Typ-2-Diabetes: Warum ignoriert ihr die Diät?

13.12.2017

Typ-2-Diabetiker und Ärzte nehmen Diäten als Therapiemaßnahme nicht ernst. In einem neuen Studienprogramm wurde die Hälfte der Erkrankten durch Gewichtsverlust geheilt: Teilnehmer verloren im Mittel nach einem Jahr 10 kg, die Standardtherapie-Gruppe nur ein Kilo.

Diabetes mellitus Typ 2 muss kein lebenslanges Schicksal sein, eine Heilung ist möglich – und zwar ohne Operation, ohne Insulin und ohne Antidiabetika. Im Mittelpunkt der von Diabetes UK finanzierten DiRECT-Studie („Diabetes Remission Clinical Trial“), deren Ergebnisse jetzt von dem britischen Forscherteam um Michael Lean (Glasgow) und Roy Taylor (Newcastle) präsentiert wurden, stand ein radikales Gewichtsreduktionsprogramm, das durch Hausarztpraxen medizinisch begleitet wurde.

Fast die Hälfte der teilnehmenden übergewichtigen Typ-2-Diabetiker hatte nach einem Jahr völlig ohne Arzneimitteltherapie normale Blutzucker- und oft auch wieder normale Blutdruckwerte. Die Erfolgsrate war dabei proportional zur erzielten Gewichtsabnahme. Damit sieht sich Roy Taylor bestätigt, dessen „Twin Cycle“-Hypothese postuliert, dass das pathophysiologische Hauptproblem des Diabetes Typ 2 die Verfettung von Leber und Bauchspeicheldrüse ist – und eben diese Verfettung wird mit der hier untersuchten, sog. „Conterweight-Plus“-Diät beseitigt.

Ernährungstherapie – Resignation – Metformin

Die Idee, einen Diabetes Typ 2 vorrangig diätetisch zu therapieren, ist alles andere als neu – weshalb die mediale Aufregung um die Studienergebnisse doch etwas überrascht. So steht im aktuellen Therapiealgorithmus der Nationalen VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes die sogenannte „Basistherapie“ mit Patientenschulung, Ernährungstherapie und Steigerung der körperlichen Aktivität an erster Stelle – und damit vor dem Beginn irgendeiner medikamentösen Therapie. Erst wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben, soll gemäß Leitlinie überhaupt mit der Einnahme von Antidiabetika (in aller Regel Metformin) begonnen werden. Angesichts der bekannten, fast regelhaft vorliegenden Schwierigkeiten, Patienten mit Diabetes Typ 2 zu einer nachhaltigen Lebensstil-Modifikation inkl. wirksamem Ernährungs- und Gewichtsmanagement zu bewegen, wird diese Leitlinienempfehlung aber oft fast als „pro forma“ angesehen.

Dass jedoch eben diese Lebensstil-Modifikationen nicht nur theoretische Empfehlungen sind, sondern dass mit ihrer konsequenten Umsetzung ein sehr großer Teil der Diabetes Typ 2-Erkrankungen praktisch heilbar sind, zeigen die aktuellen Studienergebnisse. Nicht nur aus patientenindividueller Perspektive, sondern vor allem aus Public-Health-Sicht sollten die Ergebnisse daher dringend zu konkreten Maßnahmen führen; hier zeigt sich nicht nur das erhebliche therapeutische, sondern vor allem auch das enorme präventive Potenzial diätetischer Interventionen.

So funktioniert das Counterweight-Plus-Programm

An der Studie nahmen 298 übergewichtige Patienten mit Diabetes Typ 2 teil (Alter 20-65 Jahre, BMI 27-45 kg/m²), die in 49 verschiedenen Hausarztpraxen betreut wurden. Die Diagnose des Diabetes lag dabei maximal sechs Jahre zurück. Diese Einschränkung ist vor dem Hintergrund wichtig, dass in späteren Krankheitsstadien der Diabetes durch die Schädigung der Insulin-produzierenden Bauchspeicheldrüsen-Zellen schwerer bis gar nicht mehr reversibel ist. Ob eine teilnehmende Hausarztpraxis für ihre Patienten das „Counterweight-Plus-Programm“ oder die Standardtherapie durchführte, wurde nach dem Zufallsprinzip bestimmt; die Ernährungsinterventionen wurden durch Ernährungsfachkräfte oder geschulte Arzthelferinnen begleitet.

Zu Beginn nur Flüssignahrung

Die Patienten der Standardtherapie erhielten die leitliniengemäße Antidiabetika- und ggf. Bluthochdruck-Therapie. Die Diättherapie der Interventionsgruppe dagegen begann drastisch: Für die ersten drei bis fünf Monate mussten die Teilnehmer komplett auf konventionelle Mahlzeiten verzichten und ernährten sich vollständig über orale Trinknahrungen. Die Kalorienzufuhr dieser Formuladiäten betrug dabei 825 – 853 kcal pro Tag (59 E% Kohlenhydrate, 13 E% Fett, 25 E% Protein); zudem setzten die Patienten mit Beginn der Diät sowohl ihre blutzucker- als auch ihre blutdrucksenkenden Medikamente ab.

Im Anschluss folgte über zwei bis acht Wochen die Wiedereinführung üblicher Nahrungsmittel (50 E% Kohlenhydrate, 35 E% Fett, 15 E% Protein). Danach sollten die Patienten eine gesunde Normalkost selbständig fortsetzen, wobei sie mit einer monatlichen Diätberatung unterstützt wurden. Außerdem wurden die Patienten während der gesamten Studie zu gesteigerter körperlicher Aktivität animiert.

Als Remission des Diabetes („Diabetes-Heilung“) wurde ein HbA1c-Wert von unter 6,5 % nach zwölf Monaten ohne Einnahme blutzuckersenkender Medikamente definiert.

Hälfte der Diabetes-Erkrankungen nach einem Jahr geheilt

Von den 149 Studienteilnehmern pro Gruppe nahmen 129 Patienten der Diätgruppe (86 %) und 147 Patienten der Kontrollgruppe (99 %) an der Abschlussuntersuchung nach zwölf Monaten teil. 24 Prozent der Patienten der Diätgruppe erreichten dabei eine Gewichtsreduktion um mindestens 15 kg, dagegen kein Patient der Kontrollgruppe. Im Mittel wurde im Studienzeitraum von einem Jahre in der Diätgruppe eine Gewichtsreduktion von 10 kg erzielt, in der Kontrollgruppe eine Gewichtsreduktion von 1 kg.

