Milchmädchenrechnung?

07.08.2011
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Der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit seinem Vorsitzenden Fritz Becker berichtet, dass alle Apotheken nur 2,5 Prozent des GKV-Gesamtvolumens von derzeit ca. 180 Milliarden Euro jährlich in Anspruch nehmen würden. Diese Summe von 4,46 Mrd. €, so behauptet er, läge unterhalb der Mehrwertsteuerzahlungen von 4,57 Mrd. €, welche die GKV-Kassen insgesamt mit den verordneten Medikamenten an den Fiskus abführten.

Das gilt allerdings nur für die Betriebskosten der Apotheken. Und bei 21.441 Apotheken bedeuten das ca. 210.000 Euro Betriebskosten pro Jahr pro Apotheke. Betriebskostenanteile für Privatmedikation, OTC- und den "Gesundheitsmarkt" kommen noch hinzu.

Der Anteil am GKV-Volumen für ambulante ärztliche Behandlung liegt übrigens bei 19 Prozent und der für Medikamente bei 17 %, inklusive der Apotheken-Betriebskosten. Der bescheidene Rest von 64 % der GKV-Gesamtausgaben ist in der öffentlichen Debatte nur selten Gegenstand intelligenter Reflexion und Diskussion. Besonders unintelligent stellt es sich hier dar: Die GKV-Apothekenbetriebskosten werden mit Irgendetwas, wie z. B. den Mehrwertsteuerzahlungen aller GKV-Kassen verglichen. Dies ist genau so abwegig, wie den Mehrwertsteueranteil aus dem Bundesverteidigungsetat heraus-, um den eigenen Laden schön zu rechnen.

Mf+kG, Dr. med Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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