Med. Fundstück der Woche: „Man kann nicht n i c h t kommunizieren!“ [Paul Watzlawick]

25.08.2010
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Das Müttergenesungswerk (MGW) wirft den Krankenkassen (KK) vor, vermehrt Anträge auf Mutter-Kind-Kuren ungerechtfertigt abzulehnen. Die Kassen bestreiten diesen Vorwurf und weisen auf weniger gestellte und schlecht begründete Anträge hin. Da kann man dem MGW nur Recht geben: Mutter-(und Väter)-Kind-Kuren (MUKI-Kur) werden vom Medizinischen Dienst der KK (MDK) schon im Antragsverfahren mit absurdesten Vorwänden zunehmend willkürlich und rechtswidrig abgelehnt. Davon handeln diesmal die "Fundstücke der Woche":

 

Ausgewachsene MDK-Gutachter entblöden sich nicht, im Auftrag der Gesetzlichen Krankenkassen (KK) schon mal einen Erholungsurlaub in hypoallergenem Klima zu empfehlen oder die Nutzung von Wochenendfreizeiten bzw. anderen Familienaktivitäten. Einer Mutter mit 2 kleinen Kindern und einer völlig zerrütteten Ehe empfahl der MDK, doch am Wochenende ihre Kinder dem aggressiv-prügelnden Mann zu übergeben und sich 2 schöne Tage zu machen. Alternativ könne sie ja auch eine Eheberatung machen, dann würde die MUKI-Kur sich von selbst erledigen. In einem anderen MDK"Gutachten" wurde der sozialmedizinische, sozialpsychologische Fachbegriff: "Bild der verbrauchten Mutter" mit 'Bild der verbrannten (sic!!!) Mutter' übersetzt. Diagnosen werden ignoriert, Facharztempfehlungen ausgeblendet und Antragsformulare offensichtlich nicht gelesen, geschweige denn verstanden! Einer anderen Mutter wurde empfohlen, doch ihre Tätigkeit als Tagesmutter aufzugeben. Und wenn sie dann unbeschäftigt sei, könne sie ja auch eine ambulante MUKI-Kur am Wohnort machen (das wurde allerdings schon zum 1.4.2007 abgeschafft). Gerne wird  auch in der Ablehnung darauf verwiesen, dass die Kinder doch gesund  seien und für die Mutter Psychopharmaka praktischer wären. Super sind auch die Ausschlussgründe: Verheiratet, nicht allein erziehend und Kindergartenkind.

 

 

Und wenn das dem MDK und seinen KK nicht hilft, wird ganz schelmisch auf die Deutsche Rentenversicherung (DRV) verwiesen, die den dann ausgefüllten DRV-Antrag auf REHA-Maßnahmen wegen der Mutter-Kind-Problematik ablehnt und zurückverweist. Und an wen wohl? An die für Mutter-Kind-Kuren zuständige Krankenkasse wg. Nichtzuständigkeit der DRV!

Paul Watzlawick lässt grüßen! Und Dr. med. Thomas G. Schätzler

Nachbemerkung: Die Gesetzlichen Krankenkassen sind als Körperschaften Öffentlichen Rechts (wie KVen und Ärztekammern) zur Einhaltung gesetzlicher Regelungen und Vorschriften in Deutschland zwingend verpflichtet.  Sie machen sich strafbar, wenn sie Mutter-Kind-Kuren willkürlich, rechtswidrig und ohne rechtsmittelfähige Bescheide ablehnen.

 
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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