Keine Empfehlung für Cannabis bei ADHS

14.11.2017

http://www.zentrales-adhs-netz.de/fileadmin/ADHS/%C3%9Cber_das_Netz/Taetigkeit/Stellungnahmen/STN_ADHS_Cannabis.pdf

Nachdem auf diesem Blog ja eine intensive Diskussion zum Thema Einsatz von medizinischem Cannabis bei ADS / ADHS erfolgte, möchte ich auf die aktuelle Stellungnahme des Zentralen ADHS-Netzwerkes von Experten zu diesem Gebiet verweisen.

 

Ebenso wie die Selbsthilfeorganisation ADHS-Deutschland kommen die Experten zu dem Schluss, dass Cannabis nicht bei ADHS indiziert sei, da die postulierten etwaigen positiven Eigenschaften eben nicht belegbar sind. Sehr wohl aber negative Effekte beschrieben bzw. zu erwarten wären.

Bedenkt man die hohe Anzahl von Anträgen (weit über 15 Prozent) bei den derzeitigen Genehmigungen für medizinisches Cannabis, die sich auf ADHS bzw. Hyperaktivität begründen, wäre hier auch seitens der Verfechter der Cannabis-Behandlung ein wenig mehr medizinische Sachlichkeit angezeigt. Sonst wird aus meiner Sicht die ganze Behandlung mit Cannabinoiden in ein sehr fragwürdiges Licht gestellt. Das wäre sehr Schade, da ja gerade Forschung bzw. evidenzbasierte Sachlichkeit u.a bei neurologischen Indikationen, der Schmerztherapie oder aber ggf. auch Onkologie sehr nützlich sein könnte.

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.11.2017.

3 Wertungen (5 ø)
815 Aufrufe
Um zu kommentieren, musst du dich einloggen. Einloggen
Der Kommentar Nr 5 ist von mir, ich habe einen Fehler entdeckt und bei erneuten Speichern nicht aufgepasst.
#6 am 23.12.2017 von Lutz Schulze (Nichtmedizinische Berufe)
  1
Gast
Mit Medikamenten allein, ist diese Problematik nicht zu heilen. Ich bzw. mein Gehirn hat sich diese Störung selbst entfernt, ich weiß das klingt sehr übertrieben, aber seit diesem Tag bin ich ein anderer Mensch. Diese Veränderung ist aber ein ganz langsamer Prozess, ich weiß auch warum. Plötzlich kann ich mich selbst beschreiben, und mein Leben hat eine ganz andere Dynamik. Ich war bisher nicht in der Lage mir eine Frau zu suchen, auf einmal ist das wie eine Selbstverständlichkeit. Die Psyche des menschlichen Gehirns ist sehr kompliziert, aber ich habe für mich einen Teil davon entschlüsselt. Ich kann psychologische Zusammenhänge erklären, ohne jemals etwas darüber gehört oder gelesen zu haben. Den Nachweis kann ich nicht erbringen, aber womöglich hat jemand Interesse an meinen theoretischen Ansätzen.
#5 am 23.12.2017 (editiert) von Gast
  1
Gast
Eine Freundin von mir mit ADHS-Diagnose hat mit 32 Jahren das erste mal gekifft, nach eigenem Bekunden, in der pauschalen Hoffnung, ihre Migräne damit selbst zu therapieren (Cannabis als vermeintliche, gehypete Allzweckwaffe und Wunderwaffe in der Medizin). Die Folge war bei ihr eine Cannabis-induzierte Psychose mit darauffolgendem monatelangem stationären Psychiatrie-Aufenthalt. Ein einziges Mal Kiffen hat bei ihr dafür ausgereicht...und das im Alter von 32 Jahren. Es besteht bei ihr bis heute, mehr als ein Jahr später, eine Residualsymptomatik der Psychose... Das nur mal als abschreckendes Beispiel für die Cannabis-Enthusiasten...
#4 am 11.12.2017 von Gast
  0
Gast
Habe in Amerika Kinde mit Dravet gesehen, die mit hochkonzentriertem Öl behandelt wurden und war sehr erstaunt über das Ergebnis.
#3 am 07.12.2017 von Gast
  2
Gast
ch persönlich halte die Propagierung von Cannabis gegen ADHS für sehr gefährlich: Es wird dadurch eine ohnehin für Cannabis (und auch andere, viel härtere Drogen) überdurchschnittlich anfällige Personen-Gruppe, eben Menschen mit ADHS, zusätzlich gelockt…und nicht nur halbwegs gefestigte Persönlichkeiten werden angelockt, sondern viel mehr noch ungefestigte, unreife junge Menschen mit ADHS, die bis zum ca. 30. Lebensjahr diverse Weichenstellungen in ihrem Leben vor sich haben… man erweist Eltern von Jugendlichen mit ADHS, die ihrem 16-jährigen ADHS-Sohn das Kiffen ausreden und ihn zur stärkeren Beschäftigung mit schulischen Angelegenheiten animieren wollen, einen Bärendienst. Der sich ohnehin in einer schwierigen Lebensphase befindende Jugendliche kann dann sagen. “Aber das Kiffen ist doch gut gegen mein ADHS!” …eine Zunahme an gescheiterten Schulkarrieren, abgebrochenen Berufsausbildungen und manchmal auch dem Einstieg in den völligen sozialen Absturz…
#2 am 14.11.2017 von Gast
  0
Gast
http://www.faz.net/aktuell/wissen/drogen-in-der-medizin-cannabis-auf-rezept-14919955.html bzw.: “Und wir haben damit keine wirklich guten Erfahrungen gemacht. Es gibt Einzelne, denen die Mittel gut helfen, aber bei den meisten stellen wir die Behandlung nach kurzer Zeit wieder ein.“ Mangels Wirkung oder wegen zu vieler Nebenwirkungen.” … der Artikel in der faz ist recht aufschlussreich, wie wenig berechtigt der Hype um Cannabis in der Medizin in Wahrheit ist… und zwar insgesamt und nicht nur bei ADHS
#1 am 14.11.2017 von Gast
  0
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
 Ich frage mich allerdings, wie Apotheker noch in den Spiegel schauen können, wenn Sie ihren Kunden dieses Zeug mehr...
Wer schon in der Jugend mit Schmerzen zu tun hat, wird vermutlich ein Leben lang unter Schmerzen leiden. 

Wie mehr...
Ein Leben ohne Handy erscheint vielen von uns gar nicht mehr vorstellbar. Das ständige Warten auf Nachrichten bzw. mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2018 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: