Die Pommes-Gefühl-Injektion

29.10.2017

Adipositas ist ein gewaltiges Problem, das kaum zu bändigen ist. An Lösungen wird hartnäckig geforscht. Ein neues Verfahren wird gerade in Kalifornien an Mäusen getestet: Eine wöchentliche Protein-Spritze bekämpft Fettleibigkeit, indem sie Blutzucker und -fette senkt.

Es klingt zu gut, um wahr zu sein. Stellen Sie sich vor, eine Spritze könnte übergewichtige Patienten davon abhalten, im Heißhunger eine ganze Tafel Schokolade oder eine große Portion Pommes mit Majo zu verschlingen. Mit einer einzigen Injektion pro Woche. Ein Heilmittel, das einen einfachen und schmerzlosen Weg zum Abnehmen bietet – ganz ohne Nebenwirkungen. Es klingt nach einem unmöglichen Versprechen, nach der Vermarktungsstrategie eines unseriösen Anbieters, der weniger gesundheits- aber dafür umso mehr gewinnorientiert arbeitet.

GDF-15 wirkt am Brechzentrum

Doch Wissenschaftler aus Kalifornien, die für das Biotechnologieunternehmen Amgen arbeiten, erregten diesen Monat in einer Studie in Science Translational Medicine Aufsehen damit, dass diese Vorstellung bald Realität werden könnte. Schon länger kennt man das Protein GDF-15 (growth differentiation factor 15) als potentiellen Faktor in der Gewichtsregulierung. Es wurde zuerst von Dr. Samuel Breit am St. Vincent's Hospital in Sydney bei Krebspatienten mit tumorinduzierter Anorexie entdeckt. Bei diesen Patienten und auch bei getesteten Labormäusen lag die Konzentration von GDF-15 im Blut 10 bis 100 Mal höher als bei Gesunden.

Seit Dr. Breits Entdeckung suchten die Forscher nach der Ursache für die gewichtssenkende Wirkung des Faktors. Man fand heraus, dass GDF-15 an sogenannte GFRAL-Rezeptoren (GDNF family receptor α-like Rezeptoren) in zwei Regionen des Gehirns andockt: an der Area postrema und im Nucleus tractus solitarii. Sie bilden zusammen das Brechzentrum unseres Gehirns, das uns über verschiedene Mechanismen Übelkeit bescheren kann, beispielsweise, wenn wir zu viel Alkohol getrunken oder verdorbene Lebensmittel gegessen haben.

Entfernt man Mäusen diese Regionen im Tierexperiment, reagieren sie nicht länger auf die gewichtsmindernde Wirkung von GDF-15, was dafür spricht, dass hier der Wirkort des Proteins liegt. Auf Basis dieser Erkenntnisse versuchten die Forscher, eine modifizierte Form von GDF-15 als nebenwirkungsfreies Mittel zur Appetitregulierung von adipösen Patienten zu entwickeln. Und den kalifornischen Wissenschaftlern rund um Yumei Xiong ist dies anscheinend gelungen.

Übergewichtige haben mehr GDF-15 als Schlanke

Besonders in der westlichen Welt nimmt Fettleibigkeit stark zu. Erst vor kurzem berichtete die WHO, dass sich die Zahl der fettleibigen Kinder seit 1975 verzehnfacht hat. Die Rate der übergewichtigen Erwachsenen hat sich um das Dreifache erhöht. Die effektivste Behandlungsmöglichkeit von stark adipösen Patienten sind derzeit chirurgische Eingriffe. Mit mehr Sport und weniger Essen bekommen die meisten Betroffenen ihr Gewicht nicht mehr in den Griff. Doch die OPs zur Magenverkleinerung, Fettabsaugungen und andere bariatrische Eingriffe bergen viele Risiken und haben häufig erhebliche, dauerhafte Nachwirkungen.

Xiong und sein Team haben dagegen ein Protein zum Spritzen entwickelt, das Blutzucker sowie Blutfette senkt. Experimente der Amgen-Mitarbeiter zeigten in der Vergangenheit, dass die künstliche Erhöhung der GDF-15-Produktion bei entsprechend gentherapierten Mäusen die Nahrungsaufnahme vermindert und das Körpergewicht senkt.

Feuer mit Feuer bekämpfen

Paradoxerweise fand man heraus, dass die Spiegel an GDF-15 bei adipösen Mäusen erhöht sind, man aber durch die zusätzliche Injektion von GDF-15 im Tiermodell einen Abnehmeffekt erreichen kann. Das könnte daran liegen, dass übergewichtige Mäuse eine GDF-15-Resistenz entwickeln. Zwar können die Tiere das Protein im Körper herstellen, jedoch kann es vermutlich seine Wirkung an den Rezeptoren nicht entfalten. Kompensatorisch bildet der Körper daraufhin mehr GDF-15. Die in der Studie injizierten Dosen von GDF-15 waren jedoch viel höher als die normalerweise gefundene Konzentration in fettleibigen Mäusen. Die Wissenschaftler vermuten, dass durch den Einsatz stark erhöhter GDF-15 Mengen die entstandene Resistenz überwunden wird, das Protein also wieder einen Effekt an den Rezeptoren ausüben kann. Auch bei Studien an Menschen fand man heraus, dass übergewichte Personen erhöhte Spiegel von GDF-15 aufweisen.

Murielle Véniant vom Amgen-Forschungszentrum in Thousand Oaks, Kalifornien erklärt, dass GDF-15 wahrscheinlich im Darm gebildet wird und Teil der Darm-Hirn-Achse ist. Es aktiviert Neuronen in der Area postrema und steuert darüber das Sättigungsgefühl nach dem Essen. Doch das Protein kann noch mehr. Es hilft beim Abbau von Fettreserven und senkt Triglyzeride, Cholesterin sowie Blutzucker. Dies wäre besonders bei Menschen von Vorteil, die unter dem metabolischen Syndrom leiden, also neben Fettleibigkeit auch mit einen erhöhten Blutdruck, Diabetes oder einem schlechten Cholesterinspiegel zu kämpfen haben. Das bisherige Problem, an dem die Forscher bei Medikamentenentwicklungen aus GDF-15 gescheitert sind, lag darin, dass der Faktor nur eine sehr kurze Halbwertszeit hat. Er wird im Körper innerhalb von 3 Stunden abgebaut – zu schnell, um eine ausreichende Wirkung zu entfalten.

Nur eine Spritze pro Woche

Doch den Arzneimittelforschern ist es nun gelungen, das Protein GDF-15 mit Teilen des Antikörpers MIC-1 (macrophage inhibitory cytokine 1) zu verknüpfen und so seine Halbwertszeit deutlich zu verlängern. Das neu hergestellte Protein müsste man nur ein Mal pro Woche spritzen, was die Akzeptanz dieses Mittel deutlich steigern würde. Zudem kann man es in größerer Menge produzieren. Die Forscher testeten das neu designte Protein an übergewichtigen Mäusen und Makaken-Affen. Bei beiden beobachteten sie eine Abnahme des Körpergewichts, der Insulinproduktion und der Körperfette (Triglyzeride) sowie eine verzögerte Magenentleerung. Bei den fettleibigen Mäusen fand man zusätzlich eine Senkung des Cholesterinspiegels. Die Tiere nahmen insgesamt weniger Futter zu sich und bevorzugten kalorienarmes Essen.

Während unbehandelte Mäuse sich bei der Wahl zwischen dem kalorienreichen Standardessen und dem Diätessen auf die Kalorienbombe stürzten, wählten die behandelten Tiere die leichte, gesündere Variante. Die Forscher haben den genauen Mechanismus, wie GDF-15 gewichtsregulierend wirkt, noch nicht verstanden, aber sie vermuten, dass die Tiere sich satter fühlten, weil das Essen länger im Bauch blieb und sie dadurch weniger Interesse an fettiger Nahrung zeigten.

Sättigungsgefühl oder Übelkeit?

Doch noch sind keine klinischen Studien am Menschen geplant. Erstmal müssen die Schlankmacher weiter auf ihre Verträglichkeit an Tieren getestet werden. Denn es gibt einige Bedenken zu klären. Ein kritisch zu betrachtender Punkt ist, dass GDF-15 seine Wirkung unter anderem am Brechzentrum des Gehirns zu entfalten scheint. Die Forscher bemerkten zwar keine Anzeichen von Übelkeit, Unwohlsein oder Erbrechen der Tiere. Doch man kann einen Affen oder eine Maus schlecht fragen, wie es ihnen geht.

Der Neurowissenschaftler Richard Palmiter, der die Appetitregulierung an der Universität von Washington in Seattle erforscht, bemerkt: „Es besteht das Risiko, dass dieses Medikament dazu führt, dass die Leute Übelkeit bekommen, anstatt sich gesättigt zu fühlen.“ Und wer würde schon ein Mittel nehmen wollen, welches dazu führt, dass ihm die ganze Zeit schlecht ist.

Darüber hinaus ist GDF-15 ein relativ unspezifisches Protein, das an einer Vielzahl von physiologischen Prozessen beteiligt ist. Es ist Bestandteil verschiedenster Signalwege, die kompliziert und wenig verstanden sind. Um ein Medikament gegen Fettleibigkeit herzustellen, bräuchte man eigentlich einen viel spezifischeren Angriffspunkt, der so wenig wie möglich mit anderen Strukturen in unserem Körper interagiert. Die Forscher um Xiong berichten, dass sie bislang keine Nebenwirkungen bei der Injektion des modifizierten Proteins feststellen konnten. Es scheint selektiv an die GFAR-Rezeptoren der zwei Gehirnregionen des Brechzentrums zu binden.

Doch genau erforscht ist der Mechanismus bisher nicht. GDF-15 ist auch an der Reaktion von Zellen auf Verletzungen beteiligt. Erhöhte Level findet man bei Sauerstoffmangel, Entzündungen, Krebs und oxidativem Stress. Es ist zudem ein wichtiger Marker bei Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In einer Studie fand man heraus, dass GDF-15 ein wichtiger Faktor zur Vorhersage der Gesamtsterblichkeit in der Bevölkerung ist. In der Kardiologie kennt man das Protein als einen Faktor, der eine große Rolle bei Herzinfarkten und Herzinsuffizienzen spielt. Bei diesen Erkrankungen wird GDF-15 vermehrt gebildet, es ist allerdings unklar, ob es einen schützenden oder verschlechternden Effekt auf die Krankheiten hat.

Hoffnungsträger oder Reinfall?

Solange keine Studien am Menschen beweisen, dass GDF-15 keinen Schaden anrichtet, sollte man den Optimismus bremsen. Der Fall des in den letzten Jahren entwickelten Medikaments zur Gewichtsabnahme „Beloranib“ zeigt, dass sich die großen Hoffnungen auf ein Heilmittel gegen Übergewicht sehr schnell zerschlagen können. Beloranib führt über die Hemmung des Enzyms METAP2 zu einer Ankurbelung des Fettabbaus und damit zu einer Gewichtsabnahme bei gleich bleibendem Essverhalten. Ursprünglich wurde es für die Krebstherapie entwickelt, um das Gefäßwachstum zu bremsen. Sobald man jedoch die gewichtsregulierende Eigenschaft entdeckt hatte, begann der Pharmakonzern Zafgen mit der Entwicklung eines Mittels zum Gewichtsverlust.

Phase I und II der Studie am Menschen klangen vielversprechend: im Gegensatz zum Placebo führte Beloranib zu einem signifikanten Gewichtsverlust bei behandelten Frauen und verbesserte sogar die kardiovaskulären Risikofaktoren. Im Dezember 2015 startete die Phase III der Medikamententestung an Patienten mit Prader-Willi-Syndrom, einer genetischen Erbkrankheit, die unter anderem zu starkem Übergewicht führt. Nachdem zwei der Studienteilnehmer plötzlich verstarben wurde die Medikamentenentwicklung jedoch eingestellt, da nicht mit Sicherheit bestimmt werden konnte, ob die Todesfälle mit der Behandlung in Zusammenhang standen.

Das erste vielversprechende Adipositas-Medikament des 21. Jahrhunderts stellte sich als Misserfolg heraus. Auch GDF-15 müsste sich vor seinem Einsatz erst durch alle drei Phasen der Medikamententestung kämpfen. Selbst bei Erfolg kann man also nicht mit einem Einsatz in den nächsten Jahren rechnen.

Behandlung lebenslänglich?

