Hyperventilation war gestern

10.11.2017
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Ein 16-jähriges Mädchen wird mit Atemnot in einer texanischen Notfallambulanz vorstellig. Die Symptome stellten sich plötzlich bei einem Konzertbesuch am vorigen Abend ein. Die Ursache ihrer Atemnot ist äußerst ungewöhnlich.

In Texas wird ein 16-jähriges Mädchen wegen Dyspnoe in die Notaufnahme eingeliefert. Die Symptome bestünden seit einem Konzertbesuch am Vorabend und seien plötzlich aufgetreten. Über Brust- oder Halsschmerzen klagt sie nicht.

Bei der körperlichen Untersuchung stellt der behandelnde Arzt eine erhöhte Atemfrequenz fest. Auskultatorisch liegen beidseits vesikuläre Atemgeräusche ohne Nebengeräusche vor. Beim Abtasten des Hals- und oberen Dekolleté-Bereichs fallen dem Arzt subkutane Krepitationen auf, die einem „Schneeballknirschen“ gleichen.

Voller Körpereinsatz

Im Röntgenbild wird deutlich: Ein beidseitiger Pneumothorax führte zu subkutanen, retropharyngealen und mediastinalen Luftansammlungen (Emphysem). Die Ursache des Pneumothorax’ war vermutlich ein sehr hoher Druck in der Lunge, der durch extrem lautes Schreien während des Konzerts hervorgerufen wurde.

Dass Schreien ein Mediastinalemphysem auslösen kann, ist sehr ungewöhnlich und bisher nur in wenigen Fällen beschrieben. Noch ungewöhnlicher ist, dass bei dieser Patientin darüberhinaus auch subkutane und retropharyngeale Emphyseme auftraten: Dieses Phänomen wurde in der Literatur bisher nicht beschrieben.

Die Musikbegeisterung der Patientin blieb jedoch ohne dauerhafte Folgen: Sie wurde stationär aufgenommen und nach kurzer Zeit beschwerdefrei entlassen.

 

Quelle:

“Screaming your Lungs Out!” A Case of Boy Band-Induced Pneumothorax, Pneumomediastinum, and Pneumoretropharyngeum.
J Mack Slaughter Jr. MD et al., Visual Diagnosis in Emergency Medicine, doi: 10.1016/j.jemermed.2017.08.006

 

Bildquelle: StockSnap / Pixabay

Artikel letztmalig aktualisiert am 10.11.2017.

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