Während es in der Diätgruppe bei 46 % der Patienten nach einem Jahr zur Diabetes-Remission kam, war dies in der Kontrollgruppe nur bei 4 % der Patienten der Fall. Statistisch war die Diättherapie damit rund 20 Mal so erfolgreich wie die hausärztliche Standardtherapie (odds ratio: 19,7). Angesichts dieser drastischen Zahlen muss man sich noch einmal klar machen, dass die Patienten der Kontrollgruppe ja nicht keine Therapie erhielten, sondern die auch bei uns übliche, leitliniengerechte medikamentöse Standardtherapie mit Antidiabetika.

Therapieerfolg abhängig von Gewichtsreduktion

In der weiteren Analyse konnte gezeigt werden, dass der Therapieerfolg proportional zur Gewichtsabnahme der Patienten war: Während keiner der Patienten, die zugenommen hatten, eine Diabetes-Remission erreichte, stieg der Anteil der Diabetes-Remission direkt mit dem Ausmaß der Gewichtsreduktion an:

Am Rande: Die Gewichtsreduktion führte auch zu einer deutlich besseren Lebensqualität und einem derartig verbesserten Blutdruckprofil, dass rund die Hälfte der Patienten nach Ende der Studie vollständig auf blutdrucksenkende Medikamente verzichten konnte.

Keine Nebenwirkungen

Außerdem war die Diät-Intervention praktisch nebenwirkungsfrei; lediglich bei einem einzigen Patienten kam es (vermutlich diätbedingt) zu einer Gallenkolik, doch auch dieser Patient setzte die Therapie im Anschluss fort. Kein Patient der Interventionsgruppe brach die Diättherapie aufgrund schwerer unerwünschter Wirkungen ab. Nun sollen die Patienten nachbeobachtet werden, um die weitere Gewichts- und Diabetesentwicklung zu verfolgen.

Einmal Diabetes – immer Diabetes? Das ist falsch.

Noch immer gilt die landläufige Meinung: „Einmal Diabetes – immer Diabetes“. Für Diabetes Typ 1 trifft das zu. Und auch für Diabetes Typ 2 scheint die tägliche Praxis diese Meinung zu bestätigen, doch die Ursache dieses Zusammenhangs liegt wohl nicht in der spezifischen Pathophysiologie, sondern vielmehr in den bisher gewählten, unzureichenden (medikamentösen) Therapiekonzepten. Die aktuellen Studienergebnisse bestätigen frühere, kleinere Untersuchungen (Steven & Taylor 2015).

Und wenn man kritisch einwendet, dass die hier durchgeführte Diät-Intervention – insbesondere in den ersten Monaten der reinen Formula-Diät – ziemlich drastisch ist: Das stimmt, doch das sind die Alternativen wie bariatrische Operationen, jahrzehntelange medikamentöse Therapien oder gesundheitliche Langzeitfolgen eines Typ-2-Diabetes ebenso.

Auch die allzu häufige Erfahrung, dass es sehr schwer ist, Patienten mit Diabetes Typ 2 zu nachhaltigen Veränderungen ihrer Ernährungsgewohnheiten zu bewegen, muss angesichts dieser Daten hinterfragt werden. Möglicherweise waren die Erfolgsaussichten dieser „Basistherapie“ bisher vor allem deshalb so gering, weil sie zum falschen Zeitpunkt (zu spät) angeboten und/oder weil sie nicht mit dem entsprechenden Nachdruck verfolgt wurde. Selbstverständlich ist es etwas anderes, einem übergewichtigen Diabetiker zwischen Tür und Angel zu sagen: „Nehmen Sie doch mal etwas ab!“, als ihm wie hier ein engmaschig und professionell begleitetes, 12-monatiges Gewichtsreduktionsprogramm angedeihen zu lassen.

Selbst die Lebensqualität verbesserte sich unter der Diät

Die sehr geringe Abbrecherquote in der Diät-Gruppe zeigt vielmehr im Gegenteil, dass selbst drastische Diät-Konzepte mit hoher Therapieadhärenz umgesetzt werden können, wenn die Diät qualifiziert begleitet und unterstützt wird. Dies bestätigt der Blick auf die in der Studie erfasste Lebensqualität (EuroQoL-5-Skala): Während sich die Lebensqualität in der Interventionsgruppe (also trotz der drastischen Diät!) über den gesamten Zeitraum deutlich verbesserte, zeigte sich in der Kontrollgruppe mit medikamentöser Standardtherapie eine signifikante Verschlechterung der Lebensqualität. Dieser Aspekt ist sicherlich bemerkenswert, denn ein Hauptgrund, der in aller Regel gegen derartige Diätprogramme ins Feld geführt wird, ist die (postulierte) schlechtere Lebensqualität durch die Diätintervention. Auch dieses Argument ist mit der aktuellen Studie en passant widerlegt worden.

Kehrtwende der Diabetes-Therapie dringend erforderlich

Ein Diätprogramm, wie es im Rahmen der DiRECT-Studie durchgeführt wurde, ist sicherlich aufwendig und kostenintensiv, doch beides ist die medikamentöse Diabetes-Therapie auf Dauer auch. Offensichtlich gibt es wirksame Möglichkeiten der „Hilfe zur Selbsthilfe“, um einen Diabetes Typ 2 wieder loszuwerden. Kurzfristig ist es zwar einfacher, täglich Metformin-Tabletten zu schlucken, ohne das Verhalten zu ändern; angesichts der anrollenden Adipositas-Epidemie (mit allen Folgeerkrankungen und gesamtgesellschaftlichen Kosten) sollte der Blick aber ins Langfristige gehen.

In Deutschland sind Antidiabetika mit einem Jahresumsatz von 2,4 Milliarden EUR mittlerweile die zweitumsatzstärkste Arzneimittelgruppe. Das knappe Geld im Gesundheitssystem wäre in diätetischen Interventionsprogrammen sicherlich sinnvoller eingesetzt als in der Entwicklung und im Marketing immer neuer Antidiabetika oder in der Behandlung potenziell vermeidbarer Diabetes-Spätfolgen. Die Ergebnisse der DiRECT-Studie liefern weitere stichhaltige Argumente für eine drastische Kehrtwende in der Diabetestherapie (und -prävention!).

Ob diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auf gesundheitspolitischer Ebene jemals umgesetzt werden – z. B. als Förderung entsprechend wirksamer Diätinterventionen – ist leider mehr als unwahrscheinlich. Die Gewinne der pharmazeutischen Industrie auf diesem Feld werden Motivation genug dafür sein, die politische Lobbyarbeit wie gewohnt effektiv weiterzuführen. Die Umsätze von Merck & Co. für die Sitagliptin-Präparate Januvia® und Janumet® betrugen 2016 knapp 40 Milliarden EUR (PZ 17/2017). Die Gesamtausgaben des Bundesgesundheitsministerium für Präventionsangebote lagen im gleichen Zeitraum dagegen bei läppischen 50 Millionen EUR.

 

Bildquelle: Kimberly Vardeman, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.12.2017.

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Hiier sind Langzeitergebnisse gefragt. Mit Sicherheit wird der Typ-2-Diabetes wieder auftreten, wenn die Patienten nicht mehr engmaschig überwacht werden. Der Typ-2-Diabetes ist mehr als nur ein Gewichtsproblem.
#57 am 31.12.2017 von Dr. med. Hans-Jürgen Ziegelasch (Arzt)
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Schlanke Typ 2 Diabetiker sind sehr sehr selten. Bei ihnen ist die Fähigkeit der Langerhans'schen Zellen, Insulin zu produzieren so stark vermindert, dass sie auf Insulininjektionen angewiesen sind. Dennoch sollten sie sich eine kohlenhydratreduzierte Ernährung angewöhnen, um den Insulinbedarf niedrig zu halten und nicht wieder - insulinverursacht- dick zu werden.
#56 am 22.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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Gast
Gut und was ist mit den schlanken Typ-2-Diabetikern, die es ja zuhauf gibt........dort scheint die Theorie von Übergewicht und einem Zusammenhang zu Diabetes nicht zu greifen..............
#55 am 21.12.2017 von Gast
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Danke für den Hinweis. Ich empfehle das trotzdem noch einmal nachzuprüfen, da ich mir schwer vorstellen kann, dass aus 3,5 g KH in ballaststoffreicher Umgebung (1 Scheibe Finncrisp) ein starker "Glukose-Raketen Treibstoff" werden kann.:)
#54 am 19.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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Gast
@Dr. med. Hans Karbe Gute Ratschläge, nur Knäckebrot bzw. Finncrisp statt z.B. Kartoffeln halte ich für zweifelhaft. Nach meinen Messungen sind gerade das echte "Glucoseraketen". Man kann Quark u. a. auch pur essen. @HH-Deern Gemüse, Salate mit Ölen, Eiern, Käse; Nüssen etc. sättigen enorm und schmackhaft. Vegan wird´s etwas aufwändiger.
#53 am 18.12.2017 von Gast
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Hallo HH-Deern, in der Abnehmphase sollte der Teller so aussehen: 2/3 Salat oder Gemüse, 1/3 Fisch oder Fleisch oder Quark/Eier o.ä. Wenn Normalgewicht erreicht ist ,ist Fett ein wichtiger Energielieferant (Kokosfett/Butter/Olivenöl) Richtwert fürs Abnehmen: 1 Pfund pro Woche ist realistisch. Körperliche Aktivität und ausreichende Eiweißzufuhr ist auch wichtig, damit die Muskulatur nicht zur Energiegewinnung herangezogen wird.
#52 am 18.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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Hamburger Deern
Hallo Dr. Karbe, Sie empfehlen eine low-carb- Diät? , ist das richtig ? Ist nicht einfach, bei mir sind Kartoffeln, Nudeln, Reis keine Sättigungsbeilagen, sondern ich ernähre mich davon (bin Vegetarierin) Gibt es mengen Einschränkungen? Was ist eine gesunde Gewichtsabnahme pro Woche für eine erwachsene Frau von 37 Jahren ?
#51 am 17.12.2017 von Hamburger Deern (Gast)
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Fortsetzung Wenn Normalgewicht erreicht ist, Lockerung der Regeln unter Beibehaltung der Grundprinzipien. Normalgewicht halten,ggf Rückkehr zum Zweimahlzeiten rhythmus. Die Hauptursache des Scheiterns von den üblichen Diätregeln ist, das der Teufelskreis Hyperglykämie-Hyperimsulinämie-Hypoglykämie nicht durchbrochen wurde und es immer wieder zu unwiderstehlichem Heißhunger kommt. Manchen werden die o.g.Lebensstilveränderungen undurchführbar oder sogar unerträglich erscheinen. Sind sie aber nicht. In unserer Lari-fari- Gesellschaft wird es vielleicht nicht gerne gehört, aber ganz ohne Disziplin kann man der Wohlstandskrankheit Diabetes mellitus Typ 2 nicht bekommen.
#50 am 17.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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Ich kann Gast 40 nur beipflichten. Folgendes Vorgehen hat sich bei Diabetes 2-Patienten bei mir bewährt: ich kläre ihn in verständlichen Worten über seine Erkrankung ( und die Risiken) auf(Stichwort Hyperinsulinämie, Insulinresistenz, genetisch bedingte Erschöpfungsneigung der insulinproduzierenden Zellen). Wenn das verinnerlicht würde, empfehle ich ein zwei-bis dreitägiges Fasten unter Weglassen jeglicher Diabetesmedikation, um die insulinresistenten Körperzellen wieder insulinempfindlich zu machen. In der nächsten Phase sollen bis zum Erreichen des Normalgewichts nur 2 Mahlzeiten eingenommen werden (spätes Frühstück und frühes Abendessen) unter Weglassen jeglicher Sättigungsbeilagen (Kartoffeln, Nudeln,Reis) und als Auflagemöglichkeit für Käse,Quark , Butter u.ä. nur Knäckebrot oder besser "Finncrisp". Außerdem keine Kalorienhaltungen Getränke und keine künstlichen Süssstoffe, da diese durch pawlowschen Reflex auch zu Insulinausschüttung führen. Fortsetzung folgt.
#49 am 17.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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Gast 40 "Hand aufs Herz: in dem Augenblick in dem wir das Gefühl haben andere halten uns für Willensschwach oder Dumm könnte es erstens sein das wir uns irren und zweitens ist es vollkommen gleichgültig denn wichtig ist nur was wir von uns selbst halten." , ist eben nicht gleichgültig, denn wenn ich auf die Behandlung eines Arztes angewiesen bin, der so eine negative Meinung von mir hat, dann habe ich schlechte Karten. Und dann ist es völlig egal, was ich von mir selbst halte! Sie haben natürlich Recht, ich kann nicht alle Ärzte beurteilen, weil ich gar nicht alle kenne. Mein Kommentar bezieht sich also explizit auf die Kommentare 3, 12, 21,22, 25,26, 32, und nur zwei davon sind Ärzte, bei den Gästen weiss ich es nicht. So besser?
#48 am 16.12.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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P.S. Wie ich früher schon andeutete, sind pathophysiologisches Zusammenhänge der Genese eines Diabetes Typ 2 bei vielen in Vergessenheit geraten bzw bei nichtmedizischen Mitdiskutanten nicht bekannt
