Glyphosat: Die Schmerzen der Imkerin

02.11.2017
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Die folgende Begebenheit darf ich mit dem Einverständnis der betroffenen Patientin in anonymisierter Form wiedergeben. Es geht um eine Frau, die sich bei uns in der orthopädischen Reha befindet. Die Kollegen baten um ein psychosomatisches Konsil, da die psychische Verfassung der Patientin ihre Schmerzen möglicherweise verstärkte. Soweit – so gut.

Die Patientin ist Imkerin. Berufsimkerin. Vielleicht haben Sie wie ich in den Nachrichten gehört, dass die weitere Zulassung des Breitbandherbizids Glyphosat aktuell heiß diskutiert wird. Dabei geht es um eine Zulassung für bis zu zehn Jahren. Und eine Woche vorher lese ich, dass die Bienen- bzw. Insektenbestände in den letzten Jahren um über 70 Prozent geschrumpft sind.

Meine Patientin ist direkt betroffen, da in einem Jahr 70 Prozent ihrer Bienen verstorben sind. Von den 60–70 Völkern seien nur die verschont worden, die an Flächen ohne Besprühung standen, berichtet sie. Das ist zum Schreien, wenn man sich um seine Tiere kümmert. Wenn man davon und dafür lebt. Wenn es dein Leben ist. Und das der Insekten.

Fragt sich, wer hier krank ist?

Aber es ist eine statistische Größe, die aus Sicht der Industrie und Politik nicht relevant ist. Nicht bewiesen. Sozialmedizinisch gesehen ist der Zusammenhang zwischen der psychischen Belastung und dem Bienensterben natürlich ebenfalls schwer herzustellen. Es ist vielleicht eine „Anpassungsstörung“? Aber wer oder was ist hier nicht angepasst?

Krank ist doch nicht die Patientin. Sie leidet glaubhaft unter der Situation und ihrer Existenzangst. Aber auch unter der Sorge um die Tiere. Um Kundenkontakte und um ihren Ruf. Darüber ist sie vielleicht depressiv geworden und hat eine somatoforme Schmerzstörung mit entwickelt.

Krank ist aber hier die Gesellschaft und die Industrie. Ich bin nun wirklich kein Öko, aber wie entfremdet sind wir eigentlich, wenn eine solche Frau als „krank“ gilt und gleichzeitig ein tötendes Mittel als „gesund“ oder zumindest unschädlich zugelassen werden soll?
 

Bildquelle: Remus Pereni, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 03.11.2017.

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Hallo zusammen, ist hier irgendjemandem bewusst, dass wir ohne die Arbeit der Bienen verhungern? Sie sind nicht nur Honigproduzenten: Viele Pflanzen sind KEINE Selbstbestäuber und ohne Bienen (u.ä. Insekten) tragen sie keine Frucht!!! Glyphosat schädigt sie alle....
#31 vor 9 Tagen von Helga Margareta Hild (Heilpraktikerin)
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Gast
Schwierig, schwierig. Als Hobbyimker mit mit ca. 15 bis 18 Bienvölker und Chemiker als Beruf, kann ich nicht sagen, woran einzelne Bienenvölker sterben. Es kann die Varroa sein? Es kann aber auch vom Glyphosat kommen. Da ich ein sogenannter Stadtimker bin, kann ich mich freuen, dass in unseren Vorort weniger gespritzt wird als auf dem Lande. Auch die Nachbarn mit ihren Blumen und Obstbäume vor und hinter den Haus, freuen sich über die kostenlose Besteubung von ihren/meinen Bienen. Sogar die Nachbarskinder werden mit einbezogen. Deshalb toben diese Kinder mit meinen Kindern auch in der Nähe der Stöcke. Hier hat einer Kommentiert, dass in China die Obstbäume mit Pinseln bestäubt werden. Soll das zur Gewinn-Marktionierung hier auch eingeführt werden? Am Bodensee oder im Alten Land laufen dann SessionarbeiterInnen mit Eimer und Pinsel durch die Plantagen. Eine grausame Vorstellung.