Der Vorsitzende der neurowissenschaftlichen Abteilung am Mount Sinai Health Zentrum in New York Paul Kenny bestätigt: „Der Schlüssel ist, ob es sich als sicher bei der Anwendung im Menschen herausstellt“. Auch die Frage, wie lange die Abnehmeffekte nach erfolgtem Gewichtsverlust anhalten, ist nicht geklärt. Gibt es eine permanente Veränderung im Gehirn, sodass das Hungergefühl für immer reduziert wird? Oder müssten sich die Menschen das Protein ein Leben lang spritzen? Welche Auswirkungen hätte dies auf den menschlichen Körper? Fragen auf diese Antworten müssen erst noch gefunden werden.

Möglicherweise funktioniert GDF-15 in dieser Hinsicht ähnlich wie das Insulin bei Typ-2-Diabetikern. Insulin ist ein Hormon zur Senkung des Blutzuckerspiegels. Typ-2-Diabetiker haben eine Insulinresistenz, d.h. die Körperzellen reagieren weniger empfindlich auf das Hormon. Anfangs produzieren die zuckerkranken Menschen zwar noch Insulin in genügend großen Mengen, sie haben sogar eine Überproduktion, aber die Insulinrezeptoren der Körperzellen sind so herabreguliert oder verändert, sodass es seine Wirkung (u.a. die Aufnahme der Blutglukose in die Körperzellen) nicht richtig entfalten kann. Irgendwann ist die Bauchspeicheldrüse der Diabetiker durch die Überproduktion so erschöpft, dass die körpereigene Insulinherstellung zusammenbricht. Die betroffenen Patienten müssen nun das blutzuckersenkende Hormon künstlich spritzen, um den Mangel auszugleichen. Da die Forscher bei GDF-15 einen ähnlichen Resistenzmechanismus vermuten, könnte also auch hier eine eventuelle lebenslange Therapie mit dem Protein nötig sein.

Gegen Adipositas gibt es keine Standardbehandlung

GDF-15 hat dennoch ein enormes Potential in der zukünftigen Adipositas-Behandlung. Die Forscher sehen ihr Medikament allerdings eher in Kombination mit weiteren Therapien als effektiv an. W. Scott Butsch, Adipositas-Arzt am Massachusetts General Hospital in Bosten, erklärt: „Wir sind schon längst darüber hinaus, dass es ein einziges Medikament geben wird, das Übergewicht heilt. Fettleibigkeit ist eine komplexe Erkrankung, für die es keine Standard-Behandlung gibt, die allen Patienten gleichermaßen hilft. Die Verbindung mit anderen Behandlungsmethoden ist die Zukunft.“ So könnte GDF-15 den Appetit der Menschen zügeln, während zusätzlich ein anderes Medikament den Stoffwechsel beschleunigt. Bis wir ein Heilmittel haben, das uns erlaubt, ohne Reue zu Süßigkeiten, Pizza und Pommes zu greifen, müssen wir uns noch lange gedulden. Und ob das Sündigen dann ohne Nebenwirkungen funktioniert, sei dahingestellt.

 

Bildquelle: waferboard, flickr

Artikel letztmalig aktualisiert am 06.11.2017.

