Die Illusion der Nebenwirkungsfreiheit

21.11.2017

Mal merkt man sie kaum, mal sind sie unangenehm oder sogar gefährlich – in jedem Fall sind Nebenwirkungen nicht zu vermeiden. Im Gegenteil: Ein Medikament, das keine Nebenwirkungen hat, steht im schweren Verdacht, auch keine Hauptwirkung zu haben.



Wir werden alle gelegentlich krank und brauchen dann manchmal Medikamente. Im besten Fall solche, die wirken. Doch viele Menschen beurteilen Medikamente nicht nach ihrer Wirksamkeit, sondern fürchten sich in erster Linie vor ihren möglichen Nebenwirkungen. Manche gehen sogar so weit, dass sie alle Medikamente als „pure Chemie“ verdammen, die nur dazu da ist, uns noch kränker zu machen.

„Einen Stoff zu finden, der bei allen Menschen genau und nur dazu führt, dass ein ganz bestimmtes Krankheitssymptom bekämpft wird, ohne dass dadurch im Körper auch andere Funktionen und Prozesse beeinträchtigt werden, ist unmöglich (Drugwatch 2017).
“

Auf chemische oder physikalische Weise hat er das Potenzial, eine Wirkung auf unseren Körper oder direkt auf Krankheitserreger zu entfalten, die in unseren Körper eingedrungen sind. Und diese Effekte halten sich leider nicht an unsere menschlichen Kategorien wie „gut“ und „schlecht“ oder „erwünscht“ und „unerwünscht“.

Natürlich versucht man, Stoffe als Medikamente zu wählen und zu erforschen, die möglichst genau in die Prozesse eingreifen, die für die jeweilige Krankheit oder deren Symptome verantwortlich sind. Das ist ein großer Forschungsbereich der Pharmazeutik. Doch selten gelingt dies vollständig – im Grunde nur bei Mitteln, die dem Körper Substanzen zuführen, die er normalerweise selbst herstellt, wenn genau diese Funktion gestört ist. Und selbst dann können dosisabhängig Nebenwirkungen auftreten.

Niemand baut absichtlich Nebenwirkungen in Medikamente ein

Es gibt kein Mittel „gegen Kopfschmerzen. Es gibt nur Substanzen, die hauptsächlich oder teilweise bewirken können, dass Kopfschmerzen gelindert werden. Einige blockieren dafür Rezeptoren, andere sorgen für die Produktion oder Hemmung von Botenstoffen. Es gibt aber kein „Kopfweh-Teilchen“, das gezielt beeinflusst werden könnte. Wirkungs- und damit Heilungsprozesse, die funktionieren, müssen in irgendeiner Form auch andere Auswirkungen haben; wir sprechen von Nebenwirkungen. Niemand baut absichtlich solche Nebenwirkungen in Medikamente ein.


Aspirin – Fluch und Segen

Die Forschungen über Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) beispielsweise füllen inzwischen reihenweise Bücher – obwohl es zweifelsfrei eines der zuverlässigsten und meistgenutzten Medikamente weltweit ist und im Alltag für seine eher unproblematische Handhabung gelobt wird. ASS ist ein Wirkstoff mit schmerzlindernden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Außerdem hat ASS einen gerinnungshemmenden Effekt und kann deshalb zur prophylaktischen Behandlung von erneuten Herzinfarkten und Schlaganfällen eingesetzt werden. Doch genau diese Hauptwirkung führt dazu, dass sie das Blutungsrisiko insgesamt erhöht, was wiederum dazu führen kann, dass außergewöhnliche Blutungen auftreten, zum Beispiel eine schlimme und absolut unerwünschte Magenblutung.

Die Geschichte dieses bekannten Präparats zeigt gut auf, wie ein Medikament überhaupt entsteht: Schon die alten Kelten kochten Weidenrinde aus, denn sie hatten die schmerzstillende Wirkung des Suds erkannt. Um 1850 gelang die Isolierung der dafür verantwortlichen Salicylsäure. Deren Säurewirkung war jedoch zu hoch: Sie verätzte bei der Einnahme die Mundschleimhaut. Erst die Weiterentwicklung zu Aspirin im Jahr 1897 brachte den Durchbruch – für Bayer finanziell und für Patienten therapeutisch. ASS ist heute eines der am häufigsten eingesetzten Schmerzmedikamente. In der richtigen Dosierung treten Nebenwirkungen selten auf. Doch nebenwirkungsfrei ist ASS nicht und kann es aufgrund der beschriebenen Zusammenhänge auch nicht sein.