#47 am 16.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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Schlanke Typ 2 Diabetiker sind sehr sehr selten. Bei ihnen ist die Fähigkeit der Langerhans'schen Zellen, Insulin zu produzieren so stark vermindert, dass sie auf Insulininjektionen angewiesen sind. Dennoch sollten sie sich eine kohlenhydratreduzierte Ernährung angewöhnen, um den Insulinbedarf niedrig zu halten und nicht wieder - insulinverursacht- dick zu werden.
#46 am 16.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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Es ist schon seltsam. Schon der einleitende Satz "Diabetes mellitus Typ 2 muss kein lebenslanges Schicksal sein, eine Heilung ist möglich" ist doch kompletter Blödsinn, da es den (!) Diabetes mellitus Typ 2 gar nicht gibt. Jeder Diabetes ist anders. Lediglich die Kommentatorin #7 Heike Hessler, fragt: "Wer beschäftigt sich eigentlich mal mit den schlanken Diabetikern." Völlig zu recht, denn die haben nichts zum Abnehmen und können trotz Sport das Vollbild entwickeln, da die Ursachen bei ihnen andere sind, als die ewig beschworene Völlerei.
#45 am 15.12.2017 von Dipl. Psychologe Rainer Keller (Psychologe)
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Aus The Lancet Primary care-led weight management for remission of type 2 diabetes (DiRECT): an open-label, cluster-randomised trial Prof Michael EJ Lean, MD† , Wilma S Leslie, PhD , Alison C Barnes, PGDip , Naomi Brosnahan, PGDip , George Thom, MSc , Louise McCombie, BSc , Carl Peters, MB , Sviatlana Zhyzhneuskaya, MD , Ahmad Al-Mrabeh, PhD , Kieren G Hollingsworth, PhD , Angela M Rodrigues, PhD , Lucia Rehackova, PhD , Prof Ashley J Adamson, PhD , Prof Falko F Sniehotta, PhD , Prof John C Mathers, PhD , Hazel M Ross, BSc , Yvonne McIlvenna, MSc , Renae Stefanetti, PhD , Prof Michael Trenell, PhD , Paul Welsh, PhD , Sharon Kean , Prof Ian Ford, PhD , Alex McConnachie, PhD , Prof Naveed Sattar, FMedSci , Prof Roy Taylor, MD
#44 am 15.12.2017 von Tim Schulenberg (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Wer ist die/der AutorIn des Artikels? Wäre doch das Mindeste.
#43 am 15.12.2017 von Dr. Martin Wolkerstorfer (Psychologe)
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Kritiker
Erstens wurden nur 50% der untersuchten Personen "geheilt" und da Diabetes 2 wohl nicht unerheblich genetisch bedingt ist, bezweifle ich eine echte "Heilung" und denke eher an ein Hinauszögern der Krankheit. Das heute fast in jedem Nahrungsmittel (ich sträube mich Lebensmittel zu schreiben) Zucker drin ist, ist eine echte Sauerei.
#42 am 15.12.2017 von Kritiker (Gast)
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Gast
Es ist motivierend zu lesen, dass Diabetes Typ 2 durch die Hinführung zu einer Ernährungsumstellung, die eine gesunde Ernährung zur Folge hat, heilbar ist. Ich bin erstaunt die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie kaum zur Verantwortung gezogen werden. Durch Zuckerzusatz zu allen möglichen Nahrungsmittel werden die Diabetesfälle für Pharmaindustrie doch erst geschaffen. Kristalliner weißer Zucker hat Suchtpotential, löst Heisshungeranfälle aus und lässt den Insulinspiegel außer Kontrolle geraten. Doch keiner schreibt darüber ein Wort. Wir Adipösen, die in diesem Teufelskreis sitzen, sind vielleicht sogar dankbar für diese Alternative ohne Medikamente. Die Zuckersucht, der wachsende Zuckerverzehr ohne "disziplinloses Frssen" (wie es uns häufig unterstellt wird) führt zu immer mehr Adipösen Menschen. Doch wir wehren uns nicht. Wir lassen uns brav auf die verzuckerte Nahrung konditionieren, futtern unsere Zuckerration und damit zum Diabetes. Wehrt Euch: Endlich zuckerfrei!
#41 am 15.12.2017 von Gast
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Gast X
Frau Cortes: sehen Sie was Sie hier gerade machen? Sie verbreiten Pauschalurteile über Mediziner, verallgemeinern und werfen alle in die gleiche Schublade. Und gleichzeitig unterstellen Sie anderen Vorurteile, Schubladendenken und nicht zu vergessen fehlende Fachkompetenz. Wer im Glashaus sitzt... jedenfalls tun Sie mit Ihren Weisheiten weder sich selbst noch der Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation einen Gefallen. Hand aufs Herz: in dem Augenblick in dem wir das Gefühl haben andere halten uns für Willensschwach oder Dumm könnte es erstens sein das wir uns irren und zweitens ist es vollkommen gleichgültig denn wichtig ist nur was wir von uns selbst halten.
#40 am 15.12.2017 von Gast X (Gast)
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ich bin vorallendingen erstaunt über die Vorurteile , die adipösen Menschen gerade auch von Medizinern/ medizinischem Personal entgegengebracht werden: dick = dumm= willensschwach. Wunder mich, dass sich überhaupt noch ein Dicker zur Behandlung traut! Da ist ja wohl eine Antistigma-Kampagne fällig. ( ich selbst, Adipositas Grad 1, abgeschlossenes Studium ; Zucker-und Cholesterin ausgezeichnet, schreibe ich NICHT hin, um anzugeben, sondern um darauf hinzuweisen, dass kein Mensch in ein Schema passt.....)
#39 am 15.12.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Letzte Anmerkung: Ich bin kein Psychiater/Psychologe: Aber wenn man sich mit diesen Fachleuten austauscht, erfährt man von einem großen Leidensdruck stark Übergewichtiger, wenn es mit dem dauerhaften Abnehmen nicht klappt, was dann in einen Teufelskreis (Frustessen) mündet, der gewisse Parallelen zum anderen Extrem, der Anorexie, hat, die ja auch längst nicht mehr nur junge Mädchen betrifft und sogar eine genetische (Genloci auf Chromosom 12) und epigenetische (bes. Histonacetylierungs- u. DNA-Methylierungsmuster) Komponente aufweist. Mit finanzieller Bestrafung und Vorhaltungen erreicht man m.E. gar nichts. Das verstärkt nur die Teufelskreise. Einem Adipösen zu sagen"iss halt weniger" ist genauso wirkungsvoll wie einem Magersüchtigen die Empfehlung zu geben "iss halt was" oder einem Depressiven zu sagen "lach einfach mal". Wir müssen akzeptieren, dass auch bei der Adipositas eine echte Krankheit hintersteckt, für die wir die "Königstherapie" noch nicht gefunden haben.
#38 am 15.12.2017 von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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@Dr. Hill (#26): Lieber Herr Dr. Hill, den Kassenbeitrag am BMI auszurichten ist doch keine adäquate Lösung. Sie kennen die sehr begrenzte Aussagekraft des BMI. Warum sollte ein topfitter muskulöser, "fettarmer" Sportler stärker zur Kasse gebeten werden. Und wenn Sie anfangen, Adipositas finanziell zu ahnden, dann würden sofort berechtigte Forderungen formuliert, Raucher, Alkoholkonsumenten, Motorradfahrer, ja sogar Untergewichtige/Anorektiker mit BMI <18 zur Kasse zu bitten. Da müssten Sie ein gestaffeltes Beitragsystem entwerden und im Einzelfall das Selbstverschulden nachweisen. Das gäbe eine "Mord- und Todschlag"-Diskussion und vermutlich eine Flut von Klagen.
#37 am 15.12.2017 von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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Bleibt nur zu hoffen, dass der Gewinn an Lebensqualität so überragend wahrgenommen wird, dass es nach Wegfall der engmaschigen Begleitung nicht wieder in ein langsames Abgleiten in frühere Gewohnheiten fällt. Bekanntlich fällt den meisten die Gewichtsreduktion leichter als das dauerhafte Annehmen einer veränderten Ernährungsweise und eines bewegungsintensiveren Lebenssstils, wenn die Verlockungen des Alltags wieder omnipräsent sind. In Anbetracht von 5-jährigen Kindern mit Typ2-Diabetis muss der Fokus auf Präventivarbeit durch frühzeitige richtige Ernährungs- und Bewegunganreize, die gesundes Essen und Sport nicht städnig mit einem Verzichts- und Bestrafungsimage versehen, gelegt werden. Die Vorbildfunktion des direkten Umfeldes ist hier von mitentscheidender Bedeutung. Leider ist es sehr schwer jene, die Vorbilder sein sollten, zu erreichen.
#36 am 15.12.2017 von Dr. rer.nat. Stefan Graf (Biologe)
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Gast X
Gast34: Stimme Ihnen zu. Leider ist kaloriendichte, nährstoffarme Ernährung allgegenwärtig. Aber da sie in den meisten Fällen sowieso nur in unzivilisiertem was-für-schnell-zwischen-die-Kiemen besteht und eigentlich keine Esskultur mehr beinhaltet würde ich hier nicht behaupten dass es sich um gesellschaftliche Zwänge handelt. Im Gegenteil. Anzunehmen dass schlanke, normalgewichtige Menschen sich ausgewogen ernähren und ausreichend bewegen ist völlig falsch. Auch hier gibt es genug Kandidaten die durch eine Ernährungsumstellung, Stressreduktion und tägliche Bewegung ihrem Körper einen großen Gefallen tun könnten. Schlanksein ist sekundär. Entscheidend ist wie wir uns selbst Tag für Tag behandeln.
#35 am 15.12.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
Das Problem kommt nach der Formula Diät. Nicht jedem liegt es, immer sein eigenes Kaninchenfutter zu machen und den gesellschaftlich etablierten Fresströgen fernbleiben zu müssen .Vielen Leuten feht es auch an Zeit oder Geld, um dauerhaft eine Alternativküche nur für sich alleine aufzuziehen. Dann gibt es ja auch noch Typ 2 Altersdiabetiker, die sind dünn wie Haut und Knochen. Da kann das ja mit dem Abnehmen nicht funktionieren.
#34 am 15.12.2017 von Gast
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Gast
Wer durch spürbare Verbesserung auch des Allgemeinbefindens die Ernährung umstellt, lernt vernünftig mit Fett und Zucker umzugehen. Nach dem Motto: Sonn- und Feiertags ist alles erlaubt. Die Ausnahme läßt dann eventuell spüren, was da belastend ist, wenn man übertrieben hat... Siehe Kater nach zu großem Alkoholgenuß.
#33 am 15.12.2017 von Gast
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Gast
Dicke Leute bekommen Diabetes. Abnehmen ist schwer, denn falsches Essen schmeckt gut und kompensiert was auch immer. Ich habe eine Ernährungsgruppe geleitet in der Reha, und die Leute waren begeistert in der Versuchsküche, es war eigentlich lecker, aber irgendwie exotisch, mit so wenig Fett. Keine Chance im Alltag. Fett und Zucker schmecken und tun einfach gut.
#32 am 14.12.2017 von Gast
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Per Definitionem ist jede spezielle, krankheitsbezogene Ernährung eine Diät. Auch dann wenn es einer dauerhaften Ernährungsumstellung bedarf. Aber nicht jede Diät ist kalorienreduziert. Zum Glück muss man als Diabetiker, anders als in der Studie suggeriert, nicht permanent kalorienreduziert mit ständiger Gewichtsreduktion leben. Es reicht normalerweise die KH- reduzierte Ernährung im Sinne einer Ernährungsumstellung.
#31 am 14.12.2017 von Silke Schuster (Ärztin)
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Ich lese immer nur "Diäten", wer will denn sowas für sein restliches Leben? Wie wäre es denn mal mit gesunder Ernährung? Davon hat aber leider kaum eine Ahnung!!!
#30 am 14.12.2017 von Peter Scherbaum (Heilpraktiker)
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“Normale Mischkost“ ist wie Schuhgröße 39 für Alle. Genau diese Vorgabe ist der systematische Fehler im allgegenwärtigen Ernährungskonzept. Wem nützt es?
#29 am 14.12.2017 von Silke Schuster (Ärztin)
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#25 Die von mir beschriebene Therapie ist/war Schulmedizin! Ich kann mich noch an die Kongresse erinnern ,bei denen die Pharmaindustrie damit warb “ kein Diabetiker müsse jemals wieder Diät halten und sich einschränken, dafür gäbe es jetzt Medikamente“. Das war in den frühen 90 ern. Seitdem gibt es immer mehr Medikamente und (übergewichtige) Diabetiker . Doch, es gibt schlanke und diätresistente Typ IIa Diabetiker. Die brauchen die Medikamente. Bei über 250 verschiedenen Diabetes-Typen kann es auch nicht nur eine Therapie geben.
#28 am 14.12.2017 von Silke Schuster (Ärztin)
