Diagnose: Irgendwas

15.11.2017

Das Aufnahmegespräch mit dem Patienten ist essenziell für eine zügige Diagnosestellung und anschließende Therapie. Da freut es einen besonders, wenn Patienten keinen blassen Schimmer haben, welche Medikamente sie einnehmen oder wie genau ihre Krankengeschichte aussieht.

Beim Aufnahmegespräch stellt man zwar regelmäßig fest, dass die meisten Patienten halbwegs bis sehr gut informiert sind. Aber dann gibt es auch immer wieder diese eine Spezies, die auf die Frage, welche Medikamente eingenommen werden, anwortet: „Das weiß ich doch nicht, da müssen Sie meinen Hausarzt fragen!” – bestenfalls ist es dann auch noch nach 18 Uhr.

Oder sie sagen so etwas wie: „Ich nehme so weiße Pillen, aus einer gelben Schachtel!”. Besonders lieb sind einem auch Patienten, deren Anamnesebogen einen der folgenden Punke enthält:

Ob ich auch mal so werde? Wahrscheinlich schon. Da ich Ärztin bin, vielleicht aber auch nicht. Und außerdem gibt es ja zum Glück tausende nützliche und weniger nützliche Apps, die einem bei der Dokumentation dieser Dinge helfen. Oder digitale Krankengeschichten, zu denen man Zugang hat. Aber das ist ein anderes Thema …

 

Bildquelle: Glenn Fleishman, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 16.11.2017.

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Gast
Ich habe in meinem Geldbeutel und meinem Adresskalender einen Notfallpaß (ein DIN A-4 Blatt) deutlich gekennzeichnet. Darauf alle wichtigen OPs und Therapien sowie die derzeit eingenommenen Medikamente. Auch die Tel-Nr. des behandelnden HA. Ich habe aber auch schon sehr spöttische Kommentare von Ärzten hinnehmen müssen, denen ich in "ärztisch" meine Diagnosen und Therapien mitgeteilt habe. Sind Sie denn Kollegin .... kann gar nicht sein ....
#19 am 31.12.2017 von Gast
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Da es die Gesundheitskarte immer noch nicht gibt, habe ich in meinem Terminkalender auf dem Handy ein Infokapitel für jedes Familienmitglied mit allen verordneten Medikamenten eingerichtet. Ich musste schon häufig in Notaufnahmen. Da konnte ich da bereits mitteilen welche Medikamente und in welchen Mengen eingenommen werden. Auch stehen dort alle behandelnden Ärzte mit Kontaktinformationen. Diese Minimalinformationen waren schon oft sehr hilfreich.
#18 am 19.12.2017 von Peter Bialaschik (Nichtmedizinische Berufe)
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Gast
#16: Es ist ein Unterschied, ob Einkaufsdaten oder Gesundheitsdaten gehackt werden. Wo man welchen Pullover gekauft hat, ist nicht relevant, wohl aber eine Erkrankung, die zum Beispiel einen möglichen Arbeitgeber von einer Einstellung abhält. Auch eine Gesundheitskarte kann nicht absolut vor Datenklau und -missbrauch geschützt werden.
#17 am 23.11.2017 von Gast
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TTH
Solange es Menschen gibt, die Bedenken bezüglich des Datenschutzes bei Gesundheitskarten haben (und das in Zeiten von Androidhandys die auf dem Google Konto sämtliche Bewegungen GPS genau aufzeichnen / Payback bei denen ich für 1ct Rabatt pro Euro meine Gekauften Produkte, Enkaufhäufigkeit /-örtlichkeit, Zahlungsmethode usw. an verschiedene Marketingunternehmen verkaufe/ Facebook mein halbes Leben publiziert usw....) werden wir ein bereits geschaffene System, das hierzu geeignet ist nocht nutzen können. Von mir aus sollte man alle Versicherten vor der Ausgabe der Gesundheitskarte befragen und bei einem "Nein" diese Funktion sperren. Ich für meinen Teil bin froh, wenn ich als Patient sofort indizierte Maßnahmen erhalte, und Kontraindikationen bekannt sind, weil sie dem RD oder einem behandelnden Arzt als Datensatz entsprechende Informationen unverzüglich zur Verfügung stehen. Und als Mitarbeiter in der Notaufnahme würde es viel Arbeit und Zeit einsparen, welche man dann mit anderen wichtigen Maßnahmen vor allem zeitnahe verwenden kann.
#16 am 21.11.2017 von TTH (Gast)
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Gast
Ist es die Aufgabe der Patienten dafür zu sorgen? Hätten wir eine endlich mal die elektronische Gesundheitskarte zur Verfügung, würden sich solche Probleme erübrigen. Ich könnte mir zum Beispiel nicht 10 Medikamente inklusive Dosierung im Alter von 80 Jahren perfekt merken. Es gibt hierzu in Deutschland mittlerweile richtig gute schriftliche Medikamentenpläne. Die sollten wenigstens flächendeckend eingeführt werden, aber nicht mal das schaffen die Länder bzw. der Bund zu organisieren. Es ist die Aufgabe der Politik die Gefahr der Medikationsfehler zu beheben! Hierzu ist die digitale Variante die beste Option.
#15 am 21.11.2017 von Gast
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Gast
Kann man von Zuverlässigkeit bei Patienten-Angaben ausgehen ? Wenn nicht und Genauigkeit wichtig ist ?
#14 am 20.11.2017 von Gast
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Äh ja! - Ich vergesse auch immer die Hälfte meiner Operationen. Ich bin doch so ein gesunder und sportlicher Mensch. Und wie heißt schnell wieder mein Ca-Antagonist? - Gottseidank weiß das meine Hausärztin. Mein Medikamentenzettel liegt dort, wo er hingehört: im Schubfach bei den Medikamenten.
#13 am 17.11.2017 von Alfred Geißler (Arzt)
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seltsame kontraproduktive Medikation ... wollte eigentlich schreiben: seltsame kontraproduktive Medikationskombination!!!
#12 am 17.11.2017 von Dipl. Ing Elisabeth Strüber (Heilpraktikerin)
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Wie wäre es denn für jeden Mitbürger von der Krankenkasse gesponsort eine kleine Mappe für die Hosentasche (ähnich der Mappen für den Führerschein, Fahrzeugschein) und jeder Arzt (Hausarzt wie Facharzt) druckt in passender Größe (Rezeptgröße) den Einnahmeplan aus, gibt ihm JEDEN Patienten mit (dadurch auch aktuell) und jeder Arzt verlangt (genauso wie die Autohäuser ja auch bei JEDER Repeatur den Fahrzeugschein haben will) diese Mappe und schaut sie auch durch.. dadurch könnte sich auch so manche seltsame kontraproduktive Medikation verhindern lassen. Ja da alles kann man auch elektronisch machen.. aber es gibt Menschen (alt wie jung) die das nicht möchten.. und daher sollte man sich auf den kleinsten sinnvollen gemeinsamen Nenner einigen.. Vielleicht einfach mal damit anfangen?
#11 am 17.11.2017 von Dipl. Ing Elisabeth Strüber (Heilpraktikerin)
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wwwinkel
Ich bin vehementer Verfechter der Gesundheitskarte, die alle Informationen (Medikation, Berichte etc) des Patienten enthält. Nur so läßt sich erreichen, daß Patienten unter Beachtung ihrer Vorgeschichte kompetent behandelt werden. Und die Anamnese kann ja auch krankheitsbedingt (Aphasie, Verwirrtheit bei Infekt etc) nicht erhebbar sein. Eine andere Realität ist, daß mit Begründung "Datenschutz" im Krankenhaus nicht einmal frühere Berichte (selbst aus der eigenen Abteilung) des gerade frisch aufzunehmenden Patienten eingesehen werden können. Selbst wenn diese schon zigmal da waren und diverse Vorerkrankungen bestehen. Und selbst wenn Hausärzte Unterlagen mitgeben (danke, danke danke!!!), nur ein kleiner Teil der Patienten kommt von dort in die Klinik und dann gibt es auch noch die besonders klugen, bei denen man erst nach Tagen (z. T. fremdanamestisch) den Patienten gut bekannte Dinge erfährt, die sie aber (oft bewußt) nicht mitgeteilt haben, weil "sie sollen doch mein Bein behandeln, da brauchen Sie doch nichts über meine Niere/mein Herz/meine Epilepsie etc. zu wissen".
#10 am 17.11.2017 von wwwinkel (Gast)
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Witzbold
Eine meiner Stammdiagnosen ist "Adipositas per magna", aber wenn ich das sage, wissen die das immer schon...? ;-)
#9 am 16.11.2017 von Witzbold (Gast)
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Gast
Außerdem haben wir etwas tolles namens Datenschutz sowie die Schweigepflicht. Tut mir leid, ich kann in meinem PC nicht ihre auf Papier geführte (!) Akte des Hausarztes/Heilpraktikers/aller Krankenhäuser dieser Welt einsehen. Eine Liebeserklärung an all die Hausärzte die ihre gewissen Pappenheimer bei elektiven Nöten mit einem (zusammengehefteten!) Stapel der relevanten Vorbefunde + Medplan sowie der Anweisung "das genauso in die Klinik tragen und abgeben" einweisen. Danke!
#8 am 16.11.2017 von Gast
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Genervter Klinikarzt
An Nr. 4. - Sie haben völlig recht. Keiner ärgert sich über die älteren Herrschaften, sondern über die noch durchaus ansprechbaren allen anderen. Desinteresse, Faulheit usw.. Aber es fällt auf, dass die richtige Erziehung nach dem Motto - wenn du etwas erledigt wissen willst, dann kümmere dich selbst darum und warte nicht auf den anderen - fehlt.
#7 am 16.11.2017 von Genervter Klinikarzt (Gast)
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Gast
Und wenn die Patienten genau wissen was sie wollen, dann ist es auch nicht recht. Als Patient kann man es manchen Ärzten nur schwer recht machen. Dabei sollte doch eigentlich der Arzt für den Patienten da sein und nicht umgekehrt.
#6 am 16.11.2017 von Gast
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Max Schlommski
Als chronisch kranker mit immer wieder neuen Operationen und Facharztbehandlungen bin ich schon lange auf der Suche nach einer vernünftigen App wo man alles aufzeichnen und dem System beim neuen Arzt elektronisch übermitteln kann. Aber das ist schon seit vielen Jahren Wunschdenken und seit ebenso vielen Jahren in Diskussion. Mit Chance vielleicht in 10 Jahren.....
#5 am 16.11.2017 von Max Schlommski (Gast)
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Gast
Sehr geehrter Gast2. Ja, wir leben im Zeitalter der hochbetagten Patienten die in vielen Fällen tatsächlich nicht mehr in der Lage sind sich selbst um solche Angelegenheiten zu kümmern. In vielen Fällen ist es aber auch dass auch jüngere Menschen die ihre sonstigen Angelegenheiten auch selbst organisieren und teilweise auch noch in durchaus anspruchsvollen Berufen tätig sind ebenfalls völlig überfragt sind wenn man Details ihrer Krankengeschichte erfragen möchte. Hier haben wir es um so häufiger mit einer Mischung aus fehlendem Interesse, Kopf in den Sand stecken und unzureichender Kommunikation mit den behandelnden Ärzten zu tun. Natürlich sollte durch die Ärzte immer eine umfassende Aufklärung erfolgen doch eine gewisse Holschuld liegt auch beim mündigen Patienten.
#4 am 16.11.2017 von Gast
  2
Ich finde mich noch nicht sooo alt und habe ja auch ein Stückchen Fachverstand, auch außerhalb der Geburtshilfe. Aber auch ich habe in meinem Kalender hinten drin einen Aufkleber (so brauche ich nur jedes neue Jahr nochmal kurz neu auszudrucken), WANN WELCHE OP war. Bevor ich einen neuen Arzt konsultiere, notiere ich mir auch meine Medikamente (Substanz UND Phantasiename der Firma sowie Dosierung).
#3 am 16.11.2017 von Frauke Lippens (Hebamme)
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Gast
Sehr geehrte Ärztin, wahrscheinlich handelt es sich bei Ihnen um ältere Patienten. Der Fehlerwurm liegt nicht am Patienten. Sie können nicht davon ausgehen, daß die Menschen ihre Diagnosen auswendig kennen. Wenn Sie Angestellte haben, müßten Sie halt richtig deligieren,dann klappt das auch .
#2 am 16.11.2017 von Gast
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Gast
Meinen hochbetagten Eltern habe ich schon vor Jahren eine Mappe mit allen wichtigen Arztbriefen angelegt. Regelmäßig wird der Medikamentenplan aktualisiert. Diese wird immer zum Facharztbesuch mitgenommen. Mit der strengen Auflage, sie immer wieder heim zu bringen. Vor Ort können Kopien angefertigt werden. Wenn meine Mutter den RTW rufen musste, konnte sie immer die Mappe vorlegen. Den Sanis und ggf. auch NA freute es! (Natürlich hat sie auch ein Notfallköfferchen gepackt).
#1 am 16.11.2017 von Gast
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