„Nie erfährt man hier was“

20.11.2017
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Halb acht vor der Nacht. Das Krankenhaus glitt in den Abendzustand. „Jo, hier ist die Pforte, ich habe hier einen wichtigen Anruf für Sie. Herr Schmidd oder so. Darf ich verbinden?“

„Ja klar“, antwortete ich. Eine sonore Stimme rief nun in den Hörer: „HALLO! Mein Name ist Schmidd. Mein Vater liegt bei Ihnen im Krankenhaus. Bin ich da richtig bei Ihnen?“

„Möglicherweise. In welcher Abteilung liegt Ihr Vater denn?“

„Auf der Privatstation!“

„Okay. Und welches Fachgebiet behandelt ihn?“

„Herzprobleme!“

„Ah, dann sind Sie vermutlich richtig. Wie kann ich Ihnen denn helfen?“

„Und Sie sind jetzt wer überhaupt?“

„Ich bin der internistische Dienstarzt für den Abend.“

„Aha! Ich möchte wissen, warum man die Medikamente meines Vater umgestellt hat!“

„Oh, das weiß ich auch nicht. Das weiß der Stationsarzt. Der ist leider nicht mehr da. Halb acht und so. Ich bin sozusagen nur für die Notfälle am Abend zuständig.“

„Ich verstehe nicht, warum man in diesem Krankenhaus nie eine Auskunft bekommt!“

„Öh, warten Sie, ich gebe Ihnen die Nummer der internistischen Privatstation. Rufen Sie da morgen an, die wissen, wer der Stationsarzt ist und können Sie schnell weiterleiten.“

„Da lande ich ja bei den Krankenschwestern. Das ist für mich nicht akzeptabel. Verbinden sie mich bitte mit dem Chefarzt!“

„Ahm, wie schon erwähnt, ist jetzt halb acht am Abend und der Chefarzt ist auch nicht mehr im Haus.“

„Dann geben Sie mir die Telefonnummer des Chefarztes!“

„Tut mir Leid, aber die Nummer des Chefarztes geben wir nicht so einfach raus.“

„Es ist unglaublich, in dieser Klinik erhält man nie eine Auskunft!“

„Wenn Sie morgen zwischen 8 und 17 Uhr anrufen, werden Sie auf jeden Fall jemanden erreichen, der ihnen kompetent weiterhilft.“

„Ha, das sagen Sie! Und wie war Ihr Name?“

„Zorgcooperations“

An dieser Stelle notierte Herr Schmidd frustriert meinen Namen und ich stelle mir vor, dass er am Folgetag befriedigend Auskunft erhielt. Der Chefarzt hat sich zumindest nicht bei mir beschwert.

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Bildquelle: Privatbild Zorgcooperations

Artikel letztmalig aktualisiert am 22.11.2017.

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Med. Student
#21 zunächst möchte ich mein Beileid für den Verlust ausdrücken. Nach meinen Erfahrungen an der hiesigen Universitätsklinik überraschen mich solche Geschichten aus den (mit unter nur selbsternannten) Hochleistungzentren der Spitzenmedizin nicht mehr. Ich bin immer wieder erstaunt, dass ein einziges Krankenhaus Platz für brillante Abteilungen hat, während andere Fachbereiche durch eine Mischung aus Selbstüberschätzung, Überheblichkeit, Unwillen, etwas anderes als das eigene Spezialgebiet zu sehen, und chaotische Organisation zu einem für Patienten gefährlichen Ort werden.
#43 am 15.02.2018 von Med. Student (Gast)
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@40, Gast: Für andere Notfalldisziplinen kann ich zumindest für den Bereich Feuerwehr / Rettungsdienst die Zunahme bestätigen. Speziell für die freiwilligen Feuerwehren ist es, speziell während der Regelarbeitszeiten, ein Problem wenn Mitbürger meinen den Notruf wählen zu müssen. Fängt bei der Meldung "Baum über der Straße" an (In Realität ein 2cm dicker Zweig...) und hört bei dem vergessenen Schlüssel für die Wohnung ("Der Schlüsseldienst kostet immer so viel") leider nicht auf.
#42 am 03.02.2018 von Andreas Teske (Sonstige)
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Gast
Medizin als Dienstleistung ist insofern gefährlich, weil 1. je schlimmer krank die Leute sind, desto weniger interessiert sie der Service. (Wenn ich grad mit Herzinfarkt eingeliefert werden, kümmert mich die Höflichkeit des Aufnahmearztes deutlich weniger als die Dauer bis zum Herzkatheter). Darauf pochen daher v.a. die "Gesünderen" - und wenn man dem nachgibt (und sich z.B. schneller um diese kümmert), leiden die darunter, die´s wirklich nötig haben. 2. macht Gesundheitsbewusstsein halt oft keinen Spaß. Wenn ich also meinem Patienten erzähl, dass er ab jetzt nicht mehr Rauchen, sich täglich bewegen und regelmässig seine Medikamente einnehmen soll, wenn er nicht demnächst sein Bein verlieren... den nächsten Infarkt bekommen... will, erhöht das kurzfristig nicht unbedingt seinen Wohlfühlfaktor - ist aber halt nun mal dringend notwendig.
#41 am 14.12.2017 von Gast
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Gast
Ich denke das Problem ist einfach die Masse - natürlich kümmere ich mich gern um berechtigte Sorgen, auch nachts um 22 Uhr. Aber diese machen vielleicht 1% der Anrufe aus. Der Rest sind "Service"-Anfragen ("Wenn er schon mal da ist, kann sich da nicht jemand den Ausschlag anschauen, den er seit 4 Monaten hat", "ja, Sie haben heute schon mit meiner Schwester und seiner Ehefrau gesprochen, aber ich wollte halt auch mal hören wie´s ihm geht"...) es ist wie mit jeder "Gratis"-Notfall-Dienstleistung - wenn sie zu oft für eigentlich Unnötiges oder Aufschiebbares missbraucht wird, birgt das immer die Gefahr, dass die wichtigen Dinge in der Masse untergehen. Leider wird das immer mehr. Mich würde mal interessieren, ob das den anderen Notfall-Diensten (sprich Polizei, Feuerwehr, THW...) und den "zu zahlenden Disziplinen" (Schlüsseldienst, Heizungsbau, ADAC...) auch so geht, oder ob man nur von uns dieses allzeit-bereit-Sein erwartet?
#40 am 14.12.2017 von Gast
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Gast
Nachtrag zu 38: Ein Dienstvertrag ist juristisch etwas vollkommen Wertneutrale. Kann es sein, dass Sie das meist umgangssprachlich gemeinte Dienstleistungsgewerbe im Hinterkopf haben? Ein wenig lassen Ihre ergänzenden und nicht zur Sachfrage passenden Anmerkungen zu Hotel und Zimmerservice vermuten, dass Sie eine (Ab)Wertung mit dem rein juristischen Begriff verbinden.
#39 am 27.11.2017 von Gast
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Gast
# 37 Öhm...aber Jura ist doch MEIN (Gast 35) Fach... ;-) Ihre Ausführungen zur geschuldeten Leistung sind richtig....und grenzen gerade den Dienstvertrag vom Werkvertrag ab. Das mit dem Werkvertrag bei plastischer Chirurgie war ein Scherz. Der ärztliche Behandlungsvettrag ist, wenn nichts anderes explizit vereinbart wird (z.B. eben doch ein konkretes Ergebnis), ein Dienstvertrag.
#38 am 27.11.2017 von Gast
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Gast
@35: Naja, rechtlich und laut definition ist die medizin wirklich keine Dienstleistung. Es gibt keine Garantie auf Erfolg. Es wird gehandelt nach besten Wissen und Gewissen. Es mag den Anschein erwecken und mit der Einführung von IGEL-Leistungen und so weiter verschwimmen die Grenzen etwas aber im Kern ist die Medizin eine HeilKUNST. Zahnmediziner im Gegensatz geben Garantie auf ihre Arbeit, der Arzt nicht. Ich rede hier von Garantie dass eine korrekt durchgeführte und indizierte Maßnahme zum Erfolg führt, beispielsweise eine antibiotische Behandlung einer Tonsilleninfektion. Wenn's nicht klappt trotz empirischer Therapie hat der Arzt trotzdem richtig gehandelt und kann nicht in die Verantwortung gezogen werden. Weil es eben keine Dienstleistung ist. Dann wird das Antibiotikum gewechselt und dann klappt's wahrscheinlich. Die Retorik vom Patienten als Kunden ist rechtlich einfach falsch. Krankenhäuse sind keine Hotels, Pflegekräfte kein Zimmerservice und Ärzte keine Dienstleister.
#37 am 27.11.2017 von Gast
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Nervenarzt
Auch wenn in der Gesellschaft eine allgemeinene „Gleichmacherei“-Tendenz unübersehbar ist, kann dem doch so nicht zugestimmt werden. Ein Patient sollte nicht als Kunde gesehen werden, denn er ist es schlichtweg nicht. Damit geht das Besondere der Arzt-Patienten-Beziehung verloren und die therapeutische Beziehung „verwässert“. Auch wenn es populär scheint, ist es eben doch keine „Begegnung auf Augenhöhe“.
#36 am 26.11.2017 von Nervenarzt (Gast)
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Gast
#33 Natürlich erbringt ein Arzt eine Dienstleistung an seinem Kunden, den er branchenspezifisch Patient nennt, gegen Bezahlung. Was denn sonst? Ok, bei plastischer Chirurgie kann man über ein Werkvertragsverhältnis nachdenken... ;-) Kein Dienstleistungsverhältnis besteht in der Tat mit den Angehörigen des Kunden und eine etwaige vom Kunden gewünschte Dienstleistung im Sinne einer Information von Angehörigen kann man entweder anbieten oder ablehnen. Etwas überheblich ANMUTENDE Äußerungen über die eigene Selbsteinschätzung, die eine Begegnung auf Augenhöhe mit dem Kunden nicht vermuten lässt, provozieren natürlich plakative Verweisungen auf den Dienstleistungscharakter der ärztlichen Tätigkeit, die wiederum Widerspruch provozieren, die wiederum.... Naja.
#35 am 26.11.2017 von Gast
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Gast
@#21 Zitat:"Was ich mit dieser Schilderung sagen will ist, dass Angehörige die außerhalb der üblichen Zeiten anrufen durch aus auch einen Grund haben können, und man statt Vorverurteilung und genervt im Augenrollen auch erst einmal zu hören kann." Stimme ihnen vollumfänglich zu! @#33 "Medizin ist keine Dienstleistung und Patienten keine Kunden." Ist das wirklich so? Medizin aktuell > Angebot: LEISTUNG gegen BEZAHLUNG! Erster Satz in der ZPA zu 99,8% > "Dann brauche ich erstmal ihre KV-Karte." An ZWEITER Stelle: "Warum sind sie hier?" In der Tat ist die Besetzung oft unterirdisch, was sich natürlich in allen Bereichen bemerkbar macht. Aber warum ist das so? Nicht weil "die Preise" runter gehen, sondern fast nur noch auf Wirtschaftlichkeit geachtet wird. Wo früher 3 Ärzte waren sitzt inzwischen oft nur noch 1 Arzt oder gar Assistentzarzt. Besonders in der Nacht oder den Wochenenden. DAS ist MARKTWIRTSCHAFT am Patienwohl vorbei! Nicht die wahre Berufung dieses/dieser Berufes/Berufe.
#34 am 24.11.2017 von Gast
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Gast
@#32: kann ich nur bestätigen. Wie viele Leute riefen bei mir an um zu fragen "naja, also wenn ich mindestens ne Stunde warten muss, kann ich dann ein Termin für morgen machen?" (im NOTFALL. Ich verstehe manchmal die Welt nicht mehr) aber auch bürokratisches, Anfragen wegen Krankschreibungen und Beschwerden dass man 22:30 nicht mehr "mit der Berta auf Zimmer 394" verbunden wird... (da frag ich mich auch, normal sind Menschen nicht vom Handy zu trennen aber im Krankenhaus ist das Ding auf einmal wie ein Ziegelstein und unbrauchbar?) das unterbricht mich einfach und frisst Zeit die ich eigentlich bräuchte um Patienten zu versorgen. Der Dienstarzt ist keine Auskunftsstation. (Außerdem: Medizin ist KEINE Dienstleistung und Patienten sind KEINE Kunden. Niemand hat ANSPRUCH auf Auskunft um 22 Uhr. Manche Leute sollten sich das mal wieder bewusst werden.)
#33 am 24.11.2017 von Gast
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Gast X
Das Problem bei Anrufen ist leider dass es keine Möglichkeit der Triage gibt. Es ist das gleiche wie mit der Notaufnahme. Wenn nicht ständig Kraft und Konzentration für Lappalien abgesaugt werden würde dann wäre für wirklich Wichtiges auch genug Zeit. Ich empfehle jedem der es noch nicht erleben durfte einmal für 2 Stunden ein Dienstarzttelefon an sich zu nehmen und selbst diese Erfahrung zu machen. Angefangen von Angehörigen die von der Pforte an mich verbunden wurden obwohl sie eigentlich nur die Zimmernummer erfragen wollten bis zu Leuten die eine Zweitmeinung zur Behandlung in einer anderen Klinik hören wollen oder Angehörige die lieber vom Dienstarzt Auskunft wollen weil der Stationsarzt so ein unsympathischer Schnösel ist oder Leute die Auskunft darüber wollen wieviel in der Notaufnahme gerade los ist...(“ach solange will ich jetzt aber nicht warten, denken Sie es reicht wenn ich mit dem Mückenstich morgen zum Hausarzt gehe?“) ist alles dabei.
#32 am 23.11.2017 von Gast X (Gast)
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Gast
Mein Beileid auch an Gast #21, da ist richtig was schief gegangen und das hätte so einfach nicht ablaufen dürfen. Zum Thema telefonauskunft: eigentlich darf laut Schweigepflicht gar keine Auskunft gegeben werden wenn nicht ausdrücklich vom Patienten erlaubt und schon gar nicht am Telefon. Und gerade in den Abendstunden sind halt alle Häuser stark unterbesetzt. Die anrufenden nervt es vielleicht wenn sie gesagt bekommen "Es tut mir leid, ich kann es ihnen nicht sagen" aber die sehen nicht dass der Arzt vom Telefonat gerade in einer Aufklärung oder der Versorgung eines Notfalls unterbrochen wurde. Unannehmlichkeit für den einen, aber durchaus gefährliche Unterbrechung für einen anderen Patienten. Der Arzt sitzt dann nämlich nicht im Büro und trinkt Kaffee sondern ist am Arbeiten... leider auch während des Tages. Deswegen: besser persönlich vorbei kommen, höflich fragen ob ein Termin für ein Gespräch möglich ist. Und etwas Gedult und Verständnis mitbringen. Dann klappt es am besten.
#31 am 23.11.2017 von Gast
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Gast #10
Nachtrag zu meinem Kommentar #30: Achtung! Dies ist keine Kritik an ärztlichen Kollegen und Pflegekräften! Ich denke, ein jeder von Ihnen tut, was er kann. Sonst hätte er diesen Beruf nicht gewählt. Es ist einfach eine Entwicklung, die mein verehrter Professor Demling/Innere Medizin Erlangen schon Ende der 70er Jahre vorhergesehen hatte. "Irgendwann reden wir nicht mehr mit dem Patienten und untersuchen ihn auch nicht mehr mit Körperkontakt. Wir bedienen Hebel an einer Maschine, sehen auf einen Ausdruck und sprechen mit Maschinen."
#30 am 23.11.2017 von Gast #10 (Gast)
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Gast #10
ad 21) Lieber Gast, ich möchte Ihnen nach Ihrer Schilderung mein herzliches Beileid ausdrücken. So soll niemand sterben. - Und wenn ich das alles lese, bin ich wirklich erschrocken, wie sich offensichtlich vieles im menschl. Umgang miteinander verschlechtert hat. Bis vor kurzem dachte ich immer, im stat. Bereich hat sich vieles geändert und verbessert, mehr Ausstattung, mehr Technik, mehr Personal - zumindest im Vgl. zu meiner Krankenhauszeit - bis ich selbst als Notfall im KH landete. Anfang der 80er Jahre war mein Anfangs KH chron. unterbesetzt, es fehlte eigentlich alles, ich hatte teilweise 3 Stationen zu betreuen, neben OP und Nachmittagsambulanz, vom alleinigen Nachtdienst für das gesamte Haus incl. NA Bereitschaft zu schweigen. Aber Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Ich wußte zu Studienbeginn, worauf ich mich einlasse. Ich habe in dieser Zeit extrem viel gelernt. Aber Zeit für ein Angehörigengespräch fand sich immer irgendwie, obwohl es noch keine tragbaren Telefone gab.
#29 am 23.11.2017 von Gast #10 (Gast)
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Gast
Ich habe zufällig die Bewertungen der Notfallambulanz des Universitätsklinikums Heidelberg vor ein paar Tagen gelesen. Ich war bisher immer der Meinung, dass hier die Bewertungen sicher überwiegend positiv sein würden.Lesen Sie selbst !
#28 am 22.11.2017 (editiert) von Gast
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Gast
Ja, das kennt man. Insbesondere auch die forsche Forderung, sofort den Chef oder mindestens aber den Oberarzt sprechen zu wollen. Am besten noch mit dem drohenden Unterton, dass man sich gleich noch über dieses Gespräch und sonstwas bei ihm beschwert wird. (Als ob der Chef immer derjenige wäre, der über den Patienten am besten Bescheid weiß.........).
#27 am 22.11.2017 von Gast
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Gast
Der Tod Ihres Vaters ist sehr bedauerlich. Eine schreckliche Geschichte die Fragen offen lässt. Warum wird ein Pat. mit Nierenversagen und Ileus nicht sofort intensivbehandelt? Wie kam es so plötzlich dazu? Das dauert doch tagelang, Wieso ging das so schnell? Warum hat niemand auf die Angehörigen reagiert? Warum sind Sie nicht bei ihm geblieben wenn Sie doch wussten dass er „verreckt“? Warum ist Ihre Mutter nicht bei ihm geblieben als sie sein Erbrechen als Miserere erkannte? Als Anästhesistin hätte sie die drohende Aspiration bestimmt als erste bemerkt. Unsere Kollegen in der Klinik sind nicht frei von Fehlern, haben als Assistenzärzte oft weniger Erfahrung als niedergelassene Fachärzte und die rücksichtslose Sparpolitik macht eine angemessene Versorgung oft so gut wie unmöglich. Wenn ich jemals in so eine Situation kommen sollte werde ich meinen Angehörigen nicht aus den Augen lassen und notfalls selbst Hand anlegen bis ich die Gewissheit habe dass man sich angemessen kümmert.
#26 am 22.11.2017 von Gast
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Anke N.
Brauchen wir Ehrenamtliche Ansprechpartner im Krankenhaus, die schauen, ob Schwerkranke richtig versorgt werden. Könnten wir eine Ausbildung für sie kreieren?
#25 am 22.11.2017 von Anke N. (Gast)
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Solche Telefonate sind im Gesundheitssystem 2017 nicht mehr vorgesehen...
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... an die richtige Adresse für die Verantwortung des Personalabbaus wenden kann. Gerne auch nachts ! Ich bin seit 17 Jahren niedergelassen, mir tun aber alle Kollegen in der Klinik leid, die sehen müssen, wie sie ein übermäßiges Pensum von Patienten versorgen müssen, während erfahrene Kollegen, die man früher fragen könnte, in lukrative Spezialambulanzen abgezogen werden.
#23 am 22.11.2017 von Dr. med. Siegfried Fischer (Arzt)
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Vielleicht sollte man überlegen, an Angehörige die Handynummer des Verwaltungsleiters zu geben, damit man sich an der richtigen Adresse für die schnelle
#22 am 22.11.2017 von Dr. med. Siegfried Fischer (Arzt)
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Gast
Ich schildere ihnen mal den Tod meines Vaters im Januar: unser Eintreffen im Krankenhaus Sonntag 13:00 Uhr, Anurie, kein Urin im Katheter Beutel, klare Anzeichen eines Ileus, Tachykardie, Kaltschweissigkeit. Meine Mutter Anästhesistin, ich Gynäkologin. Trotz mehrfacher Bitte beim Pflegepersonal ist es angeblich nicht möglich, den Diensthabenden Arzt zu sprechen. Wir wüssten ja, was am Wochenende so los sei. Das gehe jetzt gar nicht. Also versuche ich es zu einem späteren Zeitpunkt unter der auf der Homepage der Klinik genannten Telefonnummer bei der Dienstabenden Assistenz Ärztin. Als Antwort bekomme ich, es sei jetzt nicht der Zeitpunkt für elektive Angehörigen Gespräche.... Völlig fassungslos verweise ich die Kollegin darauf, dass ich nicht mal eben über mein Vater quatschen möchte, sondern dass dieser mit einem Ileus auf der Station verreckt, es keiner zur Kenntnis nimmt und ich als Kollegin darauf aufmachen aufmerksam machen möchte, dass er intensivmedizinischer Behandlung bedarf. Trotzdem keine Konsequenz. Als meine Mutter um 19:00 Uhr in der Klinik wieder eintrifft erbricht mein Vater bereits Misere. Sie wird von der Dienstabenden Ärztin stehen gelassen. Hilflos verlässt meine Mutter die Klinik und bittet einen dritten Arzt und Kollegen um Hilfe, dieser ist Internist, fährt sofort in die Klinik und fordert massiv die sofortige Verlegung auf die Intensivstation ein. Diese geschieht um 21:30 Uhr. Um 22:17 Uhr rufe ich auf der Intensivstation an, um zu erfahren dass mein Vater vor 2 Minuten verstorben ist, nach 30-minütiger Reanimation nach Aspiration von Miserere. Mein Vater ist gestorben, weil Wochenende war, weil er Privatpatient war, weil sich niemand zuständig fühlte, die Dienstabenden am Wochenende nicht eingearbeitet waren und wahrscheinlich immer der Meinung waren, die Kollegen-Angehörigen bräuchten eine Extrawurst. Zusätzlich interdisziplinäres Zuständigkeitsgerangel. Hätte unser Freund und Kollege die Verlegung auf die Intensivstation nicht durchgesetzt, wäre mein Vater auf der peripheren Bettenstation alleine und einsam verreckt. So ist er ohne Magensonde, ohne Analgesie und ohne Sedativa an seinem eigenen Kot erstickt. Man hat ihn gerade eben zum Sterben noch auf der Intensivstation gekarrt, dass alles hätte 7 Stunden zuvor erfolgen müssen. Unsere MedizinRechtsAnwalt ist tätig. Das übrigens alles in einer renommierten deutschen Universitätsklinik. Nachdem mein Vater endlich unter der Erde war kamen als Schmankerl noch Arztbriefe an den Toten adressiert, die mit dem Satz schlossen "mit Dank für die weitere ambulante Weiterbetreuung". Dass mein Vater die Behandlung nicht überlebt hat, hat er sich zwar bis zur Rechnungs Abteilung herumgesprochen, diese war in der Lage zu kondolieren, jedoch nicht in der Abteilung, die seinen Tod zu verantworten hat. Was ich mit dieser Schilderung sagen will ist, dass Angehörige die außerhalb der üblichen Zeiten anrufen durch aus auch einen Grund haben können, und man statt Vorverurteilung und genervt im Augenrollen auch erst einmal zu hören kann.
#21 am 22.11.2017 von Gast
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#18 guter Tipp: rufen Sie doch einfach mal den Sozialdienst im KH an. Die unterstützen Sie bei der Nachsorgeorganisation. Macht Vieles einfacher!
#20 am 22.11.2017 von Katja Bartsch (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Frage 1: Hatte der Sohn eine Schweigepflichtsentbindung und war es überhaupt der Sohn? Oder der neugierige Nachbar Chef usw. ?Hat bislang in dieser Diskussion ertaunlichwerweise noch keine Rolle gespielt.
#19 am 22.11.2017 von Dr. med. Jens Bernhardt (Arzt)
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M.H.
Meine Mutter liegt derzeit im Krankenhaus. Sie liegt dank Zusatzversicherung privat. Gestern war ich gegen zwölf Uhr Mittags bei ihr(vor meinem Arbeitsbeginn). Gerne hätte ich mit einem Arzt gesprochen. Dies war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Man gab mir eine Telefonnummer. Diese habe ich wie vereinbart zwei Stunden später angerufen(mein Arbeitgeber ist da sehr kulant). Man teilte mit mit das ich Dr. ... nicht sprechen könne(Stationsarzt) sie läge ja privat. Dr. .... wäre aber jetzt nicht zu sprechen ich solle einen Termin ausmachen und dann vorbeikommen. Auf meine Bitte mich doch nur kurz telefonisch zu informieren teilte man mir mit das ich entweder im Laufe des Tages oder dann am nächsten Tag angerufen würde. Meine Mutter ist nicht dement, aber zur Zeit nicht immer ganz fit nach diversen Vollnarkosen, MRSA in der OP-Wunde(div. OP). Nach Katheterwechsel Blasenentzündung. Da ich einen Kurzzeitpflegeplatz suchen soll, brauche ich Informationen wie die weitere Planung mit ihr ausieht.
#18 am 22.11.2017 von M.H. (Gast)
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Ach ja: "Du hast doch bei Deiner Berufswahl gewusst, was auf Dich zukommt". Hat vermutlich auch jeder von uns schon gehört. Ja, ich wusste, dass ich keine geregelten Dienstzeiten haben werde. Dass es aber tatsächlich menschen gibt, die von Dienstleistern erwarten, dass sie JEDERZEIT für sie parat stehen, wenn es ihnen gerade passt, wusste ich vorher nicht. Trotz Schichtdienst, den ich "für die Allgemeinheit" gerne gemacht habe, habe auch ich Anspruch auf ein Privatleben und Freizeit. Haben Sie DAS schon gewusst?
#17 am 22.11.2017 von Christian Blöcker (Medizinisch-Technischer Assistent)
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Herr #2 gehört vermutlich zu den Leuten mit geregelten Arbeitszeiten, Mo - Fr, 8-16 Uhr (NATÜRLICH jedes Wochenende frei), die keine Ahnung haben, was Schicht- und Wochenenddienst bedeutet, deren eigener Service aber eben auch nicht über diese Zeiten hinausgeht. Auch ein Krankenhaus kann nicht zu jeder (Tages- und) Nachtzeit jeden Service bieten. Wir haben inzwischen genug mit den Menschen zu tun, die einen gefühlten Anspruch (sehr schön gesagt @#13) auf 24 Stunden ärztliche GRUNDversorgung haben und nachts mit Lappalien die Notaufnahmen verstopfen...
#16 am 22.11.2017 von Christian Blöcker (Medizinisch-Technischer Assistent)
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Herr Köpke, entweder wollen Sie provozieren, oder Sie haben keine Ahnung. Oder beides.
#15 am 22.11.2017 von Micha Hammer (Arzt)
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Gast
Ach Herr Dr. Köpke. Dass jemand sich nicht einmal während der Arbeitszeit kurz telefonisch nach einem kranken oder verletzten Familienmitglied erkundigen darf glauben Sie doch wohl selbst nicht. Als nächstes erzählen Sie uns noch Sie dürfen nicht zur Toilette. Zur Not kann man auch kurz ausstempeln oder ein paar Minuten seiner Mittagspause opfern, wo ein Wille da ein Weg. Alles andere sind Ausreden.
#14 am 22.11.2017 von Gast
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ad 2) Ärzte (und noch mehr im Notdienst) sind für kranke Menschen zuständig und nicht primär eine "unentgeltliche Auskunftei für serviceraffende egozentrische Anspruchsteller", die meinen, dass sich die ganze sonstige Welt um sie dreht. Es würde mich schon interessieren wie der Herr aus der Industrie reagieren würde, wenn jemand (zu dem er keine Geschäftsbeziehungen hat) ihn zur Unzeit über die Aktivitäten seiner Nachbarabteilung ausfragen wollte (unter Missachtung des Betriebsgeheimnisses) und sich dabei auf einen gefühlten Anspruch auf Service berufen würde!!!
#13 am 22.11.2017 von Dr. med. Christoph Rupp (Arzt)
  1
Gast
interessante Variante: Vorwurf aus Industriekreisen bezüglich der Höhe von Arztgehältern... Es steht bestimmt jedem Berufstätigen frei, seine Arbeitszeit in den Abendbereich zu verlegen, auch dem der nicht als Arzt tätig ist. Da kann man dann in üblichen Kernarbeitszeiten auch im Krankenhaus oder in einer Praxis vorsprechen.
#12 am 22.11.2017 von Gast
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Gast Knastarzt
ad 5) Hallo Frau Arnold! Das ist eine sehr gute Frage. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in einigen Krankenhäusern im Aufnahmegespräch festgelegt wird, wer über den Gesundheitszustand informiert werden darf. Bei mir wurde sogar die Telefonnummer meiner Frau festgehalten, so dass man notfalls durch Rückruf die Identität kontrollieren konnte. - An meinem Arbeitsplatz als Gefängnisarzt darf ich eigentlich nicht einmal bestätigen, dass der entsprechende Gefangene überhaupt bei mir anwesend ist, geschweige, wie es ihm geht. - Und wenn bei einem bewußtlosen Patienten im Krankenhaus seine angebliche Frau (etc.) persönlich erscheint, müßte ich genau genommen sogar noch einen Personalausweis o.ä. verlangen (laut Jurist!)
#11 am 22.11.2017 von Gast Knastarzt (Gast)
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Gast
Ich hatte zu meinen Privatpraxiszeiten auf Wunsch unter der Woche dreimal eine Abendsprechstunde von 18 bis 21 Uhr und am Samstag von 10 bis 12 Uhr für Berufstätige, was nur ging, da ich abends den Betrieb allein aufrecht erhalten konnte und die Praxis im Haus war. Der Andrang war sehr sehr überschaubar, Abendessen, Fernsehen oder Ausgehen war wichtiger. Ja, 22 Uhr oder 17 Uhr wäre dann halt recht gewesen. Und Samstag vormittag geht überhaupt nicht. Da geht es zum Einkaufen und dann wird das Auto geputzt. Zum Schluß war es eine Sprechstunde für befreundete Kollegen und Sportkameraden, da ich auch sportmedizinisch tätig war. Aber in diesen Zeiten konnte viel Schreibkram oder Fortbildung erledigt werden.
#10 am 22.11.2017 von Gast
  2
Vermutlich ist es nicht der Ärzte Schuld, dass sie für solche Extrawürste keine Zeit und auch keine Kraft haben. Sondern zu einem erheblichen Teil den ganzen Energie- und Zeitvampieren zuzuschreiben, mit denen sie sich täglich herumärgern müssen. Die wenigsten kommen ja mit wichtigen Anliegen. Zwischen 8 und 17 Uhr anzurufen, ist denke ich keine Zumutung. Wenn man trotz Schweigepflicht telefonisch informiert werden will, soll man eben diese Regelungen prophylaktisch familienintern (oder unter Nahestehenden) besprechen und rechtlich regeln. Und nicht Ärzte, die zu tun haben, damit blockieren.
#9 am 22.11.2017 von Henrike Alma Gregersen (Tierärztin)
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Gast aus Bayreuth (Arzt)
Ich denke, ich spreche hier für viele Ärzte: Ärzte wollen nicht unbedingt mehr Dienste, Nachtdienste und Rufbereitschaften wegen Geld. Das, was nach der Steuer übrigbleibt, entschädigt nicht für die verlorene Freizeit oder Familie. Nach einem beruflichen Burnout bin ich derzeit von Diensten befreit, bin nicht verarmt und lebe viel qualitätvoller. - Herr Dr. Köpke, in dieser Glosse handelt es sich um einen Krankenhausbetrieb, nicht um eine Arztpraxis. Ins Krankenhaus rennen die Leute halt rund um die Uhr, da helfen keine festen Öffnungszeiten. Und wer findet tagsüber in Zeiten von Handys, Telefonen, Tablets und Alexa nicht die Zeit, mal in einer wichtigen Angelegenheit zu telefonieren?
#8 am 22.11.2017 von Gast aus Bayreuth (Arzt) (Gast)
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Sehr geehrter Herr Köpke, auch Ärzte sind normale Menschen und haben Familie. Ich sehe meine Familie gerne nach Feierabend und möchte auch noch Zeit mit meinen Kindern verbringen. Wenn Ihnen Ihre Gesundheit oder der im Krankenhaus liegende Angehörige wichtig ist, dann sollten Sie abwägen, was für Sie die erste Priorität besitzt. Ist die Arbeit alles in Ihrem Leben? Wo sol das hinführen? Behandlungen nach 17 Uhr als Normalfall? Wir kümmern uns um Ihre Gesundheit und das mit Leidenschaft!
#7 am 22.11.2017 von Dr. Thomas Heil (Zahnarzt)
  4
Ja, ist Usus weil Ärzte das so wollen, wegen mehr Verdienst etc.. Muss nämlich nicht sein, geht auch in anderen Bereichen anders. In jedem Fall sollte der Kunde Patient und seine Angehörigen König sein und nicht ständig verwiesen werden. Ich habe es jedenfalls in Deutschland schon wesentlich besser erlebt! Übrigens, ich habe lange in Belgien gewohnt, da machen die Ärzte erst nach 17 Uhr bis 20 Uhr wieder auf, damit die Patienten nach der Arbeit jemanden Vorfinden der Ihnen hilft, das ist Service!
#6 am 22.11.2017 von Dr. rer. nat. Andreas Köpke (Mitarbeiter Industrie)
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was ist mit der Schweigepflicht? Darf da so einfach alles, unbekannterweise , am Telefon jedem Hinz und Kunz erzählt werden?
#5 am 22.11.2017 von Alexandra Arnold (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
  0
Assistenzärztin
Einfach auf die Schweigepflicht verweisen und die Sache ist erledigt. Da könnte ja sonstwer anrufen. Nummer notieren und wenn Patient mit der Herausgabe der Informationen einverstanden ist am nächsten Tag zurückrufen
#4 am 22.11.2017 von Assistenzärztin (Gast)
  0
Gast
Dr. Köpke, Ihnen ist nicht bewusst, wie ein Krankenhaus strukturiert ist und welche Aufgaben der Dienstarzt hat, oder? Und wieviel man auch ohne Telefonhotline zu spielen zu tun hat abends und nachts? Dass man als Dienstarzt u.U. auch von 8-17 Uhr gearbeitet hat aber anschließend noch über Nacht bleibt? (Nennt sich 24-Stunden-Dienst und ist leider Usus).
#3 am 22.11.2017 von Gast
  5
Tja, normale Menschen arbeiten zwischen 8 und 17 Uhr und können nicht so einfach während der Dienstzeit weg oder telefonieren. DESHALB kommen sie dann eben nach diser Zeit um sich um ihre Angehörigen zu kümmern. Ein wenig mehr Servicementalität wäre da schon angebracht! Schliesslich kann sich nicht jeder frei nehmen nur weil ein Angehöriger im Krankenhaus ist!
#2 am 22.11.2017 von Dr. rer. nat. Andreas Köpke (Mitarbeiter Industrie)
  97
Gast
Auch schön wenn auf der Notfallstation Leute anrufen die Auskunft über einen Angehörigem im Haus haben wollen. Dass ich A) Notfall bin und nicht Stationsarzt B) den Patienten nicht kenne C) generell keine Auskunft am Telefon gebe wegen Schweigepflicht und D) ICH BIN DER NOTFALL UND ES IST 22 UHR NACHTS DER PATIENT LIEGT SEIT EINER WOCHE HIER verstehen dann irgendwie immer nur die wenigsten. Und seltsamerweise können die NIE zwischen 8 und 17 Uhr anrufen. Komisch.
#1 am 20.11.2017 von Gast
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