Medizinisches 'Fundstück der Woche' (Th. Herrmanns)

03.07.2010

 Geht es Ihnen/Euch nicht auch manchmal so? Ich lese ein Buch, eine Zeitung, eine Zeitschrift oder "ich glotz TV" (Nina Hagen) und stolpere über hanebüchenen Unsinn. So wie in den ersten Folgen von Dr. House, wo das Krankheitsbild ein exotisch, an den Haaren herbeigezogenes Moschcowitz-Syndrom und in der nächsten Folge eine idiopatisch thromboztopenische Purpura war, beides in etwa identische Krankheitbilder. Oder der Begriff "pay for perfomance" in der Medizinökonomie wird weltmännisch mit "P for P" oder "P4P" abgekürzt, ohne zu bedenken, dass jeder einigermaßen Englischkundige die Kombination "pee for pee" niemals aussprechen würde, weil das im Deutschen "Pisse für Pisse" heißt.

 

Doch der letzte Gipfel war das Buch "Heldendämmerung" von Ute Scheub, Paperback, Pantheon Verlag, 2010, 400 S., 14,95 Euro. Ich zitiere S. 14 und 15 wörtlich:

 

"Nach heutigen Schätzungen werden zwei bis drei Promille aller Babys als Intersexuelle, Hermaphroditen oder Pseudo-Hermaphroditen geboren ... Manchmal zeigt sich das erst in der Pubertät, wenn>>Mädchen<< Bartwuchs bekommen oder >>Jungen<< durch den Penis menstruieren."

 

Bartwuchs bei Frauen und Mädchen ist hormonell bedingter Hirsutismus ohne intersexuelle oder chromosomale Auslösung. Intersexualität (Oberbegriff für Intersexuelle und Hermaphroditen) kann nie zu zyklischer Uterusschleimhautblutung durch den Penis führen, da es dazwischen keinerlei anatomische Verbindungsmöglichkeiten gibt.

Artikel letztmalig aktualisiert am 20.06.2013.

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