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Im Rahmen der Ernährungstherapie beobachte ich sehr gute Ergebnisse, wenn die Patienten individuell begleitet werden, wobei sie beim Ernährungsprinzip mit entscheiden dürfen. Da ist für den einen die "Flüssigphase" ein motivierender Anfang, ein anderer lässt sich von Low Carb begeistern und wieder ein anderer möchte etwas mehr Kohlenhydrate. Am Ende zählt das gute Therapeut-Klienten-Verhältnis, ein Energiemangel, der die notwendige Gewichtsreduktion bewirkt, selbstverständlich bei Vermeidung einer Eiweißmangelernährung und ganz wichtig, die Integration eines angemessenen, individuell möglichen Ausdauer-Kraft-Trainings. Funktioniert einwandfrei. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse mit oft nur 5 bezuschussbaren Terminen steht dem Erfolg am meisten im Weg. Und Patienten, die keinen Anlass sehen ihr Verhalten zu ändern.
#27 am 14.12.2017 von Dipl. oec. troph. Heidrun Berger (Weitere medizinische Berufe)
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Das Problem ist am einfachsten am Geldbeutel zu lösen, Body-mass Index assziierter Kassenbeitrag, nur das traut sich sich kein Sozialpolitiker. In der Versicherungsbranche PKW erfolgreich installiert!
#26 am 14.12.2017 von Dr. med. Michael Hill (Arzt)
  34
Sylvia
War doch eigentlich klar. Das hätte die Schulmedizin durchaus von den Naturheilkundlern übernehmen können. Und wenn die Patienten da nicht so gut mitarbeiten, ist das kein Wunder. Warum auch ,Antidiabetika werden doch Anstands-los gezahlt. Gemeinschaftskassen haben keine Chance jemals mit ihren Geldern auszukommen, wenn diese so verschleudert werden. Das hat auch nichts mehr mit Solidarität zu tun, sondern das ist regelrechte Ausbeutung.
#25 am 14.12.2017 von Sylvia (Gast)
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Wie so oft werden, dem mainstream folgend, Ursache und Wirkung vertauscht. Bei einer Diät mit ca 850 kcal und 50% Kohlenhydratbestandteil nehmen die Patienten ca 10 BE ( 1BE= 12g KH) zu sich. Dies entspricht einer moderaten KH Aufnahme, wie sie noch in den 90ern erfolgreich als Diabetes-Typ-2-Therapie angewandt wurde. Damals wurde therapeutisch eine KH- Reduktion auf bis zu 6 BE täglich erfolgreich verordnet. Dies entspricht einer Low Carb Ernährung mit 96g KH täglich, welche ich immer noch als moderat bezeichnen würde. Eine Gewichtsreduktion stellte sich sekundär regelmäßig ein. Bewegung gehörte auch damals schon zum Konzept.
#24 am 14.12.2017 von Silke Schuster (Ärztin)
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Absolut richtige Arbeit . Habe mit Formula-Flüssigkeits-Diät plus zusätzlich konsequentem Muskelkrafttraining (KIESER) alle zwei Tage von 15min auf 1Std allerMuskelgruppen in ca 8 Wochen 20 kg reduziert ,sehr wohl dabei gefühlt. Erste Woche muss durchbrochen werden. Danach problemlos. Grösster Gegner: Pharmaindustrie, die über grosse sog. Diabetes -Kliniken und Praxen letztlich medikamentöse bzw. Insulin-Therapie geradezu als Muss propagieren und durchsetzen. Trotz entsprechender Umstellung der Esskultur. Vgl.Anti-Butter-Kampagne hinter der seit Ende der Sechziger mächtige Margarinelobby (Unilever) steht.Spannte damals renommierte Uni-Profs. wie Klepzig in Essen ,später Heidelberg für teures Geld vor ihren Karren. Erfolgreich, Fachbücher wurden unterminiert, die Vorlesungen erreichten schon damals uns Studenten. Ähnlich kritische Gegenkampagnen wie diese hier sind m.E auch gegen die vorzeitige Insulinisierung notwendig.Wir werden in die Insulinabhängigkeit getrieben !
#23 am 14.12.2017 von Dr. med. Hans-Joachim Schubert (Arzt)
  1
Der Patient raucht, obwohl die ganz Familie dran gestorben ist, der Patient säuft obwohl der Vater dran gestorben ist. Bei Hochdruck und Diabetes kann man noch so oft auf Gewicht und Bewgung drängen, die Möglichkeiten in der Umgebung aufzeigen: max 30 % setzen es um. Statt dessen kann manch einer den Diabetologenführer in der Umgebung rausgeben. Er kent sie alle, er war bei allen aber Effekt Null. Der Mensch ist nun mal schwach.
#22 am 14.12.2017 von Dr. med. Jens Bernhardt (Arzt)
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Gast
Ich bezweifele ein wenig den Langzeit-Effekt, de diese Diäten haben, denn der Mensch ist willig und das Fleisch ist schwach. Mal abgesehen davon, ich bin Typ 1 und ich habe Mitgefühl mit den Typ 2èrn. Die ständigen Schuldzuweisungen machen nichts besser, nur bockiger und hilfloser, was soll das? Warum kann man nicht anerkennen, dass der Mensch zur Dummheit neigt und die eine, gegen die andere austauscht und Ärzte nicht besser sind als ihre Patienten, sonst würden nicht so viele von ihnen trinken, Drogen schmeißen oder futtern als ob es kein morgen gäbe. Wie wäre es mit Verständnis, Empathie und Überzeugungsarbeit statt Vorverurteilen und medizinische Verweigerung, die steht Ärzten nicht zu. Sie sind keine Scharfrichter.
#21 am 14.12.2017 von Gast
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Gast X
Der erste Satz beinhaltet bereits die Quintessenz es gesamten Problems. Die Ärzte nehmen die Diät als Heilungschance deswegen sowenig ernst WEIL es die Patienten auch nicht tun. Den wenigsten von uns fällt es leicht seine täglichen Gewohnheiten von Grund auf zu ändern. Die wenigsten Patienten werden ihr Leben und ihre Gesundheit darauf verwetten wollen... und ich als verantwortlicher Arzt möchte das auch nicht. Natürlich berate ich ausführlich hinsichtlich der Ernährungsumstellung, empfehle eine Vorstellung bei einer professionellen Ernährungsberatung und berate außerdem hinsichtlich sportlicher Aktivität... aber ich verlasse mich nicht darauf dass der Patient das auch umsetzt. Die Entscheidung ob er sofort mit Medikamenten beginnen möchte oder es zumindest erst einmal mit Lifestylechanging versucht trifft sowieso IMMER der Patient.
#20 am 14.12.2017 von Gast X (Gast)
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Formula-Diäten sind sehr teuer; anstatt den Prädiabetiker damit zu bestrafen , dass er das Metformin selbst bezahlen muss, könnte man doch auch die Formula-Diät von den KK übernehmen lassen. ( ich komme eh nicht in Frage; trotz Adipositas sind meine Zucker- und Cholesterinwerte exzellent - gerade heute vom Hausarzt gesagt bekommen , also leider keine Formuladiät für mich.) Wie allen Essgestörten fällt es mir wesentlich leichter mich nach äußeren strengen Vorgaben zu richten, als selbst vernünftig zu essen - der "Knackpunkt" ist daher wohl der "Übergang zur normalen Mischkost" - da werden viele wieder zunehmen.
