Alkohols und nicht mit der Art des alkoholischen Getränks; so viel Antioxidanzien können also selbst im Rotwein nicht enthalten sein, als dass sie diese Risikoerhöhung kompensieren würden.

Rotes und verarbeitetes Fleisch: möglichst reduzieren

Der Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) bzw. verarbeitetem Fleisch und einem erhöhten KRK-Risiko ist hinlänglich bekannt und gut belegt (Aune et al. 2013, Vieira et al. 2017). Auch die erwähnten, neueren Daten zum protektiven Effekt einer antiinflammatorischen Ernährung legen den Nutzen einer möglichst fleischarmen Ernährung nahe (May-Wilson et al. 2017).

Fischverzehr: Widersprüchliche Datenlage

Zu Vor- oder Nachteilen des Fischverzehrs geben die Leitlinienautoren dagegen keine Empfehlung ab. Hintergrund dieser Nicht-Empfehlung sind nicht Hinweise auf mögliche Risiken, sondern die fehlende Evidenz eines Vorteils durch gesteigerten Fischverzehr. Dies kann Fischesser zunächst beruhigen, gibt es doch zumindest keinen eindeutig ungünstigen Zusammenhang wie bei Fleischprodukten.

Andererseits kann man über diese Beurteilung der Studienlage trefflich streiten; schließlich bringt allein der Pauschalbegriff „Fischkonsum“ erhebliche methodische Probleme in der Studienbewertung mit sich (Unterschiede zwischen Fischarten, Fanggebiet, Fangzeit, Zubereitungsart, Verzehrmengen usw.).

Auch die Leitlinienautoren räumen ein, dass die aktuelle Studienlage eine KRK-Risikoreduktion durch vermehrten Fischkonsum (ohne das näher zu definieren) impliziert; für eine ausdrückliche Verzehrempfehlung sehen sie diese Studienlage allerdings als nicht aussagekräftig genug an. Die Metaanalyse, mit der sie ihre Zurückhaltung begründen, ist aber leider schon mehr als zehn Jahre alt (Geelen et al. 2007) – seitdem gibt es schon deutlich differenziertere Daten.

Und auch wenn man das Gesamtbild über das KRK-Risiko hinaus erweitert, spricht inzwischen Einiges für den regelmäßigen Verzehr fettreichen Seefischs – so beispielsweise die Studienlage zur antinflammatorischen Ernährung (May-Wilson et al. 2017) und die Tatsache, dass Seefisch integraler Bestandteil der vorteilhaften mediterranen Ernährung ist.

Auch die Ergebnisse der viel diskutierten AHS-2-Studie sind deutlich: Die adjustierte Hazard Ratio für das Kolorektalkarzinom betrug hier für die fischessenden Pescovegetarier (bezogen auf die Fleischesser) 0,57 (95 % CI, 0.40-0.82), während die Hazard Ratio bei Ovo-Lacto-Vegetariern bei 0,82 lag.

Mehr Ballaststoffe

Innerhalb der Möglichkeiten der Ernährungsprävention kommt der erhöhten Ballaststoffzufuhr besondere Bedeutung zu: Die Studienautoren sehen hier ausreichende Evidenz für die Empfehlung, täglich möglichst 30 Gramm Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Diese Empfehlung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Studienlage durchaus vertretbar; so ist beispielsweise bereits beim Verzehr von 24 Gramm Ballaststoffen pro Tag das KRK-Risiko um ca. 30 % reduziert im Vergleich zu Menschen mit einer täglichen Ballaststoff-Aufnahme von nur 10 Gramm (Dahm et al. 2010).

Auch hier geht es weniger um das Erreichen der Zielmarke „30 Gramm pro Tag“ als um die Tendenz zu einem Mehr an Ballaststoffen. In der Realität ist die Aufnahme von 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag meist nicht ganz einfach zu bewerkstelligen.

Der protektive Gesamteffekt der Ballaststoffe folgt aus den verschiedenen, positiven Einzeleffekten wie u.a. verbesserter Stuhlkonsistenz, Präbiotika-Wirkungen, erhöhter Bioverfügbarkeit sekundärer Pflanzenstoffe, reduzierter Energiedichte der Nahrung, Beeinflussung des Hormonstatus über den enterohepatischen Kreislauf des Estrogens und Hemmung der intestinalen Glukuronidasen.

Positiv: Getreide-Ballaststoffe

Schade ist jedoch, dass die Leitlinie innerhalb der sehr heterogenen Gruppe der Ballaststoffe nicht wenigstens zwischen unlöslichen Getreide-Ballaststoffen (Cellulose, Hemicellulose, Lignin) und löslichen Ballaststoffen aus Obst (Pektine, Alginate) differenziert. Insgesamt deutet die Studienlage nämlich darauf hin, dass der KRK-präventive Effekt wesentlich durch die Getreide-Ballaststoffe getragen wird, während z. B. die Brustkrebsrisiko-reduzierende Assoziation nur für die löslichen Ballaststoffe bekannt ist.

Auch hinsichtlich der präbiotischen Wirkung verschiedener Ballaststoffe mit direkten Effekten auf das intestinale Mikrobiom und das Immunsystem ließe sich noch viel mehr sagen. Vermutlich werden sich die hieraus resultierenden Empfehlungen aber erst im nächsten Leitlinien-Update wiederfinden.

Folsäure: nicht supplementieren!

Die Einschätzung der Leitlinienautoren zu den immer wieder verbreiteten, in aller Regel ökonomisch motivierten Empfehlungen zur Mikronährstoff-Supplementation ist angesichts der Studienlage vollkommen zutreffend. Es gibt keine Beweise dafür, dass die Einnahme von Mikronährstoffen ohne diagnostizierten Mangel das Risiko für ein Kolorektalkarzinom (oder irgendeine andere Krebsart) reduzieren würde. Daher sollte die Einnahme dieser Supplemente im Rahmen der Primärprävention des kolorektalen Karzinoms auch nicht erfolgen.

Eine Sonderrolle nimmt hier die Folsäure ein. Dies ist der einzige Mikronährstoff, von dessen Einnahme aufgrund der höchstmöglichen Evidenz (Level of Evidence: 1a) sogar abgeraten wird. Diese Einschätzung beruht also zur Abwechslung einmal nicht auf reinen Beobachtungsstudien, sondern auf randomisiert-kontrollierten, prospektiven Untersuchungen.

Die Leitlinie konstatiert hier knapp, ein das KRK-Risiko reduzierender Effekt von Folsäure sei bislang nicht zweifelsfrei nachgewiesen worden. Allerdings ist die Metaanalyse, auf die sich die Leitlinie bezieht, bereits 13 Jahre alt (Sanjoaquin et al. 2005) – was in der Ernährungsmedizin eine halbe Ewigkeit ist. Der Hintergrund ist jedoch sehr interessant: So gibt es Studien, die darauf hinweisen, dass die überdurchschnittliche Folat-Zufuhr mit der Nahrung das KRK-Risiko reduziert, während die Einnahme von Supplementen das KRK-Risiko erhöht.

Unklar ist in diesem Zusammenhang auch, ob es bestimmte Menschen gibt (genetische Polymorphismen, Mikrobiom-Zusammensetzung), die von einer erhöhten Folsäure-Zufuhr profitieren könnten oder für die eine Supplementation risikoerhöhend wirken würde (Weißenborn et al. 2017). Folsäure-Supplemente sollten deshalb sicherheitshalber gar nicht eingenommen werden. Einziger vertretbarer Grund für die unspezifisch-präventive Einnahme synthetischer Folsäurepräparate ist die Supplementation bei Kinderwunsch bzw. in der Schwangerschaft zur Vermeidung kindlicher Fehlbildungen.

Andererseits sollte im Sinne der KRK-Risikoreduktion die Folatzufuhr mit der Nahrung erhöht werden. Und wie kann man das erreichen? Neben der geeigneten Lebensmittelauswahl (grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte) spielt die Zubereitung eine entscheidende Rolle: Während das Kochen in Wasser zu erheblichen Verlusten führt, ist in roh verzehrtem Gemüse das Folat in maximaler Konzentration vorhanden; auch beim Dünsten oder der Zubereitung im Backofen sind die Folatverluste vergleichsweise gering.

Fazit: eigentlich ganz einfach

Praktisch alle diskutierten Empfehlungen und Statements zur Prävention des kolorektalen Karzinoms sind im Konzept der Mediterranen Ernährung vereint (Erickson und Wawer 2015). Einzige Ausnahme ist der dabei vorgesehene Alkohol. Vermutlich wäre die mediterrane Ernährung in der Prävention noch viel wirksamer, wenn man gerade diese Komponente reduzieren würde. Aber wir wollen ja realistisch bleiben.

Insgesamt liegt der Fokus der Leitlinie zum Kolorektalkarzinom auf den innovativen Arzneimitteltherapien. Das ist angesichts der faktischen Bedeutung der Pharmakologie für die Therapie des Kolorektalkarzinoms durchaus angemessen.