#30 vor 11 Tagen von Gast
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#29 vor 14 Tagen von Dr. med.vet. Renate Keil (Tierärztin)
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Gast
Feinstaub bei Laserdruckern in Büros ist um ein vielfaches höher als auf den Strassen. Die Lobby er Hersteller ist so gut, dass sogar der "Gelbe Engel" auf die Geräte darf. Ich warte nur noch darauf, dass das Gesundheitsministerium diese Pflanzenschutzmittel als unbedenklich einstuft. Leider ist die deutsche Politik nicht in der Lage dazu klar Stellung zu beziehen. Wieviel muss noch geschehen um zu sehen, was für ein Teufelszeug das Glyphosat tatsächlich ist.
#28 vor 14 Tagen von Gast
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Gast2
@Gast #36: "Statt eines Verbotes bis zum unabhängig erbrachten Nachweis der Unschädlichkeit..." Glyphosat ist seit ca. 40 Jahren auf dem Markt. Wie lange wollen Sie noch warten? Würden Sie die gleichen Anforderungen an alle anderen Stoffe in der Landwirtschaft auch anlegen? Nichts, kein Medikament, keine Farbe, kein Lebensmittelzusatzstoff würde diese Bedingung erfüllen. Wir wären ungefähr 200 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Und: Für eine "vorsätzliche Körperverletzung" sollten Sie einen Beweis haben.
#27 vor 15 Tagen von Gast2 (Gast)
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Gast
Ich lebe auf dem Land, inmitten von neuerdings in Glyphosat-Gelb leuchtenden Feldern. Mal abgesehen von den rund 50 Dünger- und Insekti-/Pestizid-Spritzungen pro Jahr. Habe Tiere, Hunde, Katzen, Pferde. Und während sie früher munter am Ackerrain entlang laufen durften, die Pferde auch hier und da grasen, ist das heute nicht mehr möglich. Pferden wird das Fressen am Wegesrand nicht mehr erlaubt, mit dem Hund geht es nur in unbelastete Gebiete. Wild, das sich nicht an die Mindestwartezeiten hält und auch von Frischgespritztem nascht, wird ennoch als gesündestes Fleisch propagiert . Davon mal ganz abgesehen, dass die Wartezeiten nicht von unabhängiger Stelle vorgegeben werden, sondern von den Herstellern. Was für eine erfolgreiche Lobbyarbeit. Respekt. Statt eines Verbotes bis zum unabhängig erbrachten Nachweis der Unschädlichkeit von Spritzmitteln wird von der Unschädlichkeit bis zum Beweis der Schädlichkeit ausgegangen. Das ist pervers, in meinen Augen vorsätzliche Körperverletzung.
#26 vor 15 Tagen von Gast
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Gast
Ich glaube, Herr Dr. Winkler ich kann ihnen ganz gut erklären, warum ihnen diese Kommunikationsdynamik, Herbizide und Glyphosat fokussierend, entgegenschlägt. Als Psychologe verstehe ich bestens, welche Zusammenhänge sie zwischen Psyche und Bedingungen (der Welt, Erfahrungen, ökonomischen, usw.) aufzeigen. Mit dem Begriff "Glyphosat" bzw. der Herbizid Thematik sind sie aber voll ins Fettnäpfchen gerauscht, weil der Begriff "Glyphosat" gehört wohl zu einer der am stärksten emotional konditionierten Begriffe, resultierend aus einer der größten Kommunikations-Fails [meine Meinung] der letzten Jahre. In Sachen Emotionalität, Differenzierung, Eindrucksbildung, Korrektheit toppt die Glyphosatdebatte vielleicht noch die Homöopathiedebatte. Kürzlich auf einer Wisskomm-Tagung befanden Wissenschaftskommunikatoren, dass kein Experte mehr "im Traum" Glyphosat öffentlich "anfasst", weil die Nachteile für diese zu groß sind. "Glyphosat" & Co baitet zwar, aber primt [Priming] auch, wie noch was. FG
#25 vor 15 Tagen von Gast
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Nur mal so als Anmerkung bevor Sie sich alle die Köpfe einschlagen : Es ging mir überhaupt nicht um Glyphosat oder Insektizide. Das regt Sie zwar auf. Es geht mir um die Entfremdung unserer Lebensbedingungen. Also um die Tatsache, dass aus irgendeinem Grund die wirtschaftliche Lebensgrundlage verschlechtert wird und dies direkten Einfluss auf die Existenz und die psycho-soziale Gesundheit hat. Wir können im Internet oder auch in der Praxis gar nicht klären, wer oder was da "schuld" ist. Dennoch gibt es diese Zusammenhänge zwischen Welt und Psyche. So : Und jetzt können sich Biologen, Tierärzte und sonstige Leute weiter streiten. Ich bin dann mal weg und gehe raus :-)
#24 vor 16 Tagen von Dr Martin Winkler (Arzt)
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Wenn ein Gast berichtet, dass Roundup nach einigen Stunden Kräuter verdorren lässt, so ist dies ein Beweis, dass er sich irrt oder, wenn er dies absichtlich fälschlich behauptet, dass er lügt; denn Glyphosat wirkt sichtbar erst nach 12-14 Tagen (je nach Witterung). Ich habe auch nach 45 tierärztlichen Berufsjahren noch kein glyphosatvergiftetes Tier erlebt. Als Hobbyimker konnte ich auch noch keinen Zusammenhang Glyphosat-Bienensterben konstatieren. Die Verluste, die auch ich habe, sind hauptsächlich auf die Varroamilbe (und virale Folgeerkrankungen) zurückzuführen. Die propagierte Bekämpfung ist aus tierärztlicher Sicht völlig unzureichend. Effektive Medikamente werden von der Ökolobby verteufelt.
#23 vor 17 Tagen von Dr. Med. Vet. Holger Burgard (Tierarzt)
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Gast
Wissenschaftlich...? Es wurde wissenschaftlich bewiesen dass die Insektenpopulation bis zu 70 Prozent geschrumpft ist. Ist das nicht Wissenschaftlich genug? Dies hat in keinster Weise etwas mit Esoterik zu tun. Die Industrie schädigt unser Ökosystem. Das sind wir Teil davon. Sollen wir uns in der Zukunft von industriell angefertigten Nahrungsmittel ernähren?
#22 vor 17 Tagen von Gast
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Gast
Vor rund 30 Jahren hat ein Bauer direkt nebenan "Roundup" gesprüht. Das Zeug hat die meterhohen grünen Halme des Wildkrauts bis zum Abend verdorren lassen. Aber nicht nur das. Unserem Kater - der war wohl durchs Feld gelaufen und hat dann sein Fell geputzt - wurde genauso sämtliche Körperflüssigkeit entzogen. Er war nicht zu retten. Roundup und Glyphosat sind ein- und dasselbe. Bei mir hat man immer wieder den Verdacht geäußert, ich leide an einem beginnenden Non-Hodgkin-Lymphom. Dass unsere Politiker - hier und in Brüssel - dieses Giftzeug weitere 5 Jahre genehmigen ist eine Schande.
#21 vor 17 Tagen von Gast
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Gast
ja sollten wir uf den Golfplätzen mal Blumenwiesen anbauen ? weil warum gibt das Bienensterben auch weil es kaum Nahrung für die Bienen gibt ? Herbstastern oder andere Blumen - Das Bienensterben ist ja nicht nur von der Chemie - abhängig wenn an jedem Golfplatz auch mal ein Streifen Blumen wiese oder Pflanzen gesetzt werden - h#tte man doch was Gutes getan
#20 vor 17 Tagen von Gast
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Gast
Monsanto-Tribunal erkennt Ökozid durch Glyphosat | Roundup, der Prozess - arte Doku HD 2017 https://www.youtube.com/watch?v=y3mUwYNVtSM Der Film ist eindeutig....
#19 vor 17 Tagen von Gast
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und da wir bei DocCheck sind, gilt das natürlich auch für alle unsere patienten, die sich mit oft einer vielzahl von medikamenten herumqälen müssen. auch hier gilt natürlich das zusammenspiel zu erkennen. können wir das immer - ich kann's nicht (mehr).
#18 vor 17 Tagen von Dr. med. Inge Eisenmann-Stock (Ärztin)
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Dr. C.Frohnert, Dipl. Biologin
Wenn man alles zusammensummiert, leben wir in Grenzwerten. Ein Grenzwert für Glyphosat, ein anderer Grenzwert für Arsen im Trinkwasser, wieder ein anderer für die radioaktive Belastung in Lebensmitteln und noch einer für die Schwermetallbelastung... Auch wenn in jedem Produkt "alles unter dem Grenzwert" bleibt, so ist und bleibt jede dieser Kontaminationen an und für sich schädlich. Auch bringt jeder dieser unerwünschten Stoffe eine andere charakteristische Schädigung des Organismus mit sich- entweder im Erbgut oder auf Proteininteraktionsebene. Wer kann denn nun genau sagen, ob ein Lebensmittel mit 3 oder mehr, jeweils unter dem Grenzwert liegenden Kontaminationen nicht doch schädlich ist und krank macht, weil die Grenzwerte sich untereinander langsam aufsummieren? Frei nach dem Motto: der letzte Tropfen bringt das Fass zum Überlaufen. Mit Verlaub, ich kann es nicht!
#17 vor 17 Tagen von Dr. C.Frohnert, Dipl. Biologin (Gast)
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Roundup: Glyphosat mit seinem wesentlich umweltstabileren aber nicht minder toxischen Abbauprodukt AMPA (Aminomethylphosphonsäure) und seinem "Netzmittel" Tallowamin. Das Tallowamin soll die Aufnahme durch die Pflanzenhaut, die Kutikula beschleunigen. Leider wirkt es so auch auf die Zellmembrannen von Tieren und Menschen. Der Giftkoktail kann über die Haut aufgenommen werden, ist Placentagängig, embryotoxisch und krebserregend. Am furchtbarsten trifft er aber aquatische Lebensformen, Kaulquppen, Frösche, Fische aber auch Lurche gehen daran zu Grunde. Der Rückgang der Pflanzenvielfalt, führt natürlich auch zum Rückang der Insekten, von denen viele auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind. Insekten sind ja auch wiederum Nahrung für viele andere Lebewesen, zum Beispiel für Vögel, vor allem auch zur Aufzucht der Jungbrut. Außerdem sorgen diese wiederum auch für die Verbreitung der Samen im Pflanzenreich. Alles ist eben miteinander verwoben - und wir sind mittendrin... und sägen fleißig weiter an dem Ast, auf dem wir sitzen. Intelligenz gepaart mit Dummheit ist irgendwie schon eine gefährliche Kombination... Die EU Kommission taktiert, um den Einsatz so lange wie möglich zu ermöglichen, Dank Lobbyarbeit. Noch 5 Jahre Roundup und wir werden unsere Kirsch und Apfelbäume mit den Pinsel bestäuben, wie es jetzt in Nordchina schon gemacht wird. Armes Deutschland!
#16 vor 17 Tagen von Michael Hoehne (Arzt)
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Gast
Schon die - fast - gesicherte Beobachtung seitens Betroffener, daß Glyphosphat Bienen- und Insektensterben verursacht, sollte reichen, das Mittel sofort zu verbieten und es nochmals genauestens zu überprüfen. Erst wenn eine zu 100% unabhängige Kommission nach genauer Überprüfung grünes Licht geben kann für die erwiesene Unbedenklichkeit des Mittels, darf dann weiter diskutiert werden, wie zu entscheiden ist aufgrund der erforschten Ergebnisse.
#15 vor 17 Tagen von Gast
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Dipl.Ing M. Eisenmann
hallo #9 Frau Widera der kollege liegt aber beim biertrinken nicht in einem frisch gespritzen feld und suhlt sich im noch sprüh-feuchten wildblütennektar es mögen ja nur 0,021 gramm Glyphosat ein leben lang als grenzwert angegeben werden - aber wollen SIE den langzeitversuch mitmachen? es ist auch - leider - immer noch ein grosser unterschied (der von der herstellenden industrie bewusst hoch gehalten wird) ob man von Glyphosat spricht - und damit werte festlegt, oder ob man den anwendunsstoff 'RoundUp' nimmt, der aus gift UND benetzungsmittel besteht, der es erst möglich macht in einen organismus einzudringen. dort sind ganz andere werte festzulegen, die man aber nur sehr selten findet man geht in einschlägigen studien von 1/10 bis 1/100 von ihrem genannten wert aus, der schon schädlich wirkt.
#14 vor 17 Tagen von Dipl.Ing M. Eisenmann (Gast)
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Gast
Auf arte kam am 28.10.17 eine recht gute Dokumentation über Glyphosat: es tötet alle Pflanzen, die nicht genmanipuliert sind, bindet wichtige Spurenelemente, so dass diese Mensch, Tier und Pflanzen fehlen, verursacht Malignome und ist nephrotoxisch, wie so viele "Gifte". Unklar ist wenig, auch wenn sich die Monsanto versucht auf Studien aus den 70-er Jahren zu berufen, die eine andere Form von Glyphosat beschrieben. Glyphosat wurde als Rohrentkalker benutzt und auch als Breitbandantibiotikum. Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzten, nur unter uns wird kein Boden sein, der und auffängt.
#13 vor 17 Tagen von Gast
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Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann
"Besprühung" Die Frau tut mir leid, aber massenhafte Verluste bei Bienen aufgrund klimatischer Extreme oder Seuchen kommen (auch) vor. Man sieht natürlich, wie moderne Landwirtschaft betrieben wird - mit großem Sprühgerät und Container auf dem Schlepper. Glyphosat ist ein Wuchsstoffhemmer und wird normal nicht auf blühende Pflanzen gespritzt, sondern wenn "Unkraut" hochzukommen beginnt (Rosettenstadium), um es niedrig zu halten oder gleich umzubringen, um Bodenbearbeitung zu sparen. Die Landwirte und Obstbauern (dort ggf. auch tätig...?) spritzen alles Mögliche gem. "Pflanzenbauempfehlung", erhältlich z.B. bei Raiffeisen. Dazu gehören auch Insektizide, Fungizide, Dünger und sonstige Hilfsstoffe. Was der Bauer gerade ausbringt, weiß man nicht, da muß man ihn fragen. Chemie auf dem Acker oder im Obst- u. Gemüsebau ist "gute fachliche Praxis" und zulässig. Wenn irgendwo massenhaft Bienenvölker absterben, muß man der Sache fachlich nachgehen; die Ursachen können sehr komplex sein.
#12 vor 17 Tagen von Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann (Gast)
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Im Ernst, Frau Imkerkollegin: glauben Sie denn im Jahr 2017 immer noch, dass irgendeine Substanz, auf der "-zid" steht, für andere Lebensformen ein Wellnessgetränk ist? "Bio-zide" sind sie alle! Ich bin jedenfalls froh, dass in meiner Umgebung, wo meine summenden Mädels aus 13 Völkern unterwegs sind, niemand Gift spritzt. Es reicht, wenn wir uns mit Varroa & Co herumschlagen müssen. Und nein, für dieses massive Bienensterben müssen keine Insektizide eingesetzt worden sein. Dafür kann es vielfältige Gründe geben, bis hin zu klimatischen - wie im Winter 2016/17. Varroa. Räuberei. Nosema.... und eben auch eine Schädigung durch sog. "Pflanzenschutzmittel", die in Wirklichkeit eben doch nur Gift sind.
#11 vor 17 Tagen von Michaela Günter (Heilpraktikerin)
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Liebe Frau Lehmeier, es ist ja nett, dass Sie den Versuch unternehmen, Glyphosat "reinzuwaschen" - mit dem Hinweis, es sei ein Herbizid, kein Insektizid. Stimmt. Nur - als Imkerin (wenn auch weit im Hobbybereich) sollten Sie eigentlich wissen, wovon Bienen sich so im Allgemeinen zu ernähren pflegen. Sie haben drei Völker (mit Verlaub: zu wenige, um relevante Schlüsse ziehen zu können) - und bislang offenbar Glück gehabt. Nur: Drei Völker an einem Standort kann man nicht mit 70 an verschiedenen vergleichen. Jedes Volk ist anders und reagiert unterschiedlich. Das Bienensterben ist leider eine Tatsache, die Ursachen dafür sind vielfältig, jedoch ist mittlerweile sehr wohl nachgewiesen, dass Bienen im ländlichen Gebiet aufgrund der herbizidbedingten Artenverarmung wesentlich größere Probleme haben als im Stadtgebiet, wo immer noch relativ wenig gespritzt wird.
#10 vor 17 Tagen von Michaela Günter (Heilpraktikerin)
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Dieser Artikel ist wieder ein hervorragendes Beispiel, wie mit Angst manipuliert wird. Es ist wirklich verrückt: Eltern schmieren ihren Kindern bedenkenlos Insektizide auf den Kopf, wenn die Kleinen Läuse haben. Und gegen Zecken und Flöhe bekommen Hunden und Katzen Wirkstoffe aufgesprüht oder als Spot-on verabreicht, die Fipronil oder ähnliche Substanzen enthalten. Trotzdem bekommen die Tiere ihre Streicheleinheiten. Und im Hausgarten werden literweise Herbizide gegen Unkraut verteilt. Aber wehe, es wird Glyphosat im Bier gefunden. Dann steht die Welt Kopf. Vielleicht kann man deswegen auch nicht mehr rechnen. 0,021 Gramm Glyphosat pro Tag gelten bei einem Erwachsenen (70 kg) als unbedenklich – bei lebenslanger Aufnahme. Das heißt: Ein Erwachsener müsste zwischen 700 und 46.000 Liter Bier (je nach Marke) trinken, um eine gesundheitlich bedenkliche Menge Glyphosat aufzunehmen – pro Tag!
#9 vor 17 Tagen von Maike Widera (Studentin der Humanmedizin)
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Schöner Beitrag an leider irrelevanter Stelle. Dafür beschäftigt man uns mit Deisel. Der Diesel ist gefährlich potentiell, aber Glyphopsat ist gefährlich real wird mal so eben für 5 Jahre zugelassen ( als Alibi , denn weitere Jahre werden folgen). Ist schon mal jemand aufgefallen, dass er die Scheiben seines Autos nicht mehr von Insekten befreien muss? Die Maßstäbe sind einfach abhanden gekommen.
#8 vor 17 Tagen von Dr. med. Wolfgang Knüll (Arzt)
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Gast
@ Frau Lehmeier, Agent Orange war auch "nur" ein Herbizid.
#7 vor 17 Tagen von Gast
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Glyphosat ist ein Herbizig - ja. Aber wenn dadurch die Nahrungspflanzen der Bienen sterben, sterben die Bienen hinterher ... und irgendwann wir. Wo ist der Unterschied, ob das Gift nun die Insekten direkt oder nur indirekt tötet. Und die Schmerzen der Patientin kann ich gut nachvollziehen. Man leidet Schmerzen, wenn man die, die einem anvertraut sind, seien es jetzt Bienen oder wie in Mals Pflanzen, nicht schützen kann. Ich danke dem Autor des Artikels für seine Überlegungen und Fragen.
#6 vor 17 Tagen von Cornelia Blume (Heilpraktikerin)
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Ich erinnere an die Achziger Jahre. Der Spruch : „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ sagt alles ( ob nun von den Cree oder von sonstwem) [ https://de.wikipedia.org/wiki/Weissagung_der_Cree] und er stimmt! Auch die "Umweltbewegten" von damals wurden vom seinerzeitigen "Mainstream" als "verrückt" eingestuft. Gesundheitspolik - auch im weiteren Sinn - war und ist immer eine Frage des Geldes bzw. des Unternehmensgewinns gewesen. Ich glaube nicht, daß das Insektensterben / Bienensterben in den Köpfen der Politik und der meisten Bürger etwas ändert. Das Essen ist billig - die Unternehmensgewinne sprudeln. Was will man mehr? Ohne gleich als Verschwörungstheoretiker einsortiert zu werden glaube ich, wir kriegen unsere Umwelt schon kaputt! Um eine bekannte deutsche Politikerin zu zitieren "Wir schaffen das!"
#5 vor 17 Tagen von Wolfgang Schuermann (Heilpraktiker)
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Denn Glyphosat scheint ja gerade an allem schuld zu sein. Praktisch so ein allumfassender Dauerschuldiger! So problematisch dieser Wirkstoff ist...(oder auch nicht...wissen wir das wirklich?)...eine etwas differenzierte Sichtweise sollte erwartet werden könne, ja gerade um dieser Patientin Willen.
#4 vor 17 Tagen von Regine Lehmeier (Physiotherapeutin)
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Ohne jetzt die Schmerzen der Patientin auch nur ansatzweise verharmlosen zu wollen: - Glyphosat ist ein Herbizid und kein Insektizid! Ein solch massives Bienensterben (wir haben selbst drei Völker) ist eigentlich nur nach einem Einsatz von Insektiziden möglich. - wer sich die Mühe machen möchte und die Datenlage hinsichtlich Insektensterben zu erkunden, wird feststellen, dass es so einfach eben nicht ist, das die Datengrundlagen teilweise von zweifelhafter Qualität sind, was ihre Allgemeingültigkeit anbelangt und die wirklichen Ursachen sehr unklar. Und so schwerwiegend für uns in letzter Konsequenz solch massive Veränderungen unserer Umwelt sind, erwarte ich in diesem Forum doch ein Mehr an Wissenschaftlichkeit.
#3 vor 17 Tagen von Regine Lehmeier (Physiotherapeutin)
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Gast
Leider wird dieses Thema viel zuviel ignoriert,hier in einem Dorf in der Südeifel gehen die Leute mit der Gießkanne auf ihre Bürgersteige und Parkplätze und vergießen diese Mittel.Fast jeder Nachbar hat die Giftspritze noch und spritzt gegen Unkraut.Selbst die Gemeinde säubert noch mit diesem Gift die Bürgersteige-Es ist unglaublich,aber die Giftigkeit interessiert keinen.Selbst grüne Wiesen werden an den Rändern mit Glyphosathaltigen Mitteln "Saubergehalten" und das alles in einem Naturpark.Ein Unrechtsbewusstsein gibt es gar nicht und die Tatsache,dass es im Baumarkt nicht mehr gekauft werden kann wird nur mit Unverständnis kommentiert.Es ist in diesem Zusammenhang noch sehr viel Aufklärung nötig.Ausserdem fehlt das Durchsetzen der bestehenden Gesetze.Übrigens gibts auch hier kaum noch Bienen.
#2 vor 17 Tagen von Gast
  2
Gast
Glyphosat ist auch als Antibioticum zugelassen, tatsächlich stört es auch die Zusammensetzung des Mikrobioms in Richtung Gramnegative....Zum anderen ist Glyphosat ein Chelatbildner, das heißt die Böden verarmen weil es in der Schere von Roundup festhängt. Bauern spritzen Glyphosat kurz vor der Getreideernte um sich das teure und aufwendige Trocknen zu sparen. On Südtirol gibt es die Gemeinde Mals, die in ihrem Gebiet ein komplettes Giftverbot beschlossen hat. Ein dort ansässiger Bioapfelbauer wurde neulich in einer Nacht-und Nebelaktion für Jahre seiner Einnahmequelle beraubt, weil einer der Gegner( durchaus auch die Verwaltung Südtirols, wo die Äpfel jede Woche 2 Spritzungen bekommen) die Bioapfel plantage mit soviel Glyphosat gespritzt hat, daß alle Pflanzen eingegangen sind und der Boden für Jahre verseucht ist. Das Monsanto tribunal hat in Den Haag stattgefunden und den Dokumentarfilm darüber gab es bei Arte und wohl noch auf youtube
#1 vor 17 Tagen von Gast
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Eigentlich ist es ja ganz einfach : Positive Zuwendung hilft die therapeutische Beziehung zu entwickeln und wird mehr...
http://www.zentrales-adhs-netz.de/fileadmin/ADHS/%C3%9Cber_das_Netz/Taetigkeit/Stellungnahmen/STN_ADHS_Cannabis.pdf mehr...
Der Einweisungsgrund war eine Somatoforme Schmerzstörung(F45.41) mit langjährigen Krankschreibungen und einem mehr...

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