Die Risikofaktoren einer Burnout Erkrankung

07.11.2017
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Es ist in den verschiedenen Medien des Öfteren zu lesen, dass die Burnout Erkrankung oder auftretende Burnout-Symptome nichts weiter als eine Modeerscheinung seien, von irgendwem irgendwo auf der Welt ausgedacht.

Da es sich dabei zusätzlich um ein Krankheitsbild handelt, das sich als psychische Erkrankung nicht mit handfesten Tatsachen belegen lässt, bezweifeln nicht wenige Zeitgenossen schlicht die Existenz des Burnout.

Tatsächlich ist es vielmehr so, dass seit langem bestehenden Krankheits-Symptomen mit dem Begriff Burnout quasi schlichtweg nur ein Name gegeben wurde. Unter Burnout lassen sich verschiedene Aussagen zusammenfassen, so etwa:

• (ich bin) ausgebrannt
• leer
• erschöpft
• motivationslos
• perspektivlos

Diese Zustandsbeschreibungen fußen auf unterschiedlichen Risikofaktoren, die sich meist aus dem Persönlichkeitsbild und dem privaten wie beruflichen Umfeld einer betroffenen Person zusammensetzen. Exakte und fachlich fundierte Informationen zu den Auslösern des Burnout und welche Gegenmaßnahmen möglich sind, lassen sich zum Beispiel im Artikel „Burnout: Ursachen, Warnsymptome und Risikofaktoren“ nachlesen.

Wer trägt Burnout-Auslöser in sich?

Das ein Mensch einmal den Schwung verliert, den Antrieb weiterzumachen, ist nichts Ungewöhnliches. Wohl jeder Erwachsene, genauso wie Kinder und Jugendliche, kennt diese in der Regel vorübergehende Phase, die sich meist nach intensiven körperlichen oder geistigen Anstrengungen einstellt.

Eine Burnout Erkrankung hingegen besitzt zunächst eine wesentlich längere Vorlaufzeit, in der sich die bestehenden Risikofaktoren gegenseitig aufbauen. Genauso kann das Auftreten der Erkrankung nicht an einem bestimmten Tag festgemacht werden. Wenn sich beispielsweise der Kollege im Büro eines Tages krank meldet, so ist dies meist nur der Scheitelpunkt des Burnout, wo es für die betroffene Person nicht mehr weitergeht. In den Wochen oder auch Monaten zuvor beginnt der Prozess, der damit endet, dass die Anforderungen des täglichen Lebens nicht mehr bewältigt werden können.

"Erbsenzähler und Duckmäuser"

Die von Burnout-Symptomen betroffenen Menschen kämpfen oft an zwei Fronten. Diese kriegerische Ausdrucksweise besitzt durchaus ihre Berechtigung, denn für die jeweilige Person wird die Aufgabenbewältigung zum Kampf, vor allem zum Kampf mit sich selbst.
Es sind hauptsächlich die Menschen davon betroffen, die zum Perfektionismus neigen sowie Personen, die sich selbst eher als minderwertig betrachten. Die etwas flapsige Überschrift bezieht sich auf eben diesen Personen-Typus.

Wer alles perfekt machen möchte, ob nun beruflich oder privat, wird oft genug an seinen eigenen Ansprüchen scheitern. Bei diesem Personenkreis kommt sehr oft noch der Umstand hinzu, dass er eine nur gering ausgeprägte Kritikfähigkeit besitzt. Kommt es dann noch zu Aufgabenstellungen, deren Erledigung oder Lösung nicht absehbar ist und auch keine Etappenziele erreicht werden können, sind den Burnout-Symptomen Tür und Tor geöffnet. Dabei geht es nicht allein um berufliche Belange. Bei einer Burnout Erkrankung spielt das Privatleben genauso eine Rolle. Treten in beiden Bereichen augenscheinlich unlösbare Probleme auf, sind die Grundlagen für das Burnout gegeben. Gerade bei Perfektionisten besteht ja die Problematik, dass sie beruflich wie privat alles mit dem bestmöglichen Ergebnis erledigen möchten.

Ähnlich verhält es sich bei Personen, deren Selbstwertgefühl nur schwach ausgeprägt ist. Allerdings bestehen hier andere Vorzeichen. Menschen mit den entsprechenden Charakterzügen lassen sich meist Aufgaben aufdrängen, deren Bewältigung sie irgendwann überfordert. Wiederum sind es das Berufs- und das Privatleben, die dabei Hand in Hand gehen. Die Unfähigkeit, auch einmal „Nein“ sagen zu können, führt fast unweigerlich in den Burnout-Abgrund.

Die Reaktion des Umfeldes

Interessanterweise sind vom Burnout betroffene Personen überwiegend wichtige Stützen des Betriebes, die oft über viele Jahre ihren Aufgaben nachgehen und diese zufriedenstellend erledigen. Umso erstaunter zeigen sich dann Kollegen und Vorgesetzte, wenn eines Tages der jeweilige Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin ausfällt.

Vorzeichen für eine Burnout Erkrankung lassen sich nur schwer erkennen. Zumal der Erkrankte meist ja unbedingt funktionieren möchte und somit seine Situation überspielt. Es gibt auch keine Patentlösungen, um dem Burnout in einem Unternehmen mit allgemeingültigen Regeln vorzubeugen. Wie bereits beschrieben, gehört zu einer Burnout Erkrankung, dass sowohl berufliche wie private Risikofaktoren bestehen. Also zwei Bereiche, die sich üblicherweise gegenseitig abgrenzen.

Fazit

Burnout ist ein Krankheitsbild, das nicht allein der modernen Zivilisation gehört. Vielmehr liegt es in der Charakteristik, den Risikofaktoren, verschiedener Personen verborgen und wird durch äußere Einflüsse aktiviert. Es ist also in keinem Fall eine Modeerscheinung, sondern vielmehr eine fortdauernde Begleiterscheinung im menschlichen Zusammenleben. Betroffene sollten sich daher nicht scheuen, sich Hilfe zu holen.

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrem Umfeld gemacht? Reagieren Freunde und Bekannte von Betroffenen verständnisvoll oder ist diese Krankheit immer noch eine Art „rotes Tuch“, die keiner so richtig ernst nehmen möchte?
 

Artikel letztmalig aktualisiert am 09.11.2017.

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