„Ich hole Ihnen gerne einen runter“

08.01.2018
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Wer täglich mit Menschen zusammenarbeitet, wird es nicht vermeiden können, immer wieder mal in peinliche Situationen zu geraten, weil man unüberlegte Dinge tut oder sagt. Es folgt ein kleiner Auszug an Peinlichkeiten aus meinem Apothekenalltag.

Da wir in der Apotheke mit vielen verschiedenen Menschen Tag für Tag zusammen kommen, ergibt sich zwangsweise auch immer mal eine peinliche Situation. Ein paar davon schildere ich einmal, damit nicht nur immer die anderen (sprich Kunden, DoMo oder Krankenkassen) ihr Fett abkriegen.

Alltägliche Peinlichkeit ist es, Medikamente zu suchen, die sich in der Sichtwahl befinden. Das heißt im „schlimmsten“ Fall, der Kunde will z.B. ein Antiallergikum, ich gebe den Namen in den Computer ein und sehe ein kleines „SW“, was bedeutet, dass unser Automat es nicht ausspuckt, sondern ich es in unserer Sichtwahl suchen darf. Man gibt sich da ja ungern die Blöße, wie ein Schüler herumzustehen, der im Erdkundeunterricht vor der Klasse an eine Weltkarte starrt und den Aralsee nicht findet. Wenn es ganz doof läuft, sieht der Kunde das Medikament eher als man selbst.

Sie sind doch Frau…ähm…

Ich hasse es auch, wenn mir die Namen von Stammkunden nicht einfallen. Es gibt so Tage, da entfällt einem plötzlich der Nachname von Frau Schmitz. Man könnte alles herunter beten, den Vornamen, die Familiengeschichte, den Namen des Hundes, die Medikation – aber auf den verdammten Nachnamen kommt man nicht. „Sie tragen mir wieder alles aufs Kundenkonto ein, nicht wahr, Frau Ptachen?“. Da kann man doch nicht nach acht Jahren nach dem Namen fragen! In so einem Fall muss man diskret bei den Kollegen um Hilfe bitten oder spätestens beim Zahlungsvorgang einen Blick auf die EC Karte erhaschen.

Freudsche Versprecher sind auch immer wieder ein Highlight. Fragt beispielsweise Frau Hempel (!), was ich so am Wochenende vorhabe und ich antworte: „Ach, nix besonderes, ich werde mal wieder den Keller aufräumen, da sieht es aus wie bei Hempels unterm Sofa“. Bääääm. Was folgt, sind ein paar Sekunden peinliches Schweigen, bevor ich hochroten Kopfes anfange, rumzustottern und Frau Hempel gequält lacht.

Unfreiwilliges Mutterglück

Ein Klassiker ist es schon fast, eine Frau auf ihre Schwangerschaft anzusprechen und sie ist es gar nicht. Wir müssen bei der Beratung ja sichergehen, dass die Einnahme ungefährlich ist, d.h. dass z.B. Schwangere den Großteil der Arzneimittel nicht oder erst nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen dürfen. Normalerweise kann man sich irgendwie rauswinden, indem man behauptet, dass man allen Frauen sagen muss, dass sie dies oder jenes nicht einnehmen dürfen, wenn sie schwanger sind. Es sei denn, man schafft es wie meine Schulkollegin in meiner Lernapotheke, die Plautze der Kundin liebevoll mit schräg gelegtem Kopf zu betrachten und lächelnd zu fragen „Wann ist es denn soweit?“. Dann hilft nur noch auswandern.

Eine Kollegin von mir war eines Tages am Umräumen und hatte die Leiter im Verkaufsraum stehen. Sie war dabei, die Nasenduschen und Inhalatoren, die im Sommer so gut wie gar nicht mehr gebraucht werden, nach oben ins höchste Regal zu räumen. Damit wir unten wieder Platz für die Saisonware haben. Ein junger Mann betrat die Apotheke kurz nachdem der letzte Inhalator nach oben verschwunden war. „Ach, räumen Sie die jetzt weg? So einen Inhalator hätte ich jetzt noch mitgenommen.“ „Ist ja kein Problem, ich kann Ihnen gerne noch einen runterholen, wenn Sie wollen.“ Sprachs, stutzte und wurde erdbeerrot. Der Kunde nahm es mit Humor und meinte trocken „Das geht mir jetzt zu schnell, vielleicht gehen wir erst mal zusammen einen Kaffee trinken?“. Unnötig zu erwähnen, dass wir uns hinten vor Lachen fast auf dem Boden wälzten.

 

Bildquelle: David Whelan, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.01.2018.

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Ich selber, damals mit 17 nach dem 1. Examen mitten im PTA-Praktikum: Junger Mann kommt mit einem Abholzettel für Epoetin alpha rein, er spricht nur englisch. Soweit alles kein Problem, er holte das Medikament zum ersten mal, Kollegin hatte beim Bestellen schon seine Fragen geklärt. Doch dann bemerke ich beim Einpacken das ich tatsächlich null Ahnung habe was "Kühlschrank" auf englisch heißt. Der Kunde merkt das ich noch irgendetwas sehr wichtiges sagen möchte und wartet brav bis mir irgendwelche Worte einfallen. Leicht verzweifelt versuchte ich es dann notgedrungen mit der einzigen Eingebung die lautete "keep it cool". Per se nicht falsch aber auch nicht gerade passend ausgedrückt. Er hat es nach erster Irritation dann mit Humor genommen und verstand dann zum Glück was ich genau meinte. Kaum war er aus der Tür, kam Chef um die Ecke und ich lernte das Wort "refrigerator" welches ich nie wieder vergesse
#15 gestern von J. Kögler (Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA))
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Gast Knastarzt
Und wie geht's? Ach danke, beim letzten Mal noch ganz gut!
#14 gestern von Gast Knastarzt (Gast)
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Wer sind denn nur diese moralinsauren Kommentierer? Muss doch ganz schön anstrengend sein, den Artikel 18mal anzuklicken, um 18mal zu disliken. - Ich habe mich ausgeschüttelt vor Lachen, das ist ein schöner Feierabend.
#13 gestern von Alfred Geißler (Arzt)
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Christian Becker
Und das wichtigste fehlt natürlich: Sind die beiden denn dann einen Kaffee trinken gegangen?
#12 vor 6 Tagen von Christian Becker (Gast)
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Das erinnert mich lebhaft an eine Begebenheit in der Apo, als ich singend aus dem Keller kam :"tri tra trullala , tri tra trullala" Meine Kollegin stand mit mehreren Rezepten am Kommissionierer und bekam einen Lachanfall ungeahnten Ausmasses... Als sie wieder Luft bekam, sagte sie: "Du kannst es ja nicht wissen, aber ich habe hier gerade die Rezepte von Frau KASPER !!"
#11 vor 7 Tagen von Sonja Solisch (Apothekerin)
  5
Gast
Ha, ha, ha, sehr gut !!! Am besten finde ich Hempel :-) Und die ganzen "dislikes" bei den unten stehenden Kommis einfach ignorieren, da geht einer zum Lachen in den Keller....
#10 vor 8 Tagen von Gast
  15
Gast
Ich glaube das Problem sind die Leute die Blogs mit Fachartikeln verwechseln und dann irritiert von "dem ganzen subjektiven Zeug OHNE Studiennachweisen" sind. Die kommen ab und an Wellenweise auf allen Blogs vorbei.
#9 vor 9 Tagen von Gast
  20
Gast
Warum diese Dislikes zu den Anekdoten? Es ist doch schließlich eine sehr gesunde Ausprägung das Funktionieren des assoziativen Gedächtnisses zu beobachten - Und jeder versteht es doch auch so? Oder was funktioniert da nicht, wenn es nicht in diesem heiter-leichten Kontext bewertet werden kann?
#8 vor 9 Tagen von Gast
  20
Gast
Ich kann es Ihnen gern bis morgen besorgen! Beste Antwort bisher: Oh, das wäre wunderbar! Ich brauche es sehr dringend!!!
#7 vor 9 Tagen von Gast
  19
Gast
Darf ich es Ihnen in die Tüte machen? Darf ich es Ihnen zu heute Nachmittag besorgen?
#6 vor 9 Tagen von Gast
  19
Gast
Gespräch mit AD. Ich brauche 5 Stück von diesem Mittel. Er: Versandeinheit ist 6. Ich: OK, dann machen wir eben 6.
#5 vor 9 Tagen von Gast
  21
Gast
Da fragte mal beim Checkout an der Hotelrezeption unseren australischen Geschäftspartner, ob ihm denn der "One Night Stand" gefiel. Alles ganz normal, alles gut, wir hatten alle Spaß, auch die Dame im Fettnäpfchen...
#4 vor 9 Tagen von Gast
  20
Gast
Wobei mir am letzten Arbeitstag in 2017 von einer Asiatin ein "Gute Lutsch" gewünscht wurde...
#3 vor 9 Tagen von Gast
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Wie wäre es mit dem Verkauf eines Päckchens Kondome am 31.12. kurz vor Schluß und dem fröhlichen Silvestergruß "Guten Rutsch!".
#2 vor 9 Tagen von Margarete Heidl (Apothekerin)
  20
Gast
Ich hätte gerne Augentropfen. Für was brauchen Sie die denn? ...zum Inetropfe (Hineintropfen).....
#1 vor 9 Tagen von Gast
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