Der Vorstandsvorsitzende der Kabarettistischen Bundesvereinigung KBV gibt bekannt: Fundstück der Woche

12.10.2010
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Köhler: Bei Kostenerstattung stirbt jede vierte Praxis

Kostenerstattung bringt Wettbewerb um Patienten. Laut KBV-Chef Köhler wird das nicht jede Praxis überleben.

Köhler: Bei Kostenerstattung stirbt jede vierte Praxis

KBV-Chef Dr. Andreas Köhler.

© Müller-Stauffenberg / imago

 
 
 
 

Als ich das las, habe ich in meinen Kalender geschaut: NEIN, HEUTE IST NICHT DER ERSTE APRIL!

Auch Gestern und Morgen nicht. Und es war auch nicht der Vorstandsvorsitzende der Kabarettis-

tischen Bundesvereinigung KBV! Sondern (leider) der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

(KBV). Herr Kollege, Dr. med. Andreas Köhler, 1. gibt man der Rheinischen Post bei konservativster CDU-Lastigkeit keine Interviews. Damit ist

Kollege Dr. med. Philipp Rösler schon bei seiner "intelligenten Kostenerstattung" auf die Nase

gefallen. 2. Im Antrag der Koalitionsfraktionen steht: Der Versicherte soll Anspruch auf Erstattung in Höhe

der Vergütung haben, "die die Krankenkasse bei Erbringung als Sachleistung zu tragen hätte". Um

Verwaltungskosten zu kompensieren, kann die Kasse maximal fünf Prozent vom Erstattungsbetrag

abziehen. 3. Damit gibt es, das nennt man juristisch Gleichheitsgrundsatz, keinen substanziellen oder finan-

ziellen Unterschied zwischen Kostenerstattung und Sachleistungsprinzip. 4. Bei geringerer ärztlicher Inanspruchnahme und seltenerer Konsultationsfrequenz durch Patienten

s i n k e n die Kosten der Arztpraxen. Da das Regelleistungsvolumen pro Patient pro Quartal eh'

einer Behandlungspauschale entspricht, s t e i g e n die Erlöse, da die Fallzahlen nicht zwangsläufig

sinken müssen. Mit diesen vier Kernsätzen kann ich nicht falsch liegen und bin mit meiner Meinung auch nicht

allein: Christian Lipicki, Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums (BGM), wies die Darstellung

Köhlers zurück. „Es ist schlicht Unfug, dass wegen der Erweiterung der freiwilligen Möglichkeit zur

Kostenerstattung ein Praxissterben drohen könnte.“ Es gebe keinen Grund, warum KVen ihren

Auftrag zur Sicherstellung nicht erfüllen könnten. Zu meiner völligen Verblüffung bin ich an dieser

Stelle mit dem BGMeiner Meinung! Tröstlich ist nur, egal wie wir zur Kostenerstattung stehen sollten, sie kann aus grundsätzlichen

Erwägungen in der Rechtssystematik der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Deutschland

nach dem derzeit gültigen Sozialgesetzbuch nicht funktionieren. (Quelle: Ärzte Zeitung, 11.10.10)

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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