Vom Sushi gewurmt

06.11.2017
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Ein Mann wird in der Notaufnahme mit Symptomen eines akuten Abdomens vorstellig. Aufgrund einer ausführlichen Anamnese entscheiden sich die Ärzte für eine Endoskopie statt eines operativen Eingriffs. Im Magen des Patienten stoßen sie auf den Grund der Beschwerden.

Ein 32-jähriger Portugiese stellt sich in einer Notaufnahme mit deutlichen Symptomen eines akuten Abdomens vor: starke Oberbauchschmerzen, Erbrechen, Fieber und eine starke Abwehrspannung. Die Laborergebnisse zeigen eine milde Leukozytose.

Eine ausführliche Anamnese zahlt sich aus

Auf gezielte Nachfrage gibt er an, vor kurzem Sushi gegessen zu haben. Statt ihn wegen des Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, entschließen die behandelnden Ärzte sich deshalb zunächst für eine Endoskopie.

Die Ursache der Symptome findet sich im Corpus des Magens. Hier hatte sich ein Fadenwurm der Gattung Anisakis mit dem Kopf in die Schleimhaut gebohrt und dort eine Entzündung verursacht.

Normalerweise ein Fischparasit

Diese Würmer parasitieren für gewöhnlich in Fischen oder anderen Meeresfrüchten. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Sushi wird mit einer Zunahme solcher Fälle gerechnet. Die Symptome der Anisakiasis, das betonte das portugiesische Ärzte-Team, könnten leicht mit denen eines bauchchirurgischen Notfalls verwechselt werden.

 

Quelle:

Anisakiasis: a growing cause of abdominal pain!
Joana Carmo, BMJ Case Reports, doi: 10.1136/bcr-2016-218857; 2017 

 

Artikel von Maren Böcker

 

Bildquelle: © BMJ Case Report

Artikel letztmalig aktualisiert am 11.01.2018.

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