Im Krankenhaus fast verhungert

16.11.2017

Unangerührt und abserviert: Das ist das Schicksal von so manchem Tablett mit Krankenhausessen. Jeder Klinik-Patient erhält in der Regel drei Mal täglich eine Mahlzeit, davon landen viele Speisen unangetastet im Müll. Das ist schade – und manchmal sogar gefährlich.

Angenommen, dir oder einem Angehörigen geht es so schlecht, dass er oder sie ins Krankenhaus muss. Dort wird man dann untersucht und gesundheitlich umsorgt oder zumindest im Auge behalten. Sollte man denken.

Krankenhausessen ist oft nicht wirklich „gut“ (es ist ja auch kein Hotel) und ich bin mir auch dessen bewusst, dass es Länder gibt, wo man üblicherweise in der Klinik von den Angehörigen versorgt werden muss. Bei uns ist das nicht so, allerdings bin ich inzwischen so weit, dass ich den Leuten, die ins Krankenhaus müssen, empfehle, jemanden dabei zu haben, der ein bisschen mit aufpasst. Darauf gekommen bin ich nachdem ich mehrere Geschichten von Patienten und Bekannten gehört habe.

Beispiel 1

Die ältere Mutter einer Bekannten muss ins Krankenhaus wegen akuter Verschlechterung ihres Allgemeinzustandes (Schmerzen und Atemprobleme). Beim Besuch ein paar Tage später fällt der Bekannten auf, dass es ihrer Mutter nicht gut geht. Die Mutter gehört zu der Generation, die nicht gerne anderen zur Last fällt und sich kaum beklagt. Die Tochter bemerkt, dass ihre Mutter Mühe hat mit dem Essen. (Kauen und der Handhabung des Bestecks). Sie meldet dies, damit man darauf achtet und eventuell das Essen anpasst.

Als sie am nächsten Tag zu Besuch kommt, trifft sie an der Tür die Pflegerin, die gerade das Tablett mit dem Essen abräumt, und fragt:

„Meiner Mutter geht es nicht gut. Ich glaube, sie trinkt und isst nicht genug.“


„Sie hat gerade gegessen“ – antwortet die Pflegerin und deutet auf das abgedeckte Tablar.


„Hat sie wirklich gegessen?“

„Natürlich. Sie bekommt drei Mal täglich ihr Essen und genug zu trinken.“

„Schauen Sie mal unter die Abdeckung.“

Die PFF hebt den Deckel: Aufschnitt. Brötchen mit Käse und Schinken und ein Tupfen Quark. Vom Quark fehlt etwas, der Rest ist unberührt.


„Sie isst eben nicht. Sie stellen das hin und räumen es wieder weg und merken nicht einmal, dass sie gar nichts zu sich nimmt. Sie hat Schmerzen beim Kauen und sie hat Probleme mit den Händen und ist zu zurückhaltend, als dass sie nach Hilfe fragen würde. Ich habe schon bei früheren Besuchen angemeldet, dass sie möglichst weiches Essen braucht, aber das sieht nicht danach aus.“


Beispiel 2

Dann war da der schizophrene Bruder einer unserer Patientinnen. Nach einem Unfall, bei dem er die Rippen gebrochen hat und ins Spital muss, findet ihn seine Schwester bei einem Besuch nicht ansprechbar im Spitalbett. Die herbeigerufenen Pfleger und Ärzte müssen dann feststellen, dass er stark dehydriert ist und auch seit Tagen nicht mehr gegessen hat. Auch hier wurde das Essen hingestellt und wieder abgeräumt. Dass er nicht gegessen und getrunken hat, hatte hier vielleicht weniger mit den Schmerzen als mit seiner Grunderkrankung zu tun, aber dass etwas nicht stimmt, ist dort niemandem aufgefallen.

Ich weiß, wie wenig Zeit die Pflegenden für einen einzelnen Patienten in der Klinik haben und dass ein Teil dieser Zeit heute auch noch mit den notwendigen Dokumentationen aufgefressen wird. Diesen Zustand sehe ich einfach mehr als bedenklich. Vor allem, wenn ich daran denke, dass diese Dokumentation wohl eingeführt wurde, damit derartiges wie oben vielleicht nicht mehr passiert – und nicht nur zur korrekten Leistungsabrechnung. Dass der Status Quo nicht die Endlösung ist, zeigt sich in Situationen wie oben beschrieben. Ich bin sicher, da stand in der Dokumentation so etwas wie „Essen: Diätteller A. Essen gebracht um X Uhr. Gegessen bis XX Uhr.“

Weniger Dokumentation und mehr Einfühlungsvermögen

Sowas kann doch nicht sein – und wie gesagt, ich weiß von mehr als nur diesen beiden Fällen. Die Liste geht weiter. Einer Kollegin ist beispielsweise bei der Durchsicht der monatlichen Rechnung des Pflegeheims aufgefallen, dass bei ihrer Mutter immer noch täglich ein Kaffee für CHF 1.80.– verrechnet wird. Ihre Mutter ist seit drei Monaten nicht mehr in der Lage, selber zu essen und zu trinken – sie ist komatös und wird intravenös ernährt. Sie kann gar keinen Kaffee (oder sonstwas) selbst trinken. Trotzdem bekommt sie ihn offenbar täglich hingestellt und er wird, wenn er kalt ist, wieder abgeräumt?

Wenn im Krankenhaus keinem der Mitarbeiter Missstände wie diese auffallen, liegt es an den Angehörigen, ein Auge drauf zu haben. Wenn es Probleme gibt, sollten sie unbedingt einschreiten und das Personal darauf aufmerksam machen.

Bildquelle: Gisela Francisco, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 05.01.2018.

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J.Pieper
Ich war bereits in einigen KH und hier in verschiedenen Stationen und kann den Beitrag voll unterstützen. Generell ist das Essen in den meisten Kliniken okay, schmeckt relativ gut und reicht auch locker, um satt zu werden. Wenn man normaler Esser ist und satt, hat man die Möglichkeit, ohne jemandem zur Last zu fallen, nicht geschafftes Essen zur Seite zu stellen oder einen Zettel drauf zu legen, dass man nich nicht gegessen hat und später Essen möchte. Schwierig wird es dann, wenn bei der Essensplanung Fehler seitens der Mitarbeiter ablaufen, die selbst dann nicht zu beheben sind, wenn sogar Angehörige sich einschalten. So selbst erlebt. Als Autistin habe ich Probleme damit auf Fehler anzusprechen. Ich ernähre mich aus medizinischen Gründen Glutenfrei und Fruchtsäurenfrei. Alleine hier sind die aufnehmenden Mitarbeiter oft überfordert, weil sie mit solchen Angaben nichts anzufangen wissen. In 1 Klinik, in der ich mehr als 2 Wochen lag, bekam ich in der ganzen Zeit trotz mehrfachem Ansprechen der Mitarbeiter immer das falsche Essen, so dass ich von 3 Mahlzeiten keine Essen konnte, ich hielt mich mit überreifen Bananen und grünem Salat und selbst mit gebrachtem Brot über Wasser, auch nur möglich, weil meine Freundin täglich etwas mit brachte, dennoch kippte ich mit Unterzuckerung um. Hinterher bekam ich zumindest das richtige Brot, aber der Rest ging bis zum letzten Tag weiter schief. Am Entlassungstag bekam ich das 1. Mal das richtige Essen! In einer 2. Klinik bekam ich jeden Tag eine Orange als Obst, obwohl ich diese nicht durfte, aber alles andere klappte ab dem 3. Tag gut. Nur 1 x klappte alles vom 1. Tag an mehr als super, dank einer Mitarbeiterin, die vorher auf einer Station arbeitete, wo nur spezielles Essen für Allergiker gang und gebe war. Aus Zeitmangel hat das Personal meist feste Pläne, wann sie abräumen. Ihnen fehlt die Zeit auf Patienten zu achten, die nicht essen, mehr Personal und vesere Entlohnung wäre die Lösung, aber hier kämpft man schon seit Langem erbittert.
#54 am 16.01.2018 von J.Pieper (Gast)
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Hervorragender Artikel, stimmt mit meinen Beobachtungen genau überein. Hauptsache die Dokumentation stimmt. Patientenbeobachtung und kritisches Hinterfragen kann man nur bedingt messen, es muss vorgelebt werden. Ist natürlich nicht DRG -relevant.
#53 am 14.01.2018 von Dr. med. Rainer Kappes (Arzt)
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Gast
Krankenhaus-Kost ist halt Schon-kost. Wenig gesalzen, wenig gewürzt, das müssen die Leute die auf Salzdiät sind ja auch essen können und auch die Leute die Kostaufbau machen. Dass das dann nicht wie von Gordon Ramsay selbst zubereitet schmeckt ist ja normal. Krankenhäuser sind halt keine Hotels. Ich gehe aber mit dass es nicht sein kann dass jemand der nicht essen KANN quasi vor dem vollen Teller sitzen gelassen wird. Schwarze Schafe wird es geben aber allgemein sehe ich da auch am zu knappen Personalschlüssel die Schuld.
#52 am 11.01.2018 von Gast
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2. Teil, ungewollter Abbruch. Nach 30 Minuten Abräumen des Tabletts ohne Kommentar (Krankenschwester!). Ich war der dummen Ansicht, daß auf einer Palliativstation sterbende Patienten so eine Art Wunschkost erhalten würden; man verzeihe mir den Ausdruck: "sich eine Henkersmahlzeit wünschen könnten". Weit gefehlt! Hoffentlich muß ich nicht so sterben! Für Rückfragen stehe ich dem Krankenhaus gerne zur Verfügung.
#51 am 10.01.2018 von Dr. med. Gernot Dr. Eysselein (Arzt)
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Komme leider erst heute zum Schreiben. Eigenes Erlebnis Sommer 2017 KKH Sigmaringen Palliativstation! 70-jährige Patientin 3 Tage vor ihrem Tod bei metast. Mamma-Ca. 17 Uhr Abendessen gebracht; unter der Abdeckung eine Scheibe Brot, eine Scheibe Knäckebrot, eine Scheibe Wurst (Aussehen unappetitlich), eine Scheibe Käse, ein Stück Butter.
#50 am 10.01.2018 von Dr. med. Gernot Dr. Eysselein (Arzt)
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Es ist klar, dass Morbidität + Mortalität durch unzureichende/ schlechte Nahrung in Krankenhäusern, Altenhei-men etc. erhöht ist, obwohl eine optimale Ernährung angebracht ist. • Da diese Einrichtungen wirtschaftlich ar-beiten müssen, vor allem in Altenheimen gespart wird, hilft nur: • Brandbriefe, Petitionen an die Gesetzgeber, um Pflegenotstand durch bessere Personalschlüssel aufzuheben (innerhalb der Einrichtung hilft es kaum, sorgt eher für Schikane etc.) • Modernere Pflegesysteme, auch, wenn’s mehr kostet, z.B. mehr Personal in „Stoßzeiten“. • Weniger „Doku“ - Schulung der Pflegenden, zu beachten, dass Patienten, Alte wirklich genug essen + trinken • Kranken- + Altengerechtes Essen: Vollwertig, kalorienreich, weiche Kost z.B. Smoothies aus Joghurt + Obst etc., Zwischensnacks für bestimmte Patienten/ ständig greifbar. • Einige Häuser gehen in diese Richtung, entweder, weil Patienten/ Alte ihnen etwas wert sind, oder (wie in einem Kommentar erwähnt) auf Kosten des wenigen Personals.
#49 am 10.01.2018 von Dr. Renate Wilmanowicz (Ärztin)
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Manfred L. DIETWALD
5 und andere) Kürzlich war ich entsetzt, als eine wohlbeleibte Dame eine Reihe von Bäckereien und Kaufhäuser aufzählte, deren Brot oder Kuchen man nicht essen könne. Auch andere Lebensmittel wurden aufgeführt. Es sind keine 100 Jahre her, als schon mindestens zweimal soetwas niemand sagte. Seltsamer Weise sind diese Leute davon überzeugt, dass Schokoladeerzeugnisse und Bier die bessere Ernährungsmethode zur Gesundung sei. Suppen und Püree, wenig gesalzen, werden schlecht angenommen, sind aber gesund. Brei ohne Zucker kann man doch sicher akzeptieren, zumal Obst gereicht wird. Die Meisten würden ihr heimisches Essen, das doch so gesund ist, einem Gourmet zur Beurteilung vorsetzen.
#48 am 10.01.2018 von Manfred L. DIETWALD (Gast)
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Gast
≠45 oder degradiert , weil Du als stellv. Leitung es nicht sagen darfst und schon kommt die Nächste .
#47 am 09.01.2018 von Gast
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Gast
Üblicher Vorgang wenn man als Mitarbeiter Missstände (im besonderen Personalmangel) anspricht: "Ja, wir wissen das aber es lief doch bisher immer" "Naja, wir schauen mal" "da müsste ich mal mit dem Chef reden damit der mit der Personalabteilung reden kann..." oder natürlich "Also, Herr/Frau XYZ, auf der anderen Station geht das auch und wir haben einfach nicht das Geld für mehr Kräfte. Da ist es umso wichtiger dass die Dokumentation gut ist damit wir dann mit der Personalabteilung reden können..." Seltsamerweise gibt es Häuser in denen es wirklich funktioniert und zwar gut. Ob das am besseren Personalschlüssel liegt oder weil das Personal sich dort zu tode arbeitet und wir davon nix mitbekommen sei jetzt dahin gestellt.
#46 am 08.01.2018 von Gast
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Oh, solltest du als Mitarbeiter diese Missstände in der nächsten Teamsitzung zur Sprache bringen, bist du der nächste der gekündigt wird.
#45 am 08.01.2018 von HP Annette Uebach (Heilpraktikerin)
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Gast
Nun @15, Ärzte müssen während der Ausbildung 3 Monate Pflegedienst machen, soviel dazu. Meine persönliche Erfahrung ist: Das essen ist nicht so mies und schon genießbar in allen Krankenhäusern in denen ich gearbeitet habe. Und der Pflege will ich auch nicht die Schuld zuschieben. Es braucht einfach mehr Personal wenn man vernünftig Essen reichen und versorgen will. Wenn man nur mit Pflegepraktikanten plant und diese dann ausbleiben gibts Engpässe und meist wird mehr gemeckert wenn die Dokumentation fehlt als dass der Patientin X mit dem Essen nicht geholfen wird. Bessere Personalschlüssel sind da der einzige Weg.
#44 am 08.01.2018 von Gast
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@41, immerhin hat es einer gemerkt!
#43 am 08.01.2018 von Dr. Irmgard Roßnagel (Tierärztin)
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Ich kann diesen ethisch nicht vertretbaren und menschenunwürdigen Zustand nur bestätigen. Warum gibt es keine Aktivisten, die das ankreiden und auf die Straße gehen? Betroffene/Angehörige und Pfleger! Ist es den Menschen egal? Ich glaube, es hilft nur schlechte Presse, das ist nämlich geschäfts- und rufschädigend. In einem kommerzialisierten System muss man da absetzen, wo es wehtut.
#42 am 08.01.2018 von Dr. Christina Schlumbohm (Tierärztin)
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Gast
Hmm, ich hatte ein recht gutes Krankenhaus, selbst der Chefarzt hat bemerkt, dass ich total ausgetrocknet war, weil ich keine Flüssigkeit mehr zu mir nehmen wollte.
#41 am 07.01.2018 von Gast
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Jeder, der im Krankenhausmanagement arbeitet, sollte 10 Tage Testpatient im eigenen Haus sein und 6 Wochen Pflegepraktikum dort ableisten müssen. Da würde sich schnell was ändern.
#40 am 07.01.2018 von Dr. Irmgard Roßnagel (Tierärztin)
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Gast
Ich staune ja, dass mein alter Kommentar (#1) hier nochmal aufgelegt wurde. Und ich denke weiterhin, dass der Sparwahn für Missstände sorgt. Bei der alten Dame ging es nur um Qualität, das war nicht so schlimm. In einer Uniklinik habe ich jedoch bei einem Angehörigen das Phänomen des abgeräumten vollen Tabletts mehrfach erfahren müssen, und wir haben dann täglich gutes Brot in kleinen rindenlosen Stückchen gereicht, später habe ich sogar Fresubin kaufen müssen, weil die wahnsinnig wichtige und arrogante Oberärztin der Neurochirurgie auf normaler Vollkost bestand, obwohl diese gar nicht verzehrt werden konnte. Die Schwestern haben sich entschuldigt, aber die konnten da gar nichts für. Wohl dem, der Angehörige hat!
#39 am 07.01.2018 von Gast
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Ja das kann in meinem Fall der Grund für die schlechte Essensversorgung gewesen sein. Ich könnte hier noch einige andere Erlebnisse schildern, die alle das Thema "Hunger im Krankenhaus" als Überschrift hätten, damit will ich aber die Leser nicht weiter langweilen. Der Platz reicht auch nicht. Eine andere Ursache der Missstände bei der Essensversorgung ist sicher dir kleinteilige Organisation und das Arbeiten nach Listen, Tabellen und Häkchen machen. Was da nicht im Schema auftaucht, wie etwa "Patient isst nicht richtig", wird nicht als relevante Informationen wahrgenommen. Da kann man manchmal nur froh sein, wenn man aufgeweckte Angehörige hat, die sich um einen kümmern.
#38 am 07.01.2018 von Dr. Irmgard Roßnagel (Tierärztin)
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Ärztin
@Dr. Roßnagel: früher gab es für solche Patienten auf jeder Station ein Extraessen das bis zur Nacht aufbewahrt wurde. Es hatte sich bewährt und auch für spät aufgenommene Patienten oder solche deren geplante Entlassung abgesagt werden musste war immer noch etwas übrig. Dummerweise war es üblich dass der Nachtdienst dann das übrige Essen verzehrte wenn es nicht gebraucht wurde oder es in turbulenten Nächten dem Dienstarzt als Stärkung anbot. So etwas kann man natürlich nicht durchgehen lassen. Also bekam die Küche die Anweisung Übriges Essen unverzüglich wegzuwerfen. Es als Ersatzessen auf Station zu schicken wurde strengstens verboten. Dann lieber ab in den Müll damit. Es wurde auch verboten den Patienten aktiv Suppe anzubieten, Suppe bekommt nur wer ausdrücklich danach fragt. Natürlich können das viele Patienten nicht oder sie sind einfach zu höflich dafür. Irgendwie muss man ja das hereinsparen was die Kassen an Bezahlung für die Behandlung verweigern...
#37 am 07.01.2018 von Ärztin (Gast)
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Gast
Vielleicht ist auch Essen/Trinken im Krankenhaus deshalb ein Stiefkind,weil auch Pflegepersonal Selbiges aufgrund nicht möglicher Pausen vernachlässigen muß.Ich habe im Dienst oft nur einen Joghurt zwischen Tür und Angel gegessen, kaum getrunken und so erfolgreich einen Nierenstein gezüchtet.Im Aufwachraum hatte ich 2x die Situation,daß mich niemand ablösen konnte wegen einer stundenlangen Reanimation im Schockraum.Es war gegen 16.30,ich hatte zuletzt um 7.00 gegessen und getrunken und war so hypoglycämisch,daß ich fast kollabiert wäre.Ich war allein im Aufwachraum und dachte,wenn ich jetzt umfalle,gefährde ich 4 Patienten.In meiner Not kam mir die rettende Idee,2 Amp. Glucose 40% zu trinken,was mich rettete.Von einer Kollegin bekam ich später den Tipp,heimlich Süßigkeiten einzuschmuggeln und im Schreibtisch zu verstecken, um bei Bedarf zu essen.Im Aufwachraum zu trinken war verboten,und Wasserflaschen kann man nicht in der Kitteltasche einschmuggeln.
#36 am 06.01.2018 von Gast
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Die Pflegekraft war aber total nett und hat sich dauernd bei mir entschuldigt, dass ich eben halt erst jetzt auf die Station gekommen wäre, ich war nicht zum Abendessen angemeldet und jetzt sei alles schon abgeräumt in die Küche sei schon zu und da kõnne sie auch nichts machen leider. Medizinisch wurde ich gut versorgt, bekam auch ausreichend Schmerzmittel aber zu essen bekam ich halt nichts.
#35 am 06.01.2018 von Dr. Irmgard Roßnagel (Tierärztin)
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Ich hatte Mal vormittags einen Unfall und wurde am Nachmittag operiert. Ich hatte schon vor der Operation einen Riesenhunger. Am Abend nach der OP ging es mir leidlich gut, ich hatte Schmerzen, aber einen Wahnsinnshunger. Ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. Da war niemand in der Lage in die Küche zu gehen und mir ein Butterbrot zu bringen.
#34 am 06.01.2018 von Dr. Irmgard Roßnagel (Tierärztin)
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Gast
@ Frau Wegener: es hat auch niemand argumentiert dass für den Blick unter die Haube zu wenig Zeit wäre, sondern für die Eingabe des Essens bzw. dafür dem Patienten beim Essen Gesellschaft zu leisten. Eine gute Möglichkeit ist die Nutzung eines gemeinsamen Speisesaals, woimmer das möglich ist gibt es viele Vorteile, die Leute bekommen wichtige Mobilisation, essen und trinken besser und erholen sich insgesamt schneller.
#33 am 06.01.2018 von Gast
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Das Argument, es sei keine Zeit für die Kontrolle des Essens da, wegen Personalmangel, kann ich nicht akzeptieren. Der Blick unter die Abdeckung dauert eine Sekunde, und eine Lösung ist durchaus, die Angehörigen zu informieren und zu bitten, hier Hilfestellung zu leisten. In Kinderkliniken ist dies schließlich auch möglich, und die Kinder hungern nicht und dehydrieren nicht - im Gegenteil, hier wird akribisch auf Ernährung geachtet. Merkwürdigerweise höre ich nur von erwachsenen Patienten und Angehörigen von diesen Missständen. Wenn eine Klinik Schlaganfallpatienten z.B. aufnimmt, ist völlig klar, daß sie bei einer Halbseitenlähmung n i c h t alleine essen und trinken können; trotzdem wird häufig hier keine Hilfestellung gegeben - und das fällt für mich auch unter "Behandlungsfehler". Es ist übrigens Sache des Stationsarztes, auch auf die Ernährung der Patienten zu achten.
#32 am 06.01.2018 von Dr. med. Angelica Wegener (Ärztin)
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Ellinda
Als Patientin schon in vielen Krankenhäusern gelegen, habe ich das Pflegepersonal oft auf negative Essens- und Trinkbilanz hingwewiesen, da ich selbst in der Pflege tätig war. Meine Anmerkungen wurden zur Kenntnis genommen, Abhilfe keine geschaffen. Angehörige habe ich gebeten Essen und Getränke anzureichen, sie waren stehts erfreut über die so aufmerksame Mitpatientin (mich).
#31 am 06.01.2018 von Ellinda (Gast)
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Schwester Frust
Wenn sechs Leute essen gegeben wird, nur zwei Kräfte auf der Station , nebenbei alle Klingeln, Telefone bedienen müssen, wie soll es möglich sein, alle Nichtesser auch noch im Auge zu behalten...ich arbeite nicht mehr im Krankenhaus, kann aber sagen, daß meine Pause oft wegen dieser unerträglichen Personalsituation auf den Stationen wegfiel. Doch selbst das reichte nie aus, um aus mieser Pflege eine fürsorgliche Pflege zu machen.
#30 am 06.01.2018 von Schwester Frust (Gast)
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Gast
Fortsetzung: Es ist menschenverachtend und nicht zu akzeptieren, dass pflegebedürftigen Menschen Essen hingestellt wird, sie es eine halbe Stunde anstarren dürfen, aber nicht herankommen, und es ihnen dann wieder weggenommen wird. (Unter anderem deshalb bin ich auch kein Pfleger mehr, weil ich in dieser Mühle nicht mehr mitarbeiten wollte). Und sicherlich gibt es da auch immer mal faule Schwestern, die lieber noch eine rauchen gehen, anstatt anzureichen. Aber insgesamt ist das Problem der pflegerischen Unterversorgung eine politische bzw. gesellschaftliche Sache, denn wir wollen alle die optimale Versorgung, aber die Beiträge für entsprechende Kassen dürfen bitte bloß nicht erhöht werden! Ich finde also, um ehrlich zu sein, können wir uns die Verantwortlichkeit für diese Zustände allesamt schön auf die eigene Nase schreiben.
#29 am 06.01.2018 von Gast
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Gast
So schlimm das ist, Essen anreichen ist eine der langwierigsten Tätigkeiten, die es in der alltäglichen Grundpflege so gibt. Bei dem Personalschlüssel (die Station, auf der ich als PJler zuletzt war, hatte 30 Betten, davon zu dem Zeitpunkt 16 Pflegefälle, das ganze mit 2 Schwestern und zwei Hilfskräften im Tagdienst) kann man sich das mal ausrechnen. Essen anreichen dauert schätze ich mindestens 15min pro Person, und ich kann es nicht beschleunigen, indem ich selbst schneller arbeite. Außerdem sollte schon eine gewisse Grundausbildung vorhanden sein, damit es nicht dauernd zu Aspirationen kommt - man kann die Patienten eben nicht "stopfen". Wenn ich mir das in dem Beispiel mal ausrechne, bräuchten auf dieser Station 16 Patienten Hilfe beim Frühstück, und dann wieder beim Mittagessen. Wenn die Hilfskräfte und Pfleger mit anpacken, wären das ca. 2 Stunden Arbeitszeit für jeden, und die sind einfach nicht drinnen.
#28 am 06.01.2018 von Gast
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Gast
Zu 20 das kann ich nur bestätigen. Essen ist in der anthroposophischen Medizin eben elementare für die Genesung und die Gesundheit.
#27 am 06.01.2018 von Gast
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Bei uns wird das Austeilen und Einsammeln fast ausschließlich von Hilfskräften übernommen. Ausnahme sind Patienten mit Schluckstörung o.Ä. Die wenigen vorhandenen Fachkräfte haben überhaupt nicht die Zeit, sich um Dinge wie Tabletts hin- und hertragen zu kümmern.
#26 am 06.01.2018 von Kristin Wagner (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
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Verstärkt wird das Problem sicher auch dadurch, dass die Pflege immer mehr akademisiert wird und gleichzeitig immer mehr Tätigkeiten von Servicekräften oder unausgebildete Kräften übernommen werden. Eine Hauptschülerin hat keine realistische Chance eine Ausbildung zur Gesundheits - und Krankenpflegerin zu absolvieren. Da müsste die einjährige Pflegehelferinausbildung viel stärker angeboten werden. Für das Anreichen von Essen und Trinken braucht man vorallem Geduld, Empathie und Geschick. Kein Abitur oder gar ein Studium. Wir brauchen studierte Pflegekräfte für die Planung der Pflege, die Anleitung der Pflegehilfskräfte, die Oragnisation der Stationen aber nicht für das Anreichen von Essen, das Wechseln von Inkontinezmaterial ect.
#25 am 06.01.2018 von Dr. med. Antje Pauly (Ärztin)
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Gast
guter Punkt... wenn selbst Großkliniken Küchen es nicht schaffen, den Patienten (Nahrungsunverträglichkeiten/echte Zöliakie) ausreichend Kalorien auf das Tablett zu packen, wie soll die Station dieses Defizit greifen? Flüssigkeitsbilanzen werden in den Blättern im Pflegeheim oft dokumentiert, aber ob der Patient getrunken hat, oder was gegessen hat, ist eher ein Fake... Leider traurige Wahrheit und wohl dem, der noch kümmernde Angehörige hat.
#24 am 06.01.2018 von Gast
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Gästin
Fortsetzung: nur der fachlichen Vollständigkeit halber, die Mutter ihrer Kollegin wird mit Sicherheit NICHT seit Monaten intravenös ernährt, schon gar nicht in einem Pflegeheim. Das wäre kaum durchführbar und ein schwerer Kunstfehler. Vermutlich wird sie über eine Magensonde (PEG) ernährt und über die kann man sehrwohl Kaffee verabreichen... es wird sogar empfohlen auf solche Gewohnheiten Rücksicht zu nehmen, eventuell abends vielleicht sogar ein kleines bisschen Wein. Abgesehen davon ein sehr wichtiger Artikel, dieses Problem findet leider zuwenig Beachtung. Danke dafür.
#23 am 06.01.2018 von Gästin (Gast)
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Gästin
Es gibt mehrere Faktoren die dazu führen, von denen viele schon genannt wurden. 1. das Essen wird von Servicepersonal abgeräumt das keinen Bezug zu der Problematik hat. 2. es gibt zu wenig Pflegekräfte, davon einige die so ferngesteuert und ignorant sind dass sie es nicht mitbekommen 3. es gibt Patienten die nicht selbst essen können aber bei Aufnahme oder auf Nachfrage wird von ihnen oder den Angehörigen angegeben sie könnten es. 4. manche können sehr wohl selbst essen, wie meine Großmutter, ich musste jeden Tag hinfahren, ihr beim Essen Gesellschaft leisten und sie immer wieder dazu auffordern, ich kann von keiner Pflegekraft verlangen sich da eine Stunde lang hinzusetzen nur weil Madame keine Lust hat allein zu essen und das führt mich direkt zu 5. die Vollkaskomentalität vieler, immer müssen sich alle anderen kümmern, zu Hause werden die Alten oft sich selbst überlassen kaum jemand sieht nach ob genug gegessen wird (bei Aufnahme heißt es dann „versorgt sich selbst“... ja klar)
#22 am 06.01.2018 von Gästin (Gast)
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Gast
Pat. 72 agil, selbstständig in allen Belangen des Alltags. Stationär wegen Pneumonie. Geschwächt durch Hustenattacken. Nicht in der Lage selbstständig ausreichend Flüssigkeit und Nahrung zu sich zu nehmen. Pflegepersonal reagiert nicht auf entsprechende Hinweise und Bitten ein wenig darauf zu achten. Patient verliert 4 kg Gewicht in 14 Tagen. Dehydriert. Zum Teil nicht ansprechbar. Keine Reaktion auf Seiten des Klinikpersonals incl der Ärzte. Entlassung auf eigene Verantwortung. Einweisung in andere Klinik. Dort Kopfschütteln, Erschütterung und Rücksprache mit den Klinikkollegen des 1. Krankenhauses. Dort hat man von all dem nichts gewusst....und sie seien von den Angehörigen auch nicht auf die Situation angesprochen worden!!! Übrigens es war ein kirchliches Krankenhaus.
#21 am 05.01.2018 von Gast
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Gast
Ich war mal stationär in einem Anthroposophischen Krankenhaus, dort war das Essen hervorragend.
#20 am 05.01.2018 von Gast
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Ich kenne das Krankenhausessen aus meiner langjährigen Erfahrung als Pflegekraft,aber auch als Patientin.Ich selbst habe immer darauf geachtet,was Patienten gegessen und getrunken haben und entsprechend reagiert.Früher war es möglich,für Kranke,die wenig essen mochten,Wunschkost in der Küche zu bestellen.Morgens Essenswünsche abgefragt,mittags oder auch abends war das frisch gekochte Wunschessen da und der Patient freute sich.Ist leider vielerorts nicht möglich,da es aufgetaute Tiefkühlkost nach Wochentag gibt nach dem Motto:heute gibt es Fingermöhrchen,also ist Dienstag.Ich habe selbst erlebt,daß mir Essen gebracht wurde,das ich nicht bestellt hatte und auch nicht essen konnte und die Antwort bekam,dann essen Sie heute halt nichts.Selbst der über 80jährigen Dame im Nachbarbett wurde mehrfach der gewünschte Kakao nicht gebracht,sondern der übliche Pfefferminztee,den sie nicht mochte.Abendessen gab es um 17.30,das Frühstück nie vor 9.00.
#19 am 05.01.2018 von Martina Kuhlbusch (Anästhesieschwester)
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Ich stimme Hr.Wagner vollkommen zu, sehr viele so genannte ex. Pflegekräfte interessiert es nicht , ob und wieviel ein Pat. gegessen bzw. getrunken hat. Wichtiger ist denen Ihr privater Umgang mt dem Smartphone und dergleichen, hauptsächlich während der Dienstzeit ! Es gibt so viele Pfleger/innen, die es nicht verdient haben so genannt zu werden. Ich bin Pfleger auf einer Inneren Abteilung.
#18 am 05.01.2018 von Tim Schulenberg (Gesundheits- und Krankenpfleger)
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Tanja L.
Herr Wollschläger ich stimme ihnen zu. In anderen ,selbst EU Ländern, kommen Angehörige ins Krankenhaus um ihre Kranken Angehörigen zu pflegen . Es gibt auch Länder in den Angehörige zu den Mahlzeiten Kommen und das Essen mitbringen.
#17 am 05.01.2018 von Tanja L. (Gast)
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Georg Maus
Fortsetzung wegen Zeichzahlbegrenzung: Diese Eleven müssen aber auch mal in Exkremente gefasst, einen Sterbenden erlebt und einen Toten verorgt haben, damit sie wissen, das Krankenhaus in erster Linie eine Versorgungseinrichtung für hilfebedürftige Menschen bedeutet und in zweiter Linie eine kaufmännischer Betrieb ist. Eine Annahme aus der Grunderfahrung einer 40-jährigen klinischen Berufspraxis - Krankenpflege dankenswert gelernt unter Nonnen: Fehlten in einem Krankenhaus alle Ärzte, stürben viele Patienten, fehlte das Pflegepersonal stürben mit absoluter Sicherheit mehr viel mehr Patienten. Will heißen, wir alle müssen uns in unseern Aufgaben und Funktionen achten, d.h. aber auch das Wissen darum haben. Wenn Krankenhausmanager ein mal Patienten das Essen gereicht haben (respektlos "füttern" genannt), wüßten sie auch wieviel Zeit dafür nötig ist, vielleicht sollten sie auch das Patientenessen verkosten, bevor es die Patienten erreicht.
#16 am 05.01.2018 von Georg Maus (Gast)
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Georg Maus
Alle Berufsgruppen (Ärzte, BWL`er,Krankenhausmanager, die früher oder später leitend oder verantwortlich in der Patientenversorgung tätig werden, sollten zwingend ein mindest 1/4-jähriges Praktikum im unmittelbaren Stationsbetrieb absolvieren. Sie müssen erleben, was es Patientenzugewandheit heiß und dass das nur mit einer vernünftigen, verantwortlichen Pesonalbesetzung mit gut ausgebildeten und bezahlten Personal rund um die Uhr !!! möglich ist. Zur Pflege gehört selbstverständlich und elementar patientenadäquate Ernährung.
#15 am 05.01.2018 von Georg Maus (Gast)
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Gast
Sehr guter Artikel. Ich habe mit Mutter und Schwiegervater dasselbe erlebt. Und nein, der Pflegenotstand ist keine Entschuldigung dafür.
#14 am 05.01.2018 von Gast
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Alte Pflegerin
Nein- es ist uns nicht egal, ob der Mensch isst oder nicht. Und es ist an uns "Alten", den jungen Pflegekräften die notwendige Sensibilität beizubringen, nicht stur das Essen auszuteilen, sondern auch zu schauen, ob es gegessen wird. Da aber dieses Austeilen und Einsammeln inzwischen häufig von Servicekräften übernommen wird, gehören auch diese geschult! Ich kann von unserer Station behaupten, dass niemand verhungern oder verdursten muss- es sei denn, die Behandlung lässt außer Suppe und Tee nichts anderes als Nahrung zu. Da haben manche dann schon mal das Gefühl, sie wären dem Hungertod nahe! Allerdings muss auch ich sagen, dass ich diese Situation damals bei meiner Oma erlebt habe- diese Erfahrung hat mir jedenfalls die Augen geöffnet!
#13 am 05.01.2018 von Alte Pflegerin (Gast)
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#10 Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Nachdem ja nur noch auf die Wirtschaftlichkeit geachtet wird und das Pflegepersonal viel zu knapp bemessen ist (oft gibt es nur mehr 1/3 des benötigten geschulten Personals) gehen solche Grundbedürfnisse wie Essen unter. Eine Schande für die Gesundheitsmanager - hoffentlich ergeht es denen auch mal so.
#12 am 05.01.2018 von Johanna Scherbauer (Gesundheits- und Krankenpflegerin)
  4
Gast
Schuld haben sicher nicht die Pfleger, sondern ein System das immer auf möglichst billig getrimmt ist.
#11 am 05.01.2018 von Gast
  2
Gast
Da Mc Kinsey und Gesundheitsmanager den Krankenhausbetrieb ökonomisch optimiert haben, bleibt für emotionale Zuwendung des Pflegepersonals keine Zeit mehr und auch die Essensqualität muß der Kostenoptimierung geopfert werden. Anstatt sich über Ärzte, Pflegekräfte und das zu beklagen, sollte ads Personal endlich auf die Barrikaden steigen.
#10 am 05.01.2018 von Gast
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Ichkann aus eigener Erfahrung bestätigen, daß es dem Pflegepersonal vollkommen egal ist, ob der Teller unter der Abdeckung leer oder noch voll ist und wenn der Patient nicht selbst in der Lage ist, sich dazu zu äußern, wird es schwierig.
#9 am 05.01.2018 von Robert Wagner (Heilpraktiker)
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zu Herrn Wollschläger: Doch, in einer Tierklinik werden Tiere, die stationär aufgenommen, selbstverständlich von ihren Besitzern alleine gelassen. Aber sie werden von den tierärztlichen Fachangestellten, manchmal auch von Praktikanten oder den Ärzten selbst, durchaus aufwändig gepflegt. Tierärzte sind sich meist nicht zu schade, mal eine Zeit lang neben ihrem Patienten zu sitzen und sie mit Streicheln und gutem Zureden zum Fressen zu überreden. Und wenn das nicht geht, wird Flüssignahrung oder Brei mit einer Spritze ins Maul verabreicht, Infusionen verabreicht und auch schon mal per Sonde ernährt. Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Tier in einer Klinik ausgetrocknet wäre, weil niemand darauf geachtet hätte, ob und wieviel es trinkt.
#8 am 05.01.2018 von Anja Kömpel (Tierärztin)
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Gast
Als ich vor vielen Jahren -unerfahren und schwanger mit meinen Zwillingen- mehrere Wochen im KH lag, reichte mir das Essen vorne und hinten nicht -der Geschmack war mir egal, auch wenn es mies schmeckte. Leider hatte ich allerstrengste Bettruhe und ein Ausflug in die Cafeteria war unmöglich. Darum war ich heilfroh, jeden Abend von daheim bekocht zu werden. Bei der Entlassung erfuhr ich dann, daß ich ...oooops... aus Versehen auf "Diät" gesetzt worden war -es gab keinen medizinischen Grund dafür, es hatte nur jemand ein Häkchen falsch gesetzt. Kann nur jedem raten, Sachen zu hinterfragen.
#7 am 05.01.2018 von Gast
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Gast
Herr Wollschläger, was nützt es, wenn man "Pflegekräfte durch persönliche Zuwendung zum Patienten" unterstützt, wenn das Essen im Krankenhaus schlicht und ergreifend miserabel ist?! Das sollte man man, wie in #3 erwähnt, dem Koch an den Kopf werfen. Das ist die passende "persönliche Zuwendung" für eine Person, die Hilflosen elende Gerichte vorsetzt. Man KANN Essen zubereiten, das gleichzeitig schmackhaft, preisgünstig und diätetisch korrekt ist. Dazu braucht man keinen Spitzenkoch, sondern beruflichen Anstand und Willen.
#6 am 05.01.2018 von Gast
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Gast
In den Fraß, den man in manchen Pflegeheimen und Krankenhäusern (und Schulen) hingestellt erhält, sollte man die Leute stecken, die ihn zubereiten. In Deutschland sind Nahrungsmittel bester Qualität erhältlich, und desinteressierte Nieten machen einen üblen Fraß daraus. Daran sind nicht "die Kaufleute" schuld, die die Institution leiten, sondern die, die das Verbrechen begeben, aus ordentlichen Rohstoffen miese Gerichte herzustellen. Ich kann das beurteilen, denn ich kann (für viele Leute und preisgünstig) kochen, und ich nörgele nicht an Gerichten rum, die nicht viel kosten, sondern an solchen, die mies und gegen die Regeln zubereitet worden sind. Erst als ich in einem Krankenhaus laut geworden bin, hat man meinem betagten Vater gutes Essen vorgesetzt. Aber eben erst dann. Es geht also. Viele schlucken als Patient und als Angehöriger zuviel. Haut auf den Tisch!
#5 am 05.01.2018 von Gast
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Berufsbezeichnung „Pfleger“ beinhaltet eben auch essen und trinken anreichen
#4 am 05.01.2018 von Lydia Wolf (Ärztin)
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Gast
Das Ganze ist eine Schande - auch für die entsprechenden Pflegekräfte. Es macht doch nicht viel Arbeit, mal nachzuschauen, ob der Patient überhaupt gegessen oder getrunken hat.Und es evtl. dem Arzt mitzuteilen. Es gibt auch menschen ohne Angehörige. Die Pflegekräfte sind dafür verantwortlich, es ist ihre Pflicht, sich angemessen um den Patienten zu kümmern. Mein Vater war auf einem Auge blind und hatte noch dazu eine Hemianopsie. Das Essen wurde immer an seine blinde Seite gestellt. er konnte es gar nicht sehen. Dann wurde es auch wieder abgeräumt. Eine unverschämte Ignoranz, denn schließlich waren die Befunde bekannt. Und es gibt ja auch Angehörige, die arbeiten gehen müssen und evtl. nur abends zur Verfügung stehen. Oder sie wohnen nicht in der Nähe. Dann die Pflege durch die Angehörigen einzufordern, erscheint mir sehr weltfremd.
#3 am 05.01.2018 von Gast
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Der Artikel und der Kommentar sind typisch dafür, alles den überforderten Pflegekräften in die Schuhe zu schieben. Pflege ist meines Erachtens auch in der Verantwortung der Angehörigen. Und gerade wenn die Mutter ins Krankenhaus kommt, sollten auch Angehörige zur Seite stehen und mit Liebe und Achtung die Pflegekräfte durch persönliche Zuwendung zum Patienten unterstützen. Pflege kann man nicht wie eine Autoinspektion outsourcen. Wahrscheinlich haben es Haustiere inzwischen besser. Die läßt niemand allein, wenn sie in die Tierklinik müssen.
#2 am 05.01.2018 von Hermann Wollschläger (Medizinjournalist)
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Gast
Wenn Kliniken von Kaufleuten regiert werden, geht es nicht mehr um Qualität. Eine alte Dame aus meinem Bekanntenkreis, die ich in einer Rehaklinik besuchte, beklagte sich über das schlechte Essen - kalte, harte Kartoffeln und lieblos bereitete Speisen. Erkundigungen ergaben, dass man das halbgekochte Essen per LKW aus Niedersachsen herankarren ließ, anstatt einen Anbieter aus dem Berliner Umland zu beauftragen, natürlich um zu sparen. Ich habe dort selbst gearbeitet: hohe Fluktuation, Unzufriedenheit, Sprachprobleme allerorten. So ist das, wenn Kaufleute das Zepter schwingen.
#1 am 19.11.2017 von Gast
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