#19 am 14.12.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
Sind das neue Erkenntnisse? Meine Erfahrung als "geheilter Diabetiker Typ 2" ist, dass viele Hausärzte scheinbar das Thema zum Teil fachlich wie auch vom Engagement nicht genügend beherrschen und sich lieber der leitlinientreuen Medikation hingeben. Mein Profil über jetzt 5 Jahre: HbA1C von 9 auf aktuell 5,3-5,9, Blutdruck gut, selbst eingelesen in den Stoffwechsel, Insulinresistenz v. Leber etc., mehr Fett und Proteine verzehrt, bis auf sehr begrenzte Leberfasten-Phasen in Sportverletzungs-Op-Pausen nie "gehungert", Kohlenhydrate extrem reduziert (wieso sind die eigentlich noch so hoch in fast jedem Diätplan angesetzt?), ca. 1 x die Woche intervallgefastet, Sport intensiviert, (regelmäßiges Krafttraining und Tennis) 25 kg Gewicht reduziert, alles ohne irgendeine Medikation. Dank u. a. Dr. Worms, LOGI und Leberfasten eine völlig neue Lebensqualität. Ok, sein "Hepafast" war mir zu restriktiv vertrieben und zu teuer. Ich habe mir meines nachgebaut, sorry :)
#18 am 14.12.2017 von Gast
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Maenne
Nun, nachdem ich ohne "spezielle Diät" im ablaufenden Jahr ca. 60kg abgenommen habe, kann ich bestätigen, dass keinerlei Medikamente gegen Hypertonie, Diabetes oder Cholesterin-Senkung mehr nötig sind. Dieser Effekt trat schon nach ca. 15 kg Abnahme ein. Das war mir aber auch vorher klar, und es wundert mich, dass man darum plötzlich so viel Aufhebens macht. Und eine spezielle Diät bedarf es nicht - sondern einfach ein Kaloriendefizit einzuhalten und dies auch nach Erreichen des Zielgewichts auf Dauer zu kontrollieren. Währenddessen muss man nur sicher stellen, dass alle nötigen Nährstoffe und hinreichend Proteine aufgenommen werden. Dazu ab und an einen Arztbesuch, mehr muss man nicht beachten. Aber damit kann man eben keine neue Sau durchs Dorf treiben ... dazu empfehle ich die Lektüre von Dr. Nadja Herrmanns "Fettlogik überwinden". Abnehmen in Eigenregie ist machbar ... es fängt im Kopf an.
#17 am 14.12.2017 von Maenne (Gast)
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Hey was für ein einfacher Weg? Ich muss nur Diät halten und werde nicht dick, ich muss einfach aufhören mit dem trinken und kriege mein "Alkohol Problem" in den Griff und ich höre jetzt auf zu rauchen wegen meinem Asthma. Und das tolle ist weil es so einfach ist brauchen wie bald weder Arzt noch Krankenkasse noch die Pharmaindustrie. Es muss halt einer mal sagen hör endlich auf mit dem S.....! Hätte ich das vorher gewusst, dann......, ok, ab Morgen fange ich an....
#16 am 14.12.2017 von Jürgen Beck (Nichtmedizinische Berufe)
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Die wirkliche Antwort auf Diabetes heißt Lebensstilveränderung / Lebensstilmedizin. Darin spielt eine Änderung der Ernährung eine wichtige, aber nicht die wichtigste Rolle. Diät impliziert (leider) eine zeitlich begrenzte Modifikation der Ernährung. Dass allein eine Kalorienreduzierung dauerhaft keine Gewichtsreduktion und damit Heilung des Diabetes mellitus mit sich bringt, ist klar. Mentale und emotionale Elemente spielen mindestens eine genauso wichtige Rolle. Seit über zwanzig Jahren arbeiten wir mit Diabetikern im ganzheitlichen NEWSTART-Programm und können schon nach wenigen Wochen durch Lebensstilmodifikation Medikamente deutlich reduzieren und mehrheitlich sogar vollständig auf sie verzichten. Hierbei hat sich auch die große Bedeutung von Kondition und Muskelaufbau erwiesen, die in diesem Artikel leider zu kurz kommt. Den Artikel finde ich dennoch sehr wertvoll, da er auf ein bedeutsames, sonst oft belächteltes Element auf dem Weg zur Heilung von Diabetes hinweist.
#15 am 14.12.2017 von Gunther Hanke (Arzt)
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Jedem Arzt, dem es gelingt, den künstlichen Nebel der mit brilliant klingenden biochemischen Spitzfindigkeiten angereicherten zunehmend monopolisierten Fortbildungskultur vor seinen Augen wegzupusten, wird wieder einfallen, was er im Studium über die Behandlung einer Hyperinsulinämie mit daraus resultierender Insulinresistenz bei gleichzeitig bestehender genetisch bedingter Erschöpfungsneigung der Langerhans'schen Zellen gelernt hat. Das ist vielleicht etwas anstrengend für Arzt und Patient, wird auch (noch) nicht ausreichend honoriert, ist aber der sinnvollste Behandlungsweg. Und dass Patienten nicht motivierbar wären,ist auch eine Nebelkerzenmär: sie sind doch auch motivierbar, sich mehrmals täglich in die Finger zu pieksen, sich mehrmals täglich in die (teils iatrogenen) Rettungsringe zu spritzen und wertvolle Lebenszeit in Wartezimmern und Krankenhäusern zu verbringen.
#14 am 14.12.2017 von Dr. med. Hans Karbe (Arzt)
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"Ob diese wissenschaftlichen Erkenntnisse auf gesundheitspolitischer Ebene jemals umgesetzt werden – z. B. als Förderung entsprechend wirksamer Diätinterventionen – ist leider mehr als unwahrscheinlich" Das ist zunächst mal reine Spekulation. Allerdings ist es mit "Förderung" allein nicht getan. Antidiabetika gibt es nun mal auf Rezept und daher mit einer sehr überschaubarn Kostenbeteiligung für die Betroffenen, was ja angesichts der sich ständig erhöhenden Zahlen von Menschen in prekärer Einkommensituation auch höchst sinnvoll ist. Eine Alternative, so sinnvoll sie auch sein mag, ist nur dann eine solche, wenn sie für die Patienten keine höhere Belastung darstellt. D.h., es müssen schlicht die Kosten komplett übernommen werden bei allenfalls vergleichbaren Zuzahlungen wie für Antidiabetika. Sonst dürfte es mit der Akzeptanz ziemlich schlecht aussehen. Fomula-Diäten sind ja im Vergleich zu "normalen" Nahrungsmitteln nicht gerade billig, Ernährungsberatung gibt's auch nicht für lau.
#13 am 14.12.2017 von Dr. rer. nat. Karl-Albert Rinast (Biologe)
  4
Gast
Hier könnten die Krankenkassen mithelfen. Die Kosten für ein Anti-Diabetikum sollte erst dann übernommen werden, wenn ein Diät- und Bewegungsprogramm keinen Erfolg gebracht haben.
#12 am 14.12.2017 von Gast
  18
Gast
Danke für den Hinweis - bin selbst betroffen - 2006 kein Diabetes bei 115 kg. 2008 Magenresektion wegen CA und runter auf 78 kg - 2009 Diabetes Typ 2 - Nüchternwert > 200, Heute 20 Einh. Apidra um bei 120 Nüchternwert zu landen - 70 kg ---- naja, ich bin da sicher die s.g. Ausnahme..
#11 am 14.12.2017 von Gast
  2
Gast
Weil ja auch Diäten immer so gut funktionieren.. schon allein das Bild zur Überschrift ist ein dummes Klischee. Jeder übergewichtige will abnehmen und hat i.d.R. schon mehr als eine Diät hinter sich, meistens gekoppelt mit Sport. So lange die meisten Ärzte Schilddrüsen-Erkrankungen ignorieren bzw. keine Ahnung davon haben, wird das auch noch lange so bleiben.
#10 am 14.12.2017 von Gast
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Dass eine strikte Reduktionsdiät mit 850 kcal tgl. den Stoffwechsel verbessern kann und drastisch den Glukosespiegel senkt, ist ja nichts neues (Beck-Nielsen et al. Acta Endocrinol 1979;90:103-12). Die Frage ist, wer so etwas wie lange durchhält. Die Autoren der Studie rekrutierten 306 Teilnehmer in 49 Zentren, also ca. 6 Teilnehmer pro Zentrum. Man kann deshalb vermuten, dass nur ein kleiner Teil der Diabetes -Patienten bereit und motivierbar war, an so einem Programm teilzunehmen. Die Übertragbarkeit der Studie auf die große Zahl von Diabetes-Patienten insgesamt erscheint somit fraglich. Weiterhin ist aus vielen anderen Studien bekannt, dass die Effekte von Lebensstiländerungen im ersten Jahr am größten sind, und dann oft der Effekt wieder verlorengehen. Von einer 12-monatigen Studie kann deshalb noch keine Schlussfolgerung für die Langzeit-Behandlung von Patienten mit Diabetes mell. getroffen werden. Vielleicht gibt es ja ein follow up....
#9 am 14.12.2017 von Dr. med. habil. Stephan Scharla (Arzt)
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Lasst uns mal die Langzeitdaten abwarten. Die Publikationen, die ich zu Diäten kenne, zeigen, dass nur ein sehr kleiner teil der Probanden das Gewicht nach Diät halten konnte. Von daher ist die Prävention des Diabetes II noch viel wichtiger als eine diätetische Intervention bei bereits diagnostiziertem Diabetes II.
#8 am 14.12.2017 von Anna Fink (Ärztin)
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Das mit dem Abnehmen ist wirklich eine einfache Sache. Ich bin Typ 2 Diabetikerin und schlank, halte mich an Diäten und bewege mich täglich mindestens 30 Minuten + Treppensteigen in die 5. Etage. Seit 2008 nehme ich Metformin, meine Werte werden dennoch langsam immer höher. Wer beschäftigt sich eigentlich mal mit den schlanken Diabetikern, die bei Behandlung mitmachen.
#7 am 14.12.2017 von Heike Hessler (Heilpraktikerin)
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Eine unbequeme Wahrheit: Alle Therapie, die ohne Selbstbehalt bezahlt wird, fördert Passivität und Konsumhaltung, und verkehrt sich so bezüglich der Wirkung auch durchaus ins Negative. Alter Hut. Konsequenzen werden als "nicht sozial" abgewehrt. Dabei ist der Anreiz zur passiven Konsumhaltung asozial, sowohl für die Konsumenten, als auch für diejenigen, die den Spaß zahlen.
#6 am 14.12.2017 von HP Stefan Goßner (Heilpraktiker)
  14
Gast
Jede diät ist nicht die richtige für den einzelnen. Viel wichtiger ist die Ursache zu erkennen. dann sind die ganzen diäten überflüssig.
#5 am 14.12.2017 von Gast
  27
Gast
Bemerkenswert offener Abschluß des Artikels, Glückwunsch. Neben der Gehirnwäsche durch die Pharma ist glaube ich auch die individuelle Tträgheit der Ärzte, die selbst auch nur außerst ungern bis garnicht eine Lebensstiländerung durchführen würden, daher setzen sie sich auch nicht entsprechend dafür ein und /oder sind einfach nicht glaubwürdig konsequent. Es müßte schon viel passieren, wenn es in unserer Gesellschaft eine Kultur dafür geben sollte. Meine Patienten und auch ich selbst bekommen immer wieder Ablehnung und auch Neid zu spüren, vor allem, wenn der Lebensstil dazu führt, daß man schlank und sportlich ist.
#4 am 14.12.2017 von Gast
  15
Gast
Jetzt müsste man die Patienten, die nicht versuchen abzunehmen nur noch die Kosten für das Metformin selber zahlen lassen. Dann würde es vielleicht funktionieren .
#3 am 14.12.2017 von Gast
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Sehr wichtiger Artikel. In diesem Kontext empfehle ich das Buch „Diabetes adé“ von Gröber/Spitz/Walle. Eine begleitende nHRT und Mikronährstofftherapie bringt zusätzlichen Erfolg.
#2 am 14.12.2017 von Dr. med. Anatol Rocke (Arzt)
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Mahlzeitenersatz mit einer guten Formula – anfangs 3 x am Tag und in späteren Phasen nach individuellem Bedarf – hat sich in zahlreichen Studien als überlegen gegenüber energiereduzierten herkömmlichen Diäten auch über den Zeitraum von 3 bis 4 Jahren gezeigt. Dennoch sind „Formula“-Diäten in der Ernährungsberatung als reine Geschäftemacherei stigmatisiert. In der DiRECT-Studie war die Anschluss-Ernährung "altmodisch" fettarm/kohlenhydratbetont, weil sie so seit Jahrzehnten von dem Hersteller der verwendeten Formula unkritisch vertreten wird. Ich habe mich vor einigen Tagen mit Prof. Roy Taylor, dem Studienleiter von DiRECT, kurzgeschlossen und er hat eingeräumt, dass er lieber eine alternative Folgeernährung eingesetzt hätte. Wir verwenden in unserem „Leberfasten“-Konzept eine mediterrane Low-Carb Ernährung als Anschluss-Kost, weil hierfür die beste Evidenz vorliegt… Siehe auch hier: http://circ.ahajournals.org/content/early/2017/11/14/CIRCULATIONAHA.117.030501.long
#1 am 14.12.2017 von Dr. Nicolai Worm (Ernährungswissenschaftler / Ökotrophologe)
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