65 Wertungen (4.66 ø)
16048 Aufrufe
Medizin, Pharmazie, Studium
Um zu kommentieren, musst du dich einloggen. Einloggen
Cor und Pulmo am Limit in Ruhe
Ah lieber Herr Schmach, bitte erzählen Sie nicht, man könne durch Sport und gesunde Ernährung von 250-350kg auf das Normalgewicht von 70kg kommeen. Hier sind ganz andere Dimensionen. Wenn das Herzche schon in seiner Höchstleistung den ruhenden Körper perfundiert und die zum Körper proportional mikrige Lunge pro Atemzug nicht mehr als 105-630 ml (bei Atemzug Volumen von 500 bis 3000 ml (wenn das/die/der Adipose es überhaupt jemals schafft!) O2 zuführt, möchte ich gerne Ihr Abnehmprogramm erfahren. Macht man das in einer Reanimationsbereitschaft? Da muss man schon des tiefen und unerschütterlichen Glaubens sein ;)
#25 am 13.11.2017 von Cor und Pulmo am Limit in Ruhe (Gast)
  1
Hallo Herr Schambach, da würden mich Zahlen interessieren. Wissen Sie wie viel Prozent der Dicken von einer Essstörung wie Binge Eating betroffen sind?
#24 am 11.11.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  0
Zum Glück gibt es wieder ein Medikament, das den gesunden Menschenverstand ersetzen soll. Erstaunlich, daß Bewegungsarmut, Fehlernährung und minderwertige Lebensmittel kein Grund für Übergewicht sind. Und an die lieben Kollegen: nicht jeder Übergewichtige hat psychische Probleme, die er / sie / es zu kompensieren versucht. Das könnte man bekannterweise auch mit Sport. Sehr vielen ist es einfach egal. Hauptsache, es schmeckt.
#23 am 11.11.2017 von Ralf Schambach (Heilpraktiker)
  3
Eva
@#22 Liebe Gästin, Sie hofften dass eine "schlanke Kindheit" Sie quasi epigenetisch auf dauerhaft schlank programmiert? Ein toller Gedanke! Als Kind haben Sie so naturgemäß gelebt, aber wie sieht es denn jetzt aus? Studium, sitzende Tätigkeit oder den ganzen Tag aktiv, tätig im GaLaBau, als Forstwirtin oder gar Profitänzerin? Sie sehen bereits worauf ich hinaus will, nicht wahr? Auch hat Mutter Natur es freundlicher Weise so eingerichtet, dass wir in höherem Lebensalter nicht mehr so viel benötigen wie in jungen Jahren. In diesem Sinne: "Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung" Heraklit
#22 am 10.11.2017 von Eva (Gast)
  1
Gästin
Gast 17 "...und wir wurden nach den Hausaufgaben zum Spielen nach draußen geschickt. So ganz ohne Proviant und Trinkflasche und elterliche Aufsicht. Uiuiui. Und erst wenn man mehrfach gerufen wurde kam man zum Abendbrot rein. Verschwitzt, verdreckt und vergnügt. Da liegt schon das ganze Geheimnis drin: Aufgenommene Energie verbraucht, das Immunsystem stimuliert und Spaß gehabt....." Ich habe meine Kindheit GENAUSO verbracht, wie Sie das beschreiben. Dennoch habe ich als Erwachsene kräftig zugelegt....:(
#21 am 10.11.2017 von Gästin (Gast)
  2
Gast 15, beachten Sie auch das, was Gast 14 geschrieben hat " Aber es geht doch wirklich eigentlich um psychische Krankheiten/Probleme bei Menschen, die „zu viel“ essen. Das sind Ausweichmechanismen, um sich nicht mit sich zu beschäftigen, Verdrängungsmethoden, Umgang mit Traumata... das kann alles sein. Bei solchen Patienten müsste es eher eine Art Therapie geben, damit der Zugang zum Ich wieder hergestellt wird. Solche Menschen einfach nur als „fett und zu faul fürs Abnehmen„ zu bezeichnen, zeugt leider nur von Unwissenheit, Ignoranz und fehlender Toleranz." Die Prävention kann nicht nur sein, auf gesundes Leben zu achten. Essen IST die Droge der Braven, der angepassten, dererer, die NICHT hintern Hauptbahnhof gehen, wo die wirklichen Drogen vertickt werden. Essstörungen kann man nur vorbeugen, in dem man auch auf die Psyche achtet, nicht nur auf Kalorien und Bewegung. Ich war früher anorektisch, jetzt bin ich adipös, ich glaube, ich habe noch nie normal gegessen.
#20 am 09.11.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  2
Gast
Warum wird an dieser Stelle nicht vermehrt Amphetamin verschrieben? Da ist doch bekannt und getestet, dass es funktioniert.
#19 am 09.11.2017 von Gast
  5
Ich bin Ernährungsmedizinerin und habe viel mit extrem adipösen Menchen zu tun. Es gibt genug Gründe, warum jemand dick ist und nicht abnehmen kann- das sind z.B chronischer Streß , Insulinresistenz, Verschiebungen im Darmmikrobiom(Verhältnis Firmicute /Bacteroidetes), Thiaminmangel, Mangel an Alpha-Liponsäure (beide werden von der Pyruvatdehydrogenase gebraucht als C-Faktoren), Vit D Mangel, Übersäuerung des Interstitiums( kann man mittels Ruhestoffwecshelmessung feststellen) und und und. Es ist nicht immer nur viel Essen - und dann noch das Falsche- und wenig Bewegung, das mag noch dazu kommen. Leider ist es nicht üblich hierzulande nach solchen Dingen zu suchen. Häufig habe ich schon erlebt, dass Pateinen in Tränen ausgebrochen sind, wenn ich ihnen eröffnet habe, dass Sie die und die Blockaden haben und daher keine Erfolge beim Abnehmen verzeichnen können. Die o.g. Dinge sind alle behebbar!!
#18 am 09.11.2017 von Brigitte Gallwitz (Ärztin)
  4
Eva
@#18 ...und wir wurden nach den Hausaufgaben zum Spielen nach draußen geschickt. So ganz ohne Proviant und Trinkflasche und elterliche Aufsicht. Uiuiui. Und erst wenn man mehrfach gerufen wurde kam man zum Abendbrot rein. Verschwitzt, verdreckt und vergnügt. Da liegt schon das ganze Geheimnis drin: Aufgenommene Energie verbraucht, das Immunsystem stimuliert und Spaß gehabt. Die wilden Plätze in der Natur gibts nicht mehr. Dafür Marathonsitzen in der Schule und lückenlose spaßbremsende elterliche Überwachung der Freizeit. Viele Sportvereine haben Nachwuchssorgen, vielleicht böten diese ein Ersatzterrain für Spaß, Fitness und eigenen Bereich. Und haben sie jemals einen Sportler gesehen, der während des Trainings Essen in der Hand hält?
#17 am 09.11.2017 von Eva (Gast)
  0
Gast
Hallo Medizinstudentin # 16 und wer verbockts? ja die Mamas dieser Welt! Siehe auch: 7390-bitte-nicht-ueberfuettern/
#16 am 09.11.2017 von Gast
  5
Medizinstudentin
Um noch einen weiteren Teilaspekt aufzuzeigen: Das was mich mit am meisten trifft und beim Spaziergang durch die Stadt wütend macht sind übergewichtige Kinder. Wessen Körper von kleinst auf metabolisch zerstört und fehltrainiert wird, wird sein ganzes Leben und bei jeder Mahlzeit kämpfen müssen, selbst wenn er es schafft - ich persönlich liebe gutes (nicht übermäßiges) essen zu sehr um diese Vorstellung nicht schrecklich zu finden. Prävention und noch einmal Prävention ist das wichtigste was wir tun können!
#15 am 09.11.2017 von Medizinstudentin (Gast)
  3
Ehemalige Medizinstudentin ;)
Schön, dass durch so eine Pille die Menschen, die bereits adipös sind, dem etwas entgegen setzen können. Aber es geht doch wirklich eigentlich um psychische Krankheiten/Probleme bei Menschen, die „zu viel“ essen. Das sind Ausweichmechanismen, um sich nicht mit sich zu beschäftigen, Verdrängungsmethoden, Umgang mit Traumata... das kann alles sein. Bei solchen Patienten müsste es eher eine Art Therapie geben, damit der Zugang zum Ich wieder hergestellt wird. Solche Menschen einfach nur als „fett und zu faul fürs Abnehmen„ zu bezeichnen, zeugt leider nur von Unwissenheit, Ignoranz und fehlender Toleranz.
#14 am 09.11.2017 von Ehemalige Medizinstudentin ;) (Gast)
  2
Gast
Juhu, ein Lichtblick in der Forschung um um die Pille, die von jeder Eigenverantwortung befreit. Fettleibigkeit zeigt, dass das Leben des Betroffenen aus dem Lot ist. Daher rührt auch die oft so schlechte Compliance. Das alles muss zukünftig nicht mehr in Ordnung gebracht werden, wenn es denn einmal die Pille gibt. Die Pharma- und Lebensmittelindustrie wird es freuen.
#13 am 08.11.2017 von Gast
  8
Gast
Zitat aus dem Text oben: "Wir sind schon längst darüber hinaus, dass es ein einziges Medikament geben wird, das Übergewicht heilt. Fettleibigkeit ist eine komplexe Erkrankung, für die es keine Standard-Behandlung gibt, die allen Patienten gleichermaßen hilft." Da liegt das Problem. Adipositas und Übergewicht sind nun einmal keine Krankheiten, sondern lediglich die Folge von einer kontinuierlich zu hohen Kalorienzufuhr. Wer die Schuld im Aussen sucht, macht sich zum Opfer und wird auch trotz o.genannter Hilfen nicht oder nicht dauerhaft schlank. Zum Abnehmen braucht es keine Wundermedizin und keine riskanten Operationen. Jeder fette Mensch muss zuerst in die Eigenverantwortung gehen und dann durch Kaloriendefizit abnehmen... und sich dabei ein angemessenes Essverhalten antrainieren. Hat bei mir auch wunderbar funktioniert.
#12 am 08.11.2017 von Gast
  14
Gast
GDF-15 hin und her...mir gefällt nicht, dass ein Protein von der Verantwortung einer gesunden Lebensweise befreit. Unser Körper will gewisse Betriebsstoffe /Lebensmittel und nicht nur Nährstoffe. Pommes. Süßigkeiten und Pizza sollten die Ausnahme und nicht die Regel sein.
#11 am 08.11.2017 von Gast
  10
Gast
Woher kommt es, dass jetzt so viele Menschen einen erhöhten GDF-15 haben? Das war vor 50 Jahren noch nicht so verbreitet. Ist es ein genetischer Defekt, der in den USA besonders häufig vorkommt? Oder durch Ansteckung erworben wird. So wie es scheint, erkranken immer mehr Menschen an erhöhten GDF-15 Werten. Dann wäre eine Impfung sinnvoll. Auf der anderen Seite fällt mir jedoch in meinem Freundeskreis auf, dass meine sehr gut genährten Bekannten mindestens das Doppelte wie ich essen.
#10 am 08.11.2017 von Gast
  23
Gast 4, ich esse überhaupt nie Fertiglebensmittel , vertrage Gluten, dafür aber kein Fett - und bin trotzdem dick. Was ich sagen möchte und was im Artikel steht: Adipositas ist komplex - es gibt keine alleinige gemeinsame Ursache für alle Dicken. Wäre das so, wäre es wesentlich einfacher in den Griiff zu bekommen. ich selbst kann mir zwar Thesen überlegen, das heißt aber noch lange nicht, dass ich abnehme. Auch was der Artikel andeudet: Zu viele Pommes und Torten - das kann, muss aber nicht eine Ursache sein. Man kann auch durch "gesundes Essen" sehr viel zunehmen. Eine Frau kann beispielsweise adipös werden, wenn sie soviel isst wie ihr Mann....etc.... Zu den Gefahren des GDF-15: Wenn man damit abnehmen kann, wird es Menschen geben, die es ausprobieren - selbst auf die Gefahr hin, draufzugehen. Nicht umsonst sind illegale Appetitzügler im Internet der Verkaufs-Renner
#9 am 08.11.2017 von Remedias Cortes (Nichtmedizinische Berufe)
  8
Antwort Gast #4 ...wie goldig und wenn wir alle brav sind kommt an Weihnachten das Christkind...
#8 am 08.11.2017 von Jürgen Beck (Nichtmedizinische Berufe)
  16
Ja, das Problem ist immer im Kopf und nicht im Bauch. Nur leider, leider, sind auch die Lebensumstände und ein bißchen die Genetik Schuld, wenn manfrau zu fett werden. Ich könnte mir etwas Chemie vorstellen, um erst mal langsam auf einen akzeptablen Status herunterzukommen, und parallel mit veränderten Lebens-/ Eßgewohnheiten weiterzumachen. Sicherlich wirds diese Injektionen auf Privatrezept für mind. 500.-/St. geben, wenn das überhaupt reicht, man will ja was verdienen, wie bei den Krebsmitteln auch.
#7 am 08.11.2017 von Dipl. Ing. Bernd H.K. Hoffmann (Nichtmedizinische Berufe)
  9
Mann oh Mann. Statt GDF-15 den Übergewichtigen, sollte man den "forschenden" Wissenschaftlern ein wenig Hirn verabreichen. Adipositas ist sicher nicht die Folge einer relativen Verminderung eines Proteins GDF-15, sondern die Folge der unkontrollierten Zufuhr völlig denaturierter Nahrungsmittel. Dies widerum ist die Folge mangelnder Disziplin der Gedanken. Im Kopf beginnt Adipositas.
#6 am 08.11.2017 von Heilpraktiker Gerhard Hildebrandt (Heilpraktiker)
  36
Und schwups kommt die Pharmaindustrie mit einem neuen Mittelchen um die Ecke, nachdem Jahrzehnte die Negativentwicklung der Nahrungsmittelindustrie toleriert und unterstützt wurde. Aus meiner Sicht der begehrteste aller Wege...
#5 am 08.11.2017 von Marion Frömming (Tierheilpraktikerin)
  10
Gast
Es wäre ganz einfach diese Epidemie in den Griff zu bekommen, keine fertigen Lebensmittel mehr zu sich nehmen, auf Gluten, Zucker etc. verzichten. Und der Industrie verbieten solche Dinge überhaupt in ein Lebensmittel zu inkludieren. Schlagartig wäre Diabetes bekämpft und die Menschen würde von alleine wieder ihrem normal Gewicht entgegen eilen. Nicht zu fassen, was alles unternommen wird, damit der Geldbeutel noch voller wird und die Menschen noch ein bisschen Kränker. Herzlichen Glückwunsch zu soviel Mitgefühl der eigenen Spezies gegenüber.
#4 am 08.11.2017 von Gast
  27
Männe
Ohne Frühstück geht bei mir nix ... ;-) Jede(r) tickt anders. Aber Abnehmen klappt trotzdem - in den letzten Monaten bei mir 53kg. War bei mir reine Kopfsache, auf Medis würde ich nicht setzen. Es fängt eben im Kopf an, das hat bei mir auch lange gedauert. Aber nun sind Themen wie Diabetes, Hypertonie, Schlaf-Apnoe und grenzwertige Blutwerte ein Thema von gestern. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es geht, aber es geht. Wirklich! ;-)
#3 am 08.11.2017 von Männe (Gast)
  8
Mit n=1 eine fundierte Statistik....
#2 am 07.11.2017 von Maja Grigoleit (Studentin der Humanmedizin)
  4
Gast
Schon in der Überschrift verbirgt sich erschreckendes: „indem sie Blutzucker und -fette senkt“ Wer sich schon morgens mit den Frühstückscerealien oder übersüßten Backwaren den Blutzuckerspiegel hochtreibt muss sich nicht wundern, dass die Heißhunger Attacken kommen. Ich verzichte seit Jahren auf ein Frühstück, unter der Woche die erste Mahlzeit ab Mittag, am Wochenende wenn ich mit dem Rad unterwegs bin esse ich ab ca. 16:00 Uhr und ich habe keinen Heißhunger. Ich stelle immer wieder fest, Ernährung hat viel mit Gewohnheit (Anerzogene und Erworbene) zu tun und viele denken über eine Veränderung überhaupt nicht nach und ich höre immer wieder Ausreden, dass gerade das oder jenes bei ihnen überhaupt nicht, da fehlt jegliche Bereitschaft. (Ernährungsberater)
#1 am 06.11.2017 von Gast
  41
Hier klicken und Medizin-Blogger werden!
Kokosöl gilt in der Ernährungs-Community als Superfood. Es gibt kaum einen Youtuber oder Foodblogger, der nicht von mehr...
Arbeitet man im Krankenhaus oder der Praxis mit Ärzten zusammen, stellt man schnell fest: Es gibt Stereotypen. mehr...
Etwa 50 Millionen Menschen leiden weltweit an Demenz. In Deutschland sind rund 1,6 Millionen Patienten von der mehr...

Disclaimer

PR-Blogs innerhalb von DocCheck sind gesponsorte Blogs, die von kommerziellen Anbietern zusätzlich zu den regulären Userblogs bei DocCheck eingestellt werden. Sie können werbliche Aussagen enthalten. DocCheck ist nicht verantwortlich für diese Inhalte.

Copyright © 2018 DocCheck Medical Services GmbH
Sprache:
DocCheck folgen: