GKV-Tamagotchi für Kliniken und Ärzte?

17.05.2011
Teilen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) fordert für die Kartenlesegeräte der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in Klinikeinrichtungen eine Beaufsichtigung im 30-Minuten-Takt und in der Vertragsarztpraxis die "dauerhafte alleinige Kontrolle des Arztes".

Offizielle Begründung ist, dass eHealth-BCS-Kartenterminals, die für eine qualifizierte elektronische Signatur (QES-Funktionalität) genutzt und in einer kontrollierten Einsatzumgebung aufgestellt werden, nicht länger als 30 Minuten unbeaufsichtigt bleiben dürfen. Wenn Ärzte die Signaturfunktion tatsächlich nutzen und dafür ihren elektronischen Heilberufeausweis (eHBA) einsetzen, sind die Vorschriften des BSI nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums noch strenger. Dies wird von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) heftig kritisiert. Sie wirft dem BSI vor, die praxistaugliche Nutzbarkeit dieser speziellen Kartenleser ad absurdum führen zu wollen.

Soll etwa im 30 Minuten Takt verhindert werden, dass die Dinger sich selbstständig machen, um sich vom Anmeldetresen in den sicheren Tod zu stürzen? Dient die permanente ärztliche Kontrolle der Sinnstiftung für Ärztinnen und Ärzte, damit diese ihre Patienten nicht mehr von natürlichen Spontanheilungen abhalten können? Oder sind die Lesegeräte etwa die Krankheit, bei der man vorgibt, die Behandlung derselben erleichtern zu wollen?

"Das Tamagotchi stellt ein virtuelles Küken dar, um das man sich vom Zeitpunkt des Schlüpfens an wie um ein echtes Haustier kümmern muss. Es hat Bedürfnisse wie Schlafen, Essen, Trinken, Zuneigung und entwickelt auch eine eigene Persönlichkeit. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten meldet sich das Tamagotchi und verlangt nach der Zuwendung des Herrchens. Sollte man es vernachlässigen, stirbt es, kann jedoch durch Drücken eines Reset-Schalters wiederbelebt werden, und das Spiel geht von vorne los." (WIKIPEDIA)

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

0 Wertungen (0 ø)
201 Aufrufe
Die maximale Zeichenanzahl für einen Kommentar beträgt 1000 Zeichen.
Die maximale Zeichenanzahl für ein Pseudonym beträgt 30 Zeichen.
Bitte füllen Sie das Kommentarfeld aus.
Bitte einen gültigen Kommentar eingeben!
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Das Londoner Parlament genehmigte die künstliche Erzeugung von Babys mit drei Elternteilen bereits 2015. Jetzt gab mehr...
Sucht-Arbeitsgruppe der Bundesärztekammer? Aber wenn schon der Chef der "Sucht-Arbeitsgruppe der mehr...
Und genau das ist der springende Punkt. Wer von seinem vermutlich nach Feng Shui ausgerichteten Büro-Schreibtisch mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2017 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: