Häuptling „Großes Blutbild“ hat gesprochen

07.11.2017

Schon mal von dem Phänomen des großen Blutbildes gehört? Ärzte lieben es und treffen es tagtäglich in der Praxis an.

Wann immer ein Kind zweimal in vierzehn Tagen krank war, wann immer es ein wenig blässlich um die Nase wirkt, wann immer es zu dick, zu dünn, zu aufgedreht, zu ruhig ist, kommt die Frage nach einer Blutabnahme, nach dem erkenntnis- und heilbringenden Stich.

„Ich glaube, sie hat was an der Schildrüse“, „vielleicht ist er ja allergisch“ und „Diabetes gibt es in der Familie“. Die Krönung des ganzen ist dann: „Machen Sie doch mal ein großes Blutbild, wir haben noch nie Blut abgenommen, das kann es doch nicht sein!“

Doch, kann es. Ich hatte einen Oberarzt in der Facharztausbildung, der die folgende prägende Regel aufstellte: Untersuche nur das, was nötig ist und kreuze nur an, was du später erklären kannst. Anders gesagt: Blut abgenommen wird nur, wenn sich daraus ein Erkenntnisgewinn ergibt.

Was kann das große Blutbild?

Bin ich im Unklaren, ob es sich um eine virale oder bakterielle Infektion handelt? Habe ich Sorge, dass eine leukämische Reaktion der Grund für die tatsächlich offensichtliche Blässe des Kindes ist? Liegt vielleicht eine Thalassämie vor oder eine andere Anämie? Dann weist mich die klinische Untersuchung des Kindes in die entsprechende Richtung.

Denn das kann das große Blutbild: Das Ergebnis der blutbildenden Organe aufzeigen, Informationen bezüglich der roten und weißen Blutkörperchen liefern, über deren Größe und Verteilung, die Blutplättchen untersuchen. Das große Blutbild kann keine Aussage zu anderen Organen treffen, weder Leber noch Niere noch Schilddrüse.

Warum gilt es als Allheilmittel?

Aber woher kommt die Vorstellung, dass das große Blutbild die Rettung allen Lebens sei? Ich kann mich erinnern, dass bereits meine Mutter mit den Worten vom Arzt kam „der hat ein großes Blutbild gemacht, alles ist gut“. In einigen Ländern ist eine regelmäßige Blutabnahme scheinbar tradiert, in Russland, in Polen wohl auch. Keine Ahnung, ob das wirklich so ist, aber Familien von dort fordern das überdurchschnittlich häufig. Die Italiener suchen gerne nach Anämien, in arabischen Staaten sucht man nach Vitaminmängeln – die man nicht im großen Blutbild findet.  Kennt ihr übrigens die Brüder im Geiste des großen Blutbildes? Die Blutsenkung und die Blutgruppe.

Vielleicht ist es in vielen Praxen wie mit den rosa Rezepten – wer damit aus der Tür geht, wurde gut behandelt, wer nur ein paar warme Worte bekam und den Hinweis auf frische Luft und Hustentee, kann nicht gesund werden. Um Diskussionen zu verkürzen, macht der friedensliebende Doc eben „g’ schwind ’n klaans Blutbuid“. Wenn der Kinderdok hingegen beim Kinde noch nie Blut abgenommen hat, scheint er wohl seine Arbeit nicht ernst zu nehmen.

Sollen hier sie Kinder oder Eltern behandelt werden?

Blutabnehmen kann traumatisierend für Kinder sein. Impfungen sind es schon genug. Warum soll ich also kleine Löcher in kleine Kinder bohren, womöglich unter Hilfe einer Arzthelferin, nur damit die Eltern zufrieden sind? Denn nichts anderes stellt eine Blutabnahme manchmal dar: Schmerzen für das Kind, Beruhigung der Eltern. Ein kurativer Aderlass. Aber ein unnötiger, wenn so inflationär durchgeführt wie von Eltern gefordert. Bitte überlasst es uns zu entscheiden, wann es nötig ist, „Das Große Blutbild“.

 

Ursprünglich hier.

 

Bildquelle: Upupa4me, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 14.11.2017.

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Medizin, Pädiatrie
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Kassenpatient
Gast 27/29, Sie haben Recht: Miteinander geht's besser als gegeneinander. Ich habe nur ganz einfach schon zu viel Verharmlosung und sagen wir mal Nicht-Diagnosen in der Familie erlebt. Mein Vater wäre benahe am Verschluß der Halsschlagader gestorben, wenn er nicht noch zu einem anderen Arzt wäre, der ein paar Zentimeter weiter unten untersucht hat. Da gibt es keine Ausreden, das ist Pfusch am Menschen! Der Betreffende hatte übrigens nichtmal den Mumm sich persönlich zu entschuldigen, nach der Operation. Um das zu beurteile braucht man kein Studium, oder?
#30 am 13.11.2017 von Kassenpatient (Gast)
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Gast27
Ehrlich gesagt ist es mir vollkommen egal worum es jemandem geht der hier dieses ewige Ärzte-vs-HP-Liedchen singt. Ich für meinen Teil bin Arzt und zwar einer der sich immer noch etwas verbessern möchte. Klar gibt es knallharte Indikationen an denen kein Weg vorbei führt, manchmal gibt es die aber auch nicht und trotzdem bringt dann die Laborkontrolle wichtige (unter Umständen lebenswichtige) Erkenntnisse. Das ist kein Grund paranoid zu werden aber Den Spruch mit den Zebras höre ich seit Jahrzehnten und Sie glauben gar nicht wieviele Zebras mich schon in den Hintern gebissen haben und wieviele mich noch gebissen hätten wäre ich nicht gründlicher gewesen.
#29 am 13.11.2017 von Gast27 (Gast)
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Gast
Mit persönlicher Hetze hat das wohl weniger zu tun. Es geht dem Herren wohl eher darum, dass jeder glaubt, der mal ein paar Jährchen in Medizinliteratur gelesen hat oder ein paar Jahre als Heilpraktier gearbeitet hat, gleich einen Arzt kritisieren zu können. Und das kann er nicht. Man kann wohl kaum eine ungeregelte Ausbildung, die eigentlich nur einer Prüfung bedarf zuzüglich Selbststudium mit einem akademischen Studium von 6 Jahren plus FA-Weiterbildung von 5-6 Jahren vergleichen. Ich zumindest verbitte mir das auch. Und was die Labordiagnostik angeht: Ich kreuze das an, wofür es eine knallharte Indikation gibt, und sonst nichts. Wenn diese Möglichkeiten dann nicht zum Erfolg führen, kann ich nachprüfen. Aber wenn ich nun mal Hufe höre, denke ich an Pferde und nicht an Zebras - und natürlich ist bei einem pädiatrischen Pat. eine milde GI-Problematik häufiger als eine Zöliakie.
#28 am 13.11.2017 von Gast
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Gast
Irgenwie haben alle recht. Ja, es wird viel zuviel Labordiagnostik betrieben und ja, es wird viel zuwenig Labordiagnostik betrieben. Wenn ein 90jähriger Heimpatient monatelang jede Woche wegen Exsikkose für 2 Tage stationär aufgenommen wird, jedesmal bei Aufnahme ALLE Werte bestimmt werden und dann noch 5xtgl der Kaliumspiegel kontrolliert wird kann man das schon als diagnostischen Aderlass bezeichnen. Das ist zu viel. Wenn aber eine 23jährige bislang gesunde und nun leichenblasse Frau monatelang wegen Depressionen, Belastungsdyspnoe, Haarausfall und Verdauungsstörungen von einem Arzt zum anderen tingelt und jeder nur sagt sie habe zuviel Stress anstatt einfach mal Blut abzunehmen und sich Blutbild, Eisenwerte und Schilddrüse anzusehen ist das zu wenig. Ja auch Ärzte sind nicht perfekt und können sich immer verbessern, zu dieser Verbesserung tragen Erfahrung, Fortbildungen und gute Fachartikel bei, aber unsachliche Hetze und persönliche Angriffe im Kommentarbereich eher nicht.
#27 am 13.11.2017 von Gast
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Gast
Da muss aber jemand dringend von seinem hohen Ross runter, nur Ärzte könnten die Notwendigkeit von Laboruntersuchungen beurteilen. Da frage ich mich, warum immer wieder Erkrankungen zu spät festgestellt werden, weil auf Blutuntersuchung verzichtet wurde bzw. mit wenigen Werten gegeizt. Könnte hier spontan zahlreiche Fälle schildern. Jeder, der sich für Medizin interessiert, kann sich innerhalb einiger Jahre Fachkenntnis mit Büchern für Mediziner aneignen und ärztliches Verhalten beurteilen. Dann kommt es dazu, dass von Eltern Verdacht auf Zöliakie besteht und sich dann auch noch (für den Arzt blöderweise) bestätigt, während der Blähbauch vom Pädiater immer abgetan wurde mit: geben Sie doch SAB Simplex. Blutbild brauchen wir keins. Da kostet mich diese ärztliche Arroganz ein müdes Lächeln.
#26 am 13.11.2017 von Gast
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Gast
a)Nicht-Ärzte solches ärztliches Verhalten nicht beurteilen sollten b) Man das Verhalten von Eltern mit BB-Wunsch zwar erklären kann, aber man sollte es weder zu ernst nehmen noch fördern. Was denken denn Eltern warum man ein aufwandreiches Studium benötigt, um den Arztberuf ausüben zu können - und noch wichtiger, wie kommen sie dann selbst darauf, als Laien solche Vorschläge zu machen? c) Sollte man keine Kommentare in den Raum werfen, nach deren Schätzung 80% der Schulkinder unter Fe-Mangel leiden, ohne dies belegen zu können. Fakt ist, wann ein BB nötig ist oder nicht, entscheidet der Arzt - denn nur der verfügt über das notwendige Wissen (zumindest sollte er das). Auch wird ein BB nur vom Arzt interpretiert. Und eine unnötige Punktion, die einem vllt noch alle weiteren Pädiaterbesuche erschwert, sollte im Interesse des Kindes doch wohl vermieden werden.
#25 am 12.11.2017 von Gast
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Gast
Es ist schon erstaunlich, wer sich hier alles so zu Antworten berufen fühlt. Da hätten wir den Heilpraktiker, der sich schon fotografisch in Arztgebaren inklusiver ärztlicher "Insignien" zeigt und laut seiner Website ophtalmologische Diagnostik betreibt. (Da drängt sich mir schon die Frage auf, woher das fundierte Wissen dazu wohl kommen mag, aus dem Selbststudium wohl eher nicht). Dazu gesellt sich dann fröhlich eine zweite HP, die ohne Punkt und Komma schreibt. In die illustre Runde fügt sich dann noch der selbst so benannte "Kassenpatient", der wie üblich die Diagnostikfaulheit der Ärzte darstellt, neben der Tierärztin, die der Meinung ist, es sei "doch klar" dass sich Pat. unter großem BB etwas bestimmtes vorstellen. Hierzu sei aber gesagt, dass
#24 am 12.11.2017 von Gast
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Gast
Der Blutabnahme-Widerwille bei Kinderärzten ist verständlich, sollte aber nicht überwiegen. Ich schätze 80% der Schulkinder haben einen Eisenmangel, der aber nie diagnostiziert wird.....von bin ich ein Vetreter der Diagnostik- und Abklärungliga und nicht der "Wird-schon alles von alleine wieder gut"-Ärzteschaft.
#23 am 12.11.2017 von Gast
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Gast X
Es ist einfach eine Frage der Terminologie. Ein Laie sagt ja auch man habe ihm den Blinddarm operiert wenn eigentlich der Appendix gemeint ist. Je nach Alter und Beschwerden kann eine kleine Routine (bb, CRP, INR, Crea, ...) sinnvoll sein oder eine große Routine (BB, Crea, Gerinnung, CRP, Transaminasen, TSH, CK, LDH). Natürlich ist es bei Erwachsenen einfacher Blut abzunehmen doch selbst die können sich manchmal über einen Fehlversuch oder eine leichte Einblutung so schrecklich aufregen dass man sie durchaus als traumatisiert bezeichnen könnte. Selbst bei Erwachsenen sollte man nicht einfach zur Beruhigung Blut abnehmen, dann bei einem Kind erst recht nicht. Bei Kindern frage ich mich allerdings: wenn das Kind so krank ist dass man sowieso zur Nadel greift, warum dann oft bei der Auswahl der zu bestimmenden Werte gegeizt wird, das kostet kein Vermögen. Natürlich sollte man nicht jeden Wert routinemäßig bestimmen, aber gegen einen kleinen „Organstatus“ ist doch nichts einzuwenden.
#22 am 11.11.2017 von Gast X (Gast)
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Kassenparient
...zum Thema "begrünbar": Man ist doch auch schonmal weiter, wenn man etwas ausschließen kann. Auch das kann ein Grund für einen oder mehrere Werte sein. Und zum Thema Pferde und Zebras. Natürlich sucht man zuerst nach dem Wahrscheinlicheren, aber wenn man kein Pferd sieht, muß man auch weitersuchen. Bei uns, mitten Deutschland, findet man, nur wenige Kilometer weg, eine Känguruzucht. Kein Witz! Also, wenn einem die Hasen echt verdammt groß vorkommen, muß man seinen Horizont erweitern, wenn der Patient noch Beschwerden hat.
#21 am 10.11.2017 von Kassenparient (Gast)
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Pflegepädagogin
Ja ich bin da zwiegespalten. Kinderkrankheiten werden oft verallgemeinert und auch von den Ärzten nicht ernst genommen. Wenn ein Kind mit drei Jahren hustet und dieser Husten sich ein Jahr lang hinzieht- dann kann mit der Pauschalbeurteilung, "ja es ist halt im Kindergarten" nicht umgegangen werden- und da viele Ärzte nicht mehr in der Lage sind Patienten anzusehen oder gar zu berühren- lieber auf ihr Laptop glotzen- wäre ein großes BB bzw, ein Röntgenbild der Lunge in diesem Fall hilfreich- um Chroniker zu vermeiden. So ist das.
#20 am 10.11.2017 von Pflegepädagogin (Gast)
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.. kreuze nur das an was Du später erklären kannst - gaaanz wichtiges Argument. Und: Gezielt erst mal nach häufigem suchen, denn " wenn hierzulande Hufgetrappel zu hören ist, kommte meist von Pferden, nicht von Zebras " hat einer meiner Oberärzte zu bedenken gegeben.
#19 am 10.11.2017 von Dr. med. Christine Aresin (Ärztin)
  1
Dr. Sallen, das gleiche sagen auch viele Patienten nach dem MRT, weshalb es da auch eine Therapie für Selbstzahler gibt, die nicht-invasive Magnetfeldtherapie
#18 am 10.11.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
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z.B. Check up BZ und Chol. Lachnummer für mich als HP und Arzthelferin . Die Untersuchung das EKG ok aber die zwei Blutwerte na ja !
#17 am 09.11.2017 von Heilpraktikerin Petra Donau (Heilpraktikerin)
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Hb, Ery, Leuko, Thrombo, Hk, Diff wie eine Ärztin hier sagte man muss auf den Patienten eingehen und auch mit den Eltern reden Symptome ! Dann kann man auch ein Screening machen das die Eltern bestimmt gerne bezahlen um Sicherheit zu haben . Oder wie Sie sagt die Parameter die erforderlich sind in jedem Krankheitsfall anders!
#16 am 09.11.2017 von Heilpraktikerin Petra Donau (Heilpraktikerin)
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Kassenparient
Die Frage nach einem großen BB ist Synonym für: Bitte untersuch' mich gründlicher, mir geht's wirklich nicht gut, Deine warmen Worte alleine helfen nicht! Aber meine Erfahrung ist, daß die Begeisterung für eine umfassende Diagnostik zum Quartals- bzw. Jahresende bei der Ärzteschaft immer weiter sinkt. An den Daumen nach unten kann man jetzt die Zahl der getroffenen Hunde ablesen. Und bitte:
#15 am 09.11.2017 von Kassenparient (Gast)
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ich habe festgestellt daß Patienten mit "großem Blutbild" meinen, daß dort "alles" - also: Blutbild, Leber, Niere, Fette etc. untersucht wird. Daher frage ich regelmässig nach, was sie denn damit meinen, und bekomme genau diese Antwort. Dann kläre ich auf, was richtigerweise mit großem Blutbild gemeint ist und was dieses eben kann bzw. nicht kann. Und daß das, was sie meinen, als "große Laboruntersuchung" bezeichnet wird und das nur zu Lasten der Krankenkassen gemacht werden darf, wenn es dafür einen zwingenden Grund gibt. In der Regel hat sich das dann erledigt. Oder ich schlage nur genau die Parameter vor, die wirklich notwendig sind - mehr nicht.
#14 am 09.11.2017 von Dr. med. Angelica Wegener (Ärztin)
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Gast
Auch in der Erwachsenenmedizin wird man mehrmals täglich zur Abnahme des „großen BB „ genötigt, in der Annahme es sei dann alles abgeklärt. Es braucht schon Zeit und Ruhe, um herauszufinden was der Patient wirklich möchte, wie hier oft anklingt eine Beruhigung, dass alles in Ordnung ist. Meistens nehme ich mir die Zeit zu einer gründlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung (manchmal auch in einem anderen Termin, wenn das Wartezimmer nicht brechend voll ist) und tatsächlich sind 90% der Patienten danach glücklich und weniger besorgt. Natürlich hat auch eine Blutabnahme ihre Berechtigung bei klinischer Indikation... und so erkläre ich es dem Patienten auch.
#13 am 09.11.2017 von Gast
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Kapitalismusgegner
So wie ich das lese, wäre das Große Blutbild doch das ideale Placebo..... Patient fühlt sich besser, gesünder und denkt, er hat einen tollen Arzt ... was will man mehr.......
#12 am 09.11.2017 von Kapitalismusgegner (Gast)
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Gast
Großes Blutbild beinhaltet 10 Parameter und das passt den Arzt sehr gut: Es kostet nur 20 Cent und sein Budget OI ist verschont ( von KV voll honoriert , dass er die diagnostisch notwendige teure Parameter sein Patient vorenthalten hat!!) Jeder bescheißt jeder oder ?
#11 am 09.11.2017 von Gast
  11
Es mag ja sein dass manche Patienten so ein großes Blutbild gerne hätten, ABER, manche Ärzte dängen einem das auf. Wenn man nur eine Blutsenkung haben will, dann kommt das Argument dass man dann mit dieser Blutprobe, wenn schon gezapft auch gleich noch 5 weitere Werte bestimmen könnte. Und schwupps di wupps hat sich der Doktor durchgesetzt und mindestens 30 Werte auf dem Ergebnisbogen. Ergebnis : Hurra alle Werte sind im zulässigen Bereich, aber schon gut dass sie mal kontrolliert wurden. In den 50er Jahren war unser Hausarzt ein wahrer Künstler in der Interpretation einer Blutsenkung.
#10 am 09.11.2017 von Dr. Hans Stange (Chemiker)
  12
Gast
Als ich an Morbus Hodgkin erkrankte, wurde kein großes Blutbild gemacht. Erst 5 Monate später, ich hatte mittlerweile 15 kg Gewicht verloren, und suchte Arzt Nr. 7 auf, wurde eins gemacht und der Arzt war entsetzt über das Ergebnis. Am nächsten Tag war ich im Uniklinikum, mir wurde ein Lymphknoten entnommen und ein Stück Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen und einige Tage später bekam ich meine erste Chemo. Leider vergassen die Ärzte bei all der Eile, die dann wohl doch nötig war, mich darüber zu informieren, dass ich bei der Samenbank "etwas" einfrieren lassen müsste, falls ich noch einmal Kinder haben wollen würde... Also, lieber ab und an ein wenig zuviel an Diagnostik!
#9 am 09.11.2017 von Gast
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Ok lange möchte ich mich zu dem Thema nicht auslassen. Aber nehmen wir statt dem großen Blutbild, doch einfach mal das grosse rote Blutbild, plus CRP. Das reicht in vielen Fällen bei Kindern doch aus. Ob bakteriell, viral, Hinweis aus Allergie oder parasit, Entzündung ja nein, da kann man die Eltern doch schon sehr gut mit führen. Mit Verlaub, es sollte natürlich eine Indikation für diesen Schritt vorhanden sein.
#8 am 09.11.2017 von HP Roland Tennie (Heilpraktiker)
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Es ist doch klar, dass Laien unter einem großen Blutbild nicht nur das Blutbild in medizinischem Sinne meinen, sondern ein umfassendes Suchprofil mit Leber- und Nierenwerten, Glucose, Mineralstoffen und je nachdem auch z.B. Schilddrüsenwerten. Ich muss gestehen, dass ich als Tierärztin vor den Patientenbesitzern durchaus auch von einem Blutbild rede, obwohl ein "großer Check-up" gemeint ist.
#7 am 09.11.2017 von Anja Kömpel (Tierärztin)
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Psychologisch suggeriert der Ausdruck "großes BB", dass es sich hier um eine allumfassende Untersuchung handelt. Und beim derzeitigen Anspruchsdenken könne man dies durchaus einfordern. Und da für uns ein "großes BB" ja auch nicht die Welt ist, fühlt sich der Patient als Sieger. Ich höre hinterher oft: "Mit dem Blut ist alles in Ordnung - fehlt nicht das Geringste!" Geht es nach dem Motto "ut liquid fiat", ist dies zu vertreten. Ansonsten müssen wir Farbe bekennen.
#6 am 09.11.2017 von Dr. med. Manfred Tzschoppe (Arzt)
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Gast
Richtig #1, die Bezeichnung "Großes Blutbild" ist bei Medizinern ein Synonym für die Blutkörperchenanalyse, der Laie stellt sich darunter praktisch immer vor, dass man sich so ziemlich alle im Blut zu untersuchenden Organparameter - wie auf einem "Bild" - anschaut .
#5 am 09.11.2017 von Gast
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Leider ein weit verbreiteter Irrglaube aber auch Ergebnis der Fehlinformation, die Patienten glauben das „große BB“ beinhaltet alles ( Leber, Niere, Elyte, Sd, HBA1...) und selbst dann sind wir und der Patient oft nicht schlauer als vorher. Mein täglicher Verdruss in der Hausarzt Praxis.
#4 am 09.11.2017 von Thomas Dölling (Arzt)
  5
Gast
Da tut Patientenaufklärung not. Sie stellen sich eben vor, weil sie es nicht besser wissen, daß sie gesund sind, wenn das Blutbild ok ist. Solange man sie auf diesem Glauben läßt wird sich nichts wirklich ändern.
#3 am 09.11.2017 von Gast
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Mama
Wieder einmal ein schönes Thema. Wieder einmal eines bei dem sich ein reger Austausch und eine schöne Diskussion ergeben könnte. Leider wurden die letzten Diskussionen zu diesem Blog mit den wichtigen Themen Schlaf und Ernährung ohne Begründung ziemlich abrupt von der Redaktion beendet. Offenbar ist hier ein Austausch nicht erwünscht. Schade eigentlich.
#2 am 09.11.2017 von Mama (Gast)
  8
Gast
Viele Pstienten glauben, dass ein "großes Blutbild" eben einen großen Umfang hat (Leber, Niere usw.) und sind eigentlich fehlinformiert, wenn man ihnen danach sagt, "alles" sei in Ordnung.
#1 am 07.11.2017 von Gast
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