Man merkt aber leider deutlich, dass das Interesse für die ernährungsmedizinisch mögliche Prävention sehr gering ist – und das ist angesichts des präventiven Potenzials höchst bedauerlich. Am gewählten Studienmaterial (insbesondere zur antiinflammatorischen/mediterranen Ernährung und zu den Mikronährstoffen) wird sichtbar, dass die zusätzlichen Erkenntnisse der vergangenen Jahre kaum bis gar keinen Niederschlag in der Leitlinie gefunden haben. Hier gäbe es für ein Update einiges zu tun.

Bildquelle: Ali West, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 15.01.2018.

126 Wertungen (4.75 ø)
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Gast
#23 da steht: "Innerhalb der Möglichkeiten der Ernährungsprävention kommt der erhöhten Ballaststoffzufuhr besondere Bedeutung zu" ... und die findet man eben in? Genau, in Pflanzen wie Getreide, Hülsenfrüchten, Gemüse. Das hat was mit Tatsachen zu tun, weniger mit Behauptungen. Haben Sie die Doku gesehen? Was meinen Sie dazu?
#24 am 23.01.2018 von Gast
  1
#22 das gerade steht nicht im Artikel, sondern: nichts genaues weiß man nicht. Und ich finde so eine ehrliche Aussage allemal besser als irgendwas zu behaupten, nur weils ins Weltbid passt.
#23 am 23.01.2018 von Dr. med. Ines H?nicke (Ärztin)
  3
Gast
Der Artikel bestätigt mir erneut: mit überwiegend pflanzenbasierter Vollwertkost kann man sowohl Krebs als auch vielen anderen ernährungsbedingten Krankheiten vorbeugen, z.B. Herzerkrankungen. Hierzu eine sehr sehenswerte Doku (Auschnitt aus "Gabel statt Skalpell": https://www.youtube.com/watch?v=Ayh9qU81ttY&list=PLgtKw1QgfYrnrDW-IF2XWYRp-_J7vCXgT
#22 am 22.01.2018 von Gast
  6
"Was hat das Wissen um dunkle Biere am Trinkverhalten geändert? Fragen über Fragen" Was ist mit dunklen Bieren? Schädlicher oder gesünder als helle? Ich stelle mich gerne um!
#21 am 20.01.2018 von Dr. med. Michael Redeker (Arzt)
  1
Fazit wie immer : Kann, muss aber nicht...
#20 am 20.01.2018 von HP Petra Klausing (Heilpraktikerin)
  4
Gast
Als meine Großmutter, die den zweiten Weltkrieg in einer deutschen Großstadt durchlebt und diese danach mühselig wieder aufgebaut hat, 85 (!) Jahre alt und dabei immer noch so fit war, dass sie sich in ihrer Wohnung im dritten Stock komplett alleine versorgen konnte, ist eine ihrer Töchter sie massiv angegangen wegen ihres deutlichen Übergewichts. Das sei extrem gesundheitsschädlich und verkürze die Lebenserwartung. Die wunderbare Antwort meiner Großmutter war, dass sie sehr viel lieber mit 89 Jahren satt als mit 90 Jahren hungrig sterben würde. Inzwischen ist sie Mitte 90 und immer noch satt. Besagte Tochter hingegen nimmt sich seit Jahrzehnten die Lebensfreude, weil sie extrem kontrolliert isst und ständig irgendwelchen "Empfehlungen" hinterherhechelt. Ich selbst habe all das lange aufgegeben und richte mich vollständig danach, was mein Körper in dem Moment wirklich verlangt. Damit fahre ich sehr gut. Ich bin seitdem um ein Vielfaches gesünder, leistungsfähiger und glücklicher.
#19 am 20.01.2018 von Gast
  1
@ #19 Auch wenn das immer wieder behauptet wird, so gibt es doch keinen klinischen Nachweis einer anti-cancerogenen Wirkung von Vitamin D. Und falls es diesen Effekt gäbe, wäre er sehr sehr gering - gerade erst noch einmal methodisch sehr gut gezeigt mittels Mendelscher Analyse (Dimitrakopoulou et al. BMJ 2017). Über die Supplementation freuen sich lediglich deren Hersteller...
#18 am 20.01.2018 von Prof. Dr. Martin Smollich (Apotheker)
  12
Menschen am Mittelmeer bekommen auch mehr Vitamin D durch Sonne und Fisch in der mediterranen Diät. Vitamin D ist antiinflammatorisch und auch anti-carcinogen. Es ist vielleicht nicht müßig, alle einzelnen Faktoren herauszurechnen, aber inzwischen kann jeder soviel Vitamin D einnehmen, dass der eigene Vitamin-D-Spiegel ausreicht (mehr als die offiziellen 800 i.E. pro Tag, vgl. Wikipedia). Den bestimmt der Hausarzt gerne und freut sich, dass die Patientin so aufgeschlossen ist.
#17 am 20.01.2018 von Dr. Cornelia Schroeder (Biochemikerin)
  6
Vielleicht habe ich es ja übersehen, aber mir scheint die ganze Probiotik zu fehlen - und das in einer Zeit, in der anderswo (auf universitärer und Evidenz-Ebene) Stuhl-Impfungen oder -Übertragungen gemacht werden, um den Stoffwechsel im Darm zu sanieren, bzw. zu optimieren...
#16 am 20.01.2018 von Juergen Schnitzler (Heilpraktiker)
  7
Nur eine Flasche Wein pro Woche bereits schädlich? - Goethe trank täglich zwei Flaschen und wurde 82 - damals! (Litt allerdings u. a. an Gicht).
#15 am 19.01.2018 von Dr. med.dent. Horst Landau (Zahnarzt)
  10
Was ist in der Ernährungsberatung denn überhaupt einigermassen evident?
#14 am 19.01.2018 von Klaus Czepan (Heilpraktiker)
  2
Gast
Vorsorge und gesunde Vollkost, gerne mit gelegentlichen Ausreißern zum Genuss - dagegen ist doch wohl nichts einzuwenden. Warum so verbiestert? Wir leben doch nur einmal ...
#13 am 19.01.2018 von Gast
  1
Leitlinien der Fachgesellschaften ebenso wie die Empfehlungen der DGE scheinen mir von Dinosauriern zu stammen. Wie kann es sein, dass dort immer noch 5 Portionen pro Tag oder uneingesc empfohlen werden?: schredderverächtlich!
#12 am 19.01.2018 von Peter Kroll (Arzt)
  1
Gast
Die Genetik spielt eine nicht unerhebliche Rolle ,an was wir erkranken und letztendlich sterben werden
#11 am 19.01.2018 von Gast
  3
Vielen Dank für die vielen Details! Da allerdings (bisher) niemand im Voraus weiß, welche Erkrankungen auf sie oder ihn zukommen, sollten bei präventiven Empfehlungen auch alle (und vor allem häufige) Erkrankungen in die Überlegungen einbezogen werden. Deshalb halte ich die Aussagen der Leitlinie durchaus für angemessen. Sehr strikte Empfehlungen führen ja auch immer wieder zu emotionalen Gegenreaktionen, wie sie auch im verlauf dieser Diskussion zu sehen sind. Also: weniger ist manchmal mehr. Natürlich erlebe ich auch ständig, dass die Bedeutung der Ernährung vernachlässigt wird. So ist eine qualifizierte Ernährungstherapie nach wie vor eine freiwillige Leistung der ges. KK mit teilweise sehr aufwendiger Bürokratie und dann unzureichender Kostenübernahme, private KV zahlen gar nichts. Dabei gäbe es so viel zu tun: onkologische Patienten, die nicht am Krebs, sondern an der Unterernährung sterben, adipöse Familien, gastroenterologische Patienten usw. B. Dirnfeldner, Diätassistentin
#10 am 19.01.2018 von Barbara Dirnfeldner (Diätassistentin)
  2
....dachte ich mir schon, dass das erbärmlich ist! Da wird mit keinem Wort auch nur erwähnt, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten aufgrund der Veränderungen durch die industrielle Fertigungsindustrie (man denke an H- Milch,. Weizen etc.) sehr wohl sub - chronische Entzündungen machen und entsprechende Folgen Richtung Entartung begünstigen können. Und natürlich wurden - wie im Artikel erwähnt mit keinem Wort die grundsätzlichen Ernährungsformen wie etwa LOGI Kost (um mal etwas anders als Päleo oder mediterran zu erwähnen) und die positiven Folgen auch nur erwogen.
#9 am 19.01.2018 von Carmen Katharina Emmerich (Zahnärztin)
  11
Wie viele Jahrzehnte ist die klassische Arbeit schon bekannt, die eine Korrelation zwischen dem Genuß von gegrilltem Schafsfleisch und Dickdarmkrebs (in Griechenland) belegt? Und welche Konsequennzen hat sie gezeitigt? Was hat das Wissen um dunkle Biere am Trinkverhalten geändert? Fragen über Fragen - der Autor weist mit Recht auf das echte Problem hin!
#8 am 19.01.2018 von Dr. med. Michael Traub (Arzt)
  1
Olodum
Solange es keine Pharmafirma gibt, die aus den ernährungsmedizinischen Erkenntnissen Profit schlagen könnte, gibt es auch keine vermehrte Kommunikation darüber. Lobbyismus, wie meistens (s. CMD). Und: "der Fisch stinkt vom Kopf her".
#7 am 19.01.2018 von Olodum (Gast)
  7
Der ursprüngliche Sinn von "Leitlinien" waren kurze Handlungsempfehlungen zur Orientierung, auf den aktuellen Wissensstand gebracht. Sie dienen auch dazu, fachübergreifende Behandlungen abzustimmen und gegeneinander abzuwägen. 330 Seiten sind wohl kaum eine Leitlinie, sondern eher ein Sach-/Lehrbuch.
#6 am 19.01.2018 von Dr. med. Angelica Wegener (Ärztin)
  1
Gast
Ein weiteres, sehr gutes Beispiel wie überflüssig solche Leitlinien sind !
#5 am 19.01.2018 von Gast
  3
Gast
Die sicherste Methode, eine Krebserkrankung zu vermeiden ist, vor dem 45. Lebensjahr freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Alternativ kann man danach auch freiwillig verhungern. Es mag jedem selbst überlassen werden, ob er seine statistischen Risiken nach den jeweils gültigen Ernährungsrichtlinien zu optimieren versucht (alleine dass die schon lange widerlegte Empfehlung "5 x Obst/Gemüse pro Tag" noch an Bord ist, belustigt mich). Ob das ganze Leben unter diesem Gesichtspunkt geführt werden sollte, können nur Puritaner, ÖkotrophologInnen und Hypochonder klar für sich beantworten. Ich bin seit 30 Jahren Onkologe und wähle einen für mich vernünftigen Mittelweg. Ein bißchen Rausch und Freude im Leben sind mir 6-12 Monate statistische Lebenserwartung weniger oder in dem Fall z.B. Nierenkrebs statt Darmkrebs wert. Wohl bekomms PS: ich liebe meine Steaks raw
#4 am 19.01.2018 von Gast
  16
Die mediterane Diaet weist ausser dem Alkohol noch viele Lebensmittel auf, die es zu vermeiden gilt. Dazu gehoeren scharfe Gewuerze, insbesondere Pfeffer und auch suesse Fruechte, wie Trauben, Aepfel etc. Kartoffeln sind sehr gut gekaut extrem entzuendungshemmend.
#3 am 16.01.2018 von Dr. FMH Ferdinand Grädel (Arzt)
  12
Gast
Nochmals von #1 Als Gast kenne ich noch nicht die Regeln für Kommentatoren. Zu dem erfreulicherweise auch ausführlichen Artikel habe ich offensichtlich einen zu langen Kommentar geschrieben, der nicht abgesendet wurde. Erlauben Sie mir bitte, den Rest hier gekürzt zu senden. Aus dem Artikel: "Auch die erwähnten, neueren Daten zum protektiven Effekt einer antiinflammatorischen Ernährung legen den Nutzen einer möglichst fleischarmen Ernährung nahe" Kommt hier nicht auch zusätzlich den Fetten (einschließlich deren Gehalt an Arachidonsäure etc.) in unserer Nahrung eine viel größere Bedeutung zu? Dem Hinweis des Autors, dass das präventive Potential der Ernährungsmedizin viel mehr genutzt werden sollte, muss man einfach unterstützen. Danke für den Artikel.
#2 am 15.01.2018 von Gast
  0
Gast
Wenn ich mir als Nicht-Gastroenterologe und Nicht-Ernährungsmediziner das Urteil erlauben darf: Ein sehr guter Artikel des Autors. Interessant, dass sich bei den Folaten ein ähnliches Ergebnis abzeichnen könnte, das man schon beim β-Carotin beobachtete. Über Nahrungsmittel zugeführt ist es sinnvoll, die Supplementierung von β-Carotin bei Rauchern und Trinkern erhöht das Inzidenzrisiko für Lungenkrebs. Ja, die DGE sollte sich schnellstens dem aktuellen Wissensstand anpassen, sonst wird sie nicht nur nicht mehr kritisiert, sie wird ignoriert. Kann die Trennung der löslichen und unlöslichen Ballaststoffe, wie im Artikel beschrieben, stehen bleiben? Gibt es nicht auch Getreidearten mit einem hohen Anteil löslicher Ballaststoffe (Hafer)?
#1 am 15.01.2018 von Gast
  4
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