Ja, ich habe mit Drogen hantiert

13.11.2017
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Als Apotheker oder PTA gerät man leicht ins Visier der Drogenspürhunde, wenn man Cannabis für einen Kunden aufbereitet. Könnte man so meinen. Könnte auch stimmen, wenn man sich nicht an die üblichen Sicherheitsbestimmungen hält.

Kürzlich erreichte mich eine Frage, über die ich erst einmal nachdenken musste: Wie groß ist die Gefahr für Apotheker oder PTA, durch Eigenkontamination beim Stellen von Cannabiszubereitungen ins Visier von Drogenspürhunden zu geraten?

Ist der Führerschein gefährdet, wenn der Hund bei einer Kontrolle anschlägt, weil man noch Spuren von Cannabis an sich herumträgt, nachdem man dies für einen Patienten zerkleinert und portioniert abgefüllt hat?

Hebt vielleicht sogar der Urlaubsflieger ohne mich ab, wenn ich freitags abends einen Patienten beim ersten Inhalieren mit dem Verdampfer angeleitet habe und der Rauch hängt mir noch in den Haaren?

Apotheker haben nichts zu befürchten

Ich habe mir zunächst meine eigenen Gedanken darüber gemacht, und dann einen Experten dazu befragt. Er leitete die Cannabis-Fortbildung, die ich Anfang des Jahres besuchte. Außerdem habe ich Rücksprache mit einem Bekannten gehalten, der bei der Polizei arbeitet.

Fazit: Wir haben nichts zu befürchten, wenn wir uns an die üblichen Sicherheitsvorkehrungen halten. Diese sind bekanntermaßen:

Damit ist die Wahrscheinlichkeit von einem Drogenhund angebellt zu werden schon mal recht gering. Das tägliche Duschen gehört normalerweise zur üblichen Körperhygiene – damit ist dann auch alles an eventuellen Anhaftungen weg.

Worst-Case-Szenario

Wir spielen mal einen Fall durch, bei dem nicht alles so läuft, wie es sollte. PTA Müller stellt noch schnell eine Dosis Cannabis für einen Patienten. Weil sie es vergessen hatte und es nach Feierabend nachholt, muss es schnell gehen. Daher hat sie keine Schutzkleidung oder Handschuhe angelegt und sich danach auch nicht die Hände gewaschen. Hauptsache schnell zum Auto und nach Hause! Weil sie an der Ampel merkt, wie spät sie dran ist, wird sie nervös. Sie hupt ihren Vordermann an, weil der die Grünphase verpasst hat und zieht damit die Aufmerksamkeit einer Polizeistreife auf sich. Prompt kommt die Kelle und das „Bitte folgen“ leuchtet auf.

PTA Müller ist genervt – auch das noch! Die Polizei kontrolliert sie und fragt, ob sie mit einem Drogentest einverstanden ist. PTA Müller hat es eilig und sagt zu. Was folgt, ist ein Wischtest an den Händen. Der ist positiv. Die „überführte“ Apothekenmitarbeiterin erklärt die Lage und bekommt die Chance zur Rehabilitation: ein Speichel-, Urin- oder Bluttest wird ihre Abstinenz einwandfrei belegen und der Führerschein ist gerettet. Alles andere wäre auch unlogisch.

Keine Angst vor Cannabis-Zubereitungen

Würde man aufgrund des Verarbeitens von Betäubungsmitteln direkt so kontaminiert, dass man mit Schwierigkeiten rechnen müsste, dann wären wir schon die ganze Zeit gefährdet gewesen, erklärte der Cannabis Experte. Wir stellen zwar noch nicht so lange Cannabis, aber doch schon seit vielen Jahren Opiumtinktur oder Dronabinolkapseln beziehungsweise -tropfen her. Trotzdem gibt es keinen bekannten Fall, bei dem ein Mitarbeiter einer Apotheke deshalb mit dem Gesetz in Konflikt gekommen wäre. Also: keine Angst vor Cannabis- Zubereitungen – zumindest nicht was euren Führerschein oder den nächsten Urlaub angeht!

Bildquelle: Cannabis Culture / flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 17.11.2017.

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Gast
@7 1. hier geht es nicht um illegale Drogen, sondern um Cannabis - ein verschreibungs- und verkehrsfähiges Arzneimittel, dass regelhaft von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird 2. ist das fahren mit überhöhter Geschwindigkeit lebensgefährlich (tausende Tote jedes Jahr), der Konsum von Cannabis hingegen nicht (0 Tote in 10.000 Jahren) Der Vergleich ist also unsinnig. 3. Gehen sie genauso energisch gegen kommerzielle Werbung für Alkohol vor - der ist wirklich gefährlich (Millionen Abhängige, zehntausende Tote jedes Jahr)? Übrigens: laut einer aktuellen Untersuchung ist der Konsum von Cannabis mit mehr Sex assoziiert - Na, jetzt interessiert? ;) http://www.cannabis-med.org/german/bulletin/ww_de_db_cannabis_artikel.php?id=523#1
#8 vor 21 Tagen von Gast
  2
Gast
Die Aufforderung zum Konsum illegaler Drogen hat mit Humor zu tun? Okay, dann empfehle ich hiermit das Fahren eines übermotorisierten Autos mit überhöhter Geschwindigkeit - und das ohne einen gültigen Führerschein! Ist bestimmt auch toal lustig und entspannend...
#7 vor 24 Tagen von Gast
  7
Gast
Ich finde auch in einem medizinischen Forum sollte Platz für Humor sein. Das ist vielleicht Geschmackssache, aber in meinen Augen weder dämlich noch unseriös. Dafür finde ich einem medizinischen Forum sollte man ohne Beleidigungen und Abwertungen des Gegenüber auskommen. Oder machen sie das bei ihren Patienten auch so?
#6 vor 24 Tagen von Gast
  0
Gast
@4 Wir könnten jetzt über die Theorie des Humors und den Aufbau eines Witzen philosophieren. Was beibt ist dass #1 einen dämlichen Kommentar machte und sie einen obendrauf gelegt haben. Wir sind hier in einem Forum für Medizinier und Leute in medizinischen Berufen. Etwas Seriösität sollte man hier vorraus setzen. Zum Thema: Sehr schöner Artikel. Die Angst vor jedem BTM ist leider die größte Hürde um das Mittel an die Menschen zu bekommen die es brauchen. Aufklärung ist der wichtigste Schritt dagegen. Und es ist gut zu wissen wie man mit solchen Stoffen gefahrfrei umgehen kann.
#5 vor 25 Tagen von Gast
  0
Gast
@ 2 und 3. Sie müssen nicht gleich beleidigend werden nur weil sie keinen Humor haben. Sozialkompetenz lernt man im Pharmaziestudium offenbar nicht. Raucht mal lieber selber einen, vielleicht werdet ihr dann locker.
#4 vor 27 Tagen von Gast
  14
Gast
Putzig? Wenn ich Chemos anhänge, dann schütze ich mich auch mit Handschuhen usw., damit ich nicht am Ende meines Berufslebens nicht doch einen Schaden nehme. Wenn geröntgt wird, dann trage ich eine Bleischürze, damit sich das stochastische Risiko nicht aufsummiert. Um Hygiene geht es dann außerdem auch noch (wobei die angesichts des teilweise doch arg gestreckten Straßenstoffs noch das geringste Problem sein dürfte, wenn man ihn denn vom jugendlichen Dealer von nebenan kaufen will). Ja, Gast 2, wenn man den Eintrag von Gast 1 liest, kann man nur zum Schluß kommen: Jawoll, Kiffen hat Langzeitfolgen, denn es mach unfaßbar doof!
#3 vor 27 Tagen von Gast
  1
Gast
Nicht putzig sondern verantwortungsbewusst!! Sie wissen es vielleicht nicht, aber in Apotheken wird jedes mg BTM dokumentiert. Abgesehen davon kann der 14 jährige Russe weder Führerschein noch Approbation verlieren. Cannabis hat vielleicht doch Langzeitschäden?...;)
#2 vor 28 Tagen von Gast
  3
Gast
Schon putzig, wie sich die Apotheker so anstellen. Der 14jährige Russe von dem ich mein Gras früher geholt habe, hat sich über sowas nie Gedanken gemacht ;)
#1 vor 28 Tagen von Gast
  21
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