Wie ASS werden auch viele andere Medikamente durch Zufall entdeckt, dann nach dem „Trial-and-Error-Prinzip“ weiterentwickelt und immer weiter verbessert, bis man eine gezielte Wirkung und möglichst niedrige Nebenwirkungen erreicht hatte. In klinischen Studien werden Medikamente auf ihre tatsächliche Wirkung und Verträglichkeit hin untersucht. Bei der synthetischen Herstellung prüft man dann auch, ob es möglich ist, durch chemische Modifikationen die Nebenwirkungen herunterzuschrauben, ohne die Hauptwirkungen zu beeinträchtigen.

Nebenwirkungsfreie Chemo?

Nehmen wir als nächstes Beispiel Chemotherapie gegen Krebs, die für ihre aggressiven Nebenwirkungen bekannt ist. Immer wieder habe ich Beiträge von Patienten gelesen, die das kritisieren: „Warum tut man Menschen so etwas an?“, fragen sie. Oder sie sagen: „Chemotherapie hat mehr Menschen auf dem Gewissen, als sie gesund gemacht hat!“

Man gibt Zytostatika, um schnellwachsende Krebszellen aufzuhalten. In der Tat, Zytostatika sind Zellgifte, die ihre Giftigkeit gegen den Tumor richten sollen. Wenn man die Tumorzellen am Wachstum hindert, kann das Krebsgeschwür nicht weiterwachsen oder wird sogar zerstört – das leuchtet ein.

Doch leider ist es bislang nur in Ansätzen gelungen, die zellzerstörende Wirkung auf die Krebszellen zu beschränken: Sie trifft grundsätzlich alle sich schnell teilenden und wachsenden Körpergewebe. Diese finden sich zum Beispiel auch in den Schleimhäuten des Mundes und des Verdauungstraktes, in Haaren, Nägeln und in Wundregenerationsbereichen.

So besiegt man durch die Chemotherapie also auf der einen Seite im besten Fall den Krebs, auf der anderen Seite muss man mit Nebenwirkungen rechnen: Haarausfall, Wundheilungsstörungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Übelkeit. Das eine ist nicht ohne das andere zu bekommen, obgleich man unablässig daran forscht, die Wirkung zu maximieren und die unerwünschten Begleiterscheinungen zu minimieren. Unleugbar hat man in den letzten 20 Jahren auf diesem Gebiet schon erhebliche Fortschritte erzielt. Gerade bei Krebs, der ja oft einer lebensbedrohlichen Diagnose gleichkommt, nimmt man also in Kauf, dass es den Patienten vorübergehend schlecht geht, um auf lange Sicht das Leben zu erhalten.

Hoffnung: Targeted Therapy

Es gibt inzwischen gezielte Krebstherapien, bei denen „Targeted“-Chemotherapeutika zum Einsatz kommen, die gezielt nur Krebszellenstrukturen angreifen. Sie wirken gegen Merkmale, die es so nur in Tumorzellen gibt oder die beim Wachstum von Krebsgewebe zumindest eine wichtigere Rolle spielen als in gesundem Gewebe. Sie werden derzeit intensiv beforscht. So etwas ist einzig und allein der wissenschaftlichen Methode zu verdanken, die durch laufende Verbesserungen im Detail, im Erkennen bislang unbekannter physiologischer und biomechanischer Zusammenhänge und durch das Offenlegen immer feinerer Strukturen des Organismus Fortschritt erzeugt.

Wie sollten dagegen Spekulationen, magisches Denken und der Glaube an schlichte Behauptungen derartiges hervorbringen können? Natürlich sind solche Krebstherapien kein kritikfreier Raum; gerade in Bezug auf Nichtunterlegenheitsstudien wird hier viel Wirtschaft und nicht etwa Wissenschaft betrieben (siehe auch Goldacre 2013).

Armer Darm

Doch zurück zu unserem Thema: Bei Antibiotika nimmt man in Kauf, dass sie nicht nur die Bakterien abtöten, die uns krank machen, sondern mit ihnen oft auch die Bakterien, die unseren Darm „im Guten“ besiedeln und bei der Verdauung mithelfen. Nebenwirkungen sind deshalb häufig Durchfälle oder andere Magen-Darm-Beschwerden. Auch ein Pilzbefall des Darms ist möglich, weil die natürliche Darmflora vorübergehend angegriffen ist.

Auch hier versucht man, die gute Wirkung des Antibiotikums gegen die negativen Nebenwirkungen abzuwägen. Der Darm erholt sich meist schnell wieder – eine bakterielle Lungenentzündung dagegen kann lebensbedrohlich sein. Die Gefährlichkeit von Infektionen durch Bakterien wird heute dank Antibiotika recht gering geschätzt; früher führten diese Infektionen sehr häufig zum Tode. Neben den Impfungen dürften Antibiotika diejenige Errungenschaft der wissenschaftlichen Medizin sein, die die meisten Leben gerettet hat – trotz Nebenwirkungen.

Nebenwirkungsfrei – eine Illusion

Wenn also Therapien damit werben, dass sie nebenwirkungsfrei sind, sollte Sie das mehr als stutzig machen. Denn etwas, das wirkungsvoll in unseren Körper eingreift, tut das nie so spezifisch, dass nicht auch Nebenwirkungen damit verbunden sein können. Was Haupt- und was Nebenwirkung sein soll, ist eine Definition von uns Menschen, für die sich das Therapeutikum nicht im Mindesten interessiert. Zwar treten Nebenwirkungen nicht bei jedem und überall gleich heftig oder häufig auf, aber sie gehören zu einer wirkungsvollen Therapie nun einmal dazu.

 

Dies ist ein verkürzter und leicht adaptierter Auszug aus einem Kapitel meines neuen Buchs „Gesundheit! Ein Buch nicht ohne Nebenwirkungen“, das nun in jedem Buchhandel erhältlich ist. Der Text unterliegt dem © Copyright Springer Verlag Heidelberg 2017.

 

Bildquelle: Pedro, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 27.11.2017.

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Gast
Frau Dr. Garms, bitte laufen Sie nicht jedem Stöckchen nach, das geworfen wird. Wissenschaftler wissen, wie es um die Homöopathie steht. Gläubige, die an die H. glauben sind ohnehin nicht zu überzeugen.
#39 am 27.11.2017 von Gast
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Manfred L. DIETWALD
Vor der Salweidenrinde war bei den Germanen das ebenfalls Nässe liebende echte Mädesüß, welches auch Salicylverbindungen enthält, benutzt worden. Jedoch litt es keine Dosissteigerungen, die dem Aspirin entsprechen, weil dann Nebenwirkungen auftraten. Dafür riecht es angenehmer auch nach Vanillin. Heute sind beide Drogen obsolet, zumal die STADA ihr Teesortiment reduzierte.
#38 am 26.11.2017 von Manfred L. DIETWALD (Gast)
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Gast
Vielen Dank, Frau Grams, Sie haben mir Schreibarbeit erspart. Hinzuzufügen ist nur noch, dass die Komplexmittelhomöopathie (so, wie sie beispielweise Heel betreibt) im Grund eine Mogelpackung ist, weil Lichtjahre von den Dekreten des Gründervaters Hahnemann entfernt. Schon allein hinsichtlich der Verwendung der ganz tiefen Tiefpotenzen, die, im Sinne der Hahnemannschen Verwirrung, eigentlich ja erst am Anfang ihrer "Arzneilichen Entwicklung" stehen... Festzustellen ist in diesem Zusammenhang, dass in Vertigoheel zwei höchstpotente Giftstoffe noch in einer Konzentration vorliegen, bei der eine nach konventionellen Regeln ablaufende pharmakologische Wirkung nicht kategorisch auszuschließen ist: Picrotoxin und Coniin. Wenn also Vertigoheel, gegen Placebo getestet, tatsächlich "wirksam" wäre, hätten wir es mit ganz normaler Pharmazie zutun.
#37 am 26.11.2017 von Gast
  19
#46. Hallo Heinrich. Diese Arbeit vergleicht Vertigoheel gegen Ginkgo biloba (z. B. "Tebonin"). Ginkgo gilt in der HNO und bei Schwindel als Placebo. Also handelt es sich bei dieser "Studie" um ein Placebo im Vergleich zu einem anderen Placebo. Betahistin dagegen hat nur eine Indikation bei einer sehr speziellen Schwindelform, dem "Morbus Meniere". Bei anderen Schwindelformen ist Betahistin nicht besser als Placebo. Also wieder "Placebo gegen Placebo". So adelt man Placebos und beweist mitnichten die Homöopathie. Also, nein, das bringt mich nicht weiter zum Nachdenken oder gar zu erneutem Umdenken.
#36 am 26.11.2017 von Dr. med. Natalie Grams (Ärztin)
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Heinrich
Werte Frau Grams, Ihre ärztlichen Kollegen widerlegen mit auf Basis von Studien Ihre Ansicht von der ach so nutzlosen Homöopathie. Oder wie sonst lässt sich erklären, dass das homöopathische Komplexmittel Vertigoheel in die DEGAM-S3-Leitlinie aufgenommen wurde. Sind das alles Spinner in der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin? Oder wäre das vielleicht ein Grund für Sie, sich doch noch mal mit der Homöopathie konstruktiv kritisch auseinanderzusetzen? Ich freue mich auf Ihre Antwort.
#35 am 26.11.2017 von Heinrich (Gast)
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Gast
Aha, der Darm erholt sich meist schnell wieder nach Antibiose.
#34 am 26.11.2017 von Gast
  1
Gast
"Erstverschlimmerung" ist ein homöopathischer Euphemismus für "natürlicher Krankheitsverlauf nach erfolgloser medizinischer Intervention ". Bestes Beispiel sind Infektionserkrankungen, bei denen die ersten vom Patienten wahrgenommenen Symptome der Erkrankung zur Konsultation des Zuckerkugelheilers führen, dessen nachfolgende Verordnung den jeweiligen Erreger aber nicht im mindesten beeindruckt, was sich in der Ausbildung des vollständigen Krankheitsbildes (der Erstverschlimmerung) äußert - bis das Immunsystem die Sache in den Griff bekommt, was sich dann der Homöopath als Therapieerfolg unberechtigt auf die Fahne schreibt. Wenn das Immunsytem aber mit der Angelegenheit nicht klar kommt, gibt es die unter Homöopathen durchweg unbekannte Zweit- und Drittverschlimmerung mit Bedarf an notfallmedizinischer Betreuung. Das geht aber die Homöopathen nichts mehr an, das ist böse Schulmedizin.
#33 am 26.11.2017 von Gast
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Gast 17 " Ein Arzneimittel, von dem behauptet wird, daß es keine Nebenwirkungen habe, steht im dringenden Verdacht, auch keine Hauptwirkung zu besitzen.“ (Gustav Kuschinsky)", exakt. Daher meinte ich, dass ist doch gar nicht die Frage; die Frage müsste sein, ist diese Nebenwirkung im Verhältnis zur gewünschten Wirkung ( denn auch Nebenwirkungen sind ja manchmal erwünscht , wie die schlafanstoßende Wirkung von Antihistaminika) tolerierbar, wie ist die Relation zur Krankheit etc., und besonders in Fragen, wo es nicht um Leben oder Tod geht, was ist der Patient bereit, zu tolerieren.
#32 am 26.11.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  1
Gast
Was mich nicht wenig wundert, ist die Gelassenheit der Homöopathen beim Thema Polymedikation oder auch nur im Hinblick auf falsche Arzneiwahl. Folgt man der homöopathischen Logik, müsste doch jede Mittelgabe, die nicht mit der geistartigen Störung der Lebenskraft des Klienten korrespondiert, doch zu einer Arzneimittelprüfung ausarten. Und regelmässig kann man von Homöopathen vernehmen, der ungläubige Kritiker möge erst einmal - als Gesunder - die fulminante Wirkung einer Hochpotenz am eigenen Leibe erfahren solle, bevor er dem Verfahren Unwirksamkeit unterstellt. Nur, und das verwundert ebenfalls, man hört so gut wie nie von danebengegangenen Verordnungen, die dem Klienten, zusätzlich zu den vorhanden Malaisen, auch noch die z.Tl. lebensbedrohlichen Symptome einer unfreilligen HAmp beschert haben. Aber vielleicht machen Homöopathen ja keine Fehler?
#31 am 25.11.2017 von Gast
  18
Gast
Liebe Frau Grams, ich durfte Sie neulich persönlich kennen lernen. Sie haben allergrößten Respekt verdient.
#30 am 25.11.2017 von Gast
  25
Gast
@31: ach Herr Hildebrand immer dieser Whataboutism. Das hilft doch keiner Diskussion weiter. Sie könnten genauso gut anführen wieviele Menschen weltweit durch Schusswaffen, Klimawandel oder Armut sterben. Aber hier sprechen wir nun einmal über Homöopathie. Wenn Sie lieber über Polypharmazie sprechen möchten dann machen Sie das besser dort, das hier ist nunmal ein anderer Artikel, ein anderes Thema. (Nebenbei: was wäre wohl die Folge homöopathischer Polypharmazie?)
#29 am 25.11.2017 von Gast
  26
In gewisserweise ist es absurd, hier über die Wirkung oder Nichtwirkung der Homöopathie zu diskutieren. 16.000 bis 25.000 Tote jährlich durch "nicht-homöopathische" Medikationen, zeigen eindeutig, daß die Diskussion in eine ganz andere Richtung gehen muss. Wer die Homöopathie an den Pranger stellt, sollte sich zuerst den Hauptartikel dieser DocCheck-Ausgabe "Polymedikation: Ein tödliches Durcheinander" bewusstmachen!
#28 am 25.11.2017 von Heilpraktiker Gerhard Hildebrandt (Heilpraktiker)
  18
Meine Erfahrung als Orthopäde ( nun in Ruhe ): Ein Medikament, das passend ausgewählt wurde, macht Hauptwirkung und keine NEbenwirkung. Ein Medikament, das nicht zur Erkrankung passt. macht keine Hauptwirkung aber dafür Nebenwirkung. Wenn also Nebenwirkung auftritt, MEdikament wechseln.Das gilt für die Allopathie und genauso für die Homöopathie. Nur kann man Allopathie viel leichter lernen als die Homöopathie. Aber ich habe mit der Homöopathie erfolgreich sehr viel Schmerzen wegbehandeln können. Also die Indikation bzw. die Erkrankung muß zum Medikament passen, dann ist die Rate der NEbenwirkungen gering und es hilft dem Patienten.
#27 am 25.11.2017 von Dr Paul-Ulrich Eckhoff (Arzt)
  13
Bettina
#27: Ich hatte jahrelang Homöopathie ausprobiert, teilweise auch bei meinen Kindern. Klar hat man bei selbstlimitierenden Erkrankungen erst mal das Gefühl eines "Erfolgs", der aber nicht auf die Homöopathiegabe zurückzuführen ist. Ich denke, die allermeisten Homöopathiekritiker hatten Erfahrungen damit gemacht, besonders ja Natalie Grams. Wobei man ja nicht immer alles selbst erfahren haben muss, um fundiert an einer Sache Kritik üben zu können. Das mal nur noch nebenbei erwähnt. ;)
#26 am 25.11.2017 von Bettina (Gast)
  19
Gast
Gast (ich erspare mir # XX), offenbar ist die Diskussion um die Homöopathie umfänglich an Ihnen vorbeigegangen. Was die angeblich nicht vorgenommen Selbstversuche der Kritiker angeht, googlen Sie mal, nur so als Beispiel, "10:23 Aktion". Und was die angeblich geringe Studienanzahl angeht: Zum einen gibt es ´ne Menge Studien (auch hochqualitative), denen eines gemeinsam ist, nämlich negativ für die Homöopathie ausgegangen zu sein. Zum anderen behaupten aber die Verfächter der Homöopathie, besonders die Lobbyisten von der Carstens-Stiftung oder vom DZVHÄ (WissHom), dass es genügend gute Studien gibt, die den medizinischen Nutzen der Homöopathie unzweifelhaft belegen. Sie sollten sich in der Sache etwas intensiver belesen.
#25 am 25.11.2017 von Gast
  21
Gast
Ich möchte gerne mal wissen, wer von den ganzen Homöopathiegegnern mal "Selbstversuche" mit Homöopathie gemacht hat. Wenn es nun angeblich nur Zucker ohne Wirkung ist, und da es kaum was kostet, könnte man es doch einfach mal probieren, bevor man es verteufelt. Dann können Sie auch mitreden. Studien gibt es wegen der Finanzierung ja nicht so viele gute in dem Themenbereich.
#24 am 25.11.2017 von Gast
  14
Gast
Herr Maas, es tut mir unendlich leid, daß ich (#10) versucht habe zu erklären, wie es zu der Verwechslung gekommen sein könnte und Sie deshalb so viel Mühe aufwenden mußten, mich für Beiträge zu beschimpfen, die ich nicht geschrieben habe.
#23 am 25.11.2017 von Gast
  0
Gast
@#14 Das begreifen die nicht. Das wurde schon öfter reklamiert.
#22 am 25.11.2017 von Gast
  0
Gast
Liebe Frau Grams, wie immer ein sehr guter Beitrag. Sie haben viel dazu beigetragen der (schwachsinnigen) Homöopathie den Zauber zu nehmen. Weiter so!
#21 am 25.11.2017 von Gast
  23
#16 Die Aufklärung über mögliche und wahrscheinliche Nebenwirkungen im Vorhinein geht in der Praxis oft ziemlich unter, von individuellen Unterschieden ganz zu schweigen. Das habe ich hier gar nicht thematisiert. Allerdings wird es im Praxisalltag auch kaum möglich sein, da immer jedem Patienten und allen Nebenwirkungen gerecht zu werden. Im besten Fall können aber dann zumindest im Folgegespräch Nebenwirkungen thematisiert werden. Doch, wenn das alles nicht klappt, darf man (Frau!) auch mal den Arzt wechseln!
#20 am 24.11.2017 von Dr. med. Natalie Grams (Ärztin)
  21
Ulrich Maas
#10 vor 3 Stunden von Gast (wer auch immer) Das Problem mit der Nummerierung habe ich auch festgestellt, nur beantwortet auch Ihr neuer Beitrag meine Frage nicht, ob Ihnen der Mut fehlt, mit Klarnamen Ihre Attacken gegen Frau Grams zu reiten. Ehrlich gesagt, es kotzt mich an, dass die Anonymität des Internets besonders dann gerne genutzt wird, wenn - mangels sachlicher Argumente - nur die persönliche Diskreditierung des "Gegners" Ziel der Diskussionsbeiträge ist. Und nebenbei (falls das auch Ihr Beitrag ist): Homöopathie wirkt nicht. Hat nie, wird auch in Zukunft nicht.
#19 am 24.11.2017 von Ulrich Maas (Gast)
  23
#18 Da macht sich das (haltlose) Versprechen der Homöopathie "völlig nebenwirkungsfrei" zu sein, quasi gleich doppelt bezahlt - das kann sich jede/r merken.
#18 am 24.11.2017 von Dr. med. Natalie Grams (Ärztin)
  23
Ein großes Problem in der Praxis besteht darin, daß man als Patient/in aus verschiedenen Gründen aufgeregt ist, wenn wichtige Dinge besprochen werden, was zu durchaus massiven Konzentrationsstörungen führen kann. Mehrere Untersuchungen, bei denen die Betroffenen informiert waren, daß sie aufgenommen wurden, belegen dies. Zum Teil erinnerten sie sich schon kurze Zeit danach nicht mehr daran, daß Nebenwirkungen überhaupt angesprochen worden waren, und selbst dann, wenn alles ausnahmsweise schriftlich fixiert und per Unterschrift bestätigt worden war.
#17 am 24.11.2017 von Dr. med. Michael Traub (Arzt)
  0
Gast
@ Remedias Cortes: Das ist schon klar, was Sie da schreiben, und wenn eine vernünftige Aufklärung über die Nebenwirkungen nicht stattgefunden hat, dann ist dies sehr zu bedauern und auch juristisch nicht korrekt. An der Aussage „Ein Arzneimittel, von dem behauptet wird, daß es keine Nebenwirkungen habe, steht im dringenden Verdacht, auch keine Hauptwirkung zu besitzen.“ (Gustav Kuschinsky), die Frau Grams hier erläutert, ändert das jedenfalls nichts.
#16 am 24.11.2017 von Gast
  0
Es geht doch auch darum, welche Nebenwirkungen sind zumutbar , welche sind tolerierbar? Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ich hatte durch Amisulprid keine Regel mehr und sehr unter dieser Nebenwirkung gelitten, da sie natürliche Verhütung unmöglich macht. Meine Ärzte nahmen diesen Vorbehalt aber nicht ernst, da sie im Ausbleiben der Mens keine gravierende Nebenwirkung sahen ( Docs waren auch männlich.) Wichtig wäre mir Aufklärung über die Nebenwirkungen VOR der Einnahme gewesen, möglichst umfassend und offen, und auch die Frage, ob ich sie akzeptiere. Passiert das nicht, dann erst kommen Menschen auf ein negatives Bild von "Chemiebombern, die irgendwas mit meinem Körper anstellen, was ich ablehne....."
#15 am 24.11.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  4
Gast
Ansonsten herzliche Gratulation an Frau Grams zum gelungenen Artikel!
#14 am 24.11.2017 von Gast
  25
Gast
Liebe Doccheck-Redaktion, ich kann ja verstehen, daß ehrenrührige Postings gelöscht werden. Aber dadurch, daß sie vollkommen herausgenommen werden, und dadurch die Numerierung der verbleibenden Kommentare verändert wird, entsteht ein absolutes Kuddelmuddel, wenn ich jemandem antworten möchte oder mich auf einen vorangegangenen Beitrag beziehen will - kann man das nicht mal ETWAS eleganter lösen? Z.B.: Posting stehen lassen, aber Text ersetzen durch "gelöscht von der Redaktion aufgrund..." oder so ähnlich?! Kann doch nicht so schwer sein!!
#13 am 24.11.2017 von Gast
  0
Fundierte Aussagen mit exzellenten Beispielen (zB Weidenrinde > Aspirin). Bravo!
#12 am 24.11.2017 von Dr. med. Michael Traub (Arzt)
  1
Lanzelot
Nicht unerwünschte Meinungen, sondern persönliche und unsachliche Attacken, die dem Thema nicht dienlich sind, werden gelöscht. Ich habe das auch schon geschafft, bin deswegen aber noch gleich beleidigt.
#11 am 24.11.2017 von Lanzelot (Gast)
  18
Gast
Herr Maas, die Numerierung stimmt nicht mehr, weil unerwünschte Meinungen kommentarlos gelöscht werden.
#10 am 24.11.2017 von Gast
  5
Bettina
Hallo Ulli Maas, ich bin Gast #6 (+ Gast #4), habe aber Frau Grams nicht angegriffen - ganz im Gegenteil. ;) Ich hatte mich nur beim letzten Kommentar im # geirrt, hatte #5 ansprechen wollen.
#9 am 24.11.2017 von Bettina (Gast)
  1
Ulli Maas
Hallo Gast #6, fehlt der Mut für persönliche Angriffe auf Frau Grams mit heruntergelassenem Visier?
#8 am 24.11.2017 von Ulli Maas (Gast)
  10
Lanzelot.
#5 Nein, Homöopathie wirkt eben nicht. Aber man kann es ja mal wieder probieren. Und die Anwendung und Kombination von Chemie und Natur in der Medizin ist nicht wünschenswert, sondern die Regel.
#7 am 24.11.2017 von Lanzelot. (Gast)
  29
Bettina
#7: Homöopathie wirkt nicht, Pflanzen schon. Übrigens ist alles um uns herum Chemie, nicht nur das, was die "böse" Pharmaindustrie herstellt.
#6 am 24.11.2017 von Bettina (Gast)
  25
Gast
Jedes Medikament, das wirkt, kann auch in die "Negativ-Wirkung" geraten, egal, ob Chemie, Pflanzenheilkunde, Homöopathie oder andere Substanzen. Das Geheimnis ist die Zusammenwirkung mit den Gegebenheiten des Patienten, also der Auswahl des passenden Medikamentes, sowie der Dosierung und der Dauer der Anwendung. Da Pflanzen und Homöopathie zwar wirken, aber nicht so schnell so drastische "Nebenwirkungen" entwickeln, wäre die Kombination von Chemie und Natur in der Medizin wünschenswert, damit die sehr stark, schnell und drastisch wirkenden Sustanzen, die beeinträchtigende Nebenwirkungen haben, wirklich nur bei den lebensbedrohlichen Zuständen eingesetzt werden müssen.
#5 am 24.11.2017 von Gast
  39
Bettina
Jedes potent wirkende Medikament hat Nebenwirkungen. Das ist nun mal eine Tatsache und davor sollten Patienten nicht die Augen verschließen. Die Homöopathie wirbt mit sanft und nebenwirkungsfrei und im Grunde ist beides gelogen. Sanft wird hier in Verbindung mit Wirkung gebracht, die aber nicht stattfindet. Nebenwirkungsfrei könnte man vielleicht so stehenlassen, wenn man als Nebenwirkung die verschleppte sinnvolle Therapie ausblenden möchte. Herr Wagner, Homöopathie wird nicht verspottet, sondern es werden die Fakten auf den Tisch gelegt. Verspottet werden vielmehr die Menschen, die man hinhält mit Placebo und sie im schlimmsten Fall schwer damit schädigt.
#4 am 24.11.2017 von Bettina (Gast)
  22
Hallo Herr Wagner, ist das Richtigstellen der Homöopathie das Gleiche wie "verspotten"? Ein Kritikpunkt ist ja z. B., dass ein Homöopath immer Recht hat: 1. Wird es besser -> Homöopathie heilt 2. Wird es schlechter -> Erstreaktion -> Homöopathie heilt 3. Passiert nichts -> Mittel oder Potenz muss neu gewählt werden bis -> Homöopathie heilt Kommt Ihnen das nicht auch komisch vor?
#3 am 24.11.2017 von Dr. med. Natalie Grams (Ärztin)
  41
Ja sogar die hier oft verspottete Homöopathie hat nicht selten Nebenwirkungen, nur waren die Homöopathen in der Bezeichnung derselben phantasievoller und nennen sie Erstverschlimmerung oder Erstreaktion und ist damit für den Patienten besser erträglich. Wenn man ehrlich ist, muß man zugeben, daß das Mittel zwar richtig gewählt wurde, aber die falsche Potenz gegeben wurde. Richtig ist auch, daß die Homöopathie, richtig angewandt, eine sichere und fast nebenwirkungsfreie Therapie ist, man muß nur Ihre Möglichkeiten und Grenzen kennen.
#2 am 24.11.2017 von Robert Wagner (Heilpraktiker)
  61
Gast
Genau so ist es beim Zahnarzt. Meine Mutti arbeitet dort und macht Prophylaxe. Ich weiß aus Erfahrung und von ihrer Arbeit: die Zahnreinigung bzw. Prophylaxe ist nur gründlich, wenn es wehtut dabei. Wenn´s "sanft" war und gar nicht weh getan hat, dann war das das Geld nicht wert und das nächste mal besser woanders hingehen
#1 am 24.11.2017 von Gast
  23
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Schlimm genug, dass der Gesetzgeber auf diese Art und Weise mit der Nase auf das Problem gestoßen werden muss, mehr...
Wann immer ich mich gegen die Homöopathie positioniere, wird die Frage gestellt, ob ich denn nicht auch mal kritisch mehr...
Der wichtigste Schritt war wohl, zu erkennen, was Medizin, Wissenschaft und insbesondere Naturwissenschaft überhaupt mehr...

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