Apropos 'vom Nachbar'

19.09.2010

Anlehnend an den letzten Eintrag:

Letzte Weiterbildung Dermatologie zeigte uns der dozierende Doktor ein Bild von einem Mann mit hochgradig allergischer Reaktion (in dem Fall gut sichtbar an der tiefroten Hautfarbe) und erzählte uns dies dazu:

"Das ist ein 19 jähriger Mann. Er wusste, dass er allergisch ist gegen Ponstan, aber als er sich Zuhause beim Handwerken auf den Finger gehauen hat, ist er zum Nachbar gegangen, sich ein Schmerzmittel auszuleihen. Der Nachbar war so freundlich und hat ihm eine Tablette Mefenacid gegeben ..."

(lautes Stöhnen im Saal, alle fassen sich an den Kopf: es handelt sich um ein Generikum mit demselben Wirkstoff - beide übrigens rezeptpflichtig).

Dozent lapidar: "Der Mann kam auf die Intensivstation, wo er dann gestorben ist."

Nein, nicht alles, was dem Nachbar gut tut ist auch gut für einen selbst. Und Medikamente (speziell rezeptpflichtige, aber auch andere) weiterzugeben ist meist keine gute